[Gewinnspiel – Auslosung] „Paulf Fiction“

Mit dem Gewinnspiel endeten die „Paulf Fiction“-Wochen auf unserem Blog, in deren Verlauf wir euch diverse Rezensionen zu den Büchern von Paul Cleave und Wulf Dorn und einen Lesungsbericht präsentiert haben.

Die richtigen Antworten auf unsere Fragen waren: Christchurch für „Operzeit“ und Mark Behrendt für „Phobia“.

Herzlichen Glückwunsch

Über „Phobia“ freuen darf sich: Yvonne
„Opferzeit“ gewonnen hat: Martina Santa

Da wir eure Adressen ja schon haben, werden sich die Bücher in Kürze auf den Weg zu euch machen. Ihr solltet also schon bald Post erhalten. :)  Über eine kurze Rückmeldung würden wir uns freuen.

Viel Spaß beim Lesen und lasst uns wissen, wie es euch gefallen hat. Wir sind gespannt!

Eure Bookwives – Sabrina und Sabrina ♥


[Gewinnspiel] „Paulf Fiction“

In den letzten Wochen genossen die beiden Thriller-Autoren Paul Cleave und Wulf Dorn auf unserem Blog ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Neben Rezensionen zu „Phobia„, „Der siebte Tod“ und „Opferzeitpräsentierten wir euch außerdem  einen Bericht zu der Lesung der beiden Autoren am 31.10.2013 in Düsseldorf.

Die „Paulf Fiction-Wochen“ möchten wir nun mit einem Gewinnspiel beenden. Wir haben die beiden Autoren gebeten, je ein Exemplar ihres aktuellen Buches zu signieren, und möchten euch damit nun eine kleine Freude machen.

Was ihr tun müsst, um „Opferzeit“ oder „Phobia“ zu gewinnen? Ganz einfach:
Füllt das unten stehende Formular aus, postet noch einen Kommentar (bitte nicht die Antwort auf die u. g. Frage) unter diesen Artikel – und drückt euch selber die Daumen!

Ihr könnt für beide Bücher in den Lostopf hüpfen, jedoch nur eins gewinnen. Teilnahmeschluss ist der 10. November- 23:59 Uhr. Die Gewinner/innen werden am 11. November hier bei uns auf dem Blog bekannt gegeben.

Das Kleingedruckte: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit einer gültigen Meldeadresse in Deutschland. Ihr solltet über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Versand erfolgt als Maxi-/Großbrief.

Wir wünschen euch viel Glück!

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥


Ein Abend mit… Paul Cleave & Wulf Dorn

Lange haben wir uns darauf gefreut. Dann war er endlich da: der 31. Oktober, Halloween-Abend. Ein Abend voller Thrill, Ängsten und Geschichten: die Paulf Fiction Tour 2013 machte Halt in Düsseldorf.

Tim Müller, seines Zeichens Lektor beim Heyne Verlag, leitete den Abend charmant ein. Er freute sich „mal aus dem Verlag rauszukommen“ und eines sei gesagt: es hat sich gelohnt – für ihn und für uns. :)

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Tour? Wulf Dorn kommt aus der Nähe von Ulm. Paul Cleave aus Christchurch, Neuseeland. Beide haben sich im Februar 2012 in Leipzig auf der Heyne Verlagsparty kennen gelernt. Und es war „Liebe“ auf den ersten Blick – wie die beiden schnell bei diversen Gin & Tonic feststellten. Nun wurde uns auch die Widmung in „Phobia“ klar. Die beiden sind ein hervorragendes Team, haben viele Gemeinsamkeiten und passen sehr gut zusammen. :)

Mit 15 Jahren schrieb Paul, dessen leuchtend blauen Augen die Zuhörer anstrahlten, einen Schulaufsatz zu Weihnachten, an dessen Ende Santa am Baum hing. Das hat wohl seinen literarischen Weg geebnet. Welche Note er dafür bekam, hat er uns aber verschwiegen. :)
Dann gab der Autor eine Zusammenfassung über den „Held“ seiner Bücher „Der Siebte Tod“ und „Opferzeit„: Joe Middleton – Der Schlächter von Christchurch. Dieser muss am Anfang des zweiten Buches leiden. Paul bezeichnet das als „bad luck„. Und das ist der Grund, warum die Leute Joe mögen, obwohl er böse ist, ein Serienkiller. Die eigene Mutter, so Cleave, hat ihn sehr zur verrückten Mutter seines Protagonisten inspiriert. Nicht nur das Publikum lacht darüber, auch er selber.
Doch wie kam er auf die Idee zu Joe? Er wollte eine Geschichte aus Sicht eines Killers schreiben, mit dem die Leser aber auch schmunzeln können.

