[Rezension] Eden und Orion – Lichtjahre zu dir | Helen Douglas

1 Buch - 2 Meinungen

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Eden und Orion: Lichtjahre zu dir – Helen Douglas

Titel: Eden und Orion – Lichtjahre zu dir
Autor: Helen Douglas

Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-7373-6486-7
Verlag: FISCHER Sauerländer
Empfohlenes Lesealter: Ab 12 Jahren
Veröffentlichung: 22. August 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss … und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat. (© FISCHER Sauerländer)

Meinung – SaCre:

Der Einstieg in die Geschichte fällt dem Leser leicht. Man lernt Eden zunächst einmal gut kennen. Sie ist ein „normaler“ Teenager, könnte unsere Nachbarin sein. Sie ist unkompliziert, praktisch veranlagt, vernünftig, eine gute Schülerin, hat Freunde, die aber nicht zur High Society der Schule zählen. Das ist ihr auch nicht wichtig. Sie könnte eine Freundin von mir sein.
Als Ryan an die Schule kommt, findet Eden sein Verhalten genauso merkwürdig, wie ich es tat. Die Autorin Helen Douglas lässt uns aber alle erst eine Zeit im Ungewissen, bis wir hinter sein Geheimnis kommen. Und das hat es in sich.
Ryan ist ein sehr interessanter Jugendlicher: er ist geheimnisvoll, intelligent und hat „das gewisse Etwas“. Zudem sieht er auch noch gut aus. Von Anfang an ist diese Spannung, dass man hinter sein Geheimnis kommen möchte, spürbar. Doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass er etwas Böses im Schilde führt.

Es ist eine schöne Grundidee, die hinter dieser Geschichte steckt. Sehr interessant und gut charakterisiert stellt die Autorin die verschiedenen Jugendlichen dar. Die Clique ist aus sehr unterschiedlichen Charakteren zusammengesetzt, sodass man als Leser diese Gruppendynamik sofort greifen kann und realistisch findet.
Das Setting ist ebenfalls gut gewählt. Perran, als britischer Küstenort, mit Meer, Klippen und kleinen Dörfern. Perfekt.
Der Verlauf der Geschichte ist absolut logisch fortgeschrieben. Mit gut gewählter Sprache hat Douglas hier ein spannendes und unterhaltsames Buch geschrieben, welches dem Leser kurzweilige Lesestunden bietet.
Es mag sein, dass hier das ein oder andere Klischee vorkommt. Allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört – und besonders aufgefallen ist es mir auch nicht. Ich denke, dass die Zielgruppe (ab 12 Jahren) sich hieran noch weniger stört.
Zudem ist das Szenario, das die Autorin schildert, etwas, das zum Nachdenken anregt.

Es ist eine Geschichte, in die man als Leser voll und ganz eintauchen kann, und die einem alles bietet: Verliebtsein, Spannung und mystische Elemente.

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, dir ins Gesicht zu sagen, wie viel du mir bedeutest. Es ist so viel einfacher, seine Gefühle aufzuschreiben, als sie auszusprechen. Ich wünsche mir nichts so sehr, als dass du hättest bleiben können, verstehe jedoch, warum das nicht ging. Aber ich werde dich niemals vergessen.“ (Seite 174)

4

Meinung – SaFi:

Behutsam führt Helen Douglas den Leser an die Geschichte heran. Man lernt zuerst Eden, ihre Freunde, ihr Leben kennen. Sie ist eine völlig normale englische Teenagerin. Sie sticht nicht aus der Masse hervor, geht aber auch nicht in ihr unter. So dauert es eine Weile bis sich die Dinge entwickeln – vielleicht ein wenig zu lange… Ich für meinen Teil konnte es zumindest nicht erwarten, den Grund für Ryans Mission zu erfahren. Von dem Moment an, als ich den Grund dann (endlich) wusste, schwirrte mir der fast schon in Vergessenheit geratene Prolog ständig im Kopf rum. Ständig begleitet von den Fragen: Gibt es so was wie Schicksal wirklich? Und wenn ja, kann man es beeinflussen?

