{Im Gespräch mit…} Tanya Stewner

Mit „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“ konnte Tanya Stewner mich total begeistern. Zu meiner Rezension gelangt ihr mit einem Klick auf das Cover. (Das Buch könnt ihr übrigens gerade über unsere Facebook-Seite gewinnen >>klick<<.)

Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb

Eigentlich hätten Shou und ich die Autorin auf der Leipziger Buchmesse zu einem Interview treffen sollen. Doch leider hat das nicht geklappt. Umso schöner, dass Tanya sich die Zeit genommen hat, die Fragen per eMail zu beantworten.

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[Blogtour] Interview Teil 2 | Katrin Rodeit

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Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was/wen?

Ich lese sehr gern! Am liebsten natürlich Krimis und Thriller. Aber ich bin mittlerweile ziemlich anspruchsvoll geworden. Es ist schwierig, wirklich gut geschriebene Bücher zu finden. Mittlerweile unternehme ich aber immer mehr Ausflüge in andere Genres, und finde das sehr erhellend und unterhaltend.

Meine Bibliothek umfasst das halbe Dachgeschoss. Einen Lieblingsschriftsteller habe ich allerdings nicht.

Wo hältst du dich daheim am liebsten auf?

Im Wohnzimmer. Das ist gerade renoviert und jetzt richtig harmonisch. Auch wenn ich mir diese Farbkombination früher nie zugetraut hätte.

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Welche war deine erste CD bzw. Schallplatte? Und welche Musik hörst du heute?

Das war eine Schallplatte. Toto „The very best of“. Mittlerweile höre ich hauptsächlich Radio. Zwischendurch packt es mich aber, dann krame ich schon auch mal Metallica, Meatloaf oder Bon Jovi wieder heraus. Und singe lauthals mit. Allerdings nur im Auto, wenn ich allein unterwegs bin ;-)
Jule kann es auf jeden Fall besser.

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?

Das waren ohne Frage die Familienurlaube an der Ostsee. Die hatten alles, was ein kleines Mädchen sich erträumen kann. Fröhliche Stunden im Kreis der Familie, Strand, Sonne, aber auch mal schlechtes Wetter und jede Menge Unternehmungen. Und natürlich Pferde … ;-)

Wie sieht für dich ein perfektes Wochenende aus?

Das kommt darauf an, ob ich einen Abgabetermin habe oder nicht. Wenn es einen gibt, dann sehe ich ein Wochenende allein vor mir, an dem ich ungestört schreiben kann. Unabhängig davon, wie viel Uhr es ist oder was das Wetter macht.

Wenn es keinen Abgabetermin gibt, dann wünsche ich mir ein schönes Wochenende mit meinem Mann und den Kindern. Irgendwohin fahren, wo wir es uns gutgehen lassen können und wo die Kinder glücklich sind. Der Affenberg in Salem beispielsweise oder ein Ausflug in den Augsburger Zoo. Das sind bei allen begehrte Ziele. Denn nichts macht mich glücklicher als zufriedene Kinder. Wenn die kleinen Augen strahlen, ist das für mich perfekt!


Welcher berühmten Persönlichkeit ähnelst du?

Da fällt mir spontan niemand ein. Es gibt immer Vorbilder. Man wäre gern wie X oder Y. Aber ähneln? Nein, ich glaube nicht.


Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?

„Die Brücken am Fluss“ und „Dirty Dancing“.

Die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?

Unter die Kategorie fallen dann wohl Waffeleisen und Sandwichmaker. Steht beides im Schrank …

Was bereitet dir Freude?

Glückliche Kinderaugen und ein bisschen Zeit für mich mit einem guten Buch. Aber natürlich auch, wenn ich positive Rückmeldung zu meinen Büchern bekomme.

Wie sieht ein Poesie-Album Eintrag von dir aus?

Poesiealben sind heute Bücher, in denen schon Fragen vorformuliert sind. Klassische Alben gibt es leider kaum noch. Insofern bin ich da auch ein wenig außer Übung. Auch wenn die in meiner Kindheit noch „in“ waren.

Du hast das letzte Wort!

