[Autor empfiehlt Buch] Weihnachtsedition 2014 | Krystel Klinkert – Coppenrath Verlag

Autor empfiehlt Buch_Weihnachten

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Titel: Als Räuber Zaster den Weihnachtsmann klaute
Autor: Barbara Rose
Illustrationen: Astrid Henn

Seitenzahl: 32 Seiten
Verlag: Coppenrath
Genre: Vorlesebuch, ab 3 Jahren

ISBN: 978-3-649-61112-7
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Für Kinder ab 3 Jahren (macht aber definitiv auch den Erwachsenen beim Vorlesen Spaß)

Bald ist Weihnachten, überall liegt Schnee, eine friedliche Stimmung liegt über der Stadt, die Menschen freuen sich auf das kommende Fest. Ganz und gar nicht freuen kann sich hingegen Räuber Zaster. Seine letzten Beutetouren verliefen erfolglos. Mit leerem Sack und hungrig kehrt er in seine Hütte im Tannenwald zurück. Dort wartet er vor Kälte bibbernd auf jemanden, den er ausrauben kann. Und tatsächlich vernimmt er bald ein Geräusch. Auf einem glänzenden Schlitten, gezogen von schnaubenden Rentieren kommt ein Mann mit rotem Mantel, Zipfelmütze und weißem Bart daher, der sich als der Weihnachtsmann ausgibt. Wer’s glaubt! Mit Sack und Pack wird er von Räuber Zaster entführt. Als der Räuber feststellt, dass sich in dem großen Sack nur Spielzeug und kein Essen befindet, macht er sich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt, um aus seiner Beute Geld zu machen. Dort kommen ihm langsam Zweifel: Ist der alte Mann in seiner Hütte etwa tatsächlich der Weihnachtsmann???

Hat Räuber Zaster wirklich den echten Weihnachtsmann entführt? Werden nun trotzdem alle Geschenke rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum liegen? Das alles erfahrt ihr in der witzigen Geschichte von Barbara Rose, die von Astrid Henn ganz herrlich schräg und frech illustriert wurde. Weihnachtliche Unterhaltung nicht nur für die Kleinen!

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Krystel Klinkert, Coppenrath Verlag


{Rezension} Mein kleines dummes Herz | Xavier-Lauren Petit

Mein kleines dummes Herz

Autor: Xavier-Laurent Petit
Titel: Mein kleines dummes Herz
(OT: Mon petit coeur imbécile)
Seitenzahl: 160 Seiten
Verlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-1614-1
Veröffentlichung: Juli 2014
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„Mein kleines dummes Herz erschrickt. Um mich herum schwankt alles, als würde die Welt zusammenstürzen. Mühsam klammere ich mich an der Wirklichkeit fest.“ (Seite 77)

Sisanda ist 9 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter, Großmutter und Onkel in einem kleinen Dorf in Afrika. Die Familie teilt sich sogar eine kleine Hütte.
Leider ist die Kleine schwer herzkrank und würde dringend eine Operation brauchen. Doch diese kann nur in einem weit entfernten Krankenhaus durchgeführt werden und ist zudem sehr teuer. So viel Geld hat die Familie nicht, noch nicht mal das ganze Dorf gemeinsam.
Sisanda kann leider keine körperlichen Anstrengungen verkraften. Ihre Mutter Maswala dagegen läuft jeden Tag. Sie läuft weite Strecken, komplett barfuß.
Als sie erfährt, dass in der Nähe ein Marathon mit einem hohen Preisgeld stattfindet, meldet sie sich dafür an. Für ihre Tochter möchte sie den Wettbewerb gewinnen.

„Ihre raue Stimme, die sie vom vielen Pfeiferauchen hat, wirkt auf mich beruhigend. Mein Herzschlag wird allmählich langsamer .. Gut, mein kleines Herz … Noch etwas mehr … Ich zähle die Schläge, durch meinen Kopf rattern Zahlen … Und plötzlich weiß ich, warum mir die Startnummer 953 so gut gefällt.
Mein Herz schlägt jetzt seit dreitausendvierhunderteinundvierzig Tagen. Oder anders gesagt: seit neun Jahren, fünft Monaten und drei Tagen.
Neun. Fünf. Drei.“ (Seite 87)

Sisanda kann leider kein „normales“ Leben leben. Toben, mit den anderen Schüler um die Wette laufen – all das kann sie leider bedingt durch den Herzfehler nicht machen. Im Gegenteil: oft muss sie sich ausruhen und jede kleinste Überanstrengung schwächt sie körperlich sehr. Mutter, Großmutter und Onkel kümmern sich immer sehr gut um sie. Und auch der Zusammenhalt im kleinen afrikanischen Dorf ist so groß, dass jeder ein Auge auf sie hat.
Immer wieder zählt Sisanda ihren Herzschlag. Auf der einen Seite beruhigt sie das. Auf der anderen Seite macht sie das zu einem Mathegenie. Viele mathematische Aufgaben kann sie deutlich schneller lösen, als andere Kinder ihres Alters, sogar als Erwachsene.