„Ryan sorgte wirklich ständig für neue Überraschungen. Manchmal wirkte er so normal wie jeder andere und in der nächsten Sekunde wie von einem anderen Stern. Wie konnte es sein, dass er nicht wusste, was Burger waren?“ (Seite 38/39)

Was mich überrascht hat: Obwohl das Buch ein Mystery/SiFi-Roman ist und Helen Douglas sich an der breiten Palette, die dieses Genre zu bieten hat, ordentlich bedient, wirkte das gesamte Szenario während des Lesens für mich fast schon normal. Ja, es kommen Theorien und Elemente darin vor, die alles andere als normal sind. Dennoch ist es der Autorin, dank ihrer überzeugenden Protagonisten Eden und Ryan, gelungen, das Buch nicht so wirken zu lassen – mir hat das sehr gut gefallen.

„Fasziniert starrte ich weiter in den Himmel. Die drei Planeten, die den Oriongürtel bildeten, fand ich auf Anhieb wieder. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, dass Ryan mich ansah. Ich drehte mich zu ihm, und weil er immer noch meine Hand hielt, waren unsere Gesichter sich plötzlich näher als erwartet. Wir erstarrten beide und sahen einander tief in die Augen – über uns die flimmernden Sterne.“ (Seite 45)

Helen Douglas hat einen gut durchdachten und interessanten Plot zu Papier gebracht. Stolpersteine in Form von Logikfehlern sucht man vergeblich – zum Glück. Auf 270 Seiten hat die Autorin eine angenehm zu lesende Mischung aus Romantik und Mystery niedergeschrieben. Während der Großteil der Geschichte ohne übermäßig viel Spannung auskam, hatte das Ende davon fast schon ein wenig zu viel zu bieten. Für meinen Geschmack wäre das Buch auch ohne diesen unnötigen Spannungsbogen ausgekommen. Auf mich wirkte das zu gewollt.

„Uns lief die Zeit davon, und alles, was noch gesagt werden musste, musste jetzt gesagt werden. Sonst wäre es endgültig zu spät.“ (Seite 190)

Für die angepeilte Zielgruppe im Alter von 12 bis 17 Jahren ist „Eden und Orion“ sicherlich ein spannendes Buch, das Mädchen einladen wird, sich im Gleichschritt mit Eden, in Ryan zu verlieben.

Für mich, die alterstechnisch deutlich außerhalb der Zielgruppe liegt, war es ein nettes Buch für zwischendurch und mal eine schöne Abwechslung in diesem Genre.

4


Was geschah mit Mara Dyer? [Rezension]

9783423715362
Titel: Was geschah mit Mara Dyer?
Autor: Michelle Hodkin
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-423-71536-2
Verlag: dtv
Veröffentlichung: 01. März 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Als Mara aus einem mehrtägigen Koma erwacht, erfährt sie, dass über ihr ein altes verlassenes Haus zusammengestürzt ist. Ihre beiden Freundinnen konnten nur tot geborgen werden, die Leiche ihres Freundes Jude wurde nicht gefunden. Mara hat keine Erinnerung an jene Nacht und begreift nicht, warum sie die Katastrophe als Einzige überlebt hat. Seit dem Unglück hat sie Albträume und Visionen – immer wieder sieht sie ihre toten Freunde, bis sie nicht mehr weiß, was Realität ist und was Einbildung. Als sich die mysteriösen Todesfälle in ihrer unmittelbaren Nähe mehren, sucht sie Hilfe bei ihrem Mitschüler Noah. Doch der hat ein eigenes dunkles Geheimnis… (Buchrücken)

Meine Meinung:

„Sterbliche Überreste. Leichenteile meinten sie. Eine Welle der Übelkeit übermannte mich. Ich wollte würgen. Stattdessen starrte ich die gelben Rosen von Rachels Mutter an. Dann kniff ich die Augen zu und suchte nach einer Erinnerung, irgendeiner Erinnerung an diese Nacht. Warum wir dort hingefahren waren. Was wir dort getan hatten. Was sie umgebracht hatte.“
(Seite 20)