Ich habe das letzte Wort? Wie schön! :) Es geht um das Schreiben, zumindest in diesem Interview. Deswegen möchte ich die Frage auch damit beantworten.

Manchmal frage ich mich, warum ich mir das alles antue. Warum ich immer wieder auf der mühsamen Suche nach einem Verlag für ein Manuskript bin. Warum ich monatelanges Warten in Kauf nehme, um dann doch eine Absage zu kassieren. Warum ich mich mit Abgabeterminen herumschlage und mit der Überarbeitung. Etwas, das ich abgrundtief hasse!

Aber wenn dann ein Buch erschienen ist, ich mal wieder bibbere, wie es denn ankommt, und dann die ersten Reaktionen kommen, lobende Worte und von Suchtfaktor die Rede ist, dann weiß ich es. Wenn ich Lesungen habe mit ‚sing `n‘ string‘, die mich bei meinen Lesungen begleiten, und wir dann Adrenalin-geschüttelt nicht einschlafen können, weil wir einen so tollen Abend hatten, dann weiß ich es. Denn das Gieren des Lesers nach weiterer Lektüre ist besser als alles andere!

Und wer kann schon am Ende seines Lebens zurückblicken und zufrieden sagen „Ja, ich habe genau das gemacht, was ich immer machen wollte. Mein Hobby zum Beruf gemacht.“?
Ich denke, ich werde es können.

Jule ist eine passionierte Köchin – und davon profitieren auch wir Leser. Dazu gibt es morgen bei der lieben Claudia von Claudias Bücherregal mehr.


Im Gespräch mit… Britta Sabbag

Da uns die Bücher „Stolperherz“ und „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ so begeistern konnten, war die Freude groß, als Britta Sabbag uns ihre Zustimmung zu einem Interview gab. :)
Was sollen wir sagen? Den Humor aus ihren Büchern könnt ihr hier wiederfinden!

Copyright Beatrice Treydel

Copyright Beatrice Treydel

Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.
Britta Sabbag, Autorin, 35, verwirrt.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Über einen Umweg – die Kündigung in meinem alten Job als Personalerin vor 5 Jahren hat mich nicht getroffen. Und da dachte ich: Irgendwas stimmt hier nicht. Und: Was wolltest du schon immer mal tun?  Schreiben! – Das tat ich dann auch.

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?
Im Idealfall stehe ich um halb 9 auf, trinke einen Kaffee, erledige Mails und Telefonate und schreibe von 10-16 oder 17 Uhr durch, mache dann Sport und esse etwas Gesundes.
(In Wirklichkeit bin ich um zehn immer noch müde, esse morgens schon Nutella (ohne Brot) trinke 3-17 Kaffee, verplaudere mich auf Facebook, renne mit dem Kopf gegen eine Tür/ Wand/ Kante/ stoße irgendwas um/ lande in der Notaufnahme/ verfahre mich/ rufe die falschen Telefonnummern zurück und schreibe dann abends darüber, was ich so erlebt habe ;-)

Mit “Stolperherz” hast du zum ersten Mal ein Jugendbuch veröffentlicht. Wie bist du dazu gekommen, in diesem Genre zu schreiben? Wird es weitere Bücher von dir im diesem Bereich geben?
Ein Verlag hatte mich angefragt, und mir eine amerikanische Vorlage geschickt, die mir leider gar nicht gefallen hat (sehr oberflächlich, irgendwie wurde NUR geshoppt) . Ich lehnte ab. Meine Agentin fragte: Was hast du denn mit 15 gemacht, wenn nicht Schuhe, Schminke und Klamotten? Ich sagte: „Ich bin einen Sommer mit einer Band rumgezogen. Und war mit dem Bassisten zusammen (Und mit dem Schlagzeuger. Aber nacheinander!) Und Sie antwortete: „Na dann haben wir doch ein Jugendbuch!“  So war das.

