[Rezension] Renate Hoffmann | Anne Freytag

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Titel: Renate Hoffmann
Autor: Anne Freytag
Seitenzahl: 288 Seiten
Verlag: freytag Literatur
ISBN: 978-1-484-09720-5
Veröffentlichung: 19. September 2013
Leseprobe

„Frau Hoffmann beschließt zu sterben. Doch auch das will gut organisiert sein.“ (Buchrücken)

Zum Inhalt:

Frau Hoffmann hat sich entschieden. Sie wird sich von ihrem Balkon in den Tod stürzen. Gründe dafür gibt es genug. Aber leider kommt ihr immer wieder etwas dazwischen. Sei es ihre neue Vorgesetzte, Herberts Briefe oder die Erkenntnis, dass sie noch nie masturbiert hat.
Renate Hoffmann hatte nicht immer sterben wollen. Es hatte einmal eine Zeit gegeben, in der sie nicht nur am Leben, sondern tatsächlich lebendig gewesen war. Sieben Jahre zuvor schien das Leben noch voller Möglichkeiten. Bis zu jenem verhangenen Tag im November … (© Anne Freytag)

Meine Meinung:

Schon nach wenigen Seiten wird klar: Frau Hoffmann ist anders. Anders im Sinne von speziell. Speziell im Sinne von lethargisch, introvertiert, verunsichert, einzelgängerisch, penibel, kummervoll und des Lebens müde … Daneben zeichnet sie sich jedoch auch noch durch eine auf den Leib geschriebene Liebenswürdigkeit aus, die direkt auf mich übergesprungen ist. Kurzum: Ich mochte Frau Hoffmann von Anfang an. Mit jeder einzelnen Facetten ihres Wesens.

„Als sie gerade versuchte, auf das vom Regen feuchte Geländer zu klettern, um ihrem Leben ein Ende zu machen, fragte sie sich, ob sie es womöglich bereuen könnte, nicht mehr am Leben zu sein. Und in diesem Moment wurde ihr klar, dass sie das gar nicht beurteilen konnte, weil sie die meisten Dinge, die die meisten Menschen als normal empfanden, nicht getan hatte.“ (Seite 10)

Da Frau Hoffmann ziemlich schnell bewusst wird, dass sie nicht mal einfach so vom Balkon springen kann, gibt es viel Platz und Zeit für die Entwicklung der Frau Hoffmann. Und diese Entwicklung hat Anne Freytag gut nachvollziehbar zu Papier gebracht. Und mit Frau Hoffmann entwickelt sich peu à peu auch der Ton der Geschichte. Von traurig hin zu vorsichtig hoffnungsvoll. Ich für meinen Teil wünschte mir zumindest mir die ganze Zeit über, dass aus Frau Hoffmann eines Tages wieder Renate wird. Dass die harte Frau Hoffmann sich ein wenig zurückzieht, damit die sanfte Renate wieder ihr Leben genießen kann.

Trotz, oder gerade wegen der teils merkwürdigen Verhaltensweisen, die Frau Hoffmann an den Tag legt, merkte ich mit der Zeit, dass ich Frau Hoffmann verstehen kann. Ich wusste zwar noch nicht wirklich, was an jenem Novembertag vor sieben Jahren wirklich geschehen ist, doch ich hatte so eine leise Ahnung. Es gibt nicht vieles, was eine einst lebensfrohe Frau wie Renate dazu veranlassen könnte, sich in Frau Hoffmann und damit in das genaue Gegenteil zu verwandeln.

