Lesung „Tatort Mallorca. Vamos a la playa“ | Barbara Ludwig

 

Dass Mallorca entgegen einiger unausrottbarer Klischees mehr ist als Ballermann und Eimersaufen, hat sich glücklicherweise vielfach herumgesprochen. Natürlich kann man auf Mallorca feiern, aber auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Und so hat die Autorin Barbara Ludwig mit Unterstützung der Deutschen Buchhandlung Paguera am 7. März zur Lesung in den ›Salon Mallorca‹ der Ferienanlage Hapimag eingeladen.

Vorgestellt wurde der neue Roman der Münchener Autorin aus ihrer »Tatort« Reihe.
Nach Mallorca, Kalabrien und dem Münchener Oktoberfest spielt der Krimi abermals auf Mallorca. Im Mittelpunkt steht wieder die etwas chaotische Mittvierzigerin Ulla Liebich, die erneut in einen Kriminalfall verwickelt wird.
Kaum in Palma gelandet, wird Ulla verdächtigt, einen Bombenanschlag geplant zu haben. Dass sie lediglich Marionette in einem perfiden Plan ist, glaubt niemand, nur ihr alter Bekannter, Commissario di Flavio hegt sofort Zweifel an der Schuld.

Barbar Ludwig liest

Die Lesung war relativ gut besucht, rund 15 Gäste waren anwesend, was vor dem Hintergrund der noch ziemlich leeren Insel einen Erfolg darstellt. Als externe Gäste mussten wir uns erst einmal orientieren, doch hat uns ein freundlicher Mitarbeiter direkt zum richtigen Gebäude in der weitläufigen Anlage geführt.
Der ›Salon Mallorca‹ empfing uns gediegen. Mallorquinischer Landhausstil. Da der Frühling auf der Insel Einzug gehalten hat, blieb der Kamin leider aus. Schade eigentlich, das wäre vermutlich noch gemütlicher gewesen.
Die Autorin begrüßte ihre Zuhörer freundlich, es folgten einige einleitende Worte zu ihrer Krimireihe und dann ging sie in medias res. Die wichtigsten Personen der Geschichte wurden anhand von anschaulichen Textstellen nähergebracht, nebenbei ergab sich daraus der Fortgang der Handlung, bis zum Schluss der Lesung in Form eines fiesen Cliffhangers.
Commissario di Flavio wird selbst zum Gegenstand von Ermittlungen, Ulla wird auf Kaution freigelassen und muss nun um ihr Leben fürchten und weitere Anschläge bedrohen die Baleareninsel. Ausreichend Zündstoff für die 326 Seiten.

Barbara Ludwig und Rana

Mir hat die Lesung großen Spaß gemacht, die Ausschnitte waren spannend, gut geschrieben und haben Lust auf das Buch gemacht.
Wer die Höhe meines Stapels ungelesener Bücher kennt, weiß, dass es noch dauern wird, bis dieser Krimi an die Reihe kommt, aber lesen werde ich ihn auf jeden Fall.

 

Rana


{Lesungsbericht & Gewinnspiel} Ein Abend mit… Susan Elizabeth Phillips

Am 7. Mai (ja ich weiß, es ist schon ein paar Tage her), war ich auf der Lesung der wundervollen Susan Elizabeth Phillips in Köln. Sie hat dort ihr neues Werk „Cottage gesucht, Held gefunden“ vorgestellt.

Cottage gesucht Held gefunden von Susan Elizabeth Phillips„Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein. Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre große Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft …“

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Ein Abend mit … Karin Slaughter (plus Gewinnspiel)

© Karin Slaughter

© Karin Slaughter

Wann hat man als Normalsterblicher schon mal die Chance, eine der bekanntesten und besten Thriller-Autorinnen persönlich zu treffen? Richtig. So gut wie gar nicht!

Umso mehr haben wir uns natürlich gefreut, als wir ein Meet & Greet mit Karin Slaughter im Rahmen des „Mord am Hellweg“-Festivals beim Blanvalet Verlag gewonnen haben.

Am 11.09.2014 sollte es dann im Studiotheater, Bergkamen so weit sein. Könnt ihr euch vorstellen, wie aufgeregt wir waren? Wir reden hier immerhin über eine Frau, deren Bücher – seit ihrem Debüt „Belladonna“ im Jahre 2003 – weltweit über 30 Millionen verkauft und in 32 Sprachen übersetzt wurden. So einen Weltstar der Spannungsliteratur trifft man nicht jeden Tag…

Gegen 18.30 Uhr stellten wir Bookwives uns zusammen mit anderen Bloggern der aus Atlanta, Georgia kommenden Autorin vor. Und was sollen wir sagen? Sie sieht mal so gar nicht wie eine international erfolgreiche Autorin aus – hätten wir ihr Bild nicht gekannt, hätte Karin Slaughter an uns vorbei gehen können und wir hätten es nicht mal gemerkt. Und sie verhält sich auch nicht so, wie man es von jemandem ihres Standings vielleicht erwarten würde. Sie kam locker und freundlich auf uns zu, wirkte sehr bodenständig,  freute sich über unser kleines Geschenk – eine Tasse mit dem Schriftzug „pritti wummen“ – und quatsche frei von der Leber weg mit uns und antwortete auf unsere Fragen.

Bookwives meet Karin Slaughter (und ja, in einer Umkleide!) :)

Bookwives meet Karin Slaughter (und ja, in einer Umkleide!) :)

Da ihre Will Trent-Reihe für das Fernsehen verfilmt wird und Karin Slaughter an dem Drehbuch mitarbeitet, wollten wir gerne wissen, wie sich die Arbeit an einem Buch von der an einem Script unterscheidet. Es sei etwas komplett anderes antwortet Karin Slaughter. In einem Buch kann sie die Protagonisten denken lassen. Auf der Leinwand geht das nicht. Und so muss sie die Gedanken und Gefühle in Dialogen niederschreiben, damit der Zuschauer später vor dem Fernseher alles verstehen kann. Immer mit dem Hintergrund, dass auch die Zeit auf der Leinwand begrenzt ist.

