Crossfire. Erfüllung [Rezension]

1 Buch - 2 Meinungen

Crossfire Erfuellung von Sylvia Day

Autor: Sylvia Day
Titel: Crossfire. Erfüllung (Teil 3)
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-453-54560-1
Verlag: Heyne
Veröffentlichung: 8. Juli 2013
Leseprobe

Inhalt:

Seit ihrer ersten Begegnung sind Eva Tramell und Gideon Cross einander verfallen. Nur Eva weiß, was Gideon für sie aufs Spiel gesetzt hat. Doch dieses Wissen ängstigt Eva, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine vertrauensvolle Beziehung und eine dauerhafte Bindung. Zudem wird ihre Liebe immer wieder auf harte Proben gestellt, denn Neid und Missgunst machen ihnen das Leben schwer. Doch das Wissen um die Geheimnisse des anderen verbindet Eva und Gideon unlösbar miteinander. Gemeinsam wollen sie sich ihre Dämonen stellen und ihre leidenschaftliche Liebe retten. (Klappentext © Heyne)

SaCre:

Lang und heiß erwartet, der 3. Teil von Crossfire. Endlich war es da, endlich konnte ich mich in die Welt von Eva und Gideon stürzen. Doch…

… die Geschichte gefiel mir am Anfang überhaupt nicht. Das Geschehen war für mich nicht unbedingt vorhersehbar, aber der Verlauf der Geschichte erschien mir unglaubwürdig, nicht passend, einfach fehl am Platze. Hat die Autorin sich das wirklich so vorgestellt? Mit dem Dargebotenen konnte ich mich so gar nicht anfreunden.
Ab ca. der Mitte nahm die Geschichte eine Wendung, und so langsam wurden Eva, Gideon und ich wieder Freunde. Obwohl ich sagen muss, dass ich nicht mit allem im Buch einverstanden bin.

Die Schatten der Vergangenheit tauchen auch in der Gegenwart immer wieder auf und lassen nicht zu, dass Eva und Gideon leicht und unbeschwert durch den Tag gehen können. Sei es Nathan, sei es Mme Giroux oder wer auch immer. Beide müssen feststellen, dass Geld allein keine Probleme löst.
Eine große Weiterentwicklung der Charaktere kann ich hier nicht finden. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Eva sich unterwürfiger und abhängiger von Gideon gibt, als sie vorher war. Das war nicht so nach meinem Geschmack.

Der Schreibstil der Autorin hat sich nicht verändert. Direkt und ohne Umschweife geht es zur Sache – genauso wie beim Sex. Dieser spielt hier auch wieder eine große Rolle. Sex als Problemlöser; Sex, um alles Böse und Schlimme aus der Vergangenheit zu vergessen. Obwohl ich weiß, dass das die beiden ausmacht, war es auch leider der Aspekt, der mich etwas genervt hat. Ebenso wie Evas Bedürfnis, immer wieder zu Gideon zu sagen, dass sie ihn liebt. Vor, während und nach dem Sex.

„Er selbst vertraute sich nicht, wenn er mit mir zusammen war, aber ich vertraute ihm. Wir hatten hart gearbeitet, um dieses Maß an Vertrauen aufzubauen, hatten Tränen und Blut dafür vergossen, und dieses Gefühl bedeutete mir mehr als alles andere in meinem Leben.“
(Seite 367)

Eigentlich ging ich davon aus, dass es bei der geplanten Trilogie bleibt. Allerdings ließ die Autorin jetzt verlauten, dass es fünf Teile werden. Den Titel des 4. Bandes hat sie ebenfalls schon bekannt gegeben.
Darüber bin ich etwas enttäuscht. Meiner Meinung nach hätte man gut nach dem 3. Teil aufhören können. Und auch das Ende wäre für mich so in Ordnung gewesen, auch wenn es die eine oder andere Frage offen lässt. Die Geschichte jetzt auf 5 Teile zu splitten, finde ich nicht so gut. Allerdings muss ich zugeben, dass ich doch irgendwie neugierig bin, wie es mit den beiden weiter geht.

Von mir gibt es gaaaaaaanz knappe 3,5 Herzen, die ich grafisch aber nur als 3 Herzen darstellen kann.
3 Herzen

SaFi:

„So schnell konnte er mich verführen. Trotz Stunden der Lust und einem Orgasmus, der noch nicht allzu lange her war, war ich sofort wieder scharf auf ihn, erregt durch seine Stärke und Selbstsicherheit, seine Selbstbeherrschung und seine Herrschaft über mich.“
(Seite 49)

Endlich hat die Warterei ein Ende – Teil 3 rund um Eva und Gideon ist endlich erschienen. Nahtlos fügt sich die Handlung an das Ende von Teil 2 an. Voller Vorfreude begann ich mit dem Lesen, hoffte auf… Ja auf was eigentlich? Nach dem Lesen muss ich mir diese Frage ernsthaft stellen.

Nach altbekannten Mustern plätschert die Geschichte vor sich hin: viel Sex, Fragen nach Vertrauen, missgünstige Außenstehende… Ja, es gibt auch in Erfüllung wieder jede Menge Höhepunkte. Aber leider bloß für Eva und Gideon – ich blieb da lese- und unterhaltungstechnisch gänzlich auf der Strecke. Nach einem recht optimistischen Start in das Buch, der aber eigentlich auch schon nichts Großartiges zu bieten hatte, lauerte ich ab der Hälfte des Buches förmlich darauf, dass noch irgendetwas passieren wird, was mich völlig von den Socken hauen würde. In den Vorgänger hat das ja schließlich auch geklappt… Doch leider wurde ich in dieser Hinsicht enttäuscht. Hier und da passiert zwar etwas, aber das war nun nix, womit ich nicht gerechnet hätte.