Ich konnte, nachdem mir das ganze und vor allem tragische Ausmaß bekannt war, nicht anders, als mich immer wieder zu fragen, wie es mir ergehen würde, hieße ich Renate Hoffmann und hätte erlebt, was sie erleben musste. Eine klare Antwort konnte ich darauf nicht finden. Frau Hoffmanns Variante scheint aber nicht die abwegigste zu sein. Es gibt schreckliche Erlebnisse, die einem durchaus den Boden unter den Füßen wegreißen können. Wenn man dann nicht die Kraft hat, sich seinem Kummer zu stellen, wenn man daran zu zerbrechen droht, legt man den Schalter der Selbsterhaltung um und aktiviert seinen Selbstschutz. Eine so extreme Entwicklung wie bei Frau Hoffmann ist sicherlich nicht alltäglich, aber durchaus möglich, wie ich finde. Menschen, die sich vom Balkon stürzen gibt es ja nun mal nicht nur im Buch…

„Denn auch wenn man es nicht sehen konnte, weil sie atmete und sich bewegte, so war Renate an diesem eisigen Novembertag gestorben und Frau Hoffmann wurde geboren. Sie würde leben, jedoch ohne lebendig zu sein.“ (Seite 244)

Stilistisch ist Anne Freytag für mich ganz weit vorne. Mit ihrer Kombination aus ernstem Thema und einer immer passenden Portion Humor hat sie sich ganz ohne Schnörkel direkt in mein Leserherz geschrieben. Ich habe die Zeit mit Frau Hoffmann in vollen Zügen genossen. Auch, wenn es in Frau Hoffmanns Leben nicht viel zu genießen gibt. Ich war einfach gerne an ihrer Seite, habe mit ihr vom Balkon runtergeschaut und durch das Fernglas die Nachbarn beobachtet.

Ein Buch so zart und gleichzeitig so hart. Für mich war „Renate Hoffmann“ das erste Buch von Anne Freytag. Das letzte war es aber in keinem Fall. Meine ganz persönliche Botschaft des Buches lautet: Das Leben ist schön. Du musst es bloß erkennen.

5SaFi


[Blogtour] Blogger-Gewinnspiel zu „Es wird keine Helden geben“

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In den letzten Tagen konntet ihr hier bei uns (und bei vielen anderen Bloggern) zu dem Debütroman „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl eine Rezension und einen Beitrag zu der entsprechenden Blogtour lesen.

Heute haben wir als krönenden Abschluss der Blogtour noch ein Gewinnspiel für euch. :) Mit der freundlichen Unterstützung des Oetinger Verlages und Katja Koesterke von Ka-Sa’s Buchfinder dürfen wir und 99 weitere Blogs „Es wird keine Helden geben“ verlosen. Bei uns gibt es 10 Exemplare zu gewinnen. :D

Was ihr tun müsst, um in den Lostopf zu hüpfen?

Ganz einfach:
Hinterlasst unter diesem Beitrag einen Kommentar mit allem, was euch zum Buchtitel „Es wird keine Helden geben“ und/oder dem Thema „Amokläufe an Schulen“ durch den Kopf geht und füllt bitte zusätzlich auch unbedingt das unten eingefügte Formular aus. (Nur wer beides macht kommt in den Lostopf.)

Teilnahmeschluss ist der 17.01.2014 – 23:59 Uhr. Die Auslosung der 10 Gewinner erfolgt durch Katja Koesterke. Jeder Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und auf unserem Blog bekannt gegeben.

Teilnahmebedingungen für das Blogger-Gewinnspiel zu „Es wird keine Helden geben

Wir wünschen euch viel Glück!

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥

P.S.: Ihr könnt bei allen teilnehmenden Blogs mitmachen, aber nur einmal gewinnen. (Wenn ihr bei mehreren Blogs mitmacht, steigt natürlich eure Chance, am Ende zu den Gewinnern zu gehören. ;))


[Blogtour] Thema Amoklauf – zu Anna Seidls „Es wird keine Helden geben“

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Die junge deutsche Autorin Anna Seidl beschreibt in ihrem Debütroman „Es wird keine Helden geben“ einen Amoklauf an einer Schule und die daraus resultierenden Folgen für die Überlebenden.

In Zusammenarbeit mit dem Oetinger Verlag, Katja von Ka-Sas Buchfinder und vielen anderen Bloggern wird es in den nächsten Tagen (06.01.14 – 11.01.14) eine Blogtour zu dem Jugendbuch geben. In dieser Zeit stellen wir euch zum einen das Buch näher vor und befassen uns außerdem mit buchbezogenen Themen – z. B. Amoklauf. Freundschaft, Trauer, Liebe und Mobbing.