Auf die Frage, ob sie sich beim Schreiben ihrer Bücher vor dem, was sie da schreibt, gruselt, bekamen wir ein ganz klares Nein als Antwort. Sie wisse ja, was geschehen wird und Angst hat man eigentlich nur vor dem Unbekannten. Aber sie freut sich sehr darüber, dass sie ihre Leser immer wieder überraschen und schocken kann.

Es gruselt sie aber, wenn sie Bücher anderer AutorInnen liest. Mo Hayders „Tokio“ ist beispielsweise so ein Buch. Wir und die anderen Anwesen konnten ihr da nur zustimmen. Karin Slaughter ließ es sich nehmen, uns bei der Gelegenheit zu erzählen, dass es einen kleinen, freundschaftlichen Wettstreit zwischen ihr und Mo Hayder gibt – frei nach dem Motto „Beat that!“. Und auch, dass Mo Hayder nicht so unschuldig ist, wie sie aussieht – ganz und gar nicht! ;)

Wir fachsimpelten noch über einige andere Autoren und konnten so, mit Karin und den anderen Bloggern, noch Lesetipps austauschen. Karin fragte auch, ob wir nur Krimis / Thriller lesen und wir plauderten, wie so ein Blog doch auch das Leseverhalten verändert. Darüber wie schön es ist, den Kontakt zu den Autoren zu haben. Karin ist sehr aktiv auf Facebook und hat dort eine riesige Fangemeinde.

Nach ca. 45 Minuten verabschiedeten wir uns von Karin Slaughter und suchten uns freie Plätze im Lesungssaal. Gar nicht so einfach bei den vielen Menschen, die gekommen waren, um etwas aus „Bittere Wunden“, dem neuesten Thriller von Karin Slaughter, zu hören. Das Event war mit gut 400 Besuchern fast ausverkauft.

Karin Slaughter liest

Karin Slaughter liest

Auf der Bühne an ihrer Seite: Regula Venske, Krimiautorin aus Hamburg, die den Abend charmant moderierte, und Dietmar Wunder, der den deutschen Lesepart übernommen hat und u. a. die deutsche Stimme von Daniel Craig ist.

Die Lesung verging wie im Flug. Neben den englischen und deutschen Lesepassagen wurden Fragen gestellt und beantwortet. Es war sehr interessant zu erfahren, wir Karin beim Schreiben vorgeht. Sie hat ein „cabin in the wood“, in das sie sich zum Schreiben zurück zieht. Ihr Vater, der nicht weit weg wohnt, versorgt sie mit Essen und sorgt dafür, dass sie in Ruhe schreiben kann.
Auch zu ihren beiden älteren Schwestern hat sie ein gutes Verhältnis. Die sind nämlich mächtig stolz auf sie!
Die Sprache kam natürlich auch auf die Attentate des 11. Septembers 2001 – die uns allen noch zu gut im Kopf sind. Wie jeder andere weiß auch Karin heute noch, was sie zu dem Zeitpunkt gemacht hat: sie war mit einem Freund im Fitnessstudio.
Kurz danach sollte ihre Lesereise zu „Belladonna“ (im Original „Blindsided“), welches in diesem Zeitraum veröffentlicht wurde, stattfinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren hat sie ihre Reise nicht abgesagt, sondern durchgezogen. Sie erzählte, dass das Feedback der Leser einfach grandios war und viele ihr sagten, dass ihr Buch sie durch diese schwere Zeit begleitet hat und geholfen bzw. abgelenkt hat.
Und dann war die Zeit auch schon um. Zum Glück konnten wir unsere Bücher schon beim Meet & Greet signieren lassen. Die vielen Menschen, die nach der Lesung eine Widmung von Karin Slaughter haben wollten, sorgten für Stop & Go beim Rausgehen. ;-)

„Mord am Hellweg“ ist übrigens Europas größtes internationales Krimifestival. Namhafte Autoren und viele spannende Veranstaltungen warten bis Ende November auf die Interessierten aus Dortmund, Unna, Schwerte, Bergkamen usw.. Das Programm ist wirklich großartig! So werden unter anderem Janet Clark, Arno Strobel, Sebastian Fitzek, Thomas Thiemeyer und Jussi Adler-Olson noch zu sehen sein. Wie schade, dass genau zu diesen großartigen Veranstaltungen die Hälfte der Bookwives im Urlaub ist. *grrr*
Zur Website gelangt ihr >>hier<<.

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Euch haben wir an diesem Abend natürlich nicht vergessen! Wie könnten wir auch? Wir haben zwei signierte Ausgaben von „Bittere Wunden“ für euch mitgebracht. Wenn ihr gerne für eins der beiden Bücher in Lostopf hüpfen möchtet, beantwortet uns bitte folgende Frage:

Der Name Karin Slaughter – egal ob Pseudonym oder echter Name – scheint geradezu perfekt zu sein für eine Thriller-Autorin. Wenn ihr Thriller schreiben würdet, wie wäre euer Name? Und warum?

Hinterlasst uns bitte unter diesem Post einen Kommentar mit der Antwort und füllt zusätzlich das Formular aus. Nur wer beides macht, landet im Lostopf. Teilnahmeschluss ist der 21. September 2014 – 23:59 Uhr. Die Gewinner/innen werden am 22. September hier bei uns auf dem Blog bekannt gegeben.

Bittere Wunden von Karin SlaughterHier geht’s zur Leseprobe

Das Kleingedruckte: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit einer gültigen Meldeadresse in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ihr solltet über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Versand erfolgt als Maxi-/Großbrief.

Wir freuen uns auf eure Einsendungen und sind gespannt, welche Namen ihr euch geben würdet.

