[Blogtour] Die Luna-Chroniken von Marissa Meyer | Die Welt der Luna-Chroniken

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„Das Buch hat mich von der ersten Seite an faszinieren können.“
Zwei Sichten auf Bücher

„Direkt einfangen lassen. So lautet das Motto bei »Wie Monde so silbern«.“
Bookwives

„So sehr konnte mich schon lange kein ‘Märchenbuch’ mehr begeistern!“
About Books

„Dieses Buch ist voll von einzigartigen Darstellern.“
Süchtig nach Büchern

„Es gibt die richtige Portion Spannung, Gefühl und das Warten auf Mehr.“
Bücherchaos

Herzlich Willkommen bei der Blogtour zu den Luna-Chroniken!

Gestern hat euch Hanna von Zwei Sichten auf Bücher die Idee hinter der Serie erläutert (»klick«). Heute geht es bei uns – wie der Titel bereits verrät ;) – mit dem Weltenentwurf der Luna-Chroniken weiter. :)

Die Welt der Luna-Chroniken:

Nach Ende des IV. Weltkriegs hat sich die Welt stark verändert. Die Bewohner der Erde leben in einem bunten Mix aus traditionellen Elementen und modernen Neuerungen. Als Fortbewegungsmittel dienen Hover und Raumschiffe – Autos findet man nur noch sehr vereinzelt auf den Schrottplätzen. Die Straßen werden neben Menschen auch von Cyborgs bevölkert – Menschen, die durch modernste Operationstechniken und mithilfe von mechanischen Ersatzteilen nach schweren Verletzungen und kaum Überlebenschancen nicht zum Tode verurteilt sind. Androiden erleichtern den Menschen den Alltag – z. B. als Gärtnerdroiden, Lehrdroiden, Medidroiden und Dienerdroiden.

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Quelle: pixabay.com

Beispielhaft für diese Symbiose aus alt und neu ist der, nach dem IV. Weltkrieg neu erbaute, Palast von Neu-Peking, in dem sich der Stil der Alten Welt und hochmoderne Ingenieurskunst widerspiegeln: Die goldglänzenden Ziegel auf den Pagodendächern bestehen aus galvanisiertem Stahl und sind mit winzigen Solarzellen bedeckt, die den Palast mit Energie versorgen. Die Wasserspeier – in Gestalt des drachenähnlichen Fabelwesens Qilin – auf den Dächern sind mit Bewegungsmeldern, ID-Scannern, 360°-Kameras und Radarschirmen ausgestattet, um unerwünschte Besucher sofort ausfindig machen zu können.

Die wohl größte Veränderung in den Friedensjahren nach dem IV. Weltkrieg ist aber politischer Natur. Statt der über 190 Länder, aus denen unsere Weltkarte heute besteht, gibt es nur noch sechs Staaten: Vereinigtes Königreich, Europäische Föderation, Afrikanische Union, Amerikanische Republik, Australien und Asiatischer Staatenbund. Gemeinsam bilden sie die Allianz Erde. Und diese Allianz Erde ist einer ständigen Bedrohung ausgesetzt: Luna.

Bevor Luna Jahrhunderte vor dem IV. Weltkrieg von einer kleinen Gruppe von Forschern aus verschiedenen Ländern der Erde zur weiteren Weltraumforschung und Exploration besiedelt wurde, war Luna als der Mond bekannt.

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Quelle: pixabay.com

Die Bewohner von Luna – die Lunarier – entwickelten sich aus der irdischen Mondkolonie. Jahrhunderte später sind sie nicht mehr menschlich. Sie können bioelektrische Energie – die Energie, die von allen Lebewesen ausgeht – manipulieren und nutzen, um Menschen fühlen und sehen zu lassen, was sie wollen. Luna-Kinder, die diese „Gabe“ nicht haben, werden getötet. Die Herrscherin von Luna – Königin Levana – nutzt diese Gabe z. B. um für die Menschen übernatürlich schön auszusehen. Aus diesem Grund verbietet sie auch Spiegel in ihrer Umgebung, bzw. verdeckt bereits vorhandene, da diese die Täuschung sichtbar machen würden.

Und Königin Levana stellt auch eine riesige Bedrohung für die Allianz Erde dar. Denn sie will nicht bloß die Herrscherin über Luna sein. Sie will auch über die Erde herrschen, und dazu ist ihr fast jedes Mittel recht.