Nun das erste Highlight: Wulf Dorn liest den Anfang von „Opferzeit„. Und was sollen wir sagen? GÄNSEHAUT!!! Hat jemand von euch schon mal eine Lesung mit Wulf mitgemacht? Wenn ja – dann wisst ihr, wie sehr auch wir seiner Stimme verfallen sind. Wenn nein – ihr habt gehörig was verpasst. Wir schmachten noch immer… ;) Auf die Frage, wie es für ihn ist, sein Buch auf deutsch zu hören, antwortet Paul Cleave, dass es ziemlich komisch sei. Gerade dann, wenn das Publikum lacht. Er weiß ja nicht, ob wir wegen des Buches lachen, oder vielleicht doch eher über Wulf Dorn. :D

Beide Autoren sind der Meinung, dass die ersten Sätze im Buch die wichtigsten sind. Schließlich müssen sie den Leser in ihren Bann ziehen. Der Prolog soll dem Leser aufzeigen, welche Atmosphäre ihn im Buch erwartet. Wulf schreibt grundsätzlich zuerst den Anfang des Buches, dann das Ende und die Schlüsselszene. Die Geschichte baut er dann dazwischen auf. Und dass ihm das ganz wunderbar gelingt, konnte er uns mit „Phobia„, „Dunkler Wahn“ und „Trigger“ schon beweisen. Er hat zuerst im Genre Horror geschrieben. Davor hat er Comicstrips gemalt, die er „aber keinem Psychiater vorlegen“ würde. Seiner Meinung nach sind es auch nicht Werwölfe und Vampire, die Leser in Schrecken versetzen, sondern der Mensch selber, mit seinen ureigenen Ängsten.

"20 Jahre Psychiatrie. Allerdings mit Schlüssel." Wulf Dorn

„20 Jahre Psychiatrie. Allerdings mit Schlüssel.“ Wulf Dorn

Und dann liest er den Anfang aus „Phobia„. Und so, wie er es vorträgt, lässt er uns als Zuhörer sehr tief in die Atmosphäre und Geschichte eintauchen. Wir sind wieder mal begeistert.
Was uns richtig gruseln lässt: die ganze Geschichte, besonders der Anfang, beruht auf zwei wahren Begebenheiten, die in Deutschland geschehen sind, und die er zu dieser Story zusammen geführt hat. Das Grauen ist vor der Haustür! Wir mussten uns erstmal schütteln.
Warum hat er diesen Titel gewählt? Angst ist ein kontinuierlicher Bestandteil des Lebens, und auch seiner Bücher. Das Gewohnte wird oftmals zur Angst und auch unsere Gesellschaft orientiert sich daran. Er selber sei auch ein ängstliches Kerlchen, verrät er uns, und gibt gleich dazu noch eine Anekdote aus dem Indonesien-Urlaub zum Besten. Übrigens fürchtet er sich vor Schlangen und Blindschleichen. Sogar Feuerwehrschläuche seien ihm nicht geheuer. Was Paul dazu sagt? Er hat Angst vor Älterwerden und Haareverlieren. :)

Paul Cleave hatte jahrelang Anfragen darüber, wann er seine Geschichte um Joe, die erstmals 2007 erschien, weiter geht. Im letzten Jahr war für ihn persönlich dann der richtige Zeitpunkt gekommen. Und innerhalb von 6 Monaten war die Fortsetzung dann geschrieben.
Wulf Dorn hat an „Phobia“ ein Jahr geschrieben. In diesen 12 Monaten hatte er aber einen „geregelten“ Tagesablauf und das Schreiben war für ihn ein Vollzeitjob. Auf die Frage, wie wichtig Gewalt für Thriller ist, antwortet er, dass er den Trend an Blutrünstigkeit nicht so gut findet, da es nicht sein Stil ist. Er versucht, das Kopfkino der Leser anzuregen, sodass man im Kopf mehr erlebt als man tatsächlich gelesen hat.

Paul liest nun aus seinem englischen Original zu „Opferzeit„. Er spricht über Melissa, seine weibliche Serienkillerin. Sie ist Joe sehr ähnlich und er brauchte den weiblichen Gegenspieler.  Sie ist „nice“, hat aber „nuts“ im Kopf. Wir mussten immer wieder über seine Ausführungen lachen.

"Melissa is also based on my mum." Paul Cleave

„Melissa is also based on my mum.“ Paul Cleave

Wulf Dorn ist ein Filmliebhaber und sammelt Horrorfilme. So kommt das Thema zwangsläufig auf die Frage, ob die Bücher der beiden auch verfilmt werden. Für „Trigger“ wurden die Filmrechte verkauft, doch gestaltet sich die Umsetzung als langwierig und nicht so einfach. Auch Paul hat die Filmrechte verkauft und so geistern einige Namen durch das Publikum, deren Schauspieler sich hervorragend als Joe machen würden.