Zusammen mit Mara begibt man sich als Leser auf die Suche nach Antworten. Und diese Suche gestaltet sich ziemlich schwierig. Kein Wunder, kann Mara sich doch an nichts erinnern. Im Laufe der Geschichte wechseln sich immer wieder Vorher- und Nachher-Kapitel ab, wobei die Vergangenheit im Vergleich zum Hier und Jetzt aber weniger ausführlich geschildert wird. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und durchaus fesselnd. Ich mochte das Buch am liebsten nicht aus den Händen legen. Zumindest anfangs… Die ersten 2/3 des Buches fand ich richtig gut. Die Autorin schafft es, die momentane Lebenssituation von Mara, trotz aller gespenstisch anmutenden Begebenheiten, ziemlich real darzustellen. Ich nahm Anteil an Maras Schicksal und litt mit ihr, wenn sie eins um andere Mal von Visionen und Halluzinationen heimgesucht wurde.

„Risse bildeten sich in den Wänden des Klassenzimmers, als sich mehr als zwanzig Köpfe in meine Richtung wandten. Die Risse breiteten sich aus, wanderten höher und höher, bis die Decke zu bröckeln begann. Meine Kehle trocknete aus. Niemand sagte ein Wort, obwohl der Staub den ganzen Raum vernebelte und ich zu ersticken glaubte. Denn all das spielte sich nur für mich ab und für niemanden sonst.“
(Seite 38)

Die Spannung baute sich Seite um Seite mehr auf. Ich lauerte darauf, was als nächstes passieren wird, wann die Erklärung für all das kommt, was Mara widerfährt, und vor allem, was die Erklärung dafür ist. Als es dann an den erklärenden Punkt kam, verstand ich erst mal gar nichts mehr. Und ehrlich gesagt hat sich das bis zum Schluss des Buches und darüber hinaus auch nicht wirklich geändert. Was auch mit Noahs Geheimnis zu tun hat. Zu beiden Fällen werde ich hier natürlich nichts schreiben – ich will euch den Lesespaß ja nicht verderben… Was ich dazu aber gefahrlos sagen kann: für mich war es eher so, dass es keine Erklärung an sich gab. Mir kam es eher so vor, als könnte man sich als Leser die Gründe für die Vorkommnisse anhand der zur Verfügung gestellten Information selbst zusammenreimen. Entweder das, oder ich habe das Buch nicht richtig verstanden. :/

„Aber er war nicht Noah. Er war Jude und Claire und Rachel und tot. Ich sah sie alle, eine Parade von Leichen unter mir, Totenblässe und Blut im Irrsinnsstaub. Die Erinnerung fuhr wie eine Sichel durch meinen Verstand und ließ eine leuchtende, erbarmungslose Klarheit zurück.“
(Seite 397)

An sich bietet das Buch eine tolle Mischung aus Mystik, einem Schuss Thrill und Highschool-Romantik. Leider hat es die Autorin mit dem letztgenannten Punkt für meinen Geschmack aber ein wenig zu gut gemeint. Für mich war es stellenweise einfach zu sehr zu viel Teenie-Schmonzette. Was aber natürlich auch daran liegen könnte, dass ich der Zielgruppe alterstechnisch ja schon ein paar Jahre entwachsen bin.

Trotz diverser Kritikpunkte vergebe ich gerne drei Herzen.

3 Herzen

SaFi


Das Geheimnis der Monduhr [Rezension]

Das Geheimnis der Monduhr von Amanda Brooke

Autor: Amanda Brooke
Titel: Das Geheimnis der Monduhr
Seitenzahl:
368
ISBN: 978-3-442-47810-1
Verlag:
Goldmann

Zum Inhalt:

Holly und Tom sind glücklich verheiratet und gerade in ihr neues Haus in einem kleinen englischen Dorf gezogen. Das Glück der beiden scheint perfekt, mal abgesehen davon, dass Tom zum perfekten Glück noch ein Kind fehlt.

Im Garten ihres neuen Hauses entdecken die beiden eine alte Sonnenuhr, so nehmen sie zumindest an. Doch die Uhr folgt einem anderen Gestirn: dem Mond. Holly findet heraus, wie die Uhr funktioniert und kann auf einmal einen Blick in ihre Zukunft werfen: Sie wird tatsächlich ein Kind zur Welt bringen. Doch dieser Blick in die Zukunft offenbart nicht bloß Gutes…

Meine Meinung:

Ich liebe Zeitreiseromane, und so musste ich auch gar nicht erst lange überlegen, ob ich dem Geheimnis der Monduhr zusammen mit Holly auf den Grund gehen möchte.

Die Geschichte ist einfach nur schön, oder besser gesagt, traurig-schön. Und sie regt durchaus zum Nachdenken an. Schon der Prolog schnürte mir die Kehle zu. Und obwohl durch eben diesen Prolog schon alles verraten scheint, war es alles andere als langweilig zu lesen, wie sich die Monduhr für Holly als Segen und Fluch zugleich entpuppt.

„Sie seufzte auf, diesmal laut genug, um Tom zu wecken. Schlaftrunken drehte er sich um. >>Alles in Ordnung?<<, murmelte er benommen und fuhr plötzlich erschrocken hoch. >>Ist es so weit?<<
>>Noch nicht ganz<<, beruhigte sie ihn mit einem wehmütigen Lächeln. Ihr blieb noch ein wenig Zeit.“ (S.6/7)

Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Zeitsprünge in die eigentliche Geschichte integriert sind. Bei anderen Zeitreiseromanen wie z. B. „Die Frau des Zeitreisenden“ (dieser Vergleich liegt auf der Hand – nicht zuletzt, weil auf dem Buch ein „Für alle Leser von Audrey Niffenegger“-Aufkleber pappt), wurde mir, obwohl mir diese Geschichte auch sehr gut gefallen hat, doch ein wenig schwindelig, wenn ich versuchte, die Geschehnisse der Zeitreisen mit denen der Gegenwart in Einklang zu bringen. In „Das Geheimnis der Monduhr“ hatte ich damit keinerlei Probleme. Es gibt zwar diese typischen Elemente, wo auf einmal etwas da ist, was vorher nicht da war, oder umgekehrt, aber in übersichtlichen Dosen.

„Obwohl das Ticken der Uhr, das den Anfang ihrer Zeitreise markiert hatte, nicht mehr zu hören war, hatte Holy das Gefühl, dass die Zeit verrann. Sie suchte verzweifelt nach einer Erklärung, aber sie hatte nur eine Chance zu verstehen, was hier geschah, oder besser gesagt, was in Zukunft geschehen könnte: Sie musste der Sache weiter auf den Grund gehen.“ (S. 142)

Hollys Zwiespalt ist sehr deutlich und gut nachvollziehbar dargestellt. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es keine Monduhren oder andere Dinge gibt, die einem einen Blick in die Zukunft gewähren, fand ich ihre Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Gedanken im Zusammenhang mit der Monduhr sehr real und dachte öfters: Wahrscheinlich würde ich an ihrer Stelle nicht sehr viel anders denken, handeln, fühlen. Das lag unter anderem auch daran, dass ich die Geschichte der Monduhr an sich sehr glaubwürdig konstruiert fand.

Was wäre wenn? Diese Frage habe ich mir auch schon vor diesem Buch öfters gestellt. Würde ich, wenn ich die Möglichkeit hätte meine Zukunft zu sehen, die Gelegenheit beim Schopfe packen? Ich denke immer noch darüber nach…

Ein sehr schönes Buch. Aber Achtung! Taschentücher sollten, bei Heulsusen wie mir, in Griffnähe bereitliegen.

5 HerzenSaFi


Rachekind [Rezension]

1 Buch - 2 Meinungen

Autor: Janet Clark
Titel: Rachekind
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-453-40927-9
Verlag: Heyne
: 14. Januar 2013

Rachekind - Janet Clark

Zum Inhalt

Hannas Mann Steve verschwindet spurlos. Hanna ist sich sicher, dass etwas Schlimmes passiert ist, doch niemand glaubt ihr, bis ihre einjährige Tochter Lilou fast entführt wird. Als Lilou sich immer mehr verändert, scheint es, als stehe sie in Kontakt mit ihrem Vater. Hanna begreift, dass dies ihre einzige Chance ist, Antworten zu bekommen, da ihre verzweifelte Suche bislang nur eines zutage förderte: Der Mann, den sie unter dem Namen Steve Warrington kennen und lieben lernte, hat offiziell nie existiert. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und begibt sich dabei in tödliche Gefahr …