In dieser Welt leben Cinder und Scarlet. Die beiden Heldinnen aus den ersten zwei Teilen der Luna-Chroniken „Wie Monde so silbern“ und „Wie Blut so rot“

Wir hoffen, dass wir euch die Luna-Chroniken ein wenig näher bringen konnten und euch neugierig auf die Bücher gemacht haben. In den nächsten drei Tagen könnt ihr noch mehr über die Bücher von Marissa Meyer erfahren. Enjoy! :)

Die Stationen der Blogour in der Übersicht:

27.01.14 – Die Idee der Serie – Zwei Sichten auf Bücher
28.01.14 – Die Welt der Luna-Chroniken – Bookwives
29.01.14 – Cyborgs & Androiden – About Books
30.01.14 –Cinder & Scarlet – Süchtig nach Büchern
31.01.14 – Interview mit Prinz Kai – Bücherchaos

Gewinnspiel:

Im Rahmen der Blogtour könnt ihr auch etwas gewinnen. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:

1 x Band 1+2 (Wie Monde so silbern + Wie Blut so rot)
1 x Band 1 (Wie Monde so silbern)
1 x Band 2 (Wie Blut so rot)

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr heute die folgende Frage beantworten:

Welches ist euer Lieblingsmärchen?

Bitte hinterlasst eure Antwort als Kommentar unter diesem Beitrag und gebt an, ob ihr neben dem Hauptgewinn für Band 1 oder Band 2 in den Lostopf wollt.

Für die Beantwortung der Frage erhaltet ihr 1 Los. Jeder der fünf teilnehmenden Blogs stellt unter seinem Beitrag eine Frage, sodass ihr insgesamt 5 Lose erhalten könnt. Auf allen Blogs könnt ihr bis zum 7. Februar um 24:00 eure Kommentare hinterlassen. Die Gewinner werden am 10. Februar auf den teilnehmenden Blogs bekannt gegeben.

Bitte beachtet die Teilnahmebedingungen:
1. Du musst mindestens 18 Jahre alt sein. Sollte dies nicht der Fall sein, brauchen wir die Einverständniserklärung deiner Eltern.
2. Du solltest einen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben.

Wir wünschen euch viel Glück und drücken die Daumen. ♥

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[Rezension] Wie Blut so rot | Marissa Meyer

Die Luna-Chroniken 2 Wie Blut so rotTitel: Wie Blut so rot (Die Luna-Chroniken – Band 2)
Autor: Marissa Meyer
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58287-4
Veröffentlichung: 24. Januar 2014
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Leseprobe

Da es sich bei bei diesem Buch um eine Fortsetzung handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten.

Zum Inhalt:

Scarlet ist verzweifelt: Von ihrer geliebten Großmutter Michelle fehlt seit zwei Wochen jede Spur. Die Polizei hat den Fall zu den Akten gelegt, da es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt. Doch Scarlet ist sich sicher, dass ihre Grand-mère nie so einfach verschwinden würde. Ausgerechnet der mysteriöse Straßenkämpfer Wolf bietet Scarlet seine Hilfe an. Sie ist hin- und hergerissen, da sie nicht weiß, ob sie ihm trauen kann. Doch sie hat keine andere Wahl.
Zur gleichen Zeit gelingt Cinder mithilfe von Carswell Thorne, einem anderen Gefangenen, die Flucht aus dem Gefängnis in Neu-Peking, wo sie seit dem großen Ball eingesperrt war und auf ihre Auslieferung nach Luna gewartet hat. Sie macht sich auf die Suche nach jemandem, der er ihr mehr über ihre Vergangenheit erzählen kann.
Kai muss sich indes weiterhin Königin Levana stellen. Sie ist alles andere als erfreut, dass Cinder die Flucht gelingen konnte und gibt Kai drei Tage Zeit, Cinder zu finden. Andernfalls droht der Allianz Erde ein Vergeltungsschlag…

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Meine Meinung:

Wie schön, dass die Wartezeit nach „Wie Sterne so silbern“ nicht besonders lang war. Ich konnte es kaum erwarten, die Fortsetzung in den Händen zu halten. Und ich kann schon mal verraten, dass ich mich nun wieder in exakt der gleichen Lage befinde. Doch das Warten auf „Wie Sterne so golden“ wird ein wenig länger dauern. Leider. :-(

Bereits nach wenigen Seiten wurde ich das erste (aber nicht letzte) Mal so richtig überrascht. Denn der Klappentext verrät zum Glück nicht alles. Cinder spielt in diesem zweiten Teil eine ebenso große Rolle wie im vorherigen Band. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass Cinder nur in den Nachrichten und Gesprächen von Scarlet und Wolf vorkommen und ich so über ihr weiteres Schicksal informiert werden würde. Zu meiner großen Freude wurde ich recht schnell eines Besseren belehrt.