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥


Ein Abend mit… Paul Cleave & Wulf Dorn

Lange haben wir uns darauf gefreut. Dann war er endlich da: der 31. Oktober, Halloween-Abend. Ein Abend voller Thrill, Ängsten und Geschichten: die Paulf Fiction Tour 2013 machte Halt in Düsseldorf.

Tim Müller, seines Zeichens Lektor beim Heyne Verlag, leitete den Abend charmant ein. Er freute sich „mal aus dem Verlag rauszukommen“ und eines sei gesagt: es hat sich gelohnt – für ihn und für uns. :)

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Tour? Wulf Dorn kommt aus der Nähe von Ulm. Paul Cleave aus Christchurch, Neuseeland. Beide haben sich im Februar 2012 in Leipzig auf der Heyne Verlagsparty kennen gelernt. Und es war „Liebe“ auf den ersten Blick – wie die beiden schnell bei diversen Gin & Tonic feststellten. Nun wurde uns auch die Widmung in „Phobia“ klar. Die beiden sind ein hervorragendes Team, haben viele Gemeinsamkeiten und passen sehr gut zusammen. :)

Mit 15 Jahren schrieb Paul, dessen leuchtend blauen Augen die Zuhörer anstrahlten, einen Schulaufsatz zu Weihnachten, an dessen Ende Santa am Baum hing. Das hat wohl seinen literarischen Weg geebnet. Welche Note er dafür bekam, hat er uns aber verschwiegen. :)
Dann gab der Autor eine Zusammenfassung über den „Held“ seiner Bücher „Der Siebte Tod“ und „Opferzeit„: Joe Middleton – Der Schlächter von Christchurch. Dieser muss am Anfang des zweiten Buches leiden. Paul bezeichnet das als „bad luck„. Und das ist der Grund, warum die Leute Joe mögen, obwohl er böse ist, ein Serienkiller. Die eigene Mutter, so Cleave, hat ihn sehr zur verrückten Mutter seines Protagonisten inspiriert. Nicht nur das Publikum lacht darüber, auch er selber.
Doch wie kam er auf die Idee zu Joe? Er wollte eine Geschichte aus Sicht eines Killers schreiben, mit dem die Leser aber auch schmunzeln können.

Nun das erste Highlight: Wulf Dorn liest den Anfang von „Opferzeit„. Und was sollen wir sagen? GÄNSEHAUT!!! Hat jemand von euch schon mal eine Lesung mit Wulf mitgemacht? Wenn ja – dann wisst ihr, wie sehr auch wir seiner Stimme verfallen sind. Wenn nein – ihr habt gehörig was verpasst. Wir schmachten noch immer… ;) Auf die Frage, wie es für ihn ist, sein Buch auf deutsch zu hören, antwortet Paul Cleave, dass es ziemlich komisch sei. Gerade dann, wenn das Publikum lacht. Er weiß ja nicht, ob wir wegen des Buches lachen, oder vielleicht doch eher über Wulf Dorn. :D

Beide Autoren sind der Meinung, dass die ersten Sätze im Buch die wichtigsten sind. Schließlich müssen sie den Leser in ihren Bann ziehen. Der Prolog soll dem Leser aufzeigen, welche Atmosphäre ihn im Buch erwartet. Wulf schreibt grundsätzlich zuerst den Anfang des Buches, dann das Ende und die Schlüsselszene. Die Geschichte baut er dann dazwischen auf. Und dass ihm das ganz wunderbar gelingt, konnte er uns mit „Phobia„, „Dunkler Wahn“ und „Trigger“ schon beweisen. Er hat zuerst im Genre Horror geschrieben. Davor hat er Comicstrips gemalt, die er „aber keinem Psychiater vorlegen“ würde. Seiner Meinung nach sind es auch nicht Werwölfe und Vampire, die Leser in Schrecken versetzen, sondern der Mensch selber, mit seinen ureigenen Ängsten.

"20 Jahre Psychiatrie. Allerdings mit Schlüssel." Wulf Dorn

„20 Jahre Psychiatrie. Allerdings mit Schlüssel.“ Wulf Dorn

Und dann liest er den Anfang aus „Phobia„. Und so, wie er es vorträgt, lässt er uns als Zuhörer sehr tief in die Atmosphäre und Geschichte eintauchen. Wir sind wieder mal begeistert.
Was uns richtig gruseln lässt: die ganze Geschichte, besonders der Anfang, beruht auf zwei wahren Begebenheiten, die in Deutschland geschehen sind, und die er zu dieser Story zusammen geführt hat. Das Grauen ist vor der Haustür! Wir mussten uns erstmal schütteln.
Warum hat er diesen Titel gewählt? Angst ist ein kontinuierlicher Bestandteil des Lebens, und auch seiner Bücher. Das Gewohnte wird oftmals zur Angst und auch unsere Gesellschaft orientiert sich daran. Er selber sei auch ein ängstliches Kerlchen, verrät er uns, und gibt gleich dazu noch eine Anekdote aus dem Indonesien-Urlaub zum Besten. Übrigens fürchtet er sich vor Schlangen und Blindschleichen. Sogar Feuerwehrschläuche seien ihm nicht geheuer. Was Paul dazu sagt? Er hat Angst vor Älterwerden und Haareverlieren. :)

Paul Cleave hatte jahrelang Anfragen darüber, wann er seine Geschichte um Joe, die erstmals 2007 erschien, weiter geht. Im letzten Jahr war für ihn persönlich dann der richtige Zeitpunkt gekommen. Und innerhalb von 6 Monaten war die Fortsetzung dann geschrieben.
Wulf Dorn hat an „Phobia“ ein Jahr geschrieben. In diesen 12 Monaten hatte er aber einen „geregelten“ Tagesablauf und das Schreiben war für ihn ein Vollzeitjob. Auf die Frage, wie wichtig Gewalt für Thriller ist, antwortet er, dass er den Trend an Blutrünstigkeit nicht so gut findet, da es nicht sein Stil ist. Er versucht, das Kopfkino der Leser anzuregen, sodass man im Kopf mehr erlebt als man tatsächlich gelesen hat.