Ihre Mutter wird von allen Maswala genannt. Das bedeutet übersetzt „Mutter Antilope“. Und diesem Spitznamen macht sie alle Ehre. Denn jeden Morgen läuft sie, was das Zeug hält. Sie läuft lang, sie läuft weit, sie läuft schnell. Immer durch die Steppe, immer barfuß.
Als sie vom Marathon und dem ausgelobten Preisgeld hört, sieht sie darin ihre Chance, die unfassbar teure Operation am Herzen ihrer Tochter bezahlen zu können.
Doch bevor sie am Lauf teilnimmt, muss sie trainieren und sich auch an Joggingschuhe gewöhnen. Alles nicht so einfach.
Oma Thabang und der Onkel Onc’Benia unterstützen sie natürlich in allem.

Das Cover des Buches hat mich sofort darauf aufmerksam gemacht. Beim Reinblättern konnte mich auch sofort die Aufmachung begeistern. Die Kapitel sind mit Bildern aufgehübscht: afrikanische Tiere und Herzen. Und genau darum dreht es sich im Buch: das schwache Herz der kleinen Sisanda.
Die Geschichte klingt traurig und als Leser entwickelt man natürlich sofort Mitleid mit Sisanda. Natürlich zurecht. Und ich kann mir vorstellen, dass man dieses Gefühl als Mutter noch einmal stärker empfindet.
Vom Grundsatz her ist die Geschichte traurig. Doch sie ist bei weitem nicht so „schwer“ geschrieben, wie ich es erst vermutet hatte. Und das ist auch gut so. Bei all den Gefühlen, die man entwickelt, ist auch Freude darunter. Freude darüber, dass die Story wirklich gut geschrieben ist. Man fühlt sich in ein afrikanisches Dorf versetzt, denn dem Autor ist das Setting sehr gut gelungen. Immer wieder zaubert er dem Leser auch ein Lächeln ins Gesicht, weil man das Gelesene als „süß“ empfindet. Zumindest ging es mir so.
Xavier-Lauren Petit hat es geschafft, ein schweres Schicksal in eine „leichte“ Geschichte zu packen, die meinem Empfinden nach auch kindgerecht ist.

„Mein kleines dummes Herz“ ist ein liebenswertes und bittersüßes Buch. Bitter, weil das Schicksal der kleinen Sisanda schlimm und ergreifend ist. Süß, weil die Geschichte trotz allem wirklich schön ist und auch die Aufmachung des Buches wunderschön ist.
Ein Buch, das ältere Leser berührt und jüngere Leser aufgrund des exotischen Schauplatzes gefallen wird.
Von mir eine absolute Leseempfehlung!

5

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{Rezension} Tuesday und der Zauber des Anfangs | Angelica Banks

Tuesday

Autor: Angelica Banks
Titel: Tuesday und der Zauber des Anfangs
(OT: Finding Serendipity)
Seitenzahl: 240 Seiten
Verlag: Magellan
ISBN: 978-3-7348-4702-8
Veröffentlichung: 21. Juli 2014
Leseprobe
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„Mittlerweile war es nicht mehr zu übersehen: Umsponnen von einer ganzen Wolke feinster, glitzernder Silberfäden, sah Tuesday aus, als wäre sie in federleichte Zuckerwatte eingehüllt, die sie allmählich aus dem Schreibsessel hob. Ihre Füße berührten schon nicht mehr den Boden, sie schwebte langsam höher und höher.“ (Seite 34)