Heute – am ersten Tag der Blogtour – steht das Thema Amoklauf im Vordergrund. Unser Beitrag beschäftigt sich dabei mit der Definition von Amok/Amoklauf, und wir erinnern an die bisherigen Amokläufe an deutschen und amerikanischen Schulen.

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Amok (Definition)

Mit dem Begriff Amok werden Gewalthandlungen bezeichnet, bei denen mehrere Personen durch einen einzelnen, bei der Tat körperlich anwesenden Täter innerhalb eines Tatereignisses getötet werden. Täter, die in solchen Situationen mit Hieb-, Stich- oder Schusswaffen Straftaten begehen, nennt man Amokläufer bzw. Amokschützen oder auch Amokfahrer, falls sie Fahrzeuge als Tötungsmittel einsetzen. (Quelle)

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Amoklauf an einer Schule (Definition)

Der Begriff Amoklauf an einer Schule, fachsprachlich auch School Shooting, bezeichnet einen bewaffneten Angriff mit Tötungsabsicht auf Personen mit Bezug zu einer Schule. Die Tat muss nicht auf ein Schulgebäude beschränkt sein, ausschlaggebend ist die Auswahl der Opfer, noch muss es sich bei den Tatmitteln um Schusswaffen handeln. Am Ende des Amoklaufs kann eine, auch durch Fremdeinwirkung herbeigeführte Selbsttötung des Täters stehen. (Quelle)

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Amokläufe an deutschen Schulen

Zu den heute wohl – im negativen Sinne – bekanntesten Amokläufen an deutschen Schulen zählen die in den Städten Erfurt, Emsdetten und Winnenden.

♦ Am 26. April 2002 erschoss der 19-jährige Robert Steinhäuser am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten bevor er sich selbst tötete. Der Amoklauf von Erfurt gilt als erster durch einen Schüler verübte Amoklauf an einer Schule in Deutschland.

♦ In Emsdetten tötete sich der 18-jährige Bastian B. selbst, nachdem er am 20. November 2006 maskiert die Geschwister-Scholl-Realschule betrat und wahllos auf Menschen schoss und Rauchbomben zündete. Durch die Schüsse wurden 5 Personen verletzt. Weitere 32 Personen mussten behandelt werden.

♦ An der Albertville-Realschule und deren Umgebung in Winnenden tötete der 17-jährige Tim Kretschmer am 11. März 2009 zuerst 15 Menschen und schlussendlich sich selbst, nachdem die Polizei ihn nach seiner Flucht stellen konnte.

♦ Doch auch schon in früheren Jahren gab es in Deutschland Amokläufe an Schulen. So z. B. als Julius Becker am 25. Mai 1871 an einem Saarbrücker Gymnasium auf zwei Mitschüler schoss.

Übersicht

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Amokläufe an amerikanischen Schulen

♦ Am 20. April 1999 verwundeten Eric Harris und Dylan Klebold (18 und 17 Jahre) an der Columbine High School zunächst 24 Personen, töteten anschließend 12 Schüler und einen Lehrer und schlussendlich sich selbst.

♦ Der jüngste und drittschwerste Amoklauf an einer Schule in den USA ereignete sich am 14. Dezember 2012 an Sandy Hook Elementary School in der Kleinstadt Newtown, Connecticut. Der 20-jährige Täter Adam Lanza tötete 20 Kinder im Alter von 6 und 7 Jahren, 6 Angestellte der Schule, seine Mutter und sich selbst.

Übersicht

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Weitere Beiträge zum Thema Amoklauf findet ihr heute u. a. bei Michas Bücherträume, Favolas Lesestoff, Cinema in my head, Friedelchens Bücherstube, Bücherwurm2punkt0 und Zuckerwattewelten!

Zu dem Buch gibt es auch eine Leserunde bei Lovelybooks, für die ihr euch noch bis einschl. 09.01.14 bewerben könnt. »Klick«

Meine Rezension zu „Es wird keine Helden geben“ findet ihr hier.

P.S.: Am 10.01.14 habt ihr die Chance, das Buch zu gewinnen. :)

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[Rezension] Es wird keine Helden geben | Anna Seidl

Es wird keine Helden geben_1Titel: Es wird keine Helden geben
Autor: Anna Seidl
Seitenzahl: 256 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-789-14746-3
Veröffentlichung: 20. Januar 2014
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt – aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe? (© Oetinger)
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Meine Meinung:

„Es wird keine Helden geben“ – ein Titel, der vor dem Lesen für einige Fragezeichen hinsichtlich der Bedeutung bei mir sorgte. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, verstehe ich die Aussage, die hinter diesen Worten steckt. Sie wirkt grausam, ist aber doch so real und vor allem wahr – auch, wenn man dass vielleicht nicht wahrhaben will…

„Ja, wir lassen Philipp einfach zurück. Und ja, die Folgen sind mir bewusst. Ich weiß, dass das seinen Tod bedeuten könnte. So herzlos es auch scheinen mag – würde ich bleiben, würde ich mein Todesurteil unterschreiben. Hier denkt jeder zuerst an sich. Es gibt keine Helden. Die sind eine Erfindung der Filmindustrie.“ (Seite 12)

Auf wenigen Seiten zu Beginn des Buches schildert Anna Seidl – die gerade mal 16 Jahre alt war, als sie diese so real wirkende Geschichte geschrieben hat – den Amoklauf in einer Art und Weise, die mir fast die Luft raubte und regelrecht Angst machte. Ich war mit Miriam in der Schultoilette, hörte die Schüsse und die Schritte des Amokläufers. Ich stand in der Tür und sah meinen Freund da­ liegen, verletzt. Ich traf die Entscheidung, mein eigenes Leben zu retten…

Miriam durchläuft nach diesem schrecklichen Ereignis verschiedene Phasen. Aber nicht der Reihe nach. Ihre Gedanken und Gefühle befinden sich in einem stetigen Strudel, die von der Autorin nachvollziehbar und eindringlich zu Papier gebracht wurden. Gleichzeitig lässt Anna Seidl den Leser durch Miriam auch einen Blick auf die anderen Personen werfen, die den Amoklauf miterlebt haben. Dabei wird deutlich, dass es kein Schema F gibt, um mit so einem schrecklichen Erlebnis im Nachhinein umzugehen. Jeder hat seine ganz persönliche Verarbeitungsweise – teilweise auch mit schrecklichen Folgen..

„Es gibt mich, und es gibt den letzten Tag, der Schreckliches gebracht hat. Dazwischen ist nichts.“ (Seite 31)

Leider lies die Geschichte an sich mit steigender Anzahl der Seiten ein wenig nach. Den Weg, den Miriam nach dem Amoklauf geht, habe ich zwar die ganze Zeit über gerne gelesen, doch im Laufe des Buches waren es nicht mehr die geschriebenen Worte, die mich fesselten, sondern eher die Zeilen zwischen den Zeilen. Die Gedanken und Fragen, die das Buch in mir hervorgerufen hat und die durch meinen Kopf rasten – und aktuell auch immer noch rasen – haben mir schwer zu schaffen gemacht. Was würde ich tun? war dabei wohl die Frage, die ich mir am meisten stellte.

Anna Seidls Debütroman „Es wird keine Helden geben“ ist ein aufwühlender und eindringlicher Jugendroman über einen Amoklauf und dessen Folgen, der zum Nachdenken anregt und sicherlich lange in den Köpfen der Leser herumschwirren wird.

„Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen … Selbst das fällt mir oft schwer. Alles muss ich neu lernen. Ich versuche, mit einfachen Dingen zu beginnen. Wie Atmen.“ (Seite 143)

4SaFi


[Rezension] Weil ich Layken liebe | Colleen Hoover

Weil ich Layken liebeTitel: Weil ich Layken liebe
Autor: Colleen Hoover
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71562-1
Veröffentlichung: 01. November 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Layken Cohen – der ungewöhnliche Name ist eine Mischung der ersten drei Buchstaben von Layla und Kennedy – ist 18 Jahre jung und zieht zusammen mit ihrer Mutter Julia und ihrem kleinen Bruder Kel nach dem Tod des Vaters von Texas in die Kleinstadt Ypsilanti, Michigan. Bereits am ersten Tag in der neuen Heimat, vor der Layken sich nicht vorstellen kann, dass sie genau das jemals für sie sein kann, lernt sie den Nachbarn Will Cooper kennen. Auf Anhieb verstehen sich nicht bloß Kel und Wills kleiner Bruder Caulder, sondern auch Layken und Will. Er ist 21 Jahre alt, nett, witzig, gutaussehend und sofort scheint da etwas zwischen den beiden zu sein. Bei ihrem ersten Date, sie gehen zu einem Poetry Slam, kommen die beiden sich näher. Drei Tage lang schwebt Layken zusammen mit Will im siebten Himmel. Doch das Leben, mit all seinen Tücken, hat andere Pläne mit ihnen…

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Meine Meinung:

Lasst euch nicht von dem ersten Eindruck abschrecken, der vielleicht suggeriert, dass es sich hierbei um das typische Unerfüllte-Liebe-Jugendbuch handelt. Ja, die Liebe spielt eine wichtige Rolle. Und auch der Einstieg in das Buch läuft ein wenig nach Schema F ab, doch es steckt noch so viel mehr in diesem Buch. So viel, dass es mich nicht mehr losgelassen hat. So viel, dass ich es kaum in Worte fassen kann…

„Ich würde zu gern wissen, was Will von mir denkt. Falls er überhaupt etwas über mich denkt. Ich jedenfalls denke – aus Gründen, die ich selbst nicht verstehe – mehr über ihn nach, als mir lieb ist.“ (Seite 28/29)

Colleen Hoover deckt in ihrem Jugendbuch unglaublich viele Facetten ab. Liebe und Wut, Freude und Trauer, Richtig oder Falsch, Herz oder Kopf. Das alles bringt sie in einem Stil zu Papier, der zwar schlicht aber einfühlend, schnörkellos aber tiefgründig ist. Sie verzichtet auf Kitsch und hat sich ohne unnötigen Firlefanz, dafür aber mit umso mehr Gefühl, direkt in mein Herz geschrieben.

Bevor ich das Buch aufschlug, habe ich mir natürlich Gedanken darüber gemacht, wie sich das Leben den beiden denn wohl in den Weg stellen könnte. Von ähnlichen Büchern teils negativ beeinflusst, habe ich schon fast mit dem schlimmsten gerechnet. Zum Glück blieben meine Befürchtungen aber unbegründet. Ja, sie mutet vor allem Layken, aber auch Will, eine ganze Menge zu und lässt sie schwere Lasten mit sich herumtragen. Aber auch hier holt sie nicht unnötig aus und lässt keine an den Haaren herbeigezogenen Gründe einfließen. So ist das Leben halt manchmal… Mit all seiner Härte, mit all seinen Tücken…

„Unsere Blicke versinken ineinander, als wir gleichzeitig die Augen öffnen. Und das ist der Moment, in dem ich verstehe, warum meine Mutter mit gerade mal achtzehn wusste, dass sie und mein Vater füreinander bestimmt waren.“ (Seite 65)

Für ein Jugendbuch wirkt „Weil ich Layken liebe“ ziemlich erwachsen. Das liegt u. a. daran, dass Layken und Will ziemlich früh und auch viel zu schnell erwachsener werden mussten, als sie in Wirklichkeit sind. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als Layken und Will – und auch all die anderen Personen in diesem Buch – zu mögen. Colleen Hoover hat zwar keine detaillierte Charakterstudie geschrieben, dennoch erfährt man viel über die Hauptcharaktere. Dafür muss man allerdings ab und zu auch mal zwischen den Zeilen lesen. Alles andere als der Wunsch nach einem Happy End für Layken und Will war mir schlicht nicht möglich. Ob mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, werde ich natürlich nicht verraten.