Paul liest nun aus seinem englischen Original zu „Opferzeit„. Er spricht über Melissa, seine weibliche Serienkillerin. Sie ist Joe sehr ähnlich und er brauchte den weiblichen Gegenspieler.  Sie ist „nice“, hat aber „nuts“ im Kopf. Wir mussten immer wieder über seine Ausführungen lachen.

"Melissa is also based on my mum." Paul Cleave

„Melissa is also based on my mum.“ Paul Cleave

Wulf Dorn ist ein Filmliebhaber und sammelt Horrorfilme. So kommt das Thema zwangsläufig auf die Frage, ob die Bücher der beiden auch verfilmt werden. Für „Trigger“ wurden die Filmrechte verkauft, doch gestaltet sich die Umsetzung als langwierig und nicht so einfach. Auch Paul hat die Filmrechte verkauft und so geistern einige Namen durch das Publikum, deren Schauspieler sich hervorragend als Joe machen würden.

Beide Autoren sind international erfolgreich – doch nicht in den USA und UK. Paul meinte dazu „people who understand my language, don’t like me“.  Er freut sich darüber, dass er durch seinen Beruf so viel reisen und Leute kennen lernen kann. Er hat ein tolles großes Haus mit vielen Katzen, kann aufstehen wann er will, Tennis spielen und in die Fenster anderer Leute schauen.

Musik spielt für beide ebenfalls eine große Rolle. Paul hört sehr laut Musik beim Schreiben und singt ebenso laut – aber nicht schön – mit. Seine Worte. :) Während er „Das Haus des Todes“ schrieb, dröhnten „The Doors“ aus der Anlage. Bei der Arbeit an „Opferzeit“ war es Bruce Springsteen.
Wulf hörte beim Schreiben von „Trigger“ Sisters of Mercy und bei „Phobia“ Marylin Manson. Und wir fragen uns noch jetzt, wie man sich dabei auf das Schreiben konzentrieren kann… :) Aber auch Klangschaften hört er gerne während der schriftstellerischen Arbeit.

Die nächsten Projekte der beiden: im cbt Verlag wird im nächsten Jahr ein weiterer Jugendthriller von Wulf Dorn erscheinen. Und auch von Cleave wird es im nächsten Jahr einen neuen Thriller geben und darin ein Wiedersehen mit Theo Tate, der dem einen oder anderen aus „Das Haus des Todes“ bekannt sein dürfte. Ein gemeinsames Buch wird es von beiden aber erstmal nicht geben. Sie werden höchstens eins zusammen lesen. „Der Grinch“. Zu Weihnachten. :)

Neben vielen lustigen und interessanten Anekdoten haben wir noch erfahren, dass nach Pauls Theorie ein Frisbee die Welt retten kann. Vielleicht hat er damit sogar Recht. Es wäre einen Versuch wert.
Und nach einer ganzen Menge Fragen an die beiden Autoren neigt der Abend sich leider auch schon dem Ende zu. Natürlich wird noch fleißig signiert und wir haben die Gelegenheit, nochmal die ein oder andere Frage zu stellen. Und beim Signieren haben wir selbstverständlich auch an EUCH gedacht! :)

Hach, es war schön. Ein toller und unterhaltsamer Abend, den wir nicht nur dank Wulfs unvergesslicher Stimme und Pauls blauen Augen nicht so schnell vergessen werden. Beide Autoren kamen sehr sympathisch und nahbar rüber. Wir hoffen, dass das nicht die letzte Lesung war. :)

*smile* Paul Cleave, SaFi, SaCre, Wulf Dorn

*smile*
Paul Cleave, SaFi, SaCre, Wulf Dorn

Eure strahlenden Bookwives


Vorfreude: Lesung mit Paul Cleave und Wulf Dorn

Wir Bookwives freuen uns darauf, Halloween dieses Jahr in einem ganz besonderen Rahmen verbringen zu dürfen. Und zwar auf einer Lesung von gleich zwei Thriller-Autoren der Spitzenklasse:

Paul Cleave © Paul Cleave

Paul Cleave © Paul Cleave

Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland geboren, dem Ort, wo auch seine Romane spielen. Neben dem Schreiben renoviert er Immobilien („Ich kaufe ein Haus, lebe etwa ein Jahr in ihm, während ich es renoviere, und verkaufe es dann“). Dem Fan von Stephen King und Lee Child gelang mit seinem Debütroman Der siebte Tod auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der in Deutschland monatelang auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten stand.
(Quelle: Autorenseite Heyne)

Wulf Dorn © Isabelle Grubert

Wulf Dorn © Isabelle Grubert

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein 2009 erschienener Debütroman Trigger wurde ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Nach zwanzigjähriger Psychiatrietätigkeit lebt er heute als freier Schriftsteller mit seiner Frau und einer Glückskatze in der Nähe von Ulm.
(Quelle: Autorenseite Heyne)

Am 31.10.2013 werden die beiden Autoren ab 20:15 Uhr aus Ihren aktuellen Thrillern „Opferzeit“ und „Phobia“ lesen. Ort des Geschehens ist die Mayersche Buchhandlung auf der Düsseldorfer Kö.

Paulf Fiction

Büchertechnisch sind die beiden Autoren keineswegs Neuland für uns. SaFi hat im vergangenen Jahr Paul Cleave für sich entdeckt und „Das Haus des Todes“, „Der siebte Tod“ und „Opferzeit“ gelesen. Von Wulf Dorn haben wir beide „Phobia“ gelesen, SaCre außerdem noch „Trigger“ und „Dunkler Wahn“.

Nachdem uns die Bücher überzeugen konnten, freuen wir uns schon sehr darauf, die beiden Autoren live und in Farbe erleben zu dürfen.