„Es war ein Traum, der Wirklichkeit wurde: der dunkle und gefährliche Sexgott in dem atemberaubenden Anzug, der mir zu Diensten war mit seinem perfekt geschwungenen Mund, der einzig dazu geschaffen war, Frauen in den Wahnsinn zu treiben.“
(Seite 242)

Was Sylvia Day für mich in punkto Story vermissen lässt, packt sie bei den Charakteren aber wieder drauf. Auch wenn mich das Geschehen zu keiner Zeit packen konnte, so haben Eva und Gideon es aber mal wieder geschafft, mich in ihren ganz persönlichen Bann zu ziehen. Ich litt mit ihnen, spürte ihre Verzweiflung, aber auch ihre schier grenzenlose Liebe füreinander. Im Endeffekt blätterte ich bloß wegen ihnen Seite um Seite um und hielt bis zum Schluss durch. Beide machen in diesem Teil noch mal eine Veränderung durch, überscheiten weitere Grenzen, und kämpfen für ihre gemeinsame Zukunft.

Die drei Herzen vergebe ich somit einzig und allein für die Charaktere. Nicht bloß Eva und Gideon sind richtig gut gelungen, wie ich finde. Auch die Nebendarsteller – allen voran Cary – konnten mich mal wieder voll und ganz überzeugen.

Für mich ist Teil 3 der Crossfire-Reihe nicht mehr als ein Lückenfüller, da es ja nun mal weitergehen wird. Wäre dem nicht so, wäre es bei einer Trilogie geblieben, könnte ich mit dem recht offen gehaltenen Ende gut leben. So stehe ich aber nun vor der Frage, ob ich weiterlesen werde, oder nicht – mal schauen… Ich frage mich, was uns Sylvia Day in den zwei noch folgenden Bänden noch präsentieren möchte. Die eine oder andere Vermutung habe ich da ja schon – werde mich aber hüten, diese hier preiszugeben. ;)

3 Herzen


Tu dir weh [Rezension] – FSK 18!!!

Tu dir weh
 
Autor: Ilaria Palomba
Titel: Tu dir weh
Seitenzahl: 314
ISBN: 978-3-351-05001-6
Verlag: Blumenbar
Veröffentlichung: 06. März 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Ohne Narben wirst du nicht alt.

Die hübsche, neunzehnjährige Philosophiestudentin Stella lernt auf einer Party einen Mann mit verführerischer Stimme kennen: Marco. Kurz darauf machen sie es im Auto. Das erste Mal ist wie ein Rausch. Doch der Drang, es so noch einmal zu erleben, führt Stella in eine folgenschwere Abhängigkeit. Das Berührende ist: Stella spürt von Anfang an, was Marco mit ihr vorhat, doch kann sie sich noch befreien, bevor es zu spät ist … (Buchrücken)

Meine Meinung:

„Der Fixer steckt sich einen abgeschnittenen Strohhalm in die Nase und zieht die erste Line weg. Danach reicht er ihr den Strohhalm. Sie sehen aus wie zwei Blätter im Wind: Der eine zittert wegen des Entzugs, die andere aus Panik.“
(Seite 30)

Stella ist schon eine wundersame junge Frau. Sie ist klug, studiert Philosophie und kann ihre Mitmenschen eigentlich ziemlich gut einschätzen. Dies wird durch ihre immer wieder und sehr häufig eingeflochtenen Gedanken deutlich. Dennoch tut sie stets das Gegenteil von dem, was ihr Kopf ihr rät. Weil sie rebellieren will? Weil sie sich langweilt? Weil sie ihren Eltern entfliehen will? Festzuhalten ist jedenfalls, dass sie sich immer wieder freiwillig in die Situationen begibt, die sie mehr als einmal an den Rand des Abgrunds bringen. Und stellenweise sogar darüber hinaus.

Die Dinge, die Stella erlebt, auf was sie sich im Verlauf der Geschichte einlässt, sind, um es auf den Punkt zu bringen, krass. Dabei sollte krass in der krassesten Form verstanden werden, die es gibt. Zumindest meiner Meinung nach. Es geht hier nicht einfach um Drogen, Partys und Sex während der Studentenzeit. Vielmehr sind es Exzesse, Orgien, Verbrechen. Abgründe tun sich auf während des Lesens. Und die ganze Zeit kann man sich nur wünschen, dass Stella ihre Augen öffnet und begreift, was da mit ihr los ist.

„Carla schlüpft auf den Rücksitz. Zieht Stellas T-Shirt hoch. Sie beugt sich vor, um den Kristall von Stellas Brüsten zu lecken. Sie spürt die feuchte Zunge auf ihrer Brust. Ihr ist heiß, Ihre Brustwarzen werden hart, der Slip langsam feucht. Carla übergibt ihr den Kristall mit der Zunge. Stella ignoriert den bitteren Geschmack wie von Medizin, kämpft gegen den Brechreiz. Schluckt. Kalt. Heiß. Speichel. Körpersaft. Lust. Marco schiebt sich die Hand in die Hose.“
(Seite 50)

In die meisten Protagonisten, die mir in Büchern begegnen, kann ich mich ganz gut hineinversetzten. In den Fällen, wo mir das nicht möglich ist, kann ich ihre Handlungen meist aber dennoch irgendwie nachvollziehen. Bei diesem Buch war das nicht so. Ich hätte mich aber ehrlich gesagt auch gewundert, wenn ich mich mit Stella hätte identifizieren können. Wenn ich mich nicht sogar vor mir selbst erschrocken hätte, wenn ich zu dieser Einsicht gelangt wäre. Nun muss ich aber zugeben, dass all dies dennoch eine gewisse Wirkung auf mich hatte. Das Buch hat mich mit seiner Offenheit, Wucht, Eindringlichkeit, den geschilderten Abscheulichkeiten und den mehr als einmal überschrittenen Grenzen in einen Sog gerissen. Ich war regelrecht in einem Rausch, musste und wollte so schnell wie möglich die Seiten umblättern, auch wenn ich stellenweise schockiert und erschrocken war über das, was ich da grad gelesen habe. Oder vielleicht auch gerade deshalb? Fest steht, dass es mir nicht möglich war, mich Stellas Schicksal zu entreißen.