Die Story

SaCre

Ein Thriller mit mystischen Elementen. Das hätte ich so nicht erwartet. Das Buch startet mit einem Prolog, der es schon in sich hat. Wobei ich sagen muss, dass ich diesen etwas anders weitergesponnen habe – gut, dass die Autorin hier etwas ganz anderes im Kopf hatte! Der Prolog macht Lust auf Mehr. Und das Mehr kommt sofort in den nächsten Kapiteln. Es passiert allerhand. Steve verschwindet, Lilou ist in Gefahr. Während Hanna auf der Suche nach Steve ist, verhält sich Lilou immer seltsamer. Sie weicht völlig von ihren vorherigen Verhaltensweisen ab; Verhalten, welches für ein Kind in ihrem Alter völlig normal ist. Hier nimmt die Geschichte auch paranormale Züge an. Diese sind aber nicht übertrieben und wirklich fein in das Geschehen integriert. Und immer wenn ich dachte, jetzt kann ich was auflösen, lag ich falsch.

Am Ende gab es ein Finale Furioso, was dem Namen mehr als verdient. Alle Fragen werden hier beantwortet, was ich ebenfalls sehr positiv finde. Am Ende stellt man fest, dass nichts so ist, wie es zu Beginn scheint.

SaFi

Vorab sei gesagt, dass ich vom Klappentext her nicht mit so viel „Übernatürlichem“ gerechnet hätte. Eigentlich hab ich es damit zwar nicht so, aber in diesem Thriller passt das einfach gut zur Geschichte und gibt ihr das gewisse Etwas – man muss sich halt nur darauf einlassen können. Zum Glück ist mir das ganz gut gelungen und im Endeffekt war manches auch gar nicht sooo mystisch, wie es zu Beginn den Anschein hatte. Sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht so megagut gefunden.

Nach einem Prolog, der mir bereits klar machte: dieses Buch kann was, ging es erst langsam, dann rasant voran und auf einmal wussten weder Hanna noch ich, was da jetzt eigentlich los ist. Janet Clark legt viele Spuren, führt Hanna und den Leser in die Irre, lüftet zwischendurch mal ein kleineres Geheimnis, nur damit dann kurz darauf schon wieder das nächste Rätsel in Angriff genommen werden kann.

Der Showdown trägt diese Bezeichnung zu Recht. Alles, was ich mir vorher mühsam, Schritt für Schritt, zusammengereimt hatte, löste sich in Luft auf, die wahren Begebenheiten kamen ans Licht und mir klappte, wie auch schon zuvor ziemlich häufig, die Kinnlade runter.

„Mit einem Seitenblick auf Lilou fügte er hinzu: >>Oder wollen Sie lieber nach Hause?<<
>>Sind wir dort sicher?<<
Steins Lächeln verschwand. >>Die Kamera und die Wanze, die jemand dort installiert hat, habe ich zwar entfernt, gelöst habe ich Ihre Probleme aber noch nicht.<< (Seite 166)

Die Hauptcharaktere

SaCre

Hanna war mir von Anfang an sympathisch. Als Leser lernt man sie recht gut kennen und findet schnell ihre Charakterzüge heraus. Ihr Verhalten konnte ich im Großen und Ganzen auch so nachvollziehen. Allerdings fand ich sie fast noch etwas zu gelassen am Anfang… Na gut, sie hatte nicht nur das Problem mit Steve, sondern die Sorge um Lilou. Die war für sie als Mutter wohl größer.

Britta war mir von Anfang an etwas suspekt. Einige Sätze, die sie von sich gab, kamen mir komisch vor. Vom ersten Erscheinen an hatte ich den Eindruck, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt.

Bei Marten Stein war ich auch etwas widersprüchlicher Meinung. Ich konnte bis kurz vor Schluß nicht sagen, ob er für mich einer der Guten oder Bösen ist. So ging es mir auch noch mit einigen anderen Personen. Ich war mir nie ganz sicher, wie ich diese einzuschätzen habe. DAs brachte weitere Spannung in die Geschichte.