Wie sieht es mit euch aus? Werdet ihr auch vor Ort in Düsseldorf sein? Habt ihr schon Bücher der beiden gelesen? Seid ihr Cleave/Dorn-Fans?

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥


George R. R. Martin Event in Dortmund

Am 29. Mai fand in der Mayerschen Buchhandlung Dortmund wieder ein schönes Event statt: ein Abend zum Thema „George R. R. Martin“.
In einem Vorbericht haben wir dieses Event angekündigt >>klick<<, in einem weiteren über die Bücher und die Serie berichtet >>klick<<.

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Nun saßen wir mit ca. 150 anderen gespannten Zuhörern im Veranstaltungsbereich der Buchhandlung. Literaturkritiker Denis Scheck moderierte das Event, bei dem auch der Literaturagent und Martin-Vertrauter Werner Fuchs sowie der Schauspieler Tom Wlaschiha (spielte in der 2. Staffel den „Mann ohne Gesicht“) rund um den Autor und die Dreharbeiten erzählen sollten.
Die Lobeshymnen schienen sich von Anfang an zu bestätigen: schon bei der Eröffnung durch Denis Scheck mussten wir alle schmunzeln.

Denis Scheck, der die Sendung „Druckfrisch“ auf ARD moderiert, erzählte zu Beginn, was uns an diesem Abend erwarten würde. Der Abend sollte keine Zusammenfassung der komplexen Geschichte werden.
Mit Wortwitz sprach der Literaturkritiker über die Bedeutung des Genres Fantasy in Deutschland, welches hierzulande nicht nur Freunde hat, aber durchaus den „Reiz des Kompensatorischen“ ausübt. Außerdem sprach er sich gegen Science Fiction & Fantasy Ghettos in Buchhandlungen aus. Vielmehr sollten die Bücher nach wahren Begebenheiten und Rest unterteilt werden. *zwinker*

Dann die Frage an Herrn Fuchs: wie er George R. R. Martin kennen gelernt hat. Ende der 60er war er Agent bei der Firma „Utoprop“ (schon über den Namen und die Ausschmückung dessen mussten die Zuschauer schmunzeln). Man hatte sich zum Ziel gesetzt, das Genre Science Fiction zu verbessern. Anfang der 70er Jahre lernte er so Martin kennen.
Warum Martin die gleichen Mittel-Initialien wie Tolkien hat? Das sollte wohl eine „erinnerungstechnische Hilfe“ sein.

Nun die Frage an Schauspieler Tom Wlaschiha, wie er zu „Game of Thrones“ kam?
Er hatte sich kurze Zeit vorher einen englischen Agenten gesucht. Dieser schickte ihm irgendwann einen Drehbuch-Auszug mit der Aufforderung zu einem E-Casting. Das bedeutet, dass der Schauspieler den Drehbuchauszug spielt und dabei gefilmt wird (zuhause). Diesen Film schickt er dann dem Agenten bzw. der Produktionsfirma. Und getreu dem Motto „don’t call us, we’ll call you“ kam tatsächlich irgendwann der Anruf.
Die Bücher hatte Wlaschiha, der sich selber nicht unbedingt als Fantasy-Fan bezeichnet, nicht gelesen. Und so musste er erst einmal im Internet recherchieren, um was es sich bei seinem neuen Job eigentlich handelt. Zu dieser Zeit lief in den USA gerade die 1. Staffel.

Werner Fuchs erzählte, dass er und Martin – der damals ein aufstrebender Autor in den Staaten war – anfangs nur per Brief Kontakt hatten. Doch nach und nach bauten die beiden eine immer persönlichere Beziehung zu einander auf.
Das erste Buch Martins wurde in Deutschland 1978 von Droemer-Knaur heraus gebracht. Dieser Verlag hatte zur damaligen Zeit den mit Abstand kürzesten Vorlauf, sodass man sich dafür entschied.
Der Autor ist ein Fan von Rock-Musik. Dass Musik ihm wichtig ist, merkt man auch an seinen Buchtiteln („Song of ice and fire“, „A song for Lya“, „Songs for stars and shadows“).
Er wohnt in Santa Fe und ist, trotz seines Ruhmes, mit beiden Füßen auf dem Boden geblieben. Er ist authentisch, seinen alten Idealen treu geblieben und ein Mann des Volkes. Sein Auto beispielsweise ist ein alter Mazda, mit dem Nummernschild „GRRM“.
Ein großes Hobby: er sammelt Ritterfiguren und -burgen, die er alle in Vitrinen ordentlich präsentiert. Er hat ca. 12.000 dieser Figuren!

Scheck: "Einen 60-jährigen mit Plastik-Ritterfiguren finde ich unheimlich."

Scheck: „Einen 60-jährigen mit Plastik-Ritterfiguren finde ich unheimlich.“

Im Jahr 2000 besuchte Martin Werner Fuchs in Deutschland. Nach den Pflichtterminen auf der Buchmesse stand Sightseeing auf dem Programm. Das hieß in diesem Fall: sämtliche Burgen und Steinruinen Deutschlands wurden besichtigt.
Denis Scheck bezeichnet das Interesse für das Mittelalter und dem, was dazu gehört, als „Karl May Phänomen„: man interessiert sich für das, was man nicht vor der Haustür hat.

Fuchs: "Der Ami per se kann sich des Kitsches nicht entziehen."

Fuchs: „Der Ami per se kann sich des Kitsches nicht entziehen.“

Doch was zeichnet George R. R. Martin literarisch aus?
In seinen Werken tauchen immer wieder „beautiful looser“ auf. So würde er sich am ehesten mit Tyrion Lennister identifizieren, denn er sei schon ein bißchen wie er selbst. Denis Scheck bezeichnete  es als die „Entwicklung vom passiven Helden hin zur aktiven Prosa mit Wucht“.
Martin ist sehr politisch, ein Obama-Mann. Außerdem liest er sehr viel. Das mag wohl auch eine Erklärung dafür sein, dass er „so langsam“ schreibt. Darüber müssen auch die drei Herren auf der Bühne lachen.
Überhaupt ist die Stimmung sehr locker. Die Männer wirken wie ein eingespieltes Team, werfen sich gegenseitig die Bälle zu und wissen mit ihren Geschichten und Anekdoten das Publikum zu unterhalten und zu begeistern.

