Wir freuen uns auf… Neuerscheinungen März 2015

Ihr lieben Leseratten und Bücherwürmer,

ihr kennt doch das Problem auch: da hat man in einem Monat so viele Wunschbücher. Natürlich schafft man nicht, sie alle zu lesen und nimmt einen Teil davon mit in den nächsten Monat. Doch der nächste Monat bringt sowieso schon so unglaublich viele Must Reads, dass man diese schon nicht schaffen kann. So geht es mir jetzt gerade. Das ist doch ein Teufelskreis, oder? Mal ehrlich: 11 Most Wanteds? :o
Dann schauen wir mal, was der März uns so bringt…

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Wall of Fame – Juni 2013

SaCre

„Der erste Band der “Silber”-Trilogie – ein fulminanter Auftakt! Voller Ironie, Sarkasmus, Wortwitz begleitet von einer  Traumwelt, in der alles möglich scheint, sowie einer zarten Teenager-Liebe.“

SaFi

„Es steckt so viel in diesem Buch. Es kann einem so viel geben. Wenn man es mit dem Herzen liest.“

WoF 06-2013

Und was war euer Highlight im Juni?

Hier geht es zu unserer kompletten „Wall of Fame“.


Solange am Himmel Sterne stehen [Rezension]

Solange am Himmel Sterne stehen von Kristin HarmelTitel: Solange am Himmel Sterne stehen
Autor: Kristin Harmel
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-442-38121-0
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung:  15. April 2013
Leseprobe

 

Zum Inhalt:

Hope ist 36 Jahre alt und führt die familieneigene Bäckerei am Cape Cod. Nach der Scheidung von ihrem Mann besteht ihre Familie aus ihrer 12jährigen Tochter Annie und ihrer Großmutter Rose, die an Alzheimer erkrankt ist. In ihren klaren Momenten weiß Rose, dass ihr Gedächtnis bald völlig erloschen sein wird. Und so bittet sie ihre Enkelin eines Abends, nach Paris zu reisen, um dort hinter die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu kommen, über die sie selbst all die Jahre geschwiegen hat…

Meine Meinung:

„Rose starrte aus dem Fenster und suchte, wie sie es immer tat, nach dem ersten Stern am Horizont. Sie wusste, dass er aufgehen würde, so funkelnd und strahlend wie eine ewige Flamme, sobald die untergehende Sonne Streifen aus Feuer und Licht an den Himmel malte. Als sie ein kleines Mädchen war, nannten sie diese Dämmerung l’heure bleue, die blaue Stunde, die Zeit, wenn es nicht mehr ganz hell und noch nicht völlig dunkel war. Rose hatte in diesem besonderen Moment stets Trost gefunden.“
(Seite 45)

Der Leser wird nicht einfach in die Geschichte hineingeworfen – Hope macht sich nicht bereits auf Seite 5 auf den Weg nach Paris. Mir hat das sehr gut gefallen. Denn so begleitet man Hope schon vor der Reise; lernt sie, Annie und die anderen kennen, und kann sie, so wie ich, ins Herz schließen. Hopes Ängste, Wünsche und Gedanken konnte ich ebenso gut nachvollziehen wie die kleinen und auch größeren Ausraster, die sich ihre 12jährige Tochter Annie so manches Mal leistet. Aber nicht bloß mit der Darstellung ihrer Protagonisten hat Kristin Harmel mich begeistert. Sie hat mich mit ihren tollen Worten und ihrer tollen Art zu schreiben förmlich in dieses Buch hineingezogen.

Ein großes Thema in diesem Buch ist die Schoah (die Verfolgung der Juden während des zweiten Weltkriegs). Und wann immer einer der Beteiligten von dieser Zeit berichtet hat, war ich sehr berührt. Natürlich bin ich mir bewusst, dass diese Schilderungen fiktiv sind. Auf mich wirkten sie aber sehr real. So real, dass sich mein Herz zusammenzog und die Tränen in mir aufstiegen. Ich wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, dass es – zum Glück – Einrichtungen und Überlebende des Holocaust gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die grausamen Ereignisse von damals und die damit verbundenen Schicksale nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

>>… Dort waren wir vielleicht sieben- oder achttausend Menschen. Man konnte sie unmöglich alle zähen. Es war ein Meer von Menschen. Es gab kein Essen. Kaum Wasser. Wir waren zusammengepfercht wie die Sardinen. Manche Leute haben sich umgebracht. Ich habe eine Mutter gesehen, die ihr Baby erstickt hat, und ich dachte, sie sei verrückt, aber am Ende des dritten Tages begriff ich, dass sie gnädig gewesen war. Später, als sie laut wimmerte, sah ich, wie ein Wachmann sie erschoss. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich dachte: die Glückliche.<<
(Seite 179)

Je weiter die Geschichte voranschreitet, merkt man, dass es sich nicht bloß um eine Reise in die Vergangenheit von Rose handelt. Es ist auch eine Reise zu Hopes wahrem Ich. Am Anfang wirkt sie niedergeschlagen, da sie sich u. a. wegen ihrer Scheidung und dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Tochter, wie eine Versagerin fühlt. Mit der Zeit bekommt sie aber eine andere Sicht auf sich selbst und schöpft neue Hoffnung. Und so verändert sich, parallel zu Hope, auch die Stimmung des Buches. Von melancholisch zu hoffnungsvoll.