Beide Autoren sind international erfolgreich – doch nicht in den USA und UK. Paul meinte dazu „people who understand my language, don’t like me“.  Er freut sich darüber, dass er durch seinen Beruf so viel reisen und Leute kennen lernen kann. Er hat ein tolles großes Haus mit vielen Katzen, kann aufstehen wann er will, Tennis spielen und in die Fenster anderer Leute schauen.

Musik spielt für beide ebenfalls eine große Rolle. Paul hört sehr laut Musik beim Schreiben und singt ebenso laut – aber nicht schön – mit. Seine Worte. :) Während er „Das Haus des Todes“ schrieb, dröhnten „The Doors“ aus der Anlage. Bei der Arbeit an „Opferzeit“ war es Bruce Springsteen.
Wulf hörte beim Schreiben von „Trigger“ Sisters of Mercy und bei „Phobia“ Marylin Manson. Und wir fragen uns noch jetzt, wie man sich dabei auf das Schreiben konzentrieren kann… :) Aber auch Klangschaften hört er gerne während der schriftstellerischen Arbeit.

Die nächsten Projekte der beiden: im cbt Verlag wird im nächsten Jahr ein weiterer Jugendthriller von Wulf Dorn erscheinen. Und auch von Cleave wird es im nächsten Jahr einen neuen Thriller geben und darin ein Wiedersehen mit Theo Tate, der dem einen oder anderen aus „Das Haus des Todes“ bekannt sein dürfte. Ein gemeinsames Buch wird es von beiden aber erstmal nicht geben. Sie werden höchstens eins zusammen lesen. „Der Grinch“. Zu Weihnachten. :)

Neben vielen lustigen und interessanten Anekdoten haben wir noch erfahren, dass nach Pauls Theorie ein Frisbee die Welt retten kann. Vielleicht hat er damit sogar Recht. Es wäre einen Versuch wert.
Und nach einer ganzen Menge Fragen an die beiden Autoren neigt der Abend sich leider auch schon dem Ende zu. Natürlich wird noch fleißig signiert und wir haben die Gelegenheit, nochmal die ein oder andere Frage zu stellen. Und beim Signieren haben wir selbstverständlich auch an EUCH gedacht! :)

Hach, es war schön. Ein toller und unterhaltsamer Abend, den wir nicht nur dank Wulfs unvergesslicher Stimme und Pauls blauen Augen nicht so schnell vergessen werden. Beide Autoren kamen sehr sympathisch und nahbar rüber. Wir hoffen, dass das nicht die letzte Lesung war. :)

*smile* Paul Cleave, SaFi, SaCre, Wulf Dorn

*smile*
Paul Cleave, SaFi, SaCre, Wulf Dorn

Eure strahlenden Bookwives


Vorfreude: Lesung mit Paul Cleave und Wulf Dorn

Wir Bookwives freuen uns darauf, Halloween dieses Jahr in einem ganz besonderen Rahmen verbringen zu dürfen. Und zwar auf einer Lesung von gleich zwei Thriller-Autoren der Spitzenklasse:

Paul Cleave © Paul Cleave

Paul Cleave © Paul Cleave

Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland geboren, dem Ort, wo auch seine Romane spielen. Neben dem Schreiben renoviert er Immobilien („Ich kaufe ein Haus, lebe etwa ein Jahr in ihm, während ich es renoviere, und verkaufe es dann“). Dem Fan von Stephen King und Lee Child gelang mit seinem Debütroman Der siebte Tod auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der in Deutschland monatelang auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten stand.
(Quelle: Autorenseite Heyne)

Wulf Dorn © Isabelle Grubert

Wulf Dorn © Isabelle Grubert

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein 2009 erschienener Debütroman Trigger wurde ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Nach zwanzigjähriger Psychiatrietätigkeit lebt er heute als freier Schriftsteller mit seiner Frau und einer Glückskatze in der Nähe von Ulm.
(Quelle: Autorenseite Heyne)

Am 31.10.2013 werden die beiden Autoren ab 20:15 Uhr aus Ihren aktuellen Thrillern „Opferzeit“ und „Phobia“ lesen. Ort des Geschehens ist die Mayersche Buchhandlung auf der Düsseldorfer Kö.