Dein aktuelles Buch heißt “Das Leben ist (k)ein Ponyhof”. Beschreibe uns das Buch in einem Satz.
Es geht darum, dass Antonia den roten Faden im Leben verliert, und sich ganz viele Sorgen macht, vom richtigen Weg abzukommen, und ihr Stiefvater Walter, der ein wenig dement und auch verrückt ist, ihr zeigt, dass sie das nicht muss, und dass das Leben aus vielen Fäden gewoben ist, und nicht nur einer davon rot ist; im Gegenteil – wenn man den roten Faden verloren hat, kann man nach seinem Faden eigenen Ausschau halten, vielleicht ist  er bunt.

Könntest du dir vorstellen, mal in eine ganz andere Richtung zu gehen? Einen Thriller veröffentlichen, beispielsweise?
Nein, mein Kopf gibt strategisches Denken nicht her. Ich habe beispielsweise bis heute Fight Club nicht verstanden.

Du sagst über dich selbst – und hier zitieren wir von deiner Website: “sie sei die beste Romanvorlage, weil niemand erfinden kann, was ihr täglich passiert. Wer also immer noch glaubt, das Leben der Bridget Jones sei unrealistisch, kann gerne mal einen Tag mit ihr verbringen.” Was würde uns so erwarten? Wir sind neugierig!
Wer mich auf Facebook verfolgt, weiß, dass mir immer wieder schräge Dinge passieren, und zwar in einer Häufigkeit, die wohl kein Zufall mehr ist. Vielleicht ist meine Wahrnehmung auch schärfer geworden, weil ja alles toller Romanstoff ist. Aber ein Irren-Magnet bin ich schon wohl auch. Einige Anekdoten kann man unter www.brittasabbag.de nachlesen, unter „Real Life“.

Mit welcher Person aus deinen Büchern würdest du gerne mal einen Tag verbringen und warum? Und was würdet ihr dann tun?
Mit Walter aus „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“. Ich hätte da so einige Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen der Arbeit an einem Buch und der Arbeit an einem Drehbuch?
Das Buch schreibt man ganz alleine und ist lange Zeit sehr abgeschottet – selbst die Arbeit mit der Lektorin ist ja einsam, denn man bekommt das lektorierte Manuskript zugeschickt und bearbeitet es wieder. Beim Drehbuch reden hundert Leute mit, es ist ein Sammelsurium an Ideen und immer wieder wird etwas umgeworfen. Die Mischung aus beiden finde ich toll.

Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was/wen?
Klar! Wäre seltsam, wenn nicht, oder? Alles bis auf Thriler/ Krimis, sehr gerne auch Biografien.

Wo hältst du dich daheim am liebsten auf?
Im Bett, eindeutig.

Welche war deine erste CD bzw. Schallplatte? Und welche Musik hörst du heute?
Ich höre alles querbeet. Ich glaube es war „Die Weihnachtsbäckerei“ – ich habe den Ohrwurm immer noch.

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?
Ich bin mit 5 Jahren und einem winzigen Koffer aus geflochtenem Korb mal ausgezogen, und zwar auf den Kirschbaum meiner Oma. Alle hatten Verständnis für diese Entscheidung und brachten Essen und Wohnmaterial. Leider wurde es mir nach 20 Uhr eindeutig zu kalt und ich zog wieder zu Hause ein.

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Copyright Beatrice Treydel

Wie sieht für dich ein perfektes Wochenende aus?
Ausschlafen, lange frühstücken, am Meer spazieren und den Sonnenuntergang dort draußen genießen. Keine Termine.

Welcher berühmten Persönlichkeit ähnelst du?
Vielleicht eine Mischung aus Bridget Jones, Ronja Räubertochter und einem total verwirrten Alien aus der Zukunft, das schräge Situationen immer magnetisch anzieht.

Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?
Viele! Tue ich auch. Alle Doris Day Filme, Frühstück bei Tiffany, Die Brücken am Fluss, Bridget Jones…

Die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?
Ein pupsender Kugelschreiber. Wobei… ich konnte ihn schon oft gut einsetzen.

Was bereitet dir Freude?
Sonne, neue Ideen, lachen mit Freunden.

