Wenn Rezensionsexemplare verkauft werden… Teil 3

Wir Bookwives sind den Verlagen, mit denen in der kurzen Zeit, die es unseren Blog nun gibt, eine enge und gute Zusammenarbeit entstanden ist, sehr dankbar – natürlich auch für die Rezensionsexemplare, die sie uns zur Verfügung stellen. Wir schätzen dieses Vertrauen der Verlage sehr und tun unser Bestes, dem gerecht zu werden.

Daher ärgert es uns umso mehr, wenn wir (mal wieder) hören/lesen, dass Rezensions-/Leseexemplare verkauft werden. Bei manchen ist ja nicht mal sichtbar, dass es sich um eben diese handelt. Andere wiederum sind ganz deutlich gekennzeichnet – wie im aktuellen Beispiel.

Auf der Seite einer großen Online-Verkaufsplattform wird zurzeit ein Buch angeboten, welches auf dem Cover ganz deutlich gekennzeichnet ist:

„Ihr persönliches Leseexemplar
Unkorrigierte, unverkäufliche Fassung“

Und dazu dann auch noch zu einem Preis, der über der Hälfte des Original-Preises liegt.

Ich habe mich dann dazu entschlossen, den Verkäufer zu kontaktieren. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und ich möchte euch diese nicht vorenthalten:

„Leseexemplare dürfen verkauft werden!!!! Zumal es sich um ein gebrauchtes Ememplar handelt!!!!“

Ich verstehe einfach nicht, was daran so schwer zu verstehen ist. Unverkäuflich. Schluss, Ende, Aus. Interpretationsspielraum sehe ich da nicht.

Meine Nachricht an den Verkäufer inkl. dieser netten Antwort habe ich dann auch an die Plattform und den entsprechenden Verlag geschickt.

SaFi

 


Wenn Rezensionsexemplare verkauft werden… Teil 2

Am 29. Oktober haben wir den Artikel von textverliebt.de aufgegriffen und auch bei uns veröffentlicht. Es ging um den Verkauf von Büchern, die als „Unverkäufliche Leseexemplare“ gekennzeichnet sind. Zum Bericht geht es hier.

Tja, und was passiert mir heute? Ich erhalte also mein Buch, das ich mir bei einer großen Oline-Plattform als „gebraucht, in sehr gutem Zustand“ gekauft habe. Freudig packte ich das Buch aus (es geht um „Legend“). Erstmal war die Freude groß: es sieht sogar ungebraucht aus. Das Lesebändchen ist noch im Originalzustand und es sind keinerlei Gebrauchsspuren vorhanden. Doch beim Aufschlagen prangt mir in großen Buchstaben entgegen „Unverkäufliches Leseexemplar„!

Frustriert habe ich das Buch erstmal zugeschlagen und dann meinem Ärger kurz bei lovelybooks.de Luft gemacht. Dann entschloss ich mich dazu, den Verkäufer zu kontaktieren. Innerhalb von ca. 20 Minuten erhielt ich auch schon eine Antwort: natürlich könne ich das Buch zurück geben und würde dafür mein Geld erstattet bekommen. Doch dann folgte noch das PS:
„PS: Und nach Deutschen Gesetz gibt es kein Gesetz was Unternehmen berechtigt solch eine Forderung (nicht weiter Verkaufen) zu stellen. Noch! Leben wir in einer FREIEN Gesellschaft und einer weitestgehend freien (Sozialen) Marktwirtschaft. In China zb ließe sich so etwas sicher Regeln. Sollte ich mich irren und die Gesetze haben sich geändert, teilen Sie mir bitte den entsprechenden Paragraphen mit, vielen Dank.“

Hier muss ich leider sagen: mir schwillt der Kamm! Ich finde diese Antwort ganz schön frech. Und am liebsten würde ich hier jetzt mit unflätigen Schimpfwörtern um mich schmeißen. Aber das lasse ich lieber. :) Natürlich möchte ich sowas nicht unterstützen. Genauso wenig möchte ich, dass das Buch wieder durch den Verkäufer weiter verkauft wird.

Was tun?