 „Was immer sie auch tun würde, sobald sie hier rauskäme, eines wusste sie mit Gewissheit: Wenn sie nicht floh, bedeutete das den sicheren Tod, denn Levana würde früher oder später kommen, um sie mitzunehmen.“ (Seite 53)

Geschickt verbindet Marissa Meyer die einzelnen Handlungsstränge. Scarlet und Cinder begeben sich mit ihren männlichen Gefährten unabhängig voneinander auf die Suche nach Antworten. Als Leser kommt man dabei in den Genuss mehr über sie und die Hintergründe zu wissen, als die beiden. So ist es die ganze Zeit über spannend zu verfolgen, wie die jungen Frauen peu à peu die Puzzleteilchen zusammensetzen. Das große Ganze bekommt nach und nach mehr Struktur und dem Leser wird im Gleichschritt bewusst, was das alles zu bedeuten hat. Und auch Kais Part reiht sich gelungen in die Geschehnisse ein, während er sich mit seinen Gefühlen für Cinder auseinandersetzen muss, um für den Staatenbund die richtige Entscheidung treffen zu können.

Das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf ist wunderbar in die Geschichte integriert. Teilweise zwar sehr stark entfremdet, aber dennoch gut sichtbar. Wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick. Besonders dann, wenn es darum geht, dass Rotkäppchen mit dem Wolf redet und denkt, er wäre ihre Großmutter, weil er sich als diese verkleidet hat. Marissa Meyer hat hier wirklich ihre Fantasie spielen lassen.

„Scarlet hatte schon öfter das Heulen wilder Wölfe gehört, die auf der Suche nach leichter Beute um die Bauernhöfe strichen.
Aber noch nie hatte ihr das Geheul eines Wolfes einen solchen Schauer über den Rücken gejagt.“ (Seite 81)

So ist die Geschichte, wie auch schon im ersten Band, wieder ein ein bunter Mix aus Märchen, Science Fiction, Fantasy und Realem. Doch diesmal kommt durch Wolf und andere Umstände auch noch eine gehörige Portion Action dazu. So kam ich in den Genuss bester Unterhaltung ohne große Einbrüche. Die großartigen Ideen der Autorin und ihr flüssiger Schreibstil hatten daran auch einen großen Anteil.

Die neu hinzugekommenen Charaktere ergänzen die begonnen Geschichte perfekt. Wolf ist der nicht ganz so einfach zu durchschauende Fremde und Carswell Thorne der sehr von sich eingenommene Draufgänger mit einem gestohlenen Raumschiff.

Was mich hingegen gar nicht freut: Ich habe so eine leise Ahnung, wer in „Wie Sterne so golden“ die Rolle von Rapunzel einnehmen könnte und habe nicht die geringste Lust bis zum Herbst warten zu müssen, um zu erfahren, ob ich Recht habe und was Marissa Meyer noch an Verwicklungen und Ereignissen für ihre Leser bereit hält. ;-)

„Cinder stand wie angewurzelt da, während sie den unterirdischen Raum in sich aufnahm. Hier also musste sie mit elf Jahren auf dem Operationstisch gelegen haben, während unbekannte Chirurgen ihren Körper auseinanderschnitten und ihn mit Stahlgliedmaßen wieder zusammenflickten.“ (Seite 296)

Abschließend kann ich eigentlich nur folgendes schreiben: „Wie Blut so rot“ ist für mich die perfekte Fortsetzung der Luna-Chroniken und hatte das gewisse kleine Etwas, das mir bei „Wie Monde so silbern“ noch fehlte und für einen minimalen Punktabzug sorgte.