Tuesday McGillycuddy lebt mit ihrem Hund Baxterr, sowie Vater Denis und Mutter Serendipity Smith, einer Schriftstellerin, in der Brown Street:
Vater und Tochter warten darauf, dass die Autorin nun endlich ihr aktuelles Buch beendet, und die Familie für eine Zeit lang wieder unter sich sein kann, zusammen sein kann.
Als Tuesday nach ihrer Mutter sehen will, entdeckt sie einen geheimnisvollen silbernen Faden. Dieser Faden nimmt sie mit an einen Ort, an dem alle Geschichten ihren Anfang nehmen. Eigentlich möchte sie dort nur nach ihrer Mutter suchen. Doch sie findet unglaubliche Abenteuer…

„>>Verstehst du denn nicht? Es hat dich erwischt! Eine Geschichte hat dich gepackt. Es hat keinen Sinn, das Unbestreitbare zu bestreiten, das Unaufhaltsame aufhalten zu wollen. Also lass dich nicht aufhalten, mein Schatz! Folge den Wörtern, denn genau das ist es wohl, was eine Schriftstellerin macht. Folge einfach den Wörtern.“ (Seite 34/35)

Tuesdays Mutter ist eine sehr bekannte Schriftstellerin, die eine erfolgreiche Kinderbuchreihe verfasst hat und gerade am letzten Band schreibt. Als Autorin ist sie sehr selten in der Öffentlichkeit und wenn, dann ändert sie ihr Aussehen. Also weiß keiner, dass Sarah McGillycuddy hinter Serendipity Smith steckt.
In der Familie gleicht es immer einem Feiertag, wenn Sarah ein Buch beendet hat, und dann wieder ein aktiver Teil der Familie ist.
Als Tuesday nach ihrer Mutter sehen will, ist sie verschwunden. Sie entdeckt in der Schreibmaschine die nicht beendete Geschichte und tippt selber darauf herum. Ein geheimnisvoller silberner Wörterfaden entsteht, der Tuesday und Baxterr (mit Doppel-R ;) ) in die Welt der Geschichten bringt. Hier trifft sie auf Blake Luckhurst, einen jugendlichen Autor, der nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch sehr überheblich ist.
Tuesday muss ihre eigene Geschichte nun von Anfang bis zum Ende bringen, um ihre Mutter zu finden. Auf dem Weg dahin triff sie auf Vivienne Small, die Protagonistin in den Büchern ihrer Mutter. Gemeinsam mit ihr erlebt sie weitere Abenteuer.

„>>[…]Es ändert nichts an der Tatsche, dass Geschichten nun einmal erzählt werden möchten. Sie haben ihre ganz eigenen, besonderen Kräfte und sie suchen sich ihre Erzähler äußerst sorgfältig aus. Doch um eine Geschichte niederzuschreiben, musst du sie erst fühlen. Sie einatmen. Deine Figuren überallhin begleiten, mit ihnen sprechen.[…]<<“ (Seite 71)

Die Geschichte, die Autorin Angelica Banks hier geschrieben hast, ist einfach zauberhaft und wundervoll!
Mit einem sehr schönen Erzählstil führt sie durch die Geschichte, die altersgerecht erzählt wird, aber auch mich als Ü30er verzaubern konnte.
Die Story steckt voller Abenteuer, aber auch voller Botschaften für all die Autoren unter den Lesern.

Desweiteren kann auch die Gestaltung des Buches überzeugen. Hier fällt der noch junge Magellan Verlag mit seinem Startprogramm wirklich positiv auf!
Die Bücher haben wunderschöne Cover, sind liebevoll und hochwertig gestaltet und nachhaltig produziert. So auch „Tuesday und der Zauber des Anfangs“. Ein Buch, das man gerne in die Hand nimmt und auch im Regal stehend gerne betrachtet. Ein gelungenes Rundumpaket!

„Tuesday und der Zauber des Anfangs“ ist ein wundervoller Abenteuerroman für alle Prinzessinnen und Prinzen ab 10 Jahren, der aber ebenso die Mütter begeistern wird. Eine schöne Geschichte, die auf spannende und verständliche Art und Weise erzählt wird, und den Leser mit in eine Welt nimmt, in der die Geschichten ihren Anfang nehmen.

„>>Wenn es eine gute Geschichte ist, kann sie sich so echt anfühlen wie die Sonnenstrahlen auf deinem Gesicht. Du kannst sie schmecken wie Pfefferminz auf deiner Zunge. Du kannst sie hören wie einen Donnerschlag oder den Schrei eines Menschen, den du sehr lieb hast. Es wäre doch sicher keine gute Geschichte, wenn wir, die Schriftsteller, nicht wirklich daran glauben würden, nicht wahr?<<“ (Seite 237/238)

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SaCre