Wie sieht ein Poesie-Album Eintrag von Britta Sabbag aus?
„Es tut mir leid aber ich muss leider gerade ins Krankenhaus weil ich mir beim Brötchenschmieren in die Hand geschnitten haben (siehe Bluttropfen)  – später mehr.“

Über welches Tier dürfen wir uns als nächstes auf einem Buchcover freuen? :)
Das weiß ich noch nicht. :)

Du hast das letzte Wort!
In Wirklichkeit bin ich viel seröser!

Liebe Britta, wir danken dir ganz herzlich, dass du dich unseren Fragen gestellt hast und dass wir an deinem rasanten Leben teilhaben können! :)


Im Gespräch mit… Anne Freytag

Wie gut, dass Autoren heute nicht mehr so unerreichbar sind. Wie gut, dass die Kommunikationswege heute recht kurz sind. Wie gut, dass SaFi vor ein paar Wochen Renate Hoffmann gelesen hat (hier geht es zur Rezi), denn dadurch hat sich ein total netter Kontakt mit der Autorin Anne Freytag ergeben. Und so kam es auch, dass wir Anne Freytag gerne mit ein paar Fragen löchern würden. Gesagt. Getan. Wir haben gefragt. Anne Freytag hat geantwortet. Wir wünschen euch viel Spaß. :-)

Anne Freytag

© Anne Freytag

Bitte stelle Dich unseren Lesern kurz vor.

Mein Name ist Hase. Nein Spaß. (Keiner lacht. Toll. Stille.) Okay, mein Name ist Anne. „Hallo, Anne.“ Hallo… „Erzähl der Gruppe etwas von dir…“ (Tief Luft holen.) Ähm… Mein Name ist Anne und ich bin süchtig. (Alle sehen mich an. Verständnis. Ein sanftes Lächeln.) „Wir sind deine Freunde Anne… wir hören dir zu…“ Ich bin süchtig nach Worten. Und Sätzen. Und dem Schreiben. Nach neuen Geschichten. Nach dem Gefühl, aus Buchstaben Menschen zu machen. Aus Sätzen Charaktere zu formen. Gefühle zu erwecken und andere mitzureißen. Das ist die eine Seite. Musik und fliegende Finger. Tränen (mal vor Lachen, mal vor Rührung, mal, weil es so traurig ist…). Die andere Seite ist… anders. Dunkel und kalt. Einsam. Man sitzt vor dem blinkenden Cursor, ärgert sich, bekommt fiese Kritik. Es ist ein Auf und Ab, aber nie langweilig.

Ich liebe meine Arbeit und das nicht nur, wenn ich frei habe. Ich habe ein tolles Leben. Eine tolle Familie, echte Freunde und die (für mich) beste Beziehung. Ich bin frei und kann tun, was ich liebe. Ich bin ein Glücksschwein.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Wolltest du schon immer Autorin werden?

Nein, wollte ich nicht… Wenn ich ganz ehrlich bin, wusste ich sehr lange nicht wirklich, was ich will. Und geschrieben habe ich auch nicht, wie viele Kollegen, sobald ich einen Stift halten konnte. Ich war wohl eher ein Spät-schreib-zünder.

Angefangen hat das alles im Studium. Ich hatte drei Charaktere im Kopf. Drei junge Frauen, die erwachsen werden wollten. Oder zumindest gerade mittendrin steckten. Drei Freundinnen. Ich habe einfach angefangen. Kein Plan, keine Geschichte nur diese drei Figuren. Und der Wunsch, dass es keine dieser Geschichten wird, die Bereiche aus dem Leben ausblendet – Erotik zum Beispiel. Irgendwo dazwischen ist sicher kein Erotik-Roman, aber er lässt nichts aus. Und damit ist es für mich ein Roman über das Leben. Letztlich wurde aus einer Kurzgeschichte ein Roman mit knapp 800 Taschenbuchseiten. Inzwischen ist das Buch auf 600 gekürzt. Das war 2007. Zwischenzeitlich habe ich auch eine Weile nichts geschrieben. Neben der Arbeit hatte ich keine Geist mehr dazu. Ich schreibe nachts und das geht in einem normalen Alltag eben nicht. Jetzt geht das. Ich weiß nicht, ob ich zum Schreiben gekommen bin oder das Schreiben zu mir. So oder so. Wir haben wir uns gefunden. Gott sei Dank.