5SaFi

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Die Luna-Chroniken:

1. “Wie Monde so silbern” (20.12.13) || “Cinder”
2. “Wie Blut so rot” (24.01.14) || “Scarlet”
3. „Wie Sterne so golden“ (Herbst 2014) || “Cress”
4. ??? || “Winter”
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[Rezension] Wie Monde so silbern | Marissa Meyer

Die Luna-Chroniken 1 Wie Monde so silbernTitel: Wie Monde so silbern (Die Luna-Chroniken – Band 1)
Autor: Marissa Meyer
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58286-7
Veröffentlichung: 20. Dezember 2013
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Cinder hat es nicht leicht im Leben. Schlimm genug schon, dass sie mit einer Stiefmutter und deren Töchtern zusammenleben muss, die ihr das Leben Hölle machen – mit Ausnahme von Peony. Aber da ist auch noch der Umstand, dass sie ein Cyborg ist und als solcher als Außenseiterin der Gesellschaft gilt. Doch Cinder lässt sich nicht unterkriegen, verdient als beste Mechanikerin der Stadt ihr Geld und verbringt ihre freie Zeit gerne mit ihrer besten Freundin Iko – einer Androidin.

Doch dann kommt der Tag, an dem Prinz Kai Cinder an ihrem Marktstand in Neu-Peking aufsucht und auf einmal überschlagen sich die Ereignisse… Cinder fragt sich nicht nur, warum der Prinz seine alte Androidin reparieren lassen will. Auch die Frage, was die Königin von Luna im Schilde führt, beschäftigt Cinder. Zudem bricht auch noch die blaue Pest in der Stadt aus und ihre Stiefmutter hat Cinder verboten, auf den großen Ball zu gehen…

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Meine Meinung:

Kaum hatte ich das Buch aufgeschlagen, war es schon um mich geschehen. Ich war sofort mittendrin, denn das erste was ich las war, wie Cinder ihren seit vielen Jahren zu kleinen Fuß austauscht. Keine einführenden Worte, keine großen Erklärungen. Direkt einfangen lassen. So lautet das Motto bei „Wie Monde so silbern“ – dem ersten von vier Teilen der „Luna-Chroniken“.

„Einen nach dem anderen durchtrennte sie die Drähte, die den Fuß noch immer mit ihrem Knöchel verbanden, und jedes Mal flogen Funken. Durch die Handschuhe spürte sie sie nicht, doch ihr hilfreiches Netzhaut-Display informierte sie mit einer grün blinkenden Nachricht, dass sie gleich die Verbindung zu ihrem Fuß verlieren würde.“ (Seite 11)

Nicht minder ereignisreich geht es auch auf den folgenden Seiten zu. Dabei gibt das Märchen von Aschenputtel/Cinderella, an das die Geschichte angelegt ist, zwar grob den Rahmen vor, steht jedoch nicht im Vordergrund. So wirkt die Geschichte von Cinder zu keiner Zeit wie ein billiger Märchen-Abklatsch. Zumal man auch recht schnell merkt, dass Marissa Meyer jede Menge eigene und absolut gut umgesetzte Ideen ins Spiel bringt und so den Lesern, die das berühmte Märchen kennen, nicht schon im Vorfeld die ganze Spannung raubt. Ganz im Gegenteil – mit den gelesen Seiten werden auch die Fragezeichen im Kopf immer mehr, bevor dann alles in einem großen Showdown endet.

„Dort stand die Königin von Luna, eine Hand an der Hüfte, die andere auf dem Balkongeländer. Ihr Gesichtsausdruck war finster, aber das änderte nichts an ihrer unheimlichen Schönheit.“ (Seite 203)

Dieses Buch ist ein bunter Mix aus klassischem Märchen, der realen Welt und futuristischen Elementen. Während des Lesens laufen einem Cyborgs, Androiden und normale Menschen über den Weg. Die einzelnen Charaktere wurden von der Autorin liebevoll gezeichnet und stecken voller Leben und Ideenreichtum. Sie machen es einem leicht, sie zu mögen oder auch nicht – die Rollen sind klar verteilt: Gut und Böse.

Mir blieb schlicht nichts anderes übrig, als Cinder zu mögen. Sie kämpft sich durchs Leben und wirkt dabei aber auch sehr verletzlich. Und auch Prinz Kai konnte mich direkt begeistern. Wann immer die beiden zusammen in Erscheinung traten, konnten mich ihre Wortwechsel begeistern. Die anderen Charaktere runden die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise ab.

Marissa Meyer hat Cinders Geschichte in einem tollen Stil zu Papier gebracht, der dafür sorgte, dass die Seiten durch meine Hände flogen. Die kleine Prise Romantik fügt sich angenehm in die Geschichte ein, die vor allem von den gelungenen Ideen der Autorin, den altbekannten Märchen-Elementen und den tollen Charakteren lebt. Die von Marissa Meyer geschaffene Welt im Jahre 126 nach dem 4. Weltkrieg rundet das Buch wunderbar ab.