Fuchs: "Wenn Martin sich jetzt zur Ruhe setzt, wird er geteert und gefedert, ist doch klar."

Fuchs: „Wenn Martin sich jetzt zur Ruhe setzt, wird er geteert und gefedert, ist doch klar.“

Nun sprach Tom Wlaschiha über die Dreharbeiten. Die zweite Staffel von „Game of Thrones“ hatte ein Budget von 80 Millionen USD. Eine Tatort-Staffel hat 1,5 Millionen Euro, zum Vergleich.

Obwohl es eine amerikanische Produktion ist, fanden die Dreharbeiten zur Serie überwiegend um Belfast herum statt. In Kroatien und Island wurde auch gedreht. Die Hauptdrehzeit ist von August bis Dezember.
In Europa, so haben wir nun gelernt, wird man als Schauspieler einmal bezahlt. In den USA erhalten die Schauspieler auch später noch, wenn die Produktion in andere Länder verkauft wird, Geld.
Allerdings haben die Amerikaner es geschafft, die Serienkultur weiterzuentwickeln. Sie kreieren Cliffhanger am Ende der Folge und schaffen folgenübergreifende Charaktere und Handlungsstränge (ein weiteres Beispiel hierfür wäre „Homeland“ mit Claire Danes).
Und dann kam das, auf was viele lange gewartet haben: Tom Wlaschiha verwandelte sich in „Jaqen“, den Mann ohne Gesicht, und las aus dem 4. Buch vor. Die Szene startete mit der Begegnung zwischen Arya und Jaqen. Er hat ihr 3 Tode geschenkt, und sie hat bereits 2 davon aufgebraucht.
Der Schauspieler liest lange vor. Falsch: er trägt vor. Man hat das Gefühl, er ist mittendrin in seiner Rolle. Und man glaubt ihm jedes einzelne Wort, das er vorträgt. In seiner Rolle, in der er einen geheimnisvollen Kriminellen spielt, musste er überwiegend von sich in der dritten Person sprechen. „Der Mann hört. Der Mann sieht. Der Mann weiß.“
Tom Wlaschiha hat mittlerweile Band 1 und 2 gelesen, ist am 3. Teil dran. Leider hat er George R. R. Martin nie persönlich am Set getroffen, obwohl dieser sich ab und zu dort aufhält.

Die wichtigste Frage des Abends von Denis Scheck an Werner Fuchs: „Wann kriegen wir den Rest vom Stoff?
Zurzeit hat er ca. 1/3 des 6. Buches fertig, sodass die Fortsetzung der Geschichte bei uns (als Band 12 & 13) vielleicht im Jahr 2015 veröffentlicht werden könnte. Martin ist ein Perfektionist, und so überarbeitet er sein Werk ständig. Aber nicht nur die Fans, auch HBO sitzt ihm im Nacken. Die möchten die Geschichte auf jeden Fall bis zum Ende verfilmen. Ob Martin ein Ende im Kopf hat? Von Werner Fuchs kommt ein klares JA!
Die Entwicklung der Personen und das Ende sind auch mit den Produzenten besprochen, sodass auch ein anderes Autorenteam die Geschichte zu Ende schreiben könnte, sollte dem Autor, der nicht mehr der Jüngste ist, etwas passieren. Außerdem erhält er Unterstützung beim Schreiben im Freundeskreis. Die Handlungsstränge und Personen sind so komplex, dass es für einen alleine kaum möglich ist, alles alleine zu überblicken.

Und dann ist der Abend auch schon fast zu Ende. Jeder hatte noch die Chance, ein paar persönliche Worte mit den Herren zu wechseln, und sich Autogramme zu holen.

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Es war sehr kurzweilig und interessant, so viel über den Autor dieses Epos zu erfahren; zu hören, wie er tickt; zu erfahren, wie die Dreharbeiten liefen.
An dieser Stelle ein großes DANKE an das Team der Mayerschen Dortmund, die uns eingeladen haben, und an den Blanvalet Verlag, der uns mit Pressematerial versorgt hat.

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Wir haben es im Vorbericht angekündigt: wir haben noch ein kleines Gewinnspiel für euch. :)
Ihr seid Fans der Serie, quasi addicted to „Game of Thrones“? Dann freut euch: Der Panini Verlag hat uns das tolle Buch „Game of Thrones: Hinter den Kulissen“ zur Verfügung gestellt. Ich muss sagen, am liebsten würde ich es selber behalten. :)

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Was ihr dafür tun müsst? Verratet uns, welcher Charakter in der Serie euch am besten oder gar nicht gefällt und warum? Bitte vor die Antwort „Serie“ schreiben.

Ihr habt die Serie noch nicht gesehen, aber möchtet gerne das erste Buch lesen oder die Reihe weiterlesen? Verratet uns: welche Rolle hättet ihr im Mittelalter gespielt? Wärt ihr ein Knecht gewesen, der Hofnarr oder gar die Königin? Und warum? Der Gewinner erhält 1 Wunschband der bisher erschienenen Teile 1 bis 10 – ganz egal, welches. Bitte vor die Antwort „Buch“ schreiben.

Die Verlosung läuft bis zum 10. Juni 23.59 Uhr. Mitmachen dürfen alle über 18 Jahre aus Deutschland und dem europäischen Ausland. Ihr könnt in beide Lostöpfe hüpfen, aber nur einmal gewinnen.

SaCre


George R. R. Martin – Das Event

Am 29. Mai ist es soweit: In der Mayerschen Buchhandlung Dortmund findet das „George R. R. Martin Event“ statt.

