{Rezension} Verliebt in Hollyhill | Alexandra Pilz

Verliebt in Hollyhill von Alexandra Pilz

Autor: Alexandra Pilz
Titel: Verliebt in Hollyhill
Seitenzahl: 384
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26917-0
Veröffentlichung: 17. März 2014
Leseprobe
>>Kaufen<<

„Denn sie wollte nicht Abschied nehmen, war es nicht so? Emilys Lächeln gefror. Was würde passieren, wenn sie in einer Woche, in zehn Tagen, den Heimweg nach München antrat? Würde sie Hollyhill und seine Bewohner je wiedersehen? Würde sie Matt je wiedersehen?“ (Seite 24)

Gerade hat Emily mit Hollyhill, diesem kleinen Dorf im englischen Dartmoor, ihr erstes großes Abenteuer hinter sich gebracht. Doch es bleibt keine Zeit, sich auszuruhen und die Zeit mit Matt im Hier und Jetzt zu genießen. Schon werden das Dorf und die Bewohner wieder auf Zeitreise geschickt. Diesmal ins Jahr 1811. Als eine Kutsche mit einer bewusstlosen jungen Frau in Hollyhill auftaucht, befindet Emily sich auch schon wieder mitten in einer neuen Geschichte. Eine Geschichte, die große Auswirkungen auf ihre eigene Zukunft haben wird.

„Hier zu leben bedeutet, auf so vieles zu verzichten. Es bedeutet, sich selbst aufzugeben, in gewisser Weise. Es bedeutet, Abschiede in Kauf zu nehmen und den Schmerz, den diese nach sich ziehen. Es bedeutet aber auch, ein Leben voller Abenteuer, voller Wissen und Erfahrungen, es bedeutet….“ (Seite 40)

Direkt zu Beginn wurde ich Zeugin eines Telefonates zwischen Emily und ihrer besten Freundin Fee. Letztere ist alles andere als begeistert, dass Emily weg ist und möchte so viele Infos, wie möglich. Sie droht sogar damit, selber nach Hollhyill zu kommen.
Emily erlebt dank Matt ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Doch sie hat nicht lange Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die nächste Zeitreise startet und so hat sie erst mal genug anderes zu tun, als über ihre Emotionen nachzudenken. Die „Beziehung“ zu Matt ist alles andere als einfach oder klar. Sind sie bereits ein Paar? Wird aus ihnen ein Paar?

Matt ist weiterhin nicht leicht zu durchschauen. Er hält seine Gefühle stark unter Verschluss. Manchmal habe ich gedacht, dass aus den beiden ein Paar werden könnte. Doch dann hat er wieder Dinge gesagt und getan, die meine Meinung revidierten. Immerhin ist er in dem Buch nett zu ihr und nicht so ein Ekel, wie stellenweise im ersten Band.
Er ist kein einfacher Charakter. Und er hat Geheimnisse, die weder Emily noch ich kennen. Und dann ist da auch noch die Verbindung zu ihrer Mutter, die weitere Geheimnisse verspricht…

„>>Es zermürbt ihn<<, sagte er. >>Es höhlt ihn aus. Es zieht ihn in die Tiefe. Und mit ihm jeden, der ihm nahesteht.<<“ (Seite 123)

Im Lauf der Geschichte tauchen noch einige neue Charaktere auf. Diese waren für mich – ebenso wie einige Dorfbewohner – ein Buch mit sieben Siegeln. Sie geben kaum etwas von sich preis und behandeln Emily teilweise alles andere als gut. Doch im Verlauf der Geschichte kam das ein oder andere ans Licht, was mir immer wieder ein Aha-Effekt bescherte.

Der Plot ist unterhaltsam. Das Spannungslevel war für mich nie besonders hoch, aber doch immer konstant vorhanden. Die Entwicklung der Protagonistin erschien mir absolut glaubwürdig und logisch und hat mir gut gefallen. Doch es gab auch hier zwei oder drei Dialoge und Szenen, die ich nur bedingt nachvollziehen konnte.

Das Setting finde ich klasse! Die Geschichte ist von der Autorin sehr glaubhaft umgesetzt. Die Beschreibungen der Personen, Bekleidung, der Orte und Handlungen ist absolut bildhaft. Genauso habe ich mir die damalige Zeit vor meinem inneren Auge vorgestellt. Doch die Geschichte birgt ein großes Problem: wie sieht die Zukunft für Matt und Emily aus? Gibt es überhaupt eine gemeinsame Zukunft?

„Himmel, diese Zeitreisen waren anstrengend. Man sollte eine Prüfung absolvieren müssen, bevor man ohne Vorwarnung in ein anderes Jahrhundert geschleudert wurde. Umgangsformen im beginnenden 19. Jahrhundert. Keine Angst vorm Feuermachen mit dem Feuerstein. Wie bewege ich mich fort, ohne über meine eigenen Füße zu stolpern?“ (Seite 181)

„Verliebt in Hollyhill“ ist eine nette Fortsetzung zu „Zurück nach Hollyhill„. Das Ende des Buches  hätte ich so gar nicht erwartet. Für mich ein fieser Cliffhanger! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Allen Freunden von Zeitreiseromanen, die auf unterhaltsame und locker-leichte Geschichten stehen, kann ich diese Reihe empfehlen.
Die Cover der beiden Bücher sind absolute Eye-Catcher im Regal!

„Emily seufzte. Sie hätte sich ihr Wiedersehen mit Matt anders gewünscht. Euphorisch. Mit höher schlagenden Herzen und leidenschaftlichen Umarmungen und der prickelnden Erwartung dessen, was die Zukunft für sie beide bringen würde. Die gemeinsame Zukunft.
Nun war es so, dass sich ihr Magen verkrampfte, je näher sie dem Cottage kam. Weil sie wusste, so würde es nicht sein. Sie wusste, was jetzt kam, war mit das Schwierigste, was sie je hatte tun müssen.“ (Seite 334/335)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Reiheninfo:
1. Zurück nach Hollyhill
2. Verliebt in Hollyhill
3. ???
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3,5

SaCre


{Rezension} Zurück nach Hollyhill | Alexandra Pilz

pilz - hollyhill

Autor: Alexandra Pilz
Titel: Zurück nach Hollyhill
Seitenzahl: 352
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53426-1
Veröffentlichung: 25. Februar 2013
Leseprobe
>>Kaufen<<

Emilys Eltern sind früh verstorben, sodass sie fast ihr ganzes Leben bei ihrer Großmutter gelebt hat. Eines Tages tauchen ein Armband und ein mysteriöser Brief ihrer Mutter auf. Emily soll das Dorf Hollyhill, in dem ihre Mutter aufgewachsen ist, finden. Als Emily sich dazu entschließt, diesem Wunsch nachzugehen, gibt es ein großes Problem: Hollyhill – das Dorf, das durch die Zeit reist – ist auf keiner Landkarte zu finden. Und so startet schon mit der Anreise ein großes Abenteuer…

„Bis auf die winzigen Dörfer, die sie anfuhren, war kaum ein Zeichen von Zivilisation  zu erkennen. Und erst der Himmel, der das alles überspannte: Er reichte von tiefschwarzen Wolken bis zu hellblauen Tupfen und silbernen Strahlen dort, wo sich die Sonne durchzukämpfen versuchte.“ (Seite 27)

Man schlägt das Buch auf und ist sofort mittendrin in der Geschichte. Huch. Das ging mir fast schon etwas zu schnell…
Als Emily an ihrem letzten Schultag den geheimnisvollen Brief in der Hand hält. ändert sich sofort alles. Motiviert von ihrer besten Freundin Felicitas, genannt Fee, beschließt sie schließlich, sich auf die Suche nach dem kleinen Dorf im englischen Dartmoor zu machen. Dass der Ort auf keiner Landkarte und auch nicht bei Google Earth zu finden ist, hat mich skeptischer gemacht, als die Protagonistin. Sie findet Hollyhill auch nicht alleine. Doch sie hat Glück, dass Matt sie aufgabelt. Er lebt dort und nimmt sie mit. Anfangs kommen die beiden noch ganz gut miteinander aus. Doch das ändert sich. Im Verlauf der Geschichte geraten die beiden immer wieder aneinander und es knallt ganz gewaltig. Emily hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg und sagt, was sie denkt und was ihr auf der Zunge liegt. Sie verstellt sich nicht, um jemandem zu gefallen. Sie handelt impulsiv und manchmal leichtsinnig.  Damit hat sie mir imponiert.

Matt war zu Beginn sehr nett zu Em. Doch das änderte sich schlagartig. Grundlos. Gemeinsam mit Emily stellte mich das vor ein großes Rätsel. Sein Bruder Josh ist dagegen etwas netter. Ganz kurios wird die Geschichte, als ein Bild mit Ems Mutter auftaucht, auf denen die beiden zu sehen sind.
Silly ist ebenfalls eine Dorfbewohnerin in Emilys Alter. Sie ist echt verschroben und schräg drauf, aber immer freundlich und hilfsbereit.
Die anderen Bewohner von Hollyhill sind echt sehr ungewöhnlich. Alle möglichen Charaktere sind hier vertreten. Sie erinnerten mich sofort an die Einwohner von Stars Hollow (hoch leben die Gilmore Girls!).

„Für einen kurzen Moment verlor Emily den Faden. Sie hatte diese Kälte in Matts Blick schon öfter gesehen, genauso oft, wie sie meinte, etwas anderes darin zu lesen.“ (Seite 147)

Der Plot hat mir gut gefallen – bis auf die ein oder andere kleine Schwachstelle. Direkt zu Beginn gibt es eine Szene, in der Quayle zum ersten Mal auftaucht. Diese ganze Szene erschien mir irgendwie unpassend und hat mich etwas überfordert. Es gab noch zwei, drei weitere Stellen, denen ich nur mit größter Anstrengung folgen konnte. Des weiteren hätte ich mir gerne noch ein paar Infos mehr zum Dorf gewünscht. Ich hoffe, diese im nächsten Teil zu erhalten.
Der Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt. Locker leicht kann man als Leser durch die Geschichte fliegen. Die Atmopshäre, die im Dorf herrscht, konnte Alexandra Pilz mir sehr gut vermitteln. Es wirkt gleichermaßen hinterwäldlerisch wie mysteriös.

„>>Weil nicht wir entscheiden, wann, wohin und ob überhaupt, sondern… das Dorf.<<“ (Seite 170)

Mit dem Trilogie-Auftakt konnte die Autorin mich gut unterhalten, auch wenn ich kleine Kritikpunkte habe. Ich hoffe, dass meine Fragen zum Dorf im nächsten Band, der nächste Woche erscheint, beantwortet werden. Das Cover ist ein toller Blickfang und ich glaube, dass „Verliebt in Hollyhill“ daneben ganz toll aussehen wird.

Es gibt ein Video dazu von Alexandra Pilz:

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Reiheninfo:
1. Zurück nach Hollyhill
2. Verliebt in Hollyhill (VÖ 17. März 2014)
3. ???
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3,5

SaCre


[Rezension] Zwischen uns die Zeit | Tamara Ireland Stone

Zwischen uns die Zeit von Tamara Ireland Stone
 
Titel: Zwischen uns die Zeit
Autor: Tamara Ireland Stone
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-15470-0
Veröffentlichung: 25. November 2013
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Leseprobe
»Buch kaufen«

Zum Inhalt:

Die 16-jährige Anna lebt ein beschauliches Leben in Evanston, Illinois. Sie geht zur Schule und arbeitet nebenbei in der Buchhandlung ihres Vaters. Doch an dem Tag, als sie Bennett, den Neuen an der Schule, kennenlernt ist es damit vorbei. Er kommt zwar aus dem weit entfernten San Francisco, doch Anna hat das Gefühl, sie würden sich kennen und fühlt sich vom ersten Moment an zu ihm hingezogen.
Nach und nach kommen sich die beiden näher. Mit der Zeit verrät Bennett immer mehr über sich, sein plötzliches Auftauchen in Evanston, und offenbart Anna schließlich sein großes Geheimnis: Er gehört nicht in das Jahr 1995. Er stammt eigentlich aus dem Jahr 2012. Er ist in der Zeit zurückgereist, um seine Schwester Brooke wiederzufinden…

Zwischen uns die Zeit_Artikelbild

Meine Meinung:

Bei Zeitreise-Romanen muss ich ja grundsätzlich nicht lange überlegen, ob ich diese lesen will. Wenn so ein Buch dann aber auch noch mit einem so süßen Cover und einem so vielversprechendem Klappentext wie bei „Zwischen uns die Zeit“ daherkommt, liegt die Bedenkzeit quasi bei Null Sekunden.

„Es ist zwar nur ein ganz gewöhnlicher gelber Dixon-HB-Bleistift, der meinen Haarknoten zusammenhält, aber für mich ist er der greifbare Beweis dafür, dass ich mir das, was ich gestern Morgen bei unserer ersten Begegnung im Stadion gespürt habe, nicht nur eingebildet habe: Zwischen uns besteht irgendeine seltsame Verbindung.“ (Seite 47)

Der Einstieg in das Buch ist mysteriös und macht unglaublich Lust, auch die folgenden Seiten lesen zu wollen. Dieses Ereignis in Annas Gegenwart im Jahre 2011 rückt zwar zunächst in den Hintergrund – obwohl es nie komplett aus meinem Lesegedächtnis verschwand – wird dann aber mit der Zeit zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.

Leider kam nach diesem tollen Start recht schnell ein wenig Enttäuschung bei mir auf. Bis es zu den Ereignissen kommt, die der Klappentext bereits ankündigt, passiert irgendwie nicht viel. Bis ich dort angekommen war, waren bereits weit über 100 gelesen und der Weg dorthin war für mich mitunter ein wenig zäh und stellenweise leider auch langweilig. Ab ca. der Mitte des Buches wurde es aber wieder besser. Die Geschichte entwickelte sich, wurde spannend und bekam mehr Tiefe. Die Frage, was passiert, wenn man in den Lauf der Zeit eingreift, taucht immer mal wieder auf. Nach einem schicksalhaften Ereignis sorgt sie zudem für Unruhe zwischen Anna und Bennett und wird folgenreich beantwortet.

„Wir stehen einander gegenüber wie gerade eben noch in der Küche und halten uns an den Händen, nur dass meine Füße jetzt in weichem weißem Sand versinken.“ (Seite 133)

Anna und Bennett sind liebenswürdige Protagonisten. Sie – Ein Mädchen, das gerne läuft und so viel wie möglich von der Welt sehen möchte. Aus diesem Grund hängt auch eine große Weltkarte in ihrem Zimmer, auf der sie die besuchten Orte mit roten Pins markiert. Bislang stecken aber leider nur vier davon im Styropor. Er – Ein Junge, der auf der Suche nach seiner Schwester in der Zeit zurückgereist ist und Anna den Traum von Ausflügen an die wunderbarsten Orte dieser Welt ermöglichen kann. Zusammen sind sie ein süßes Paar, das es aber eigentlich gar nicht geben dürfte.

Tamara Ireland Stone hat die Geschichte von Anna und Bennett schlicht und schnörkellos zu Papier gebracht. Für ein angenehmes Lesen ist das zwar vorteilhaft, für mich blieben dadurch aber die Emotionen leider größtenteils auf der Strecke.

„Eines Tages in naher Zukunft werden wir nicht mehr so zusammensitzen können, wie wir es jetzt tun, sondern durch eine Kluft von siebzehn Jahren voneinander getrennt sein, und wenn die Sehnsucht unerträglich zu werden droht, dann werden diese Postkarten womöglich das Einzige sein, womit wir uns trösten können.“ (Seite 312)

„Zwischen uns die Zeit“ ist eine gefühlvolle Zeitreise- und Liebesgeschichte für Mädels im Teenageralter. Mich konnte die Geschichte von Anna und Bennett leider nicht so begeistern, wie ich es mir erhofft hatte. Wenn ich könnte, würde ich in die Zeit zurückreisen, in der ich so um die 14 Jahre alt war. Dann würde mir das Buch sicherlich besser gefallen.

3SaFi


[Rezension] Eden und Orion – Lichtjahre zu dir | Helen Douglas

1 Buch - 2 Meinungen

Artikelbild - Eden und Orion 3

Eden und Orion: Lichtjahre zu dir – Helen Douglas

Titel: Eden und Orion – Lichtjahre zu dir
Autor: Helen Douglas

Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-7373-6486-7
Verlag: FISCHER Sauerländer
Empfohlenes Lesealter: Ab 12 Jahren
Veröffentlichung: 22. August 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss … und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat. (© FISCHER Sauerländer)

Meinung – SaCre:

Der Einstieg in die Geschichte fällt dem Leser leicht. Man lernt Eden zunächst einmal gut kennen. Sie ist ein „normaler“ Teenager, könnte unsere Nachbarin sein. Sie ist unkompliziert, praktisch veranlagt, vernünftig, eine gute Schülerin, hat Freunde, die aber nicht zur High Society der Schule zählen. Das ist ihr auch nicht wichtig. Sie könnte eine Freundin von mir sein.
Als Ryan an die Schule kommt, findet Eden sein Verhalten genauso merkwürdig, wie ich es tat. Die Autorin Helen Douglas lässt uns aber alle erst eine Zeit im Ungewissen, bis wir hinter sein Geheimnis kommen. Und das hat es in sich.
Ryan ist ein sehr interessanter Jugendlicher: er ist geheimnisvoll, intelligent und hat „das gewisse Etwas“. Zudem sieht er auch noch gut aus. Von Anfang an ist diese Spannung, dass man hinter sein Geheimnis kommen möchte, spürbar. Doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass er etwas Böses im Schilde führt.

Es ist eine schöne Grundidee, die hinter dieser Geschichte steckt. Sehr interessant und gut charakterisiert stellt die Autorin die verschiedenen Jugendlichen dar. Die Clique ist aus sehr unterschiedlichen Charakteren zusammengesetzt, sodass man als Leser diese Gruppendynamik sofort greifen kann und realistisch findet.
Das Setting ist ebenfalls gut gewählt. Perran, als britischer Küstenort, mit Meer, Klippen und kleinen Dörfern. Perfekt.
Der Verlauf der Geschichte ist absolut logisch fortgeschrieben. Mit gut gewählter Sprache hat Douglas hier ein spannendes und unterhaltsames Buch geschrieben, welches dem Leser kurzweilige Lesestunden bietet.
Es mag sein, dass hier das ein oder andere Klischee vorkommt. Allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört – und besonders aufgefallen ist es mir auch nicht. Ich denke, dass die Zielgruppe (ab 12 Jahren) sich hieran noch weniger stört.
Zudem ist das Szenario, das die Autorin schildert, etwas, das zum Nachdenken anregt.

Es ist eine Geschichte, in die man als Leser voll und ganz eintauchen kann, und die einem alles bietet: Verliebtsein, Spannung und mystische Elemente.

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, dir ins Gesicht zu sagen, wie viel du mir bedeutest. Es ist so viel einfacher, seine Gefühle aufzuschreiben, als sie auszusprechen. Ich wünsche mir nichts so sehr, als dass du hättest bleiben können, verstehe jedoch, warum das nicht ging. Aber ich werde dich niemals vergessen.“ (Seite 174)

4

Meinung – SaFi:

Behutsam führt Helen Douglas den Leser an die Geschichte heran. Man lernt zuerst Eden, ihre Freunde, ihr Leben kennen. Sie ist eine völlig normale englische Teenagerin. Sie sticht nicht aus der Masse hervor, geht aber auch nicht in ihr unter. So dauert es eine Weile bis sich die Dinge entwickeln – vielleicht ein wenig zu lange… Ich für meinen Teil konnte es zumindest nicht erwarten, den Grund für Ryans Mission zu erfahren. Von dem Moment an, als ich den Grund dann (endlich) wusste, schwirrte mir der fast schon in Vergessenheit geratene Prolog ständig im Kopf rum. Ständig begleitet von den Fragen: Gibt es so was wie Schicksal wirklich? Und wenn ja, kann man es beeinflussen?

„Ryan sorgte wirklich ständig für neue Überraschungen. Manchmal wirkte er so normal wie jeder andere und in der nächsten Sekunde wie von einem anderen Stern. Wie konnte es sein, dass er nicht wusste, was Burger waren?“ (Seite 38/39)

Was mich überrascht hat: Obwohl das Buch ein Mystery/SiFi-Roman ist und Helen Douglas sich an der breiten Palette, die dieses Genre zu bieten hat, ordentlich bedient, wirkte das gesamte Szenario während des Lesens für mich fast schon normal. Ja, es kommen Theorien und Elemente darin vor, die alles andere als normal sind. Dennoch ist es der Autorin, dank ihrer überzeugenden Protagonisten Eden und Ryan, gelungen, das Buch nicht so wirken zu lassen – mir hat das sehr gut gefallen.

„Fasziniert starrte ich weiter in den Himmel. Die drei Planeten, die den Oriongürtel bildeten, fand ich auf Anhieb wieder. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, dass Ryan mich ansah. Ich drehte mich zu ihm, und weil er immer noch meine Hand hielt, waren unsere Gesichter sich plötzlich näher als erwartet. Wir erstarrten beide und sahen einander tief in die Augen – über uns die flimmernden Sterne.“ (Seite 45)

Helen Douglas hat einen gut durchdachten und interessanten Plot zu Papier gebracht. Stolpersteine in Form von Logikfehlern sucht man vergeblich – zum Glück. Auf 270 Seiten hat die Autorin eine angenehm zu lesende Mischung aus Romantik und Mystery niedergeschrieben. Während der Großteil der Geschichte ohne übermäßig viel Spannung auskam, hatte das Ende davon fast schon ein wenig zu viel zu bieten. Für meinen Geschmack wäre das Buch auch ohne diesen unnötigen Spannungsbogen ausgekommen. Auf mich wirkte das zu gewollt.

„Uns lief die Zeit davon, und alles, was noch gesagt werden musste, musste jetzt gesagt werden. Sonst wäre es endgültig zu spät.“ (Seite 190)

Für die angepeilte Zielgruppe im Alter von 12 bis 17 Jahren ist „Eden und Orion“ sicherlich ein spannendes Buch, das Mädchen einladen wird, sich im Gleichschritt mit Eden, in Ryan zu verlieben.

Für mich, die alterstechnisch deutlich außerhalb der Zielgruppe liegt, war es ein nettes Buch für zwischendurch und mal eine schöne Abwechslung in diesem Genre.

4


Das Geheimnis der Monduhr [Rezension]

Das Geheimnis der Monduhr von Amanda Brooke

Autor: Amanda Brooke
Titel: Das Geheimnis der Monduhr
Seitenzahl:
368
ISBN: 978-3-442-47810-1
Verlag:
Goldmann

Zum Inhalt:

Holly und Tom sind glücklich verheiratet und gerade in ihr neues Haus in einem kleinen englischen Dorf gezogen. Das Glück der beiden scheint perfekt, mal abgesehen davon, dass Tom zum perfekten Glück noch ein Kind fehlt.