„Obwohl er sie nicht berührte, konnte sie ihn deutlich spüren, übermächtig und voller Wärme. Es wurde heiß, auch wenn ihre Temperaturanzeige keine Änderung vermerkte.“ (Seite 221)

„Wie Monde so silbern“ ist der gelungene Auftakt der „Luna-Chroniken“, den ich mir vor dem Lesen gewünscht hatte, obwohl durchaus noch ein wenig Platz nach oben ist – aber das ist meckern auf hohem Niveau. Cinderella als Cyborg konnte mich ebenso überzeugen, wie die anderen Ideen der Autorin. Nun bin ich äußerst gespannt, wie es weitergeht. In Band zwei dann mit Scarlet alias Rotkäppchen.

4,5SaFi

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Die Luna-Chroniken:

1. „Wie Monde so silbern“ (20.12.13) || „Cinder“
2. „Wie Blut so rot“ (24.01.14) || „Scarlet“

3. ??? || „Cress“ (04.02.14)
4. ??? || „Winter“ (2015)

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[Rezension] Du. Wirst. Vergessen. | Suzanne Young

Du Wirst Vergessen von Suzanne Young
 
Titel: Du. Wirst. Vergessen.
Autor: Suzanne Young
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-442-26921-1
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 19. August 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Nur das »Programm« kann der grassierenden Selbstmord-Epidemie unter Jugendlichen noch Einhalt gebieten. Für besorgte Eltern bedeutet es Hoffnung, für die Jugendlichen das Ende. Denn jeder, der zurückkehrt, ist ohne Erinnerung – und ohne Emotionen. Niemals würde Sloane es wagen, öffentlich Gefühle zu zeigen. Nur bei ihrem Freund James kann sie sie selbst sein. Seine Liebe ist ihre einzige Stütze in einer gefühlskalten Welt. Aber dann bricht James plötzlich zusammen! Als das »Programm« ihn holt, weiß Sloane, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie muss um James‘ Liebe kämpfen – und um ihrer beider Erinnerungen … (Buchrücken © Blanvalet)

Du. Wirst. Vergessen. - Suzanne Young

Du. Wirst. Vergessen. – Suzanne Young

Meine Meinung:

„Zwei Betreuer in gestärkten weißen Jacken und mit glatt gekämmten Haaren stehen im Türrahmen, die Gesichter ausdruckslos, während sie nach jemandem suchen. Als sie sich in Bewegung setzen, mache ich mich ganz klein.“ (Seite 10)

Lange überlegen, ob ich dieses Buch lesen möchte, musste ich nun wirklich nicht. Zu neugierig haben mich der Klappentext, das Cover und der deutsche Titel (den ich viel aussagekräftiger finde als den Original-Titel „The Program“) gemacht.

Und kaum hatte ich dann die ersten Seiten dieser Dystopie gelesen, war es auch schon um mich geschehen. Ich war mittendrin statt nur dabei, und wurde direkt mit der, für Sloane und die anderen, grausamen Realität konfrontiert. Etwas anderes als grausam fällt mir als Bezeichnung für das von Suzanne Young geschaffene Szenario wirklich nicht ein. Der Titel „Du. Wirst. Vergessen.“ wirkte vor dem Lesen wie eine Drohung auf mich. Und genau das ist er auch. Jeder, der sich querstellen will, der sich dem »Programm« in welcher Art und Weise auch immer nicht fügen will, der eben nicht vergessen will, muss Konsequenzen fürchten und diese, mit allem was dazu gehört, erleiden. Schlussendlich wird man vergessen…

Obwohl mich die Geschichte, der Kampf von Sloane, vom ersten Augenblick an gefangen genommen hat, musste ich mich ca. in der Mitte des Buches, wenn man als Leser das »Programm« besser kennen lernt, dann doch entscheiden, ob mich die Geschichte, die ohne sonderlich viel Action ausgestattet ist, langweilt, oder ob genau diese Tatsache das Bauch in gewisser Weise auszeichnet. Ich habe mich für die letzte Variante entschieden. Denn die ganze Zeit über habe ich eine innere Angespanntheit gefühlt. Habe mit Sloane gelitten, geliebt und gekämpft. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die Gedanken, Ängste und Gefühle von Sloane wiederzugeben. Dadurch bekommt das Buch eine bedrückende Atmosphäre, die mich die ganze Zeit über nicht mehr losgelassen hat.