Noch ist zwar erst die Hälfte des Lesejahres rum, aber bereits heute weiß ich, dass dieses Buch ein absolutes Lese-Highlight für mich ist. Und nicht bloß in diesem Jahr, denn diese Geschichte werde ich wohl nicht so schnell vergessen können. Und das ist auch gut so. Es steckt so viel in diesem Buch. Es kann einem so viel geben. Wenn man es mit dem Herzen liest.

Rose holte einmal tief Luft. >>Von manchen Geheimnissen kann man nicht sprechen, ohne ein ganzes Leben zunichtezumachen<<, sagte sie. >>Aber ich weiß, wenn mein Gedächtnis stirbt, dass werden auch meine Liebsten sterben, die ich all die Jahre tief in meinem Herzen bewahrt habe.<<
(Seite 96)

5 HerzenSaFi

Sterntörtchen – Exklusives Rezept von Kristin Harmel / Das Kochbuch zu „Solange am Himmel Sterne stehen“



Solange am Himmel Sterne stehen {Rezension}

Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehenAutor: Kristin Harmel
Titel: Solange am Himmel Sterne stehen
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-442-38121-0
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 15. April 2013
Leseprobe

„Auf einmal muss ich an die Märchen denken, die sie mir früher erzählt hat, von einem Prinzen und einer Prinzessin in einem fernen Land, die Märchen, in denen der Prinz gegen die bösen Ritter in den Kampf ziehen muss und der Prinzessin verspricht, eines Tages zu ihr zurückzukehren, da ihre Liebe niemals sterben werde. Daher bin ich verblüfft, als es Annie ist, die murmelt: >> >Solange am Himmel Sterne stehen, werde ich dich lieben.< Das hat der Prinz in deinen Geschichten immer gesagt.<<“ (Seite 85)

Hope lebt in Cape Cod und führt dort eine kleine Bäckerei, die schon mehrere Generationen im Familienbesitz ist. Sie ist Mitte 30, geschieden und ihre Tochter Annie scheint mit ihren 12 Jahren mitten in der Pubertät zu stecken.
Ihre Mutter Josephine starb vor ein paar Jahren und so hat sie nur noch ihre Großmutter Rose, auch Mamie genannt. Diese leidet aber leider an Alzheimer und ist in einem Heim untergebracht.

Hope hatte, was Männer anbelangt, bisher nie so richtig Glück. Von ihrer Mutter hat sie sich eine gewissen Gefühlskälte abgeschaut. Sie bildet sich ein, alleine gut durch das Leben zu kommen.

Schließlich bittet Rose sie in einem lichten Moment, nach Paris zu reisen, um dort Informationen über ihre im Holocaust deportierten und verstorbenen Geschwistern und Eltern in Erfahrung zu bringen. Hope ist skeptisch, da sie gerade große Probleme mit der Bäckerei hat. Sie entschließt sich aber ihrer Großmutter zuliebe, doch nach Frankreich zu fahren.
Dort kommt sie einer großen Familiengeschichte auf die Spur, die sie nicht mehr los lässt…

Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehen_2

 

Nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, schwirrt mir immer noch viel durch den Kopf. Die Geschichte, die die Autorin Kristin Harmel hier zu Papier gebracht hat, ist fantastisch erzählt.
Sehr echt beschreibt sie die Personen, sehr gefühlvoll die Stimmungen, die von Szene zu Szene herrschen.
Hope, unsere Hauptdarstellerin, ist voller Selbstzweifel und stellenweise einsam. Sie tut sich schwer damit, Gefühle anderen gegenüber zuzugeben.
Ihre Tochter Annie wirkt am Anfang sehr zickig. Ihre Launen lässt sie gerne auch gegenüber Hope raus.
Rose hat damit zu kämpfen, dass sie Alzheimer hat. Sie schwankt immer zwischen klarem Kopf und dann leider wieder dem Vergessen. Sie liebt es, am Abend die Sterne im Himmel zu betrachten und sich an alte Zeiten und ihr früheres Leben zu erinnern.