Die zu Papier gebrachten Worte sind wie Schüsse. Die Sprache ist abgehakt, schnell, direkt, gnadenlos, ehrlich. Wenn man dieses Buch lesen möchte, sollte man sich bewusst sein, dass es darin Dinge zu lesen gibt, die einem die Sprache verschlagen können. Und das ist nun keine positiv behaftete Redewendung meinerseits. Aber all das macht auch den Reiz von „Tu dir weh“ aus – man muss es eben nur „ertragen“ können.

„Sie spürt Haare, die in ihrem Hals stecken geblieben sind, und Spermatropfen auf den Lippen. Sie kommt sich vor wie eine abscheuliche Sexgöttin und liebt sich dafür, ekelt sie sich. Dann liebt sie sich wieder.“
(Seite 142)

Wenn ich mir so durchlese, was es über Ilaria Palomba als Person zu lesen gibt, könnte ich mir sogar vorstellen, dass dieses Buch evtl. einen Teil ihrer eigenen Erfahrungen als Studentin wiedergibt. Aber das ist bloß reine Spekulation meinerseits. Und selbst wenn es nicht ihre eigenen Erfahrungen sein sollten, hat sie für mich kein übertriebenes und unglaubwürdiges Szenario geschaffen. Auf mich wirkte das Gelesene trotz aller Unvorstellbarkeit bevor ich es las, durchaus lebensnah – zumindest was diesen Bereich der Gesellschaft angeht.

Man kann dieses Buch nicht im herkömmlichen Sinne mögen. Es ist eine Droge in Buchform, die 314 Seiten lang, oder sogar noch darüber hinaus, süchtig macht. Entweder man lässt sich darauf ein, begibt sich auf diesen Trip, oder man lässt es bleiben. Dazwischen gibt es nicht viel. Schwarz oder weiß. Up oder down.

„Er fährt den Rechner hoch, sucht Musik von den Narkotek und vollendet die Lines mit einer Karte. Stella zieht und legt sich auf das Sofa. Sie merkt, dass die Wirkung schwächer ist als am Vortag. Ihr fällt noch ein, dass sie drei Tage hintereinander Drogen genommen und zwischendurch ihrem Vater Sartre erklärt hat. ‚Vielleicht bin ich Wonder Woman‘.“
(Seite 184)

5 HerzenSaFi

 
 

Crossfire. Offenbarung [Rezension]

1 Buch - 2 Meinungen

Crossfire.Offenbarung

Autor: Silvia Day
Titel: Crossfire. Offenbarung
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-453-54559-5
Verlag: Heyne
: 11. März 2013
Leseprobe

Der Inhalt

Schon seit ein paar Wochen sind die junge attraktive Eva und der erfolgreiche Geschäftsmann Gideon Cross ein Paar. Eva liebt seine dominante Art und findet in der Unterwerfung Geborgenheit und sexuelle Erfüllung. Noch nie konnte sie einem Mann so vertrauen. Doch dann verändert Gideon sich, er will sie immer stärker kontrollieren, und auch die alten Dämonen aus seiner Vergangenheit belasten Eva. Denn Gideon schweigt nach wie vor darüber, was ihm zugestoßen ist. Eva weiß: Ihre Beziehung hat nur eine Zukunft, wenn es keine Geheimnisse und keine Tabus zwischen ihnen gibt …

Die Story – als Fortsetzung

SaCre

Oft ist man als Leser ja bei Fortsetzungen etwas skeptisch. Vor allem, wenn das erste Buch einem gefallen hat. Kann Band 2 also die Erwartungen erfüllen?
Hier kann ich sagen: JA!
Es passiert viel, in der Beziehung von Eva und Gideon. Es gibt weiter Ups and Downs. Und manchmal habe auch ich als Leserin mich gefragt, ob das mit den beiden noch einen Sinn hat. Es gab einige unvorhergesehene Ereignisse, die ich hier natürlich nicht verraten möchte – ihr sollt ja alle selber noch Spaß beim Lesen haben. :)
Es wird spannend. Und es geht nicht nur um Sex.

SaFi

Als ich das Buch zuklappte, war ich im ersten Moment doch ein wenig verwirrt. Ich musste die Geschehnisse für mich erst mal einordnen und verdauen. Als mir dies dann gelungen war, wurde mir klar, dass mir dieser zweite Teil im Großen und Ganzen tatsächlich ein wenig besser gefallen hat als Teil 1.

Es geht hier nicht mehr bloß um das wilde Treiben der beiden, wobei sie genau das natürlich immer noch tun. Im Grundsatz geht es eher um die Beziehung von Eva und Gideon, oder besser gesagt: den Aufbau eben dieser. Wie können zwei so verstörte Menschen, die beide Schreckliches erlebt haben, eine normale Beziehung führen?

Wo ich grad beim Thema bin – bei Eva haben wir ja bereits im ersten Teil erfahren, was ihr zugestoßen ist. In Bezug auf Gideon gab es da ja nur Vermutungen seitens Eva. Dies ändert sich – man erfährt, was ihm zugestoßen ist. Zumindest schon mal ansatzweise. Was und wie werd ich natürlich nicht verraten. Wo kämen wir denn da hin?! ;)

Nach vielen Höhen und Tiefen nimmt die Geschichte zum Ende hin richtig Fahrt auf und verwandelt sich sogar in einen kleinen Krimi – mit einem, für mich, unerwarteten und fast erschütternden Ende.