„Niemand kann so gut wie James den Schmerz verbergen, seine Gefühle tarnen. Er weiß, was nötig ist, um nicht von dem »Programm« erwischt zu werden. Er wird dafür sorgen, dass wir sicher sind. Er hat es versprochen.“ (Seite 39)

Die Beziehung von Sloane und James, die einen großen Teil des Buches in Anspruch nimmt, bildet den Rahmen dieser Dystopie und wirkt alles andere als störend, ganz im Gegenteil. Durch die Liebe der beiden füreinander wird diese Geschichte vervollständigt und in gewisser Weise macht diese sie auch erst möglich. Durch Rückblenden erfährt man als Leser mit der Zeit immer mehr über Sloane und James als Paar. So wird das Bild der beiden abgerundet und die Geschichte erhält dadurch emotionale Tiefe.

Über das Ende bzw. den Epilog könnte ich fast eine separate Rezension schreiben. An sich empfand ich das Ende als guten Abschluss. Es war stimmig, lässt noch die eine oder andere Frage offen und schafft somit Platz für eigene, weiterführende Gedanken. Aber der Epilog hat mich komplett verwirrt zurückgelassen. Als Appetizer auf den zweiten Teil – von dem ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nichts wusste – macht er jedoch sehr neugierig auf die Fortsetzung.

In „Du. Wirst. Vergessen.“ ergeben starke Charaktere gepaart mit einem gut durchdachten Plot eine absolut lesenswerte Kombination aus Liebesgeschichte und Dystopie, die ohne viel Action ausgestattet ist, dem Leser aber dennoch fast die Luft zum atmen nimmt.

„James weiß nicht mehr, wer ich bin. Da war nicht der geringste Funken des Widererkennens im Blick seiner blauen Augen. Es ist so, als ob es mich nie gegeben hätte. Wir haben so viele Geheimnisse geteilt, und nun gehören sie nur noch mir. Ihr Gewicht drückt mich nieder.“ (Seite 133)

4,5SaFi


[Rezension] Eden und Orion – Lichtjahre zu dir | Helen Douglas

1 Buch - 2 Meinungen

Artikelbild - Eden und Orion 3

Eden und Orion: Lichtjahre zu dir – Helen Douglas

Titel: Eden und Orion – Lichtjahre zu dir
Autor: Helen Douglas

Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-7373-6486-7
Verlag: FISCHER Sauerländer
Empfohlenes Lesealter: Ab 12 Jahren
Veröffentlichung: 22. August 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss … und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat. (© FISCHER Sauerländer)

Meinung – SaCre:

Der Einstieg in die Geschichte fällt dem Leser leicht. Man lernt Eden zunächst einmal gut kennen. Sie ist ein „normaler“ Teenager, könnte unsere Nachbarin sein. Sie ist unkompliziert, praktisch veranlagt, vernünftig, eine gute Schülerin, hat Freunde, die aber nicht zur High Society der Schule zählen. Das ist ihr auch nicht wichtig. Sie könnte eine Freundin von mir sein.
Als Ryan an die Schule kommt, findet Eden sein Verhalten genauso merkwürdig, wie ich es tat. Die Autorin Helen Douglas lässt uns aber alle erst eine Zeit im Ungewissen, bis wir hinter sein Geheimnis kommen. Und das hat es in sich.
Ryan ist ein sehr interessanter Jugendlicher: er ist geheimnisvoll, intelligent und hat „das gewisse Etwas“. Zudem sieht er auch noch gut aus. Von Anfang an ist diese Spannung, dass man hinter sein Geheimnis kommen möchte, spürbar. Doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass er etwas Böses im Schilde führt.

Es ist eine schöne Grundidee, die hinter dieser Geschichte steckt. Sehr interessant und gut charakterisiert stellt die Autorin die verschiedenen Jugendlichen dar. Die Clique ist aus sehr unterschiedlichen Charakteren zusammengesetzt, sodass man als Leser diese Gruppendynamik sofort greifen kann und realistisch findet.
Das Setting ist ebenfalls gut gewählt. Perran, als britischer Küstenort, mit Meer, Klippen und kleinen Dörfern. Perfekt.
Der Verlauf der Geschichte ist absolut logisch fortgeschrieben. Mit gut gewählter Sprache hat Douglas hier ein spannendes und unterhaltsames Buch geschrieben, welches dem Leser kurzweilige Lesestunden bietet.
Es mag sein, dass hier das ein oder andere Klischee vorkommt. Allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört – und besonders aufgefallen ist es mir auch nicht. Ich denke, dass die Zielgruppe (ab 12 Jahren) sich hieran noch weniger stört.
Zudem ist das Szenario, das die Autorin schildert, etwas, das zum Nachdenken anregt.