Paulf Fiction

Büchertechnisch sind die beiden Autoren keineswegs Neuland für uns. SaFi hat im vergangenen Jahr Paul Cleave für sich entdeckt und „Das Haus des Todes“, „Der siebte Tod“ und „Opferzeit“ gelesen. Von Wulf Dorn haben wir beide „Phobia“ gelesen, SaCre außerdem noch „Trigger“ und „Dunkler Wahn“.

Nachdem uns die Bücher überzeugen konnten, freuen wir uns schon sehr darauf, die beiden Autoren live und in Farbe erleben zu dürfen.

Wie sieht es mit euch aus? Werdet ihr auch vor Ort in Düsseldorf sein? Habt ihr schon Bücher der beiden gelesen? Seid ihr Cleave/Dorn-Fans?

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥


[Rezension] Opferzeit | Paul Cleave

Opferzeit von Paul Cleave
 
Titel: Opferzeit
Autor: Paul Cleave
Seitenzahl: 672 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43749-4
Veröffentlichung: 14. Oktober 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Vor einem Jahr versetzte Joe Middleton, besser bekannt als der Schlächter von Christchurch, mit seinen brutalen Morden die Stadt in Angst und Schrecken. Nun sitzt Joe im Knast und wartet auf seinen Prozess, der in ein paar Tagen beginnen soll. Joe ist felsenfest davon überzeugt, dass er nach dem Prozess nicht wieder in den Knast muss. Denn er beteuert seine Unschuld und will auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren. Was der Serienkiller nicht ahnt: Melissa X, seine ehemalige Geliebte, plant einen Anschlag auf Joe und hat auch schon jemanden gefunden, der bereit ist, den Abzug zu drücken…

Opferzeit_Atikelbild

Meine Meinung:

Wie gut, dass ich im letzten Jahr Paul Cleave für mich entdeckt habe. Wie gut, dass dieser eine Fortsetzung von Joes Geschichte geschrieben hat. Wie gut, dass ich nach „Der siebte Tod“ direkt zu „Opferzeit“ greifen konnte…

„Ich bin ein netter Kerl. Das versuche ich den Leuten immer wieder zu erklären. Doch niemand will mir glauben.“ (Seite 35)

Da ich den ersten Teil der Geschichte rund um den Schlächter von Christchurch unmittelbar vor der Fortsetzung gelesen hatte, fiel mir der Einstieg natürlich nicht schwer. Paul Cleave knüpft da an, wo die Geschichte zuvor endete, streut die wichtigsten Punkte noch mal kurz ein, und gönnt dem Leser auf den nachfolgenden Seiten dann kaum eine Atempause.

Die Spannung nimmt von Seite zu Seite mehr zu und die Handlung wird mit der Zeit immer komplexer. Lange Zeit tappt der Leser in Bezug auf die Frage wie das alles ausgehen wird im Dunkeln. Dazu trägt auch der wieder einmal gut durchdachte Aufbau der Geschichte bei. Neben Joe bekommen diesmal auch Melissa, die Joe in Sachen Wahnsinn in nichts nachsteht, und Carl Schroder, der ermittelnde Detective im Schlächter-Fall, ihre eigenen Kapitel.

„Und genau aus diesem Grund ergibt die Welt keinen Sinn. Ein Typ mit Glatze regiert unser Land, und trotzdem bin ich es, der im Knast sitzt?“ (Seite 177)

Joes Gedanken und Ansichten werden wieder genauestens unter die Lupe genommen – frei nach dem Motto „Der Wahnsinn hat einen Namen: Joe Middleton“. Diesmal wird aber nicht bloß er einer psychologischen Begutachtung unterzogen, sondern auch die anderen Darsteller. Dabei tun sich Abgründe auf, erschütternde Wahrheiten kommen ans Licht und so manche Unklarheit wird ausgeräumt. Auch wenn Joe in diesem Wälzer mit knapp 700 Seiten nicht zu kurz kommt, fehlte mir doch ein wenig dieser eigentümliche Flair aus „Der siebte Tod“, wo so ziemlich alles aus der Sicht von Joe geschildert wird.

Obwohl „Opferzeit“ das aktuelle Buch von Paul Cleave ist, reiht es sich in der Zeitleiste direkt nach „Der siebte Tod“ ein, und das wird während des Lesens auch immer wieder deutlich. So kreuzte z. B. Caleb Cole – ein alter Bekannter aus „Das Haus des Todes“ – meinen Leseweg und brachte die Erinnerungen an seine Geschichte wieder zurück. Mir hat dieser Kniff von Paul Cleave sehr gut gefallen.