Ein Punkt ist mir bei diesem Buch noch besonders wichtig: Poetry Slams. Gehört habe ich davon schon mal und ich weiß auch grob, was es damit auf sich hat. In einem Buch sind mir allerdings noch nicht über den Weg gelaufen. Bis jetzt. Geschickt verbindet Colleen Hoover diese Kunstform mit dem Geschehen im Buch und verleiht ihm dadurch noch mehr Tiefe und Emotionalität. Ich für meinen Teil musste gerade bei diesen Passagen mehr als einmal heftig schlucken und habe einen Moment gebraucht, bis ich das Gelesene aufgenommen und verstanden hatte. (Als ich auf der Suche nach einem Buchtrailer war, habe ich das unten eingefügte Video gefunden, in dem ein Poetry Slammer einen Text aus dem Buch wiedergibt. Vor dem Lesen macht dieses Video wahrscheinlich nicht sonderlich viel Sinn. Aber ihr solltet es euch nach Beenden des Buches auf jeden Fall mal anschauen.)

„Man kann an einen anderen Ort flüchten, in eine andere Stadt, sogar in einen anderen Bundesstaat, aber das, wovor man flieht – ganz egal, was es ist -, wird einen immer begleiten. Und zwar so lange, bis man einen Weg findet, damit umzugehen.“ (Seite 287)

Ich habe „Weil ich Layken liebe“ an einem Tag quasi inhaliert, weil ich es schlicht und einfach nicht aus der Hand legen konnte. Nun ärgere ich mich ein wenig über mein zügelloses Leseverhalten, denn viel zu schnell war die Zeit mit Layken und Will wieder vorbei. Im Nachhinein hätte ich am liebsten dreimal langsamer gelesen. So bleibt mir nur die Vorfreude darauf, dass die Geschichte bald weiter erzählt wird. Dann aus der Sicht von Will…

5SaFi

Interview mit Colleen Hoover


[Rezension] Die Liste der vergessenen Wünsche | Robin Gold

Die Liste der vergessenen Wuensche von Robin Gold
 
Titel: Die Liste der vergessenen Wünsche
Autor: Robin Gold
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0484-7
Veröffentlichung: 8. Oktober 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Clara ist überglücklich mit ihrem Verlobten Sebastian. In Kürze wollen die beiden heiraten. Doch dann erhält Clara eine schreckliche Nachricht: Sebastian ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der Verlust schmerzt sie sehr. Für Clara bricht die Welt zusammen und sie schottet sich ab. Als sie dann nach Monaten voller Schmerz ihre Familie besucht, überreicht ihr ihre Mutter ein Päckchen. Darin verbirgt sich eine Liste, die Clara vor vielen, vielen Jahren als Kind geschrieben hat. Eine Liste mit Wünschen, die sie sich erfüllen wollte, bevor sie 35 Jahre alt wird. Eine Liste, die nun ihren Weg zurück ins Leben ermöglichen soll…

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Meine Meinung:

Mir ist es schön öfters passiert, dass die Erwartungen, die ich, aufgrund von Cover, Klappentext und Titel, an ein Buch hatte, nicht erfüllt wurden. Manchmal passen Vorstellung und Wirklichkeit nicht zusammen. Manchmal ist das Buch anders, aber besser. Manchmal einfach nur enttäuschend. Letzteres gilt in diesem Fall leider auch für „Die Liste der vergessenen Wünsche“…

Ich hatte mich auf ein emotionales, berührendes und vielleicht auch ein wenig zu Tränen rührendes Buch gefreut, in dem ich mit der Protagonist mitfühlen und auch mitleiden kann. Nach dem Anfang, der diese Erwartungen tatsächlich noch erfüllt hat, kam dann aber recht schnell die Ernüchterung und meinem persönlichen Lesevergnügen wurden auf den folgenden Seiten einige Steine in den Weg gelegt.