Es ist eine Geschichte, in die man als Leser voll und ganz eintauchen kann, und die einem alles bietet: Verliebtsein, Spannung und mystische Elemente.

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, dir ins Gesicht zu sagen, wie viel du mir bedeutest. Es ist so viel einfacher, seine Gefühle aufzuschreiben, als sie auszusprechen. Ich wünsche mir nichts so sehr, als dass du hättest bleiben können, verstehe jedoch, warum das nicht ging. Aber ich werde dich niemals vergessen.“ (Seite 174)

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Meinung – SaFi:

Behutsam führt Helen Douglas den Leser an die Geschichte heran. Man lernt zuerst Eden, ihre Freunde, ihr Leben kennen. Sie ist eine völlig normale englische Teenagerin. Sie sticht nicht aus der Masse hervor, geht aber auch nicht in ihr unter. So dauert es eine Weile bis sich die Dinge entwickeln – vielleicht ein wenig zu lange… Ich für meinen Teil konnte es zumindest nicht erwarten, den Grund für Ryans Mission zu erfahren. Von dem Moment an, als ich den Grund dann (endlich) wusste, schwirrte mir der fast schon in Vergessenheit geratene Prolog ständig im Kopf rum. Ständig begleitet von den Fragen: Gibt es so was wie Schicksal wirklich? Und wenn ja, kann man es beeinflussen?

„Ryan sorgte wirklich ständig für neue Überraschungen. Manchmal wirkte er so normal wie jeder andere und in der nächsten Sekunde wie von einem anderen Stern. Wie konnte es sein, dass er nicht wusste, was Burger waren?“ (Seite 38/39)

Was mich überrascht hat: Obwohl das Buch ein Mystery/SiFi-Roman ist und Helen Douglas sich an der breiten Palette, die dieses Genre zu bieten hat, ordentlich bedient, wirkte das gesamte Szenario während des Lesens für mich fast schon normal. Ja, es kommen Theorien und Elemente darin vor, die alles andere als normal sind. Dennoch ist es der Autorin, dank ihrer überzeugenden Protagonisten Eden und Ryan, gelungen, das Buch nicht so wirken zu lassen – mir hat das sehr gut gefallen.

„Fasziniert starrte ich weiter in den Himmel. Die drei Planeten, die den Oriongürtel bildeten, fand ich auf Anhieb wieder. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, dass Ryan mich ansah. Ich drehte mich zu ihm, und weil er immer noch meine Hand hielt, waren unsere Gesichter sich plötzlich näher als erwartet. Wir erstarrten beide und sahen einander tief in die Augen – über uns die flimmernden Sterne.“ (Seite 45)

Helen Douglas hat einen gut durchdachten und interessanten Plot zu Papier gebracht. Stolpersteine in Form von Logikfehlern sucht man vergeblich – zum Glück. Auf 270 Seiten hat die Autorin eine angenehm zu lesende Mischung aus Romantik und Mystery niedergeschrieben. Während der Großteil der Geschichte ohne übermäßig viel Spannung auskam, hatte das Ende davon fast schon ein wenig zu viel zu bieten. Für meinen Geschmack wäre das Buch auch ohne diesen unnötigen Spannungsbogen ausgekommen. Auf mich wirkte das zu gewollt.

„Uns lief die Zeit davon, und alles, was noch gesagt werden musste, musste jetzt gesagt werden. Sonst wäre es endgültig zu spät.“ (Seite 190)

Für die angepeilte Zielgruppe im Alter von 12 bis 17 Jahren ist „Eden und Orion“ sicherlich ein spannendes Buch, das Mädchen einladen wird, sich im Gleichschritt mit Eden, in Ryan zu verlieben.

Für mich, die alterstechnisch deutlich außerhalb der Zielgruppe liegt, war es ein nettes Buch für zwischendurch und mal eine schöne Abwechslung in diesem Genre.

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