„Sie will Joes Tod, und das findet er okay. Denn er will ihn ebenfalls. Ihre Wünsche sind dieselben.“ (Seite 365)

In einem Interview zu „Opferzeit“ schreibt Paul Cleave: „Tatsächlich möchte ich behaupten, dass es das beste Buch ist, das ich je geschrieben habe.“ Auch wenn ich bislang nicht alle Bücher des neuseeländischen Autors gelesen habe, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Aussage nicht bloß so dahin geschrieben wurde, sondern der Wahrheit entspricht. „Opferzeit“ ist psychologisch gut durchdacht, bietet Spannung und Action ohne dabei überladen zu wirken, und trumpft mit einem Serienkiller auf, der zwar das personifizierte Böse darstellt, gleichzeitig aber, dank seiner einzigartigen Art und Weise, auch zum Lachen animiert. Wer Joe noch nicht kennt, sollte dies möglichst schnell nachholen.

4,5SaFi

HIER gibt es weitere Infos zu „Opferzeit“ – z. B. einen Steckbrief von Joe.


[Rezension] Der siebte Tod | Paul Cleave

Der siebte Tod von Paul Cleave
 
Titel: Der siebte Tod
Autor: Paul Cleave
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43247-5
Veröffentlichung: 02. April 2007
Leseprobe

Zum Inhalt:

Auf seine Mitmenschen wirkt Joe Middleton wie ein ganz normaler Kerl. Er verdient als Putzmann bei der Polizei von Christchurch seine Brötchen, vergisst nie, seine geliebten Fische zu füttern und besucht regelmäßig seine Mutter, deren Kaffee er bei diesen Gelegenheiten ab und zu mit Rattengift eine besondere Note verleiht.
Joe ist der einzige in der Stadt, den die Meldungen über den Schlächter von Christchurch, dem sieben Morde an Frauen zur Last gelegt werden, nicht weiter interessieren. Abgesehen von einer Kleinigkeit: Der Schlächter, dass weiß Joe ganz sicher, ist nur für sechs der sieben Morde verantwortlich. Doch wenn es schon einen Nachahmer gibt, dann kann man ihn ja auch aufspüren, bestrafen und ihm die Morde anhängen, oder? Wenn ihm dabei doch bloß nicht so viele Frauen im Weg stehen würden…

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 Meine Meinung:

Ist euch buchtechnisch schon mal ein Serienkiller über den Weg gelaufen, der euch mit seinen Taten zwar das Fürchten lehrt, euch aber gleichzeitig mit seinen Überlegungen und Gedankengängen fast schon in Gelächter ausbrechen lässt? Mir bislang nicht. Doch jetzt hat Joe Middleton meinen Leseweg gekreuzt…

»Ich heiße Joe«, sage ich und lange nach meinem Aktenkoffer. Ich wähle das zweitgrößte Messer, das ich darin aufbewahre. Eine Klinge von feinster Schweizer Machart. Ich halte es hoch. Wir können es beide sehen. Für sie sieht es größer aus, obwohl ich näher dran bin. Hat irgendwas mit der Perspektive zu tun. (Seite 12)

Paul Cleave hat mit Joe einen äußerst interessanten und nicht minder kranken Serienkiller ins Rennen geschickt. Auch wenn es rein wörtlich die Untertreibung des Jahres ist, formuliere ich es mal so: Joe hat es faustdick hinter den Ohren. In seinem Kopf – der für Außenstehende mit nicht sehr viel Inhalt gefüllt zu sein scheint, da Joe es hervorragend versteht, seine Umwelt glauben zu lassen, dass er geistig nicht ganz auf der Höhe ist und den IQ eines Lattenzauns hat – schmiedet er perfide Pläne, die er dank seines geliebten Messers und der teuer erstandenen Glock, ohne Rücksicht auf Verluste, dann auch alsbald ausführt.

Joe höchstpersönlich führt den Leser durch die Geschichte. Lässt einen Teil seines Lebens sein. Neben den Morden nehmen Joes ausschweifende Gedanken über Gott und die Welt einen großen Teil des Buches in Anspruch. Mit anderen Worten: Joe schwafelt viel und gerne rum – mal mit mehr, mal mit weniger Sinn und Verstand, aber immer mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Auf der einen Seite wird so das Profil von Joe auf eine Art und Weise vervollständigt, die ich bislang nicht kannte und die mir sehr gut gefallen hat, auf der anderen Seite wurde mein Lesewille so ein paar Mal ganz schön strapaziert.