Deine bisherigen Romane hast du selbst verlegt. Im Oktober erscheint unter deinem Pseudonym Anne Sonntag mit Eigentlich Liebe dein erstes Buch im Piper Verlag. Welcher Weg ist für dich der angenehmere?

© Anne Freytag

Kurze Antwort: Beides.

Die lange fällt so aus: Beides. Nein, im Ernst, es ist wirklich klasse, beides machen zu können. Als Selfpublisher habe ich einen HAUFEN Arbeit, aber kann alles haben wie ich es will. Ich muss nichts absprechen, mich nicht nach jemandem richten, die Entscheidungswege bestehen nur aus mir und finden in einem Kopf statt. Ich bin ein Macher, deswegen liebe ich es selbst zu veröffentlichen. Ich schreibe, ich suche mir das Cover aus, ich mache die Vermarktung. Und das ist sehr viel und sehr anstrengend und sehr schön. Aber manchmal ist es auch nervig, alles allein zu machen. Und bei PIPER sind Argusaugen und Wortchirurgen, die mir helfen. PIPER ist wie ein Abzeichen. Ob man es nun zugibt oder nicht, wenn ein renommierter Verlag dich will, dann ist das ein fantastisches Gefühl. Und es sagt auch nach außen: die kann was. Klar, kann man das auch ohne Verlag, aber die Botschaft macht einen Unterschied. PIPER war immer der Traum-Verlag für mich und Freytag Literatur ist meine Spielwiese. Beides ist toll. Ich bin gerne Hybrid-Autorin. Außerdem kann ich so verschiedene Facetten ausleben und das war auch immer ein Wunsch von mir.

Bei Piper bin ich Anne Sonntag. Und laut Piper bin ich young & sexy. Das ist doch mal ein Kompliment. Das erste Buch kommt im Oktober und so gelassen ich auch erscheinen mag, ich bin Dauer-aus-dem-Häuschen (nur im Übertragenen Sinn, in Wahrheit bin ich Dauer-am-Tischchen und schreibe…). Als Anne Freytag bin ich hoffentlich auch ein bisschen sexy und ich würde sagen auch young, aber ich bin eben nicht klassische Unterhaltungsliteratur. Deswegen ist ein Teil von mir zur Sonntag geworden. Sie ist die Unterhaltsame. Die, die zum Lachen bringt. Leicht, aber nie seicht.
Das wiederum gibt der Freytag die Möglichkeit, weiter düster und witzig zu sein. Ganz nach ihrem Gusto. (Die Sonntag erhält der Freytag also ihre künstlerische Freiheit und hat auch noch ihre eigene…) Der Sonntag sei Dank, kann die Anne F. also Bücher immer wieder so enden lassen, wie man nicht damit rechnet und Geschichten über Themen schreiben, die sie nicht mehr loslassen… Und gleichzeitig kann die Sonntag Romane kreieren, die für Herz und Kopf gestrickt werden.

Zusammenfassend kann man sagen, Ally Taylor ist die, die sich mal eben Städtchen erfindet, im Klischee badet, tief ins Drama eintaucht und prickelnde Erotik ihr Handwerk nennt, Anne Freytag ist die fürs Reale, deren Geschichten in München spielen und in der Nachbarwohnung stattfinden könnten, und die liebe Anne Sonntag ist eben irgendwo dazwischen. (Das Wortspiel war Absicht…)

Darfst du uns schon ein bisschen was über Eigentlich Liebe erzählen?

Anne Freytag_Anne Sonntag

„Eigentlich Liebe“ – VÖ: 13.10.14

Das ist der Beschreibungstext der auf dem Umschlag stehen wird:

»Verliebt, verlobt, verheiratet«? Nicht bei den drei Freundinnen Hanna, Clara und Vero. Als wäre »unglücklich verliebt, verlassen, betrogen« nicht schon schlimm genug, steht auch noch eine Traumhochzeit an, bei der sie weder Braut noch Brautjungfern sind. Interessant wird es allerdings beim Blick auf die Gästeliste. Denn einige attraktive Männer sorgen für Herzklopfen und Gefühlschaos, und am Ende stellt sich die Frage: Wer gehört hier eigentlich zu wem? Und das fasst es sehr passend zusammen.