„Wir waren zusammen, weil wir süchtig nach einander waren. Wenn wir gemeinsam glücklich waren, verspürte ich einen Rausch wie noch nie in meinem Leben, und ich wusste, dass er genauso empfand. Für diese perfekten Momente strampelten wir uns ab, und sie blieben dennoch so rar gesät, dass wir nur aus Trotz, Entschlossenheit und Liebe den Kampf um sie nicht aufgaben.“ (S. 35)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Eva und Gideon sind weiterhin so komplex und kompliziert wie im ersten Teil. Als Leser erfahren wir nun, was Gideon in der Vergangenheit passiert ist. Zumindest teilweise – ich habe das Gefühl, da kommt noch was… ;)
Mit Evas Vergangenheit konnten wir uns im ersten Band schon auseinander setzen. Doch hier werden wir wieder voll mit in die alte Geschichte hinein gezogen.

Die Charaktere gehen – mit der ganzen Geschichte zusammen – einen Schritt weiter nach vorne. Verbunden mit Höhen und Tiefen. Aber sie arbeiten sehr an ihrer Beziehung. So, wie es auch im wahren Leben ist bzw. sein sollte.

SaFi

Eva und Gideon müssen in diesem zweiten Teil einige Kämpfe ausfechten. Sei es nun mit sich selbst, mit dem jeweils anderen oder mit Außenstehenden. Dabei drehen sich diese Kämpfe im Kern um das Thema Vertrauen. Beide verlangen vom anderen Vertrauen, sind aber gleichzeitig nicht fähig, dieses Vertrauen im gleichen Maß zurückzugeben. So entstehen natürlich Konflikte und auch die Beziehung der beiden gerät dadurch in Gefahr.

Die Entwicklung der beiden in diesem Teil hat mir gut gefallen. Sie geht nicht gradlinig nach Schema F vonstatten. Beide machen mal einen Schritt nach vorne und dann wieder zwei zurück, ständig begleitet von der Frage, ob es ihnen je gelingen wird, sich irgendwo in der Mitte zu treffen.

„Ich lehnte mich wieder zurück und wartete, während er offensichtlich mit sich kämpfte. >>Du musst doch wissen, dass du mir alles anvertrauen kannst<<, sagte ich sanft.
>>Wirklich?<< Er blickte mich durchdringend an. >>Hast du nicht dein eigenes Päckchen zu tragen? Wie viel kann ich dir zumuten, ohne dass du das Weite suchen wirst?<<“ (S. 233)

Der Schreibstil

SaCre

Der Schreibstil und die Sprache sind wie im ersten Teil: direkt, unverblümt, und beim Sex vulgär. Das passt und das gehört zu dieser Geschichte.

SaFi

Die etwas mehr als 400 Seiten flogen auch dieses Mal durch meine Finger. Sylvia Day schreibt wieder locker und leicht. In den Sexszenen geht es gewohnt detailliert und auch versaut und vulgär zur Sache. Wer schon nicht gerne „normale“ Sex-Szenen liest, wird hieran sicherlich Anstoß nehmen.

Der Sex

SaCre

Der Sex ist spielt hier genauso eine Rolle, wie in Teil 1. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es hier noch öfter zum Sex kam. Er wird hier – meiner Meinung nach – auch immer öfter als „therapeutisches“ Mittel, nach Streit usw. eingesetzt. Die Lust, die Eva und Gideon aufeinander haben, und das Verlangen nach dem Körper des anderen und der sexuellen Befriedigung, ist schier unbändig.
In ein oder zwei Situationen hätte ich mich an Evas Stelle allerdings erniedrigt gefühlt. Sie und Gideon haben Streit, er beachtet sie überhaupt gar nicht, doch sie verpasst ihm erst mal einen Blow-Job, da sie sich dadurch auch besser fühlt. Nun ja, davon kann man als Leserin halten, was man will. Meinem Verhalten entspricht das nicht. :)

SaFi

Ohne Sex geht’s bei Eva und Gideon ja nun mal nicht. Für sie ist die körperliche Vereinigung, in welcher Art und Form auch immer, der beste Weg zu zeigen, dass alles ok ist. Bzw. wird der Sex dazu genutzt, dass nach Problemen und Streits wieder alles ins Lot kommt. Davon kann man als „Normalsterblicher“ nun halten was man will, bei den beiden ist das aber halt so.

In diesem zweiten Teil der Trilogie geht es auch wieder ordentlich zur Sache. Für mein Empfinden aber deutlich weniger als noch in Teil 1. Was aber vor allem an der Entwicklung der Story liegt.

„Ich konnte ihm zwar immer und immer wieder sagen, dass ich ihn liebte, und zweifellos berührte es ihn auch, wenn ich es tat, aber dennoch benötigte er diese absolute körperliche Hingabe – ein Vertrauensbeweis, dessen besonderer Wert ihm bewusst war, da er meine Vorgeschichte kannte -, um restlos überzeugt zu sein.“ (S. 129/130)

Die Bewertung

SaCre

Eine Fortsetzung, die ich gerne gelesen habe und die mir gefallen hat. Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt. Und ich bin sehr gespannt auf den Abschluss dieser Reihe.

4 Herzen

SaFi

Da ich im Vergleich zu Teil 1 ein wenig mehr begeistert war, was Charaktere und Story angeht, bleibt mir nichts anderes übrig, als diesem Teil die volle Punktzahl zu geben (Teil 1 hat vier Herzen von mir erhalten).