„Eine Signatur ist das, worum es bei einem Mord überhaupt geht. Sie ist der Lohn. Ich habe keine, weil ich keiner dieser kranken, perversen Bastarde bin, die Frauen umbringen, weil sie das für ihre sexuelle Befriedigung brauchen. Ich mache es aus Spaß. Und das ist ein großer Unterschied.“ (Seite 51)

Die Schilderungen von Joes Taten waren größtenteils nicht so detailliert und unverblümt beschrieben, wie ich es in einem Thriller dieses Formats eigentlich gerne lese. Cleave setzt mit seinen Beschreibungen an, hört dann meistens aber abrupt wieder auf und der Leser wird mit den Folgen der Taten konfrontiert. So findet das Bestialische im Kopf des Lesers, und nicht in Form von gedruckten Buchstaben, statt. Der Fantasie sind so zwar kaum Grenzen gesetzt, der thrillige Leseschauer bleibt dadurch aber stellenweise ein wenig auf der Strecke.

Wenn ich das Buch an sich schlecht gefunden hätte, würde ich an dieser Stelle vermutlich schreiben, dass die Geschichte langatmig ist und vor sich hinplätschert. Da aber das genaue Gegenteil bei mir der Fall ist, komme ich eher zu dem Schluss, dass das fast schon gemächliche Voranschreiten der Geschichte – von ein paar Highlights mal abgesehen – gepaart mit Joes Wesen eine fast perfekte Kombination bietet.

„Ich glaube, er hat mich gerade einen verrückten Bastard genannt. Vielleicht bin ich das. Vielleicht ist das mein Problem. Ich überprüfe diese Theorie, indem ich aufstehe und ihm meine Faust in den Magen ramme.
Das gibt’s doch nicht! Er hat tatsächlich recht.“ (Seite 344)

„Der siebte Tod“ war für mich nicht der knallharte und blutrünstige Thriller, auf den mich gefreut hatte, sondern eher das gut durchdachte und ausgereifte Psychogramm eines Wahnsinnigen. Dennoch (oder gerade deshalb?) hat Paul Cleave mich mit seiner Idee und deren Umsetzung begeistern können.

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Wir freuen uns auf … Neuerscheinungen Oktober 2013

Die Liste der vergessenen Wuensche von Robin GoldDie Liste der vergessenen Wünsche
Robin Gold
Blanvalet
Klappenbroschur, 352 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0484-7
VÖ: 08. Oktober 2013

Früher war alles einfacher. Abschiede zum Beispiel. Als die achtjährige Clara Black – in einem schwarzen Badeanzug – ihren Kater »Schweinebraten« beerdigt, ahnt sie nicht, dass das Leben noch einen viel größeren Verlust für sie bereithalten würde: Jahre später stirbt ihr Verlobter kurz vor der Hochzeit. Es bricht Claras Herz. Doch dann findet sie eine alte Liste mit ihren Kindheitswünschen, die vor ihrem 35. Geburtstag in Erfüllung gehen sollten. Ganz unverhofft wird die Liste zu Claras Rettungsanker – und zum Weg zurück ins Glück …

Die Liebe deines LebensDie Liebe deines Lebens
Cecelia Ahern
FISCHER Krüger
Gebundenes Buch, 384 Seiten
ISBN 978-3-8105-0151-6
VÖ: 08. Oktober 2013

LIEBE IST … ZU LEBEN! Christine & Adam. Eine Liebesgeschichte, die das Leben verändert.
Adam will einfach nur, dass alles aufhört. Er ist über das Geländer der Brücke geklettert und schaut hinunter in das kalte, schwarze Wasser. Christine will einfach nur helfen. Mit einem Deal kann sie Adam vom Springen abhalten: Bis zu seinem nächsten Geburtstag wird sie ihn überzeugen, dass das Leben lebenswert ist! Schnell wird klar, dass sie ihn nur retten kann, wenn sie ihn wieder mit seiner großen Liebe zusammenbringt. Doch dann merkt Christine, wie sie sich selbst Hals über Kopf in Adam verliebt …

Gesetz der RacheGesetz der Rache (Artikel 5, Band 2)
Kristen Simmons
ivi
Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN: 978-3-492-70305-5
VÖ: 01. Oktober 2013

Die Regierung hat Ember und Chase für tot erklärt – endlich sind sie frei und schließen sich dem Widerstand an. Doch im Lager der Rebellen herrscht Aufregung: Der geheimnisvolle „Heckenschütze“ erschüttert mit seinen Anschlägen die Moralmiliz. Wer ist er? Steht der aufseiten der Rebellen? Wird er dem Widerstand zum Durchbruch verhelfen? Um den Attentäter zu fassen, veröffentlicht das FBR eine Fahndungsliste – und zu den Hauptverdächtigen gehört Ember. Mit dem Wissen, von ihren neuen Freunden verraten worden zu sein, muss Ember eine Entscheidung treffen: Wird sie sich ihr Leben lang im Untergrund verstecken oder für ihre Freiheit kämpfen?