Ich liebe das Kleid meines Romans. Ich finde es passt wie angegossen. Es hat die Gratwanderung geschafft. Es sagt, Ja, ich spiele auf einer Hochzeit, aber ich bin kein Brautroman. Es sagt auch, Ja, ich bin pink und glücklich, aber nicht billig. Und es sagt mit geschwellter Brust, Ja, ich bin ein Piper-Kind. (Zumindest sagt es mir das alles… Sagt es auch etwas zu euch, oder ist es da noch schüchtern?)

Noch ist es alles nur digital. Noch sind es nur Dateien. Aber in ein paar Monaten werde ich dieses Baby in den Händen halten und mit diesem stolzen, mütterlichen Tonfall hauchen, It’s a book.

Unter dem Pseudonym Ally Taylor hast du zusammen mit Carrie Price (Adriana Popescu) das MAKE IT COUNT-Projekt gestartet. Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit an deinem ersten New Adult-Buch im Vergleich zu deinen bisherigen Romanen?

„MAKE IT COUNT“ #mic © Anne Freytag

Im Grunde ist New Adult einfacher (wenn man nicht im Klischee abrutscht und alles ins Unglaubwürdige driftet). Man hat ziemlich genaue Vorgaben, um es als NA verkaufen zu können, Drama, Liebe, Sex und eine Portion Kitsch. Hatte ich Drama gesagt? Dann noch ein wenig mehr davon.

Ich glaube, bei NA entstehen die Charaktere um ihr jeweiliges Drama. Die äußeren Umstände geben ziemlich viel des Wesens vor. Auch das macht es einfacher. Bei den Freytag-Büchern muss ich viel länger an meinen Protagonisten feilen, bis ich sie vor mir sehe. Das sind Nuancen, weil sie aus dem echten Leben gegriffen sind. Man soll ja denken, sie könnten nebenan wohnen.

Katie ist traurig und allein und betäubt, weil ihr Vater gerade gestorben ist. Das gibt viel vor. Klar hat Katie einen Charakter, aber der konnte um die Geschichte herum entstehen. Der kam irgendwie wie von allein. Trotz der Unterschiede ist Ally Taylor auch Anne Freytag. Nur eben in amerikanisch, mit viel mehr Klischee, aber dennoch demselben Stil. Zumindest hoffen wir beide das (Ally und ich).

Beschreibe deine Bücher mit drei Worten.

Teile von mir.

Welches deiner Bücher ist dein Lieblingsbuch? Und warum?

freytag Literatur © Anne Freytag

Das kann ich wirklich nicht sagen… Irgendwo dazwischen hat den Sonderstatus, dass es das Erste war. Ich werde nie wieder das Gefühl haben, das ich bei ID hatte, als ich nach 800 Seiten das Wort Ende geschrieben habe. Und ich werde es nie vergessen. ID ist der erste Satz einer (hoffentlich) langen Geschichte. Renate Hoffmann hat einen besonderen Platz, weil ich sie so sehr ins Herz geschlossen habe. Ihre Art, ihre Fehler, ihre Unzulänglichkeiten und ihre Stärke. Mit ihr habe ich am meisten gefühlt. Ja, und Anja und Julian und Tobias… durch 434 Tage wusste ich endlich, was genau ein Freytag-Buch ausmacht. Auf den Bauch hören und Mut zu eigenen Entscheidungen haben. Nicht der sicherere Weg ist der Beste… der Beste ist der Beste.

Aber auch MAKE IT COUNT liegt mir am Herzen. Genauso wie Eigentlich Liebe. Ich denke keines ist wichtiger als das andere. Ich liebe sie alle. Sie sind alle wichtig. Nur anders.

Hast du einen Lieblingsplatz zum Schreiben?