Event Mayersche

George R. R. Martin ist der Autor der sehr erfolgreichen Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“. Dieses Epos ist bei Lesern und Kritikern gleichermaßen beliebt und wird gerne mit den Erzählungen des Autors J. R. R. Tolkien auf eine Stufe gestellt. Die Bücher erscheinen unmittelbar nach Veröffentlichung direkt in den Bestseller-Listen.
Der amerikanische Fernseh-Sender HBO hat das Potenzial dieser Reihe erkannt und sehr aufwändig als TV-Serie verfilmt („Game of Thrones“).

Leider müssen wir zugeben, dass wir bisher noch keins der Bücher gelesen haben. :( Dem wurde aber jetzt Abhilfe geschaffen: vom Blanvalet-Verlag haben wir Band 1 zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür!

Der Autor wird am Event leider nicht teilnehmen. Aber Tom Wlaschiha, der in der zweiten und dritten Staffel zu sehen ist, wird dabei sein. Zur Einstimmung haben wir angefangen, die Serie zu schauen. Und wir sind begeistert!

Wir sind sehr gespannt auf den Abend und bereiten uns gerade darauf vor. Da wir aber noch „Game of Thrones“ Neulinge sind, brauchen wir eure Hilfe:
Habt ihr eine Frage, die euch schon länger unter den Nägeln brennt? Wolltet ihr schon immer eine Frage zu der Serie / den Dreharbeiten stellen, die Tom Wlaschiha euch beantworten könnte? Oder glaubt ihr, dass Werner Fuchs (Literaturagent und Vertrauter des Autors) euch eine Frage beantworten kann?
Dann postet eure Frage als Kommentar. Wir werden versuchen, für euch die Antwort darauf zu bekommen.

In den nächsten Tagen werden noch weitere Artikel von uns zu dem Thema erscheinen. Und einen ausführlichen Bericht über das Event wird es selbstverständlich auch geben. Und auch eine kleine Überraschung… vielleicht… ;)

Und jetzt bereiten wir uns weiter vor. :)

SaCre


Ein Abend mit… Sebastian Fitzek (15.05.2013)

(Foto: sebastianfitzek.de)

(Foto: sebastianfitzek.de)

Gut über 200 gespannte Menschen sitzen vor der Bühne in der Mayerschen Buchhandlung Dortmund (die übrigens in Rekordzeit ausverkauft war) – und mittendrin wir.

Die Bühne ist nicht sehr aufwändig, aber doch stimmungsvoll, dekoriert: vorne ein schwarzes Pult mit einigen Ausgaben des Buches, im Hintergrund ein dunkles Klavier, mit großem Kerzenständer, einem Portrait, links und rechts gesäumt von roten Samtvorhängen.

Um Punkt 20.15 Uhr ist es soweit: das Licht wird gedimmt und unter großem Applaus betritt Sebastian Fitzek seine Bühne.
Schon mit seinen ersten Worten, seiner Begrüßung, hat er das Publikum auf seiner Seite. Gewohnt locker und authentisch kommt er bei uns an.

„Ob ich schlafwandle? Soweit ich weiß, nicht.“

„Ob ich schlafwandle? Soweit ich weiß, nicht.“

Er bedankt sich bei all seinen Lesern und auch den Buchhandlungen für die Unterstützung, die er von Anfang an erfahren hat. Daher ist der heutige Abend der Höhepunkt seiner Lesereise, auf der er an über 20 Orten zu Gast war. Gerade hier in Dortmund wurde er von Beginn seiner Karriere an großartig aufgenommen. So ist dieser Abend, der unter dem Motto „unplugged“ steht, sein Dank an die Buchhandlung: eine große, doch intim wirkende Lesung.

Sein aktueller Roman ist direkt als Taschenbuch erschienen. Zum einen, weil er selber sehr gerne diese Art von Büchern mag. Zum anderen, wollte er damit die Aktion „50 Jahre Knaur Taschenbuch“ unterstützen.

Er erzählt von seinen Anfängen als Schriftsteller. Wie das ist, wenn mal als junger Autor in Buchhandlungen auf die Suche nach seinen eigenen Werken ist. Und wenn man diese gefunden hat, werden sie von ganz hinten im Regal nach vorne geholt, und „versehentlich“ vorne zwischen den Bestsellern platziert. Er schmunzelt, das Publikum lacht. Und eine Angestellte der Mayerschen neben uns nickt grinsend und wissend mit dem Kopf. Laut Fitzek hat diese Aktion den Vorteil, dass einen zumindest der Ladendetektiv danach kennt.

Während er weiter unterhaltsame und witzige Anekdoten aus seiner Anfangszeit erzählt, kommt das Thema „Ex-Freundin“ auf. Ulrike heißt sie, zumindest eine. Sie ist Zahnärztin. Und als sie von Berlin nach Hamburg zog, folgte er ihr bis dorthin. Den Witz, dass es in Berlin keine Zahnärzte gibt, muss der Autor sich heute noch gefallen lassen.
Dann gibt es da noch Gerlinde. Die Frau, die ihn zu Thrillern inspiriert. Wir alle lachen. Ob das nun gut oder schlecht für Gerlinde ist? :)

Dann beginnt er mit seinem ersten Lesepart: wir steigen mit ihm in die Geschichte ein. Es geht um die ominöse Kakerlake und darum, wie Natalie ihre Koffer packt und verschwindet.

Das ganze Publikum, nicht nur der weibliche Großteil, hängt an Sebastians Lippen. Es ist wirklich toll ihm zuzuhören, wie er seine Geschichte vorträgt, wie er dabei mit den Händen gestikuliert und immer wieder den Blickkontakt zum Publikum hält.
Danach erklärt er, wie es gerade in seiner Hauptperson Leon Nader aussieht. Dass er Angst hat, vor allem vor sich selber.
Aus dem Publikum die Frage, ob er selber schlafwandelt: „Soweit ich weiß, nicht.“

Die Grundidee zum Buch kam ihm nach einem Bericht über Schlafwandeln. Das Phänomen der Schlaflähmung allerdings ist ihm nicht ganz unbekannt. Davon war er selber schon betroffen.