SaFi

Hanna ist eine ganz normale Frau. Knapp 30, verheiratet und stolze Mutter der kleinen Lilou. Ich habe richtig mit ihr gelitten und versucht mir vorzustellen, was die ganze Sache mit mir angestellt hätte. Dass sie nicht einfach alles auf sich beruhen lassen kann und herausfinden will was passiert ist, war für mich völlig plausibel.

Die Nebendarsteller haben dafür gesorgt, dass ich den meisten von ihnen entweder von Anfang an nicht so wirklich traute oder mit der Zeit meine Zweifel an ihren Handlungen und Absichten bekam und nicht mehr wusste, welches Spiel sie spielen, auf welcher Seite sie stehen – genauso wie Hanna.

Der Schreibstil

SaCre

Was mir als Erstes auffiel: die kurzen Kapitel. Das fand ich recht angenehm. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und sehr gut zu lesen. Sie verwendet keine Wörter, die man erstmal suchen und übersetzen muss, oder ewig lange verschachtelte Sätze. Als Leser kann man also ganz „entspannt“ in die Geschichte eintauchen.

SaFi

Die normale Sprache und die kurz gehaltenen Kapitel, die mir „Kapitel-Leserin“ sehr gelegen kamen, machen den gut zu lesenden und flüssigen Schreibstil aus. Abgerundet wird das ganze durch die toll integrierte Nebenhandlung. Ein wahrer Pageturner.

„Hanna nickte, obwohl sie Steins Worte kaum erfassen konnte. Ihr Kopf fühlte sich an wie Brei, als hätte der Felsbrocken sie getroffen, anstelle des Autos. Steve, Rose, Rob, Steinschlag, Entführung, Erpressung, Heiratsschwindel – in was war sie da nur hineingeraten?“ (Seite 237)

Der Thrill

SaCre

Tja, was soll ich zum Thrill sagen? Ich sitze also völlig unschuldig, alleine zuhause auf der Couch und bin so richtig in der Geschichte drin. Ich leide mit Hanna, die sich verfolgt, beobachtet fühlt. Und hier und da knackt es im Gebälk – bei mir im Wohnzimmer. Passiert nun mal in einem alten Haus. Es ließ mich aber immer wieder mal erschauern. Als aber plötzlich das Telefon klingelte, an einer überaus passenden Stelle im Buch, saß ich senkrecht… Mein Herz! Uff… Das musste ich erstmal verdauen. Es wurde aber nicht wirklich besser… :) Der Thrill ist also mehr als da! Und das vom Anfang bis zum Ende durchgehend. Ohne, dass es an manchen Stellen übertrieben wird. Die Tatsachen, dass man als Leser auch die Personen nicht so richtig zu den Guten oder Schlechten zuordnen kann, verstärkt den Thrill auch nochmal.

SaFi

Hätte an manchen Stellen jemand unerwartet angerufen oder an der Tür geklingelt, hätte ich wahrscheinlich laut aufgeschrien. Nee doch nicht. Vermutlich hätte ich das bei 99% des Buches gemacht. Was passiert wäre, wenn unser Kater auf einmal auf meinen Schoß gesprungen oder irgendetwas runtergefallen wäre, möchte ich mir jetzt lieber nicht vorstellen. Aber es hätte gut und gerne zu einem Herzinfarkt mit 30 Jahren führen können. Was das jetzt alles heißen soll? Ich war absolut gefangen von der eigentlich nie einbrechenden Spannung und der Stimmung, die in diesem Buch herrschte, auch wenn es keine blutrünstigen Metzelszenen gab. Aber die hat „Rachekind“ auch gar nicht nötig.

Die Bewertung

SaCre

Für mich ist das Buch ein wahrer Pageturner. Es begeisterte mich von der ersten bis zur letzten Seite. Samstag Abend fing ich damit an, Sonntag war ich damit durch. Das gelingt mir nicht bei jedem Buch. Ich kann nur jedem Thriller-Fan raten: LESEN!

5 Herzen

SaFi

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Wenn mich ein Thriller derartig fesselt, dass ich etwas mehr als 500 Seiten an zwei Abenden verschlinge, dann darf dieser Thriller, obwohl ich es sonst nicht so mag, auch gerne ein wenig Mystery im Gepäck haben. Absolute Leseempfehlung!

5 Herzen