Ich freue mich auf den abschließenden Teil dieser Trilogie und bin vor allem gespannt darauf, noch mehr von Gideons erschütternden und schockierenden Erlebnissen zu erfahren.

5 Herzen


80 Days – Die Farbe der Erfüllung [Rezension]

80 Days - Die Farbe der Erfuellung von Vina Jackson

Autor: Vina Jackson
Titel: 80 Days – Die Farbe der Erfüllung (Teil 3)
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-570-58523-8
Verlag: carl’s books

Zum Inhalt:

Summer lebt seit zwei Jahren mit Simón in New York. Glücklich ist sie aber nicht gerade. Und spätestens seit sie Dominiks Roman entdeckt und gelesen hat, wird ihr das auch nur allzu deutlich bewusst. Dominik ist wieder nach London zurückgekehrt. Er arbeitet dort an seinem zweiten Roman. Doch die richtige Idee dafür fehlt ihm noch – bis er sich an die Geige erinnert, die er Summer geschenkt hat.

Und diese Geige ist es auch, die die beiden einander nun wieder näher zu bringen scheint. Und sei es auch erst mal nur, weil sie Summer gestohlen wurde…

Meine Meinung:

Nachdem ich Teil 1 richtig gut fand und vom zweiten Teil ein wenig enttäuscht war, konnte Teil 3 mich wieder ein wenig mehr begeistern.

Von den heißen Szenen her hat sich im Vergleich zu Teil 2 nicht wesentlich viel geändert. Es gibt sie zwar nach wie vor, aber nicht mehr in der Fülle und mit der fast schon schockierenden Wirkung, die diese im ersten Teil auf mich hatten. Und genau diese schockierenden Szenen haben im Grunde den Reiz beim ersten Teil ausgemacht, weil es für mich absolut neu war, „so was“ zu lesen.

„Dominik hatte etwas in mir erkannt, das ich selbst erst noch entdecken musste. Eine schamlose Begierde, die ich nicht einmal ansatzweise erkundet hatte. Eine Seite von mir, die mir seither sowohl Lust als auch Schmerz bereitete.“ (S. 8)

Was mich in diesem Teil aber zum Glück wieder mehr ansprach als noch in Teil 2, war die Story an sich. Während ich beim Vorgänger von den doch recht einfallslos vor sich hinplätschernden Ereignissen stellenweise sehr genervt war, fand ich die vorliegende Geschichte gut durchdacht und habe sie gerne gelesen. Dank des einen oder anderen alten Bekannten und auch durch die neu hinzugekommen Charaktere wurde das Ganze ein wenig aufgepeppt. Sehr gut gefallen hat mir, dass mit der Geige, die alles ins Rollen brachte, nun auch der Schluss eingeleitet wird. Die Geschichte der Geige, die Summer gestohlen wird, ist schön in die eigentliche Geschichte integriert und rundet diese ab.

Der Schreibstil ist nach wie vor gut und flüssig zu lesen, die wechselnden Erzählperspektiven wurden auch beibehalten. Es wird von keinem der Beteiligten ein Blatt vor den Mund genommen, aber das hat mich in den beiden Vorgängern auch nicht sonderlich gestört. Mal ganz abgesehen davon, dass alles andere auch gar nicht zu Summer, Dominik und der Geschichte passen würde.

Summer konnte mich in diesem Teil wieder ein bisschen mehr auf ihre Seite ziehen. In Teil 2 nervte sie mich ja schon sehr. Besonders mit ihrem Verhalten zum Schluss hin. Nun besinnt sie sich aber eines besseren, obwohl es schlussendlich dann doch Simón ist, der für klare Verhältnisse sorgen möchte.

„Unsere beiden gemeinsamen Jahre ließen sich am ehesten mit einem entspannten Schaumbad vergleichen. Die Beziehung mit ihm war wie die Heimkehr nach einem langen Arbeitstag, wenn man den Flanellpyjama und alte Socken anzog. Es ist schon eine besondere Erfahrung, mit einem Mann zusammen zu sein, der einen bedingungslos und ohne jeden Zweifel liebt. Mit Simón hatte ich jemanden, der sich um mich kümmerte, mich beschützte, mich besänftigte. Und mich langweilte.“ (S. 11)

Dominik ist halt Dominik. Zu ihm kann ich nach wie vor nicht viel sagen, da er für mich im Laufe der drei Bände irgendwie nie so richtig zu greifen war.

Für mich ein guter Abschluss der Trilogie rund um Summer und Dominik. Es wird zwar noch zwei weitere Bände geben, allerdings mit anderen Hauptakteuren. In der Ankündigung wird nur von einem Wiedersehen mit Summer, Dominik und anderen alten Bekannten gesprochen. Somit gehe ich also davon aus, dass das Thema Summer und Dominik an sich nun abgeschlossen ist – und das finde ich auch ganz gut so.

Ich werde natürlich nicht verraten, wie es mit Summer und Dominik weitergeht und ob es ein gutes Ende für die beiden geben wird. Dafür müsst ihr das Buch schon selber lesen. Und bei diesem Teil lohnt es sich sogar wieder, wie ich finde.

4 HerzenSaFi


80 Days – Die Farbe der Begierde [Rezension]

80 Days - Die Farbe der Begierde

Autor: Vina Jackson
Titel: 80 Days – Die Farbe der Begierde (Teil 2)
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-570-58524-5
Verlag: carl’s books

Zum Inhalt:

Erst vor wenigen Tagen haben Summer und Dominik in New York wieder zueinander gefunden. Schon bald ist die gemeinsame Zeit im Big Apple jedoch wieder vorbei, denn Dominik muss zurück nach London. Doch früher als erwartet ergibt sich für ihn eine Möglichkeit nach New York, und somit auch zu Summer, zurückzukehren…

Meine Meinung:

Ich weiß ja nicht so recht. Während ich beim Lesen des ersten Teils „Die Farbe der Lust“ doch öfters erstaunt, verdutzt oder überrascht dreinschaute und auch mal schockiert die Augen aufriss, weil ich mit dem, was da geschrieben stand, nicht gerechnet hätte, schlich sich in diesem Teil doch ein wenig die Langeweile ein.