Bei seinen Recherchen zu Büchern ist das Internet natürlich eine unumgängliche Informationsquelle. Er erzählt, dass seine Suchmaschinen-Einträge so ungefähr wie folgt aussehen: Psychische Störungen, Hochsicherheitstrakt, Psychopharmaka, Babynahrung, Schwangerschafts-Yoga.
Wir alle lachen, weil diese Vorstellung einfach zu lustig ist. 

Auch in seiner Rolle als junger Familienvater passiert es nun mal, dass man – aus Sorge um sein Baby – nach dem Windelinhalt im Internet sucht, und plötzlich in einem Fetisch-Forum landet. Wie gut für ihn, dass er sich dort nicht mit richtigem Namen angemeldet hat.
Äußerst witzig und spontan antwortet er auf Fragen und Zwischenbemerkungen aus dem Publikum.

„Wer hat die größere Macke? Ich, der das schreibt? Oder Sie, die das Lesen?“

„Wer hat die größere Macke? Ich, der das schreibt? Oder Sie, die das Lesen?“

In seinem zweiten Leseteil sind wir Zeuge des Besuches des Psychologen bei Leon.
Die Frage von Sebastian ans Publikum „Wer hat die größere Macke? Ich, der das schreibt? Oder Sie, die das Lesen?“ Nun, darüber lässt sich wohl herrlich streiten.

Als nächstes liest er darüber vor, wie Leon sich die kleine Kamera auf den Kopf setzt, um seine Nachtaktivitäten zu filmen.
Eine Architektin hat den Autor mal gefragt, ob er glaubt, dass Architektur einen negativen Einfluss auf Menschen haben kann. Und so lässt er uns teilhaben an seinen Gedanken zum „umgedrehten Feng-Shui“. Das Publikum ist ungebrochen begeistert.

Er nennt Beispiele dafür, dass man Wahrheiten in seinen Büchern etwas abmildern muss, damit diese dem Leser glaubwürdig erscheinen. Über diese Geschichten, die ihm teils widerfahren sind, die er teils von Kriminologen gehört hat, können wir in der Tat nur staunend den Kopf schütteln. Und ich muss ganz ehrlich sagen: in Büchern hätte ich das für völlig überzogen gehalten.

In seinem vierten Leseteil entdecken wir mit Leon Nader die Tür hinter dem Schrank. Wieder sehr stimmig vorgetragen – wir gruseln uns mit dem Hauptdarsteller des Buches.
Sebastian erzählt, dass ab ca. Seite 50 seine Protagonisten und die Geschichte ein Eigenleben entwickeln. Er hat sie einfach ziehen und machen lassen. Und ab diesem Zeitpunkt ist er das, was wir auch sind: Leser der Geschichte.

Obwohl es dem Publikum möglich gewesen wäre, all seine Fragen schon während der Lesung zu stellen, prasselten nun zum Ende die ganzen Fragen auf den Autor ein. Das können wir nur zu gut nachvollziehen: auch wir wollten Sebastian während der Lesung nicht unterbrechen, sondern ihm erst einmal weiter zuhören. 

Eine Fortsetzung zu “Der Nachtwandler” und auch “Abgeschnitten” wird es von ihm nicht geben.
Die Reihe “Der Augensammler” und “Der Augenjäger” war ursprünglich als Trilogie geplant. Allerdings hat er den Großteil seiner Ideen in diesen beiden Büchern eingesetzt. Und so fehlt ihm nun noch die zündende Idee, um einen dritten Teil auf den Markt zu bringen. Wir sind froh, dass er lieber auf Qualität statt Quantität setzt! 

Die Frage, ob er Angst hat, jemand könnte seine Bücher als Vorlage für Gewaltverbrechen nehmen, verneint er und begründet dies auch.
Allerdings wäre er für eine FSK-Regelung bei Büchern. Auch wenn Lehrer gerne mal einen Fitzek Roman als Klassenlektüre nehmen würden: den Vorschlag einer Lehrerin „Die Therapie“ mit einer 7. Klasse zu lesen, fand er – ebenso wie besorgte Eltern – nicht gut.

Er verriet uns, dass Audible zwei weitere Hörspiele mit Werken von ihm plant.
Auf die Frage hin, warum er nicht selber mal ein Hörbuch einspricht, hat er wieder eine nette Anekdote parat: beim „Seelenbrecher“ hat er ein Kapitel selber eingelesen. Die Meinungen und Rezensionen zu diesem Part waren vernichtend, wie er uns sehr humorvoll berichtet.

Sebastian Fitzek_Lesung 3

Eine Fortsetzung zu „Der Nachtwandler“ wird es nicht geben.

Dann sind auch schon fast 2 Stunden rum, die Lesung ist vorbei. Doch bei der anschließenden Signierstunde haben wir die Chance, diesem sympathischen Autor noch etwas näher zu kommen. Wir können die brennendsten Fragen stellen, unser Bücher signieren und abschließend noch ein Foto mit ihm machen lassen. 

Mehr als begeistert verlassen wir die Buchhandlung und sind etwas wehmütig, dass der Abend schon vorbei ist. Aber die nächste Lesung kommt bestimmt. :) 

"Das Ende vom Nachtwandler ist eindeutig." Ach ja? :)

„Das Ende vom Nachtwandler ist eindeutig.“ Ach ja? :)

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur, der Mayerschen Buchhandlung Dortmund und natürlich auch beim Protagonisten Sebastian Fitzek!

PS: wir haben Sebastian gefragt, wie er das Ende der Geschichte mit Leon meint. Und er hat uns verraten, wie es gemeint ist. Aber wir wollen ja hier nicht spoilern. :)

SaCre & SaFi