Ketchuprote Wolken von Annabel PitcherKetchuprote Wolken
Annabel Pitcher
Goldmann
Klappenbroschur, 288 Seiten
ISBN: 978-3-442-31254-2
VÖ: 08. Oktober 2013

Alles beginnt damit, dass Zoe Collins sich unsterblich verliebt – und es endet in einem Desaster, das ihr Leben dramatisch verändert. Denn Zoe hat etwas Schreckliches getan und glaubt, mit den Konsequenzen niemals fertig zu werden. Wie soll sie auch mit dem Wissen weiterleben, dass sie den Tod eines Menschen zu verantworten hat – und ungestraft davongekommen ist? Als sie glaubt, ihre Schuldgefühle keinen Tag länger ertragen zu können, erfährt sie von Stuart, einem Mann, der ebenfalls einen großen Fehler in seinem Leben gemacht hat. Sie beginnt ihren ersten Brief an ihn, in der Hoffnung, endlich ihren Frieden zu finden und sich selbst vergeben zu können …

Opferzeit von Paul CleaveOpferzeit
Paul Cleave
Heyne
Taschenbuch, 672 Seiten
ISBN: 978-3-453-43749-4
VÖ: 14. Oktober 2013

Die Einwohner der Neuseelandmetropole Christchurch sind aufgebracht. Ein Jahr nach der brutalen Mordserie, die ihre Stadt erschütterte, beginnt der Prozess um den berüchtigten Schlächter von Christchurch. Doch Joe, der scheinbar grenzenlos naive Serienmörder, beteuert nach wie vor seine Unschuld. Unterdessen zieht sich die psychopathische Melissa X einen neuen Killer heran, um Joe, mit dem sie einst eine unheilige Liaison einging, zu töten. Christchurch droht eine Apokalypse des Todes

Wen der Rabe ruftWen der Rabe ruft
Maggie Stiefvater
Script 5
Gebundenes Buch, 464 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0153-0
VÖ: 09. Oktober 2013

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?
„Wen der Rabe ruft“ ist der erste von vier Bänden. Mehr Infos zu Buch und Autorin unter: www.maggiestiefvater.de

Die Seele des OzeansDie Seele des Ozeans
Britta Strauss
Drachenmond Verlag
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN: 978-3-931989-79-8
VÖ: Herbst 2013

„Geschichten aus den Tiefen der nordischen See erzählen von einer todkranken Schriftstellerin, die sich an die einsame Küste Nordirlands zurückzieht. Von einem geheimnisvollen Fremden mit dem Blut des Meeres in den Adern, der dazu bestimmt ist, für die Liebe das größte aller Opfer zu bringen. Sie erzählen die Geschichte eines weißen Narwals, und die einer Liebe, so tief wie der Ozean.“ Dieser Klappentext steht auf dem Buch, das Kjell von seiner sterbenden Mutter geschenkt bekommt. Es ist ihr Vermächtnis. Ihr letztes Geschenk an ihn. Kjell flüchtet sich in die Welt des Buches, und beginnt bald zu spüren, wie Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen. Die fantastischen Fäden des Romans verweben sich mit seinem Leben, Kapitel für Kapitel erkennt er, wer er wirklich ist – und wie sehr das unglaubliche Mysterium, das sich ihm langsam zwischen den Zeilen offenbart, sein Leben verändern wird. Das Meer verbirgt viele Geheimnisse, aber das Größte lebt in ihm selbst.

DrecksspielDrecksspiel
Martin Krist
Ullstein
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN: 978-3-548-28537-5
VÖ: 11. Oktober 2013

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall …

Wainwood House - Rachels Geheimnis von Sarah StoffersWainwood House – Rachels Geheimnis
Sarah Stoffers
cbj
Gebundenes Buch, 528 Seiten
ISBN: 978-3-570-15759-6
VÖ: 28. Oktober 2013

England, 1907. Die Ankunft des ägyptischen Waisenmädchens Jane am Landsitz der adeligen Familie Goodall sorgt für Aufruhr unter Herrschaft wie Dienerschaft. Butler Maxwell Frost sieht sich gezwungen, das Mädchen als Hausmädchen in die strenge Hierarchie der Angestellten zu integrieren, während der Earl of Derrington mit unangenehmen Erinnerungen an seine Militärzeit in Ägypten konfrontiert wird. Und es kündigen sich weitere Gäste an: Colonel Feltham, der mit dem Earl in Ägypten gekämpft hat, sowie der junge und reiche Erbe Ruben Crockford lassen das Herz von Lady Derrington höher schlagen, denn ihre Töchter Claire und Penelope sind im heiratsfähigen Alter …