Natürlich ging es wieder ordentlich zur Sache, doch so „schlimm“ bzw. neu und anders wie im ersten Teil war es bei Weitem nicht. Das Autorenduo hat sich zwar die eine oder andere neue Szenerie einfallen lassen, dennoch glich vieles Szenen aus dem ersten Teil und/oder hatte für mich nicht mehr den „Überraschungseffekt“.

„Ich wollte selbst bestimmen, wie ich auf die Bühne trat, und mich nicht den voyeuristischen Bedürfnissen eines Publikums zuliebe ausziehen, zumal ich es schon immer schwierig gefunden hatte, anmutig aus einem Kleid zu schlüpfen und es elegant zur Seite zu werfen. Nein, wenn ich schon nackt auftreten sollte, dann wollte ich den Tanz auch nackt beginnen und mich nicht vor den Zuschauern entblättern. Nicht einmal für Dominik.“ (S. 117)

Lag es nun an mir? Bin ich mittlerweile „abgestumpft“? Lag es am Buch? Ist der Reiz des Neuen verflogen? Die Antwort liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch auch gefesselt und begeistert, wenn auch leider nur zum Ende hin, als ein alter Bekannter für die dringend benötigte Abwechslung sorgte. Dieser Showdown hat dann doch so einiges wieder ausgebügelt. Im Vorfeld war zwar schon ein wenig abzusehen, dass es in etwa so kommen könnte, aber die tatsächlichen Geschehnisse waren dann doch unerwartet und überraschend – gerade in Bezug auf Summers Verhalten. Sie ging mir eigentlich schon während des ganzen Buches von Seite zu Seite immer mehr auf den Keks, mit ihrem Verhalten nach dieser Situation hat sie für mich dann aber endgültig den Vogel abgeschossen. Nun ja, vielleicht kann ich mich auch einfach nicht so in sie hineinversetzen und somit ihre Handlungen nicht in allen Punkten nachvollziehen.

„Das war Dominik, wie ich ihn am liebsten mochte, hart, grob, jede Rücksichtnahme von seiner Lust hinweggefegt.“ (S. 122)

An sich ist das Buch gut gelungen. Es besticht, wie sein Vorgänger, durch einen sehr guten Schreibstil und wechselnde Erzählperspektiven. Die Geschichte war mir aber irgendwie zu abgeschmackt. Immer dieses Hin und Her, Auf und Ab, Vor und Zurück. Wie heißt es doch so schön? Reden tut der Seele gut. Dieser Spruch spukte mir doch ab und an im Kopf rum.

Leider bleibe ich nicht ganz so begeistert zurück. Teil 3 werde ich aber dennoch lesen. Zum einen weil ich nicht gerne mitten in einer Reihe aufhöre, zum anderen weil ich dann doch auch neugierig bin. Und wer weiß – vielleicht schafft der dritte Teil ja, was dem ersten schon gelang, dem zweiten aber leider nicht.

3 Herzen

SaFi


Crossfire. Versuchung [Rezension]

7

Heute gibt es mal etwas Neues bei den Bookwives. Wir haben vom Heyne Verlag 2 Exemplare von „Crossfire. Versuchung“ zum Vorablesen und Rezensieren bekommen – vielen Dank noch mal an dieser Stelle. Und da dachten wir uns, es wäre ja mal ganz spannend, wenn wir beide zur selben Zeit das gleiche Buch lesen und mal schauen, was dabei so rauskommt. Hier nun das Ergebnis …

Crossfire.Versuchung

Autor: Silvia Day
Titel: Crossfire. Versuchung
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-453-54558-8
Verlag: Heyne
: 14. Januar 2013

Der Inhalt

Die Uniabsolventin Eva Tramell tritt ihren ersten Job in einer New Yorker Werbeagentur an. An ihrem ersten Arbeitstag stößt sie in der Lobby des imposanten Crossfire-Buildings mit Gideon Cross zusammen – dem Inhaber. Er ist mächtig, attraktiv und sehr dominant. Eva fühlt sich wie magisch von ihm angezogen, spürt aber instinktiv, dass sie von Gideon besser die Finger lassen sollte. Aber er will sie – ganz und gar und zu seinen Bedingungen. Eva kann nicht anders, als ihrem Verlangen nachzugeben. Sie lässt sich auf ein Spiel ein, das immer ernster wird, und entdeckt ihre dunkelsten Sehnsüchte und geheimsten Fantasien.

Die Story

SaCre

Die Geschichte ist aus Evas Sicht geschrieben. Die Beziehung zwischen Eva und Gideon ist „sehr impulsiv und emotional, direkt und roh“. Das beschreibt es sehr gut. Es gibt jede Menge Ups and Downs, Probleme und Lösungen.

Umrahmt wird die Beziehung der beiden noch durch weitere, wichtige Charaktere: Cary, Evas bestem Freund, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Gideons Familie, zu der er eine wirklich seltsame Beziehung hat. Seine Ex-Verlobte und jetzt gute Freundin. Das alles birgt großes Potenzial für weitere Probleme und verzwickte Situationen. Ihr (Liebes)Leben spielt sich in der Öffentlichkeit ab, da Gideon eine kleine Berühmtheit ist. Früh gerät auch Eva dadurch ins Rampenlicht. Das ist für sie eine neue Situation. Ihrer Mutter und ihrem Stiefvater gefällt das gar nicht. Sollten Journalisten nun in Evas Vergangenheit wühlen, könnten sie unschöne Dinge zutage fördern.