An unserem Alles-Tisch vor der Roten Wand im Wohnzimmer. Das ist der Tisch, an dem wir essen, an dem ich mit meinen Freunden sitze und Kaffee trinke, an dem ich meine Steuersachen mache, fernsehe (am Rechner, weil wir keinen Fernseher haben) und an dem ich Das Wort mache… Im Sommer zieht es mich manchmal nach draußen, aber am liebsten arbeite ich am Alles-Tisch.

© Anne Freytag

© Anne Freytag

In Das Wort zum Freytag informierst du wöchentlich über dich als Autorin, deine Bücher und alles, was damit zu tun hat. Wie kam es zu der Idee?  

Durch Das Wort zum Sonntag. Ich hatte einfach dieses Bild vor mir. So eine Art Tagebuch. Aber eben mal etwas, das man nicht lesen muss, sondern relativ schnell im Vorbeigehen anschauen kann. Ich selbst finde Videos klasse. Manche verfolge ich wirklich regelmäßig, weil sie total super sind, manche schaue ich nur einmal, weil ich sie schrecklich fad finde. Ich freue mich, wenn ein paar Leute meine gerne sehen. Anfangs dachte ich, es würde total ernst. Ich wollte es so halten wie Nachrichten, aber das passt nicht wirklich zu mir. Beim ersten Wort zum Freytag bin ich noch fast gestorben vor Nervosität. In der Nacht nach dem Hochladen, habe ich miserabel geschlafen. Aber inzwischen finde ich es witzig. Es macht Spaß und es ist eigentlich denkbar einfach: immer schön in das Kamera-Loch im Bildschirm starren und quatschen – fertig. Und quatschen – das kann ich.

Mit welchem deiner Charaktere würdest du gerne mal um die Häuser ziehen?

Wenn es darum ginge, einfach mal Spaß zu haben, dann mit Lili, Marie und Emma aus Irgendwo dazwischen (… ich müsste alle mitnehmen, die würden sonst nur streiten, wer mit darf… Wenn wirklich nur eine dürfte, dann Marie – aber PSSST). Wenn es aber darum ginge, bei einer Flasche Rotwein über das Leben zu sinnieren, dann nur mit Renate und wenn es um ein ernstes Gespräch unter Frauen ginge, dann auf jeden Fall mit Anja. Wobei… Vero wäre da auch nicht schlecht. Und zum Spaßhaben ist Hanna auch wirklich klasse. Und Clara… Puh ist das schwer… Gott sie Dank fällt Katie schon als aus, die ist zu beschäftigt, und außerdem antworte ich hier als Anne. (Du musst dir auch denken: Kann die nicht mal eindeutige Antworten geben??… ;-) )

Du wohnst in München. Hast du einen Lieblingsort in der bayerischen Hauptstadt?

© Anne Freytag

© Anne Freytag

Ich mag manche Ecken in Schwabing und einige in Neuhausen, aber am liebsten bin ich wirklich in der Stadt. Ich muss da nichts kaufen. Es reicht dort zu sein. Die vielen Touristen mit ihren Kameras, deren fröhliche Gesichter mich dazu zwingen, mein Zuhause immer wieder neu zu entdecken. Die Stimmung, die vielen Menschen, die Ecken, die man nur kennt, wenn man die Stadt wirklich kennt. Und davon habe ich verdammt viele. Auf ein Eis zum Kanal beim Schloss Nymphenburg, oder seltsamen Zucchini-Walnuss-Kuchen essen im ELLA (klingt eklig, schmeckt aber echt fantastisch), Postkarten kaufen in der Papeterie Nellypap am Rotkreuzplatz, einen Happen essen an der Frauenkirche, zum Beispiel Nürnberger Würstel und Kartoffelsalat (Bratwurst Glöckl), oder auf einen Teller Pasta in Aurora-Soße zum Italiener meines Vertrauens, dem Medici, oder vielleicht doch auf eine Pizza in die L’Osteria am Lehnbachplatz, der lieber Mittagessen in meinem Stammasiaten (HQ) in der Trautenwolfstraße? Beim Manufactum gibt es geniales Roggenbrot (neben den anderen ‚guten Dingen’). Oder doch nur auf einen Kaffee in einem meiner 72436598 Lieblings-Cafés? