{Rezension} Ihr seid nicht allein (Variant #2) | Robinson Wells

Ihr seid nicht allein

Autor: Robinson Wells
Titel: Ihr seid nicht allein (OT: Feedback)
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2141-8
Verlag: Fischer FJB
Veröffentlichung: 21. August 2014
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„Ich zögerte und starrte sie an. Sie war genau wie Mason oder Carrie oder Mouse oder irgendeiner der anderen aus der Schule – sie wusste nicht, wer sie war. Sie glaubte, sie half mir. Ich machte einen Schritt zurück.“ (Seite 7)

Benson und die verletzte Becky haben als einzige Schüler der Maxfield Academy überlebt. Auf ihrer Flucht, jenseits des Stacheldraht-Zauns, stehen sie plötzlich vor Jane. Die sollte doch eigentlich tot sein?!
Sie und alle anderen Schüler sind in einem Fort gefangen. Es stellt sich heraus, dass es zu jedem Schüler ein Double gibt. Und beide sind durch einen Chip im Kopf miteinander verbunden.
Benson möchte Becky von diesem Ort wegbringen, doch sie ist einfach zu schwer verlezt.
Die Jugendlichen versuchen, hinter das Geheimnis dieses wahnsinnigen Experiments zu gelangen. Doch noch immer ist unklar, wem man vertrauen kann und wer der Feind ist…

„Wir versuchten alle bloß zu überleben, aber mir folgte der Ärger auf Schritt und Tritt. Nein, mehr als Ärger. Tod und Leid.“ (Seite 50)

Band 1 endete mit einem äußerst üblen Cliffhanger. Und glücklicherweise musste ich nur 3 Monate warten, bis dieses Buch veröffentlicht wurde. Bensons und Beckys Flucht gelang und plötzlich stehen sie vor Jane. Jane, die doch verstorben war, und die Benson viel bedeutet hat.
Benson war im ersten Teil noch der absolute Einzelkämpfer. Doch nun ist Becky an seiner Seite. Die Devise ist aber die gleiche, wie zuvor: sie müssen dringend fliehen! Hatten beide noch gedacht, es kann nirgendwo schlimmer als in der Maxfield-Academy sein, so haben sie sich getäuscht. Auch in diesem Fort herrschen Unterdrückung und viele Geheimnisse. Iceman, ein übermenschlich starker Soldat, kontrolliert im Auftrag von Miss Vaughn weiterhin die Schüler.

Die Jugendlichen haben die Kontrolle der Emotionen der Roboter in der Academy. Das nennt sich „Feedback“ – so auch der Originaltitel. Diesen Titel finde ich sehr passend. Die Idee hinter dem Feedback ist sehr gelungen. Es erklärt auch, warum die Menschen für die Academy wichtig sind und es ihnen im Fort einigermaßen gut geht. Für Essen ist gesorgt, ohne dass sie dafür Punkte sammeln müssen. Doch ansonsten gibt es keinerlei Ordnung dort.
Zwischen Becky, Benson und Jane entsteht ein kleines Liebesdreieck, das aber nur kurz angeschnitten und nicht besonders vertieft wird. Gefühlsduselei sucht man hier also vergebens.

Der Schreibstil von Autor Robinson Wells ist gut und lässt sich leicht und flüssig lesen, sodass die Seiten nur so durch die Hände fliegen.  Es passiert so einiges im Laufe der Geschichte, die für mich ein gutes Spannungslevel hat. Einige Plot-Twists konnten mich überraschen. Das Geschehen und die Beteiligten haben mich weiterhin verwirrt. Es war schwierig für mich zu sagen, wem ich trauen kann und wem nicht.

Leider führte das Ende allerdings zu einem Punktabzug! Die Grundidee (mit den Doubles) finde ich sehr gut. Die Auflösung allerdings lässt mich etwas unzufrieden zurück. Der/die/das, was für alles verantwortlich ist – damit bin ich gar nicht einverstanden. Für mich war diese Auflösung enttäuschend und ich finde, hier hat der Autor Potenzial verschenkt. Es gibt auch noch offene Punkte, die nicht beantwortet wurden, die aber auch leider meine Fantasie mir nicht beantworten konnte.

„Ihr seid nicht allein“ ist ein spannender und unterhaltsamer Dilogie-Abschluss, der leider in der Auflösung schwächelt. Die Reihe überzeugt aber durch die Grundidee und den guten Schreibstil des Autors. Die Variant-Dilogie dürfte auch vor allem die männlichen Leser dieses Genres ansprechen.

„Ich war allein, und jemand vermisste mich. Und das tat mehr weh, als einfach nur so allein zu sein.“ (Seite 319)

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Reiheninfo:
1. Variant // Du kannst keinem trauen
2. Feedback // Ihr seid nicht allein
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3,5

 

SaCre


{Rezension} Du kannst keinem trauen (Variant #1) | Robinson Wells

du kannst keinem trauen von robinson wells

Autor: Robinson Wells
Titel: Du kannst keinem trauen (OT: Variant)
Seitenzahl: 480 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2140-1
Verlag: Fischer FJB
Veröffentlichung: 22. Mai 2014
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 Der 18 jährige Benson fühlt sich gut: er hat ein Stipendium für ein Elite-Internat erhalten. Doch als er an der Maxfield Academy ankommt muss er feststellen, dass es hier ganz anders ist, als er erwartet hatte. Hohe Mauern und Stacheldraht umsäumen das Grundstück. Nicht nur, dass die Schüler 24 Stunden am Tag von Kameras überwacht werden; auch Kontakt zur Außenwelt ist verboten. Wenn sie sich nicht an die Regeln halten, werden sie mit harten Strafen belegt.
Doch wer oder was steckt wirklich  hinter dieser Academy? Und wem kann Benson eigentlich trauen?

„Ich konnte es nicht fassen. Eine ganze Schule voll mit Leuten wie mir – ohne Freunde, ohne Familie. Ohne jemanden, dem auffallen würde, dass sie nicht mehr da waren.
Ich schlug mit der Faust auf die Sofalehne.

>>Sie nehmen nur solche, die keiner vermisst.<<
[…] Genau danach hatten sie auf dem Antragsformular für das Stipendium gefragt. Allerdings hatten sie es Persönlichkeitsprofil genannt. Wie viele enge Freunde haben Sie? Wem vertrauen Sie sich an? Ich hatte genau richtig geantwortet: keinem und niemanden.“ (Seite 34)

Sobald ich mit Benson die Academy betrat, fiel mir die seltsame Stimmung auf. Die Mitschüler wirkten verängstigt und aggressiv. Sie kuschten vor etwas, dass sie nie zu Gesicht bekamen und von dem sie auch gar nicht wussten, ob es wirklich existiert.
Als Neuling hatte Benson es von Beginn an ganz schön schwer. Die Jugendlichen sind misstrauisch und selber wusste man nicht, wem man vertrauen kann. Sie müssen Jobs erfüllen, um eine Bezahlung zu erhalten. Um die Jobs besser aufzuteilen und so etwas wie „Gerechtigkeit“ walten zu lassen, haben die Studenten sich in drei verschiedene Banden aufgeteilt. Jede Bande hat einen anderen Charakter. Und Benson muss sich entscheiden, welcher Gruppierung er beitreten möchte.
Benson, der bisher in 33 Pflegefamilien untergebracht war, tut sich schwer, sich zu integrieren. Zu flüchten beherrscht seine Gedanken. Doch immer wieder erzählen seine Mitschüler ihm, dass das nicht möglich sein wird.

„>>Ich hau hier ab<<, sagte ich.
Mason  zuckte die Achseln. >>Das sagen alle.<<“ (Seite 69)

Becky macht die Einführungsrunde mit Benson und zeigt ihm alles. Doch weder er noch ich wussten, wie wir Becky einzuschätzen haben. Zu widersprüchlich schien auch mir ihr Verhalten.
Jane dagegen baut eine Beziehung zu Benson auf. Es scheint, dass beide etwas mehr verbinden könnte. Bis zu dem Tag, als Benson eine grausame Entdeckung macht, die ihn wieder an allem zweifeln lässt.

Die Story hat ein gewisses Spannungslevel – was ich persönlich mir selber aber noch höher gewünscht hätte. Ich muss aber dazu sagen, dass ich die Woche unter starken Schmerztabletten stand und daher etwas „benebelt“ war und erkläre mir das damit. Denn das Buch hat alles, was mir gefällt und was einen Bestseller ausmacht:
– eine gute Idee, die zwar nicht neu, aber sehr gut ausgearbeitet und umgesetzt ist
– ein absolutes Cliffhanger-Ende – da MUSS man einfach auf Teil 2 gespannt sein (wie schön, dass es bis August nicht mehr so lange ist)
– ein nüchterner Schreibstil, mit dem der Autor trotzdem die Emotionen und Ängste, ja die ganze Stimmung des Buches, wiedergeben kann
– interessante Charaktere, in denen man schnell „Lieblinge“ und persönliche „Feindbilder“ finden kann
– jede Menge Intrigen und falsche Fährten, bis man als Leser wirklich nicht mehr weiß, wem man trauen kann
–> Ich habe noch nie eine Aufzählungsform dieser Art in einer Rezension benutzt. Warum ich das jetzt mache? Ich weiß es gerade nicht. Erschien mir passend. o.O

„Ich drehte mich auf dem Absatz um und stürmte davon. Sie waren schon so lange an dieser Schule, dass sie Angst hatten fortzugehen, Angst davor, etwas  zu riskieren.  Und jetzt verurteilten sie mich zum selben Schicksal.“ (Seite 392)

Im August erscheint bereits Teil 2.  Das Cover finde ich hier auch wieder sehr gelungen.

Ihr seid nicht allein

 

Mit „Du kannst keinem trauen“ legt Autor Robison Wells einen durchaus gelungenen Anfang einer Dilogie vor. Ein Internat voller Intrigen, falschen Freunden und falscher Tatsachen. Spannung und der eine oder andere Gänsehautmoment sind garantiert! Und eins steht fest: trauen können wir hier niemandem!

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Reiheninfo:
1. Variant // Du kannst keinem trauen
2. Feedback // Ihr seid nicht allein (VÖ 21. August 2014)
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3,5

SaCre