Die Geschichte nimmt im Laufe des Buches weiter Fahrt auf. Sie ist komplex und mir taten sich immer wieder neue Dinge auf. Ich konnte das Buch nicht gut aus der Hand legen, da ich immer wieder wissen musste, wie es weiter geht.

SaFi

Was sich zwischen Eva und Gideon im Laufe der etwas mehr als 400 Seiten abspielt, hat mich manchmal doch ein wenig verwundert. Aber auch wenn ich nicht immer verstehen konnte, warum und vor allem was die beiden in bestimmten Situationen taten, konnte ich es aus ihrer Perspektive aber doch nachvollziehen – meistens zumindest.

Der Verlauf der Geschichte ist spannend und das Buch entwickelte sich von Seite zu Seite immer mehr zu einem wahren Pageturner. Eva und Gideon haben sich nicht nur gegenseitig von dem Moment an, als sie sich das erste Mal durch Zufall trafen, in ihren Bann gezogen, das gleiche haben sie auch mit mir gemacht. Ich wollte einfach immer wissen, was sich als nächstes zwischen den beiden entwickelt, in dieser impulsiven Beziehung. Es gab viele Konfrontationen, Missverständnisse und andere Begebenheiten, die für Spannung sorgten – selbst dann, wenn so manche Situation doch wieder auf die altbekannte Weise endete.

Wenn ich nicht wüsste, dass es noch zwei weitere Bücher dieser Reihe geben wird, könnte dieser erste Teil gut für sich alleine stehen, denn das Ende wäre somit ein schönes offenes Ende, bei welchem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Aber so bin ich natürlich mehr als neugierig, wie es mit Eva und Gideon weitergeht.

„Diesen Blick kannte ich – der schaute mir immer aus meinem Badezimmerspiegel entgegen, kurz bevor ich mit einem Mann ins Bett ging. Mein Ich-will-ficken-Blick.“
(Seite 15)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Eva ist jung, attraktiv, sportlich. Zusammen mit ihrem besten Freund, dem bisexuellen Cary, lebt sie in einer WG. Sie hat einen neuen Job bei einer Werbeagentur und eine aufstrebende Karriere vor sich. Sie hat Schlimmes erlebt in ihrer Kindheit. Was das ist, erfährt man auch im Laufe der Geschichte. Sie weiß, was sie will und hat Erfahrung – sowohl mit Beziehungen, als auch mit Sex. Hier und da neigt sich auch schon mal zu etwas Eifersucht. Stellenweise hat sie so (re)agiert, wie ich es in der Situation auch gemacht hätte. Daher konnte ich mich sehr gut in sie hinein versetzen.

Gideon ist 28 Jahre alt und der Geschäftsführer von Cross Industries. Er ist von Anfang an „Mr. Dunkel & Gefährlich“. Er ist attraktiv, zielstrebig, sehr geradlinig und vor allem kontrollsüchtig. Außerdem hat er jede Menge Geld und dadurch auch Macht. In seiner Vergangenheit ist auch ihm Furchtbares widerfahren. Was es ist, erfahren wir aber in diesem Buch erst einmal nicht…

SaFi

Im Trailer zum Buch ist folgender Satz zu lesen: „Ein Mann, eine Frau, zwei verletzte Seelen.“ Und er passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Bei ihr erfährt man direkt in diesem ersten Teil der Trilogie, was ihrer Seele Schaden zugefügt hat. Bei ihm müssen wir – hoffentlich nur bis zum zweiten Teil – warten, um mehr von ihm zu erfahren. Aber so ist das nun mal bei Fortsetzungen. ;)

Eva lernt man während des Lesens sehr gut kennen. Ihre Gedanken, Wünsche und Ängste werden gut geschildert. Seite um Seite erfährt man mehr von dieser jungen Frau, die schon so viel Schlimmes erlebt hat.

Gideon konnte ich, aufgrund der Tatsache, dass das Buch aus Evas Sicht geschrieben ist, nicht so ganz greifen. Trotzdem lernte ich ihn dank Evas Beobachtungen, Einschätzungen und Beschreibungen gut kennen und konnte mir einen Eindruck davon machen, wie er tickt.

Beide haben sie ihre Eigenheiten. Mal brechen sie aus ihren gewohnten Verhaltensmustern aus, fallen dann aber auch wieder in diese zurück und handeln genauso, wie ich es erwartet hätte. Insgesamt fand ich beide recht sympathisch, weil sie sehr real wirkten.

Notiz am Rande: Im Laufe der drei „SoG“-Bücher bin ich – ja, ich muss es gestehen – Christian Grey-Fan geworden. Aber Gideon klopft bereits an die Tür und hat auch schon einen Fuß halb drin. Im Doppelpack gefallen mir die beiden, also Eva und Gideon, aber jetzt schon ein wenig besser als Ana und Christian, weil sie irgendwie echter wirken.

„In aller Ruhe drehte er sich zu mir um, und wieder umspielte jenes unheimliche Lächeln seine sündhaften Lippen. Die nonchalante Gelassenheit brachte mich erst recht in Rage. >>Zu mir hingezogen? Das ist doch ein viel zu harmloses Wort für …<< Er deutete auf uns beide, >>… das hier.<<„
(Seite 52)

Der Schreibstil

SaCre

Der Stil der Autorin ist gut und lässt sich sehr gut lesen. Er ist direkt, umgangssprachlich und passt zur Geschichte. Das macht das Ganze authentischer und man kann sich hervorragend in die Situationen hineinversetzen.