Ich habe mal die Plattform darauf hingewiesen und bin gespannt, was die dazu sagen…

SaCre –> die jetzt mal Dampf ablassen konnte

Nachtrag 06.11.2012, 8.00 Uhr:

Eine Antwort kam gestern Abend noch:

„Guten Tag,
vielen Dank für diesen Hinweis! Wir gehen diesem intern nach — eine Kopie Ihrer E-Mail habe ich an die entsprechende Abteilung weitergeleitet. Uns ist sehr daran gelegen, dass Transaktionen problemlos ablaufen und stellen Nachforschungen an, wenn wir der Meinung sind, dass unsere Teilnahmebedingungen verletzt wurden. Dies ist auch bei Ihrem Hinweis der Fall. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Sie aus Datenschutzgründen nicht über das Ergebnis unserer Nachforschungen informieren können. Bitte entschuldigen Sie vielmals die Ihnen gegebenenfalls entstandenen Unannehmlichkeiten! Bei weiteren Fragen oder Anliegen sind wir jederzeit gerne für Sie da!“


Wenn Rezensionsexemplare verkauft werden…

Bei lovelybooks.de und auf Textverliebt’s Blog bin ich auf ein aktuelles Problem gestossen. Anscheinend gibt es Leute, die mit dem Verkauf von Rezensionsexemplaren versuchen, Geld zu machen. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, möchten wir gerne das Thema aufgreifen. Hier also der Text von textverliebt.de:

„Verkaufe gut erhaltene Bücher, Widmung auf der ersten Seite entfernt…

Veröffentlicht am 26. Oktober 2012

Ich verkaufe hier sehr gut erhaltene Bücher zum Schnäppchenpreis. Leider muss ich sie aus Platzgründen abgeben. Die meisten Bücher waren auf der ersten Seite leicht verschmutzt oder wiesen eine persönliche Widmung auf, deshalb habe ich diese Seite vorsorglich entfernt. Ansonsten sind die Bücher allerdings sehr gut erhalten, da sie nur einmal gelesen wurden.

So oder so ähnlich klingen viele Anzeigen, die ich in letzter Zeit lesen “durfte”.  Spontan möchte ich dann jedes Mal in gemeine Flüche und Schimpftiraden ausbrechen. Keine Sorge Mama, mach ich hier nicht öffentlich!  Trotzdem möchte ich es mir nicht nehmen lassen, mich an diese Blogger zu richten:

Vielleicht wissen einige von Euch nicht, dass das Verkaufen von kostenlosen Lese- und Rezensionsexemplaren NICHT ERLAUBT ist. Bei einigen Büchern lässt sich das aus einem entsprechenden Aufkleber, Aufdruck oder dem Stempel UNVERKÄUFLICH schlussfolgern. Auch wenn diese Hinweise fehlen, ist es für die Verlage nicht schön, die entsprechenden Exemplare bereits nach wenigen Tagen im Internet auf diversen Verkaufsplattformen zu finden. Dieses Verhalten ist den Verlagen und anderen Bloggern gegenüber unfair.

Möglicherweise solltet Ihr Euch Eurer privilegierten Situation wieder bewusst werden! Ich durfte in der kurzen Lebenszeit meines Blogs bereits einige kostenlose Exemplare rezensieren. (Übrigens: Es ist Quatsch, dass Lese- und Rezensionsexemplare anders bewertet werden als gekaufte oder geliehene Bücher. Ein Buch wird nicht dadurch besser, dass es kostenlos ist. In der Regel lese ich die Bücher, die wahrscheinlich meinem Geschmack entsprechen. Vielleicht werde ich darüber aber irgendwann einen eigenen Artikel schreiben.) Zurück zum Thema: Ich fühle mich geehrt, wenn ein Verlag der Meinung ist, dass ich ein Rezensionsexemplar verdiene. Noch toller ist es natürlich, wenn dieses Exemplar ohne Stempel, Aufdruck, Aufkleber oder Ähnliches in meinem Regal steht.

Bis jetzt bin ich nicht in der Situation, dass ich wegen zu vieler Bücher umziehen muss, solltet ihr Euch in dieser Situation befinden, gibt es allerdings viele andere Möglichkeiten: Palliativstationen und Hospize sind häufig von der Gutmütigkeit der Leute abhängig, ebenso sämtliche Heime. Schulbibliotheken können auch immer neue Bücher gebrauchen. Sollte Euch keine dieser Möglichkeit gefallen, verschenkt Eure Exemplare oder bietet sie zum kostenlosen Lesen an.

Bitte habt soviel Respekt vor den Verlagen, anderen Bloggern und potenziellen Käufern, dass ihr sie nicht für dumm verkauft! Vielleicht werdet Ihr nicht von den Verlagen erwischt, aber Karma wird Euch kriegen! Möglicherweise bin ich naiv, aber ich würde mich freuen, wenn Ihr einfach mal in einer ruhigen Minute über meine Worte nachdenkt und dementsprechend handelt!

Viele Grüße
Katharina

PS: Natürlich verkaufe ich die Bücher auf dem oben geposteten Bild nicht. Das sind meine Neuankömmlinge, die jetzt in der kalten Jahreszeit bei mir ein gemütliches Heim gefunden haben.“

SaCre