Jake DjonesIn der Arena des Todes von Damian DibbenJake Djones. In der Arena des Todes (The History Keepers Band 2)
Damian Dibben
Penhaligon
Gebundenes Buch, 352 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3094-5
VÖ: 14. Oktober 2013

Die Geschichtshüter geraten erneut in große Gefahr, denn ihre Vorräte an Atomium sind beunruhigend geschrumpft. Ohne zu zögern begeben sich Jake Djones und seine Gefährten auf eine riskante Mission, um jenes geheimnisvolle Elixir zu beschaffen, ohne das sie nicht durch die Zeit reisen können. Da erfahren die Agenten von den jüngsten Plänen ihrer Erzfeinde: Die Familie Zeldt versucht mit aller Macht, die antike römische Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Und so müssen die Geschichtshüter weiter als jemals zuvor in der Vergangenheit zurückreisen, um die Gegenwart und die Zukunft unserer Welt zu retten …


Das Haus des Todes [Rezension]

Das Haus des Todes von Paul Cleave

Autor: Paul Cleave
Titel: Das Haus des Todes
Seitenanzahl: 576
ISBN: 978-3-453-43695-4
Verlag: Heyne

Zum Inhalt:

Caleb Cole hat in dieser Nacht so einiges vor. Er fühlt sich gut, ist frisch geduscht und an seinem Körper klebt nun kein Blut mehr. Das wird sich aber bald wieder ändern, denn Caleb hat gerade erst damit begonnen zu morden…

Meine Meinung:

Meist folgen Thriller ja einem bekannten Muster: ein Killer zieht mordend durch die Stadt und die Polizei folgt seiner blutigen Spur der Verwüstung. In diesem Thriller ist das in gewisser Weise zwar ähnlich, aber irgendwie auch komplett anders.

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich eine etwas andere Story erwartet hatte. Daran sind der Klappentext und der Titel schuld. Ich bin davon ausgegangen, dass Caleb in einem Haus diverse Menschen zusammenrotten und dann blutrünstig abschlachtet wird. So spielt es sich zwar nicht ab, ich wurde aber dennoch nicht enttäuscht.

„Er ist müde und blutverschmiert, und ihm fehlt seine Familie. Ein toter Mann sollte eigentlich nicht so müde sein. Er möchte, dass das hier alles vorbei ist, dabei hat er noch nicht mal angefangen.“ (S. 68)

Caleb Cole musste schwere Schicksalsschläge hinnehmen. All diese Erlebnisse entschuldigen natürlich nicht was er tut, aber diese Erfahrungen liefern die Erklärung für sein Handeln, und sorgten bei mir für das Gefühl des Verstehen Könnens, und stellenweise sogar für Mitleid dem eigentlich verabscheuungswürdigen Serienkiller gegenüber. Paul Cleave lässt Caleb nicht einfach mordend durch die Gegend ziehen. Vielmehr lässt er den Leser Caleb Stück für Stück näher und schließlich an einen Punkt kommen, an dem dann jeder für sich selbst entscheiden muss, was er von Caleb Cole hält.

Mit Theodore Tate, der anderen Hauptperson in diesem Thriller, ist es dasselbe. Obwohl er in dieser Geschichte eigentlich der Gute ist. Aber auch er hat Schreckliches erlebt, hat in der Vergangenheit Fehler begangen, saß sogar schon im Knast, und ist somit eigentlich nicht der typische Held in glänzender Rüstung.

„Auf den Toten wurde so oft eingestochen, dass von der Klinge immer wieder Blut an den Ventilator gespritzt ist, der es dann im Raum verteilt hat; die Gesetze der Physik sind hier auf die Gesetze der Kreativität getroffen.“ (S. 77)

Der Schreibstil war angenehm zu lesen und die Seiten flogen nur so durch meine Hände. Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Zum einen das Tun von Caleb, zum anderen die Polizeiarbeit aus der Sicht von Tate.

Dieser Thriller lebt nicht von blutrünstigen Mordszenarien, die man als geneigter Thriller-Leser vielleicht gewohnt ist und bevorzugt und wartet dann am Ende auch nicht mit einem großen, alles erklärenden Finale auf. Die Spannung ergab sich aus den komplexen Charakteren und daraus, dass ich beide Seiten der Medaille zu gleichen Teilen kennen lernte. Immer in der Gewissheit, dass ich, dank der geschickten Erzählweise, immer mehr wusste als die Polizei, und regelrecht auf die Folter gespannt wurde, wie lange sie wohl brauchen werden, um das zu entdecken, was ich selbst schon seit ein paar Seiten wusste. In den meisten Thrillern ist das ja doch anders.

Für mich ein absolut lesenswerter Thriller.

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