„Sie hatte wirklich ihr Bestes gegeben, wieder auf die Beine zu kommen nach Sebastians »Unfall«, wie sie es nannte. Das Wort Tod war für Clara zu schmerzhaft und endgültig, als dass sie es aussprechen könnte. Von einem Augenblick zum anderen war ihr Universum in sich zusammengestürzt und zu einer Erinnerung geworden.“ (Seite 34/35)

Für mich gab es diesem Buch einfach zu viel Humor, der nicht zu der Geschichte passte. Normalerweise habe ich nichts gegen eine gute Portion Humor, aber hier war er einfach fehl am Platze und hat dem Gelesenen die emotionale Wirkung geraubt. Außerdem sorgten die vielen Sprünge in der voranschreitenden Zeit – und die daraus resultierenden Lücken – bei mir für ein unvollständiges Lesegefühl. Die Geschichte empfand ich sehr schnell als absolut vorhersehbar und nur noch kitschig – zu kitschig. Hinzu kam dann leider auch noch, dass mir Clara von Seite zu Seite unsympathischer wurde. Wobei unsympathisch es nicht mal richtig trifft, denn leider konnte mir die Autorin ihre Protagonist zu keiner Zeit richtig nahe bringen. Es ist wohl eher so, dass ich mit Clara schlicht und einfach nichts anfangen konnte.

Gegen den Schreibstil der Autorin – auch in Bezug auf den Humor – kann ich nichts sagen. Er lädt zum entspannten und kurzweiligen Lesen ein. Nur war die vorliegende Geschichte leider nicht die, die ich erwartet und erhofft hatte. Die Taschentücher lagen vorsichtshalber schon mal neben mir, als ich mit dem Lesen begann. Umso enttäuschter war ich, als ich sie unbenutzt wieder weglegen musste…

Leseenttäuschungen gehören nun mal zum Leben eines Bookaholics dazu. Im Fall von „Die Liste der vergessenen Wünsche“ wollte ich mir das aber lange nicht eingestehen. Ich wollte so sehr, dass mir dieses Buch gefällt. Doch leider kam es anders und ich bleibe ziemlich enttäuscht zurück.

2

SaFi


Extrem laut und unglaublich nah [Rezension]

Autor: Jonathan Safran Foer
Titel: Extrem laut und unglaublich nah
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3596169221
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

Zum Inhalt:

Der Vater von Oskar, Thomas Schell, kam bei den Angriffen auf das WTC um. Er kann bis heute nicht begreifen, wieso. Vor allem stellt er sich aber die Frage, warum sein Vater ausgerechnet an diesem Tag in einem der Türme war.

Eines Tages findet er in einem Umschlag, auf dem Black geschrieben steht, einen Schlüssel. Dieser Umschlag samt Schlüssel befindet sich in einer blauen Vase, welche Oskar im Kleiderschrank seines verstorbenen Vaters findet. Er reimt sich zusammen, dass Black der Name eines New Yorker sein muss. Wenn er also Mister/Misses Black findet, erfährt er vielleicht, warum sein Vater am Tag der Anschläge im WTC war.

Eine abenteuerliche Suche beginnt für Oskar.

Meine Meinung:

Dieses Buch zu beschreiben, fällt mir unglaublich schwer. Was ich aber zu diesem Buch sagen kann: es hat mich bewegt. Ich habe beim lesen geweint aber auch gelacht und geschmunzelt, fasziniert die wunderbar gestalteten Seiten betrachtet und mich mit meinen eigenen Ängsten und Gedanken rund um 9/11 auseinandergesetzt.

Aber in erster Linie habe ich die ganze Zeit den Wunsch verspürt, Oskar auf seiner Suche zu begleiten.

9/11 gibt zwar den Rahmen der Handlung vor, steht aber nicht im Vordergrund. Trotzdem hat es mich einige Kraft gekostet das Buch zu lesen. Gerade der Schluss mit dem Daumenkino war zuerst sehr erschreckend für mich. Doch dann konnte ich Oskars Wunsch die Zeit zurückzuspulen nur zu gut nachvollziehen.

Ein wunderbares Buch, welches mich sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen hat.

SaFi