„Aber jetzt, da die Gegenwart schwankend und verschwommen war, schien es Rose, als würde diese wunderschöne Schatulle voller Erinnerungen, die seit fast siebzig Jahren verschlossen war, die einzigen Momente der Klarheit enthalten, die sie in diesem Leben finden konnte. Manchmal fragte sie sich, ob das willkürliche Vergessen erst dafür gesorgt hatte, dass die Erinnerungen völlig intakt überlebt hatten, so wie ein Dokument dadurch, dass man es jahrelang in einem luftdichten, dunklen Behälter aufbewahrt, nicht zerfällt.“ (Seite 152)

Die Geschichte ist episch. Sie startet in der heutigen Zeit und führt uns als Leser bis zurück in die 40-er Jahre, wo die Geheimnisse um Hopes Vorfahren begannen. Hier finden wir uns im zweiten Weltkrieg wieder und müssen leider feststellen, dass einige Familienmitglieder deportiert und in Auschwitz getötet wurden.
Gleichzeitig beginnt hier aber auch eine Liebesgeschichte, die ergreifend und herzzerreißend ist.

Eine große Rolle spielen hier Backwaren. Immer wenn die Rede von Törtchen und Gebäck ist, kann ich diese Leckereien förmlich riechen. Und zu meiner Freude finden sich einige Rezepte dieser Köstlichkeiten im Buch. (Die Sterntorte muss ich auch bald mal versuchen)
Kristin Harmel erzählte im Interview, dass sie auch privat sehr gerne backt. Dieses Gefühl gibt sie in ihrer Geschichte an den Leser weiter. Mit einem >>klick<< gelangt ihr zu unserem Vorab-Artikel mit einem Kurzinterview.

„Das Herz offenbarte sich immer beim Backen, und wenn auf der eigenen Seele ein dunkler Schatten lag, dann würde auch auf den Gebäckstücken ein dunkler Schatten liegen.“ (Seite 259)

Die ganze Geschichte ist intensiv und berührend erzählt. Immer wieder finden sich zwischendurch Kapitel, die aus Roses Sicht erzählt werden. Dann nimmt sie uns mit auf eine Reise in vergangene Zeiten und es ist, als wären wir hautnah dabei. Als säße unsere Großmutter vor uns, und erzählte uns Geschichten aus ihrem Leben.

Vor allem zum Ende hin werden die Ereignisse traurig und gefühlvoll – aber auch hier wieder, ohne kitschig zu sein. Ich gebe gerne zu, dass ich hier zwei Tränchen vergossen habe. Das beweist, wie sehr die Autorin mich mit ihren Worten packen konnte.

Das Cover des Buches ist passt zur Geschichte. Die besondere Bedeutung der Farben wird dem Leser zum Ende der Geschichte klar.

„Aber wenn ja, dann hieße das, dass ich mein Leben all die Jahre falsch gelebt habe. Ich habe an jeder Wegkreuzung versucht, mich an die Regeln zu halten. Ich habe Rob geheiratet, weil ich von ihm schwanger war. Ich bin zurück nach Hause ans Cape gezogen, weil meine Mutter mich brauchte. Ich habe die Bäckerei übernommen, weil sie unser Familienunternehmen ist und ich sie nicht sterben lassen konnte. Ich habe meine eigenen Träume von einer Karriere als Anwältin begraben, weil ich sie nicht länger mit dem vereinbaren konnte, was von mir erwartet wurde.“ (Seite 371)

Kristin Harmel zeigt uns hier eins ganz klar: dass es die große Liebe gibt, und dass wir daran glauben und dafür kämpfen sollten.
Ein wirklich emotionales und umwerfendes Buch, das so schnell keinen Leser / keine Leserin unberührt lassen dürfte. LESEN! JETZT!

Vielen Dank an das Team vom Blanvalet Verlag für dieses Buch!

5 Herzen

SaCre


Neuerscheinung: Kristin Harmel „Solange am Himmel Sterne stehen“

Eine tolle Neuerscheinung geistert gerade durch unsere Köpfe, durch unsere Bücherregale und durch die Medien:
„Solange am Himmel Sterne stehen“ von Kristin Harmel.
Das Buch ist am 15.04.2013 im Blanvalet Verlag erschienen.

Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehen

Das äußerst ansprechende Cover und die Kurzbeschreibung haben mich sehr neugierig auf das Buch gemacht:
„Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe …“

Mittlerweile habe ich dazu ein sehr interessantes Kurz-Interview zu der Autorin gefunden:

Und es gibt einen schönen Buchtrailer:

Abgerundet wird dieser positive Eindruck durch ein Backrezept für Sterntörtchen. Das Rezept und eine Leseprobe findet ihr auf dem Blanvalet Special >>klick<<.

Ich bin jetzt mehr als gespannt auf das Buch und auf die vielseitige Geschichte, die die sehr sympatisch wirkende Kristin Harmel zu erzählen hat. Ich werde natürlich berichten. :)
Ab Montag, 29.04.2013, wird man diesen Titel auch auf der Spiegel Bestseller-Liste finden.

Eure SaCre