Als Eva Gideon zum ersten Mal sieht, gehen ihr Gedanken durch den Kopf wie „hat der einen geilen Arsch“ oder „ob der auch gut bestückt ist?“. Wenn ich das jetzt mal so sagen darf, ohne jemandem irgendwelche Illusionen zu rauben: das ist halt das, was wir Frauen denken! :)

SaFi

Der Schreibstil ist sehr gut gelungen, wie ich finde. Angenehm und flüssig zu lesen.

Die Sprache, die die beiden im Allgemeinen und während ihrer Liebesspiele sprechen, passt zu ihnen. Sie sind beide nicht auf den Mund gefallen. Sie reden direkt, manchmal auch ein wenig vulgär, aber durchaus auch liebevoll und normal miteinander. Gideon hat zudem großen Gefallen daran, auch im Alltag ein wenig versauter zu sprechen, als das vielleicht üblicherweise der Fall ist.

„Da verdunkelte sich sein Blick. Er senkte die Stimme, die nun einen intimen Klang annahm. >>Romantik gehört nicht zu meinem Repertoire, Eva. Aber dafür kenne ich tausend Möglichkeiten, Sie zum Orgasmus zu bringen. Lassen Sie es mich Ihnen zeigen.<<“
(Seite  53)

Der Sex

SaCre

Hier geht es um „normalen“ Sex. Aber was ist schon „normal“? Es liegt wohl immer im Auge des Betrachters. Der Sex, den die beiden hier praktizieren, ist zumindest in meinen Augen als „normal“ einzustufen – ohne, dass er langweilig ist. Die beiden brauchen keine großen Hilfsmittel, sie fallen einfach übereinander her, wie und wo sie Lust drauf haben, und die Gelegenheit sich bietet. Es fallen die Worte, die man so kennt. Worte, die umgangssprachlich benutzt werden. Beide haben eine große, sexuelle Energie. Die Häufigkeit, Ausdauer und Anzahl der Orgasmen finde ich manchmal aber doch ein bisschen übertrieben.

SaFi

Irgendwie war ich doch positiv überrascht, dass der Sex so normal ablief. Sie fallen in vielen Situationen einfach so übereinander her – egal wo und wann-, haben eine Kondition, die fast ein wenig übernatürlich wirkt und die Wörter Orgasmus und Garantie bilden bei ihnen geschlossen eine Einheit, aber alles in allem ist der Sex an sich halt recht alltäglich.

„Da fiel mir der unergründliche Blick auf, mit dem Gideon mich betrachtete. Auf einmal war ich von wilder Lust und zitternder Angst erfüllt. Ich hatte keine Ahnung, wohin das mit Gideon noch führen würde … Nur dass, auch wenn ich es wollte, ich es nicht mehr aufhalten konnte.“
(Seite 156)

Die Bewertung

SaCre

Ich wollte es eigentlich nicht. Und doch gibt es Parallelen, die mich dieses Buch mit „Shades of Grey“ vergleichen lassen. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind sehr unterschiedlich, haben aber eins gemeinsam: die Macht, die sie über die vermeintlich stärkeren Männer haben! Auch wenn es ihnen nicht so bewusst ist… Auch die Herren haben einige Parallelen in ihren Charakterzügen, der Arbeit und dem Geld, dass sie beiden sich erarbeitet haben.

Trotzdem ist „Crossfire“ kein Abklatsch von „Shades of Grey“. Es ist eine eigenständige Geschichte/Trilogie. Es gibt einige Parallelen, aber auch viel Neues. Da „Crossfire“ nach „80 Days“, „Shades of Grey“ usw. publiziert wurde, kommen Leser wohl nicht umhin, ihre Vergleiche zu ziehen. Das ist auch legitim. Leider könnte diese Vielzahl der erotischen Mainstream-Literatur zu einer Reizüberflutung der Leserschaft führen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Geschichte hatte hier und da mal für mich kleinere Schwächen. Aber ich habe das Buch an 2 Abenden durchgelesen – und das spricht für sich! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Welche Geheimnisse werden sich wohl noch auftun?

4 Herzen


SaFi

„Crossfire“ muss sich meiner Ansicht nach zwar dem Vergleich mit „Shades of Grey“ stellen, brauch diesen aber nicht zu scheuen. Beispielsweise gibt es durch die Milliarden, die beide Männer schon in jungen Jahren auf dem Konto haben, die Häufigkeit des Sexes und der Orgasmus-Garantie die eine oder andere Parallele, trotzdem wirkt es nicht so, als hätte Sylvia Day bei EL James abgeschrieben. Dafür sind die jeweiligen Beziehungen einfach zu unterschiedlich, schon in der Basis. Und auch die Charaktere unterscheiden sich doch sehr, vor allem in Bezug auf Eva und Ana.

Dass eine der beiden Reihen am Ende wahrscheinlich die Nase ein wenig vorne haben wird, ist nicht auszuschließen. Festlegen kann ich mich da aber natürlich noch nicht. Nach diesem ersten Teil von „Crossfire“ kann ich lediglich sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat. Von der Geschichte an sich und den Charakteren vielleicht sogar ein bisschen besser als „SoG“. Aber dieses kleine Plus wird dadurch wettgemacht, dass „solche“ Bücher für mich nichts Neues mehr sind, da ich „Shades of Grey“ und „80 Days“ gelesen habe. Und dieses Neue hat gerade bei „SoG“, zu Anfang der über uns hereinrollenden Erotik-Bücher-Flut, zumindest für mich, auch ein wenig den Reiz ausgemacht. Was jetzt nicht heißen soll, dass Crossfire keinen Reiz hat – ganz im Gegenteil. :)

4 Herzen