Im Garten ihres neuen Hauses entdecken die beiden eine alte Sonnenuhr, so nehmen sie zumindest an. Doch die Uhr folgt einem anderen Gestirn: dem Mond. Holly findet heraus, wie die Uhr funktioniert und kann auf einmal einen Blick in ihre Zukunft werfen: Sie wird tatsächlich ein Kind zur Welt bringen. Doch dieser Blick in die Zukunft offenbart nicht bloß Gutes…

Meine Meinung:

Ich liebe Zeitreiseromane, und so musste ich auch gar nicht erst lange überlegen, ob ich dem Geheimnis der Monduhr zusammen mit Holly auf den Grund gehen möchte.

Die Geschichte ist einfach nur schön, oder besser gesagt, traurig-schön. Und sie regt durchaus zum Nachdenken an. Schon der Prolog schnürte mir die Kehle zu. Und obwohl durch eben diesen Prolog schon alles verraten scheint, war es alles andere als langweilig zu lesen, wie sich die Monduhr für Holly als Segen und Fluch zugleich entpuppt.

„Sie seufzte auf, diesmal laut genug, um Tom zu wecken. Schlaftrunken drehte er sich um. >>Alles in Ordnung?<<, murmelte er benommen und fuhr plötzlich erschrocken hoch. >>Ist es so weit?<<
>>Noch nicht ganz<<, beruhigte sie ihn mit einem wehmütigen Lächeln. Ihr blieb noch ein wenig Zeit.“ (S.6/7)

Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Zeitsprünge in die eigentliche Geschichte integriert sind. Bei anderen Zeitreiseromanen wie z. B. „Die Frau des Zeitreisenden“ (dieser Vergleich liegt auf der Hand – nicht zuletzt, weil auf dem Buch ein „Für alle Leser von Audrey Niffenegger“-Aufkleber pappt), wurde mir, obwohl mir diese Geschichte auch sehr gut gefallen hat, doch ein wenig schwindelig, wenn ich versuchte, die Geschehnisse der Zeitreisen mit denen der Gegenwart in Einklang zu bringen. In „Das Geheimnis der Monduhr“ hatte ich damit keinerlei Probleme. Es gibt zwar diese typischen Elemente, wo auf einmal etwas da ist, was vorher nicht da war, oder umgekehrt, aber in übersichtlichen Dosen.

„Obwohl das Ticken der Uhr, das den Anfang ihrer Zeitreise markiert hatte, nicht mehr zu hören war, hatte Holy das Gefühl, dass die Zeit verrann. Sie suchte verzweifelt nach einer Erklärung, aber sie hatte nur eine Chance zu verstehen, was hier geschah, oder besser gesagt, was in Zukunft geschehen könnte: Sie musste der Sache weiter auf den Grund gehen.“ (S. 142)

Hollys Zwiespalt ist sehr deutlich und gut nachvollziehbar dargestellt. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es keine Monduhren oder andere Dinge gibt, die einem einen Blick in die Zukunft gewähren, fand ich ihre Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Gedanken im Zusammenhang mit der Monduhr sehr real und dachte öfters: Wahrscheinlich würde ich an ihrer Stelle nicht sehr viel anders denken, handeln, fühlen. Das lag unter anderem auch daran, dass ich die Geschichte der Monduhr an sich sehr glaubwürdig konstruiert fand.

Was wäre wenn? Diese Frage habe ich mir auch schon vor diesem Buch öfters gestellt. Würde ich, wenn ich die Möglichkeit hätte meine Zukunft zu sehen, die Gelegenheit beim Schopfe packen? Ich denke immer noch darüber nach…

Ein sehr schönes Buch. Aber Achtung! Taschentücher sollten, bei Heulsusen wie mir, in Griffnähe bereitliegen.

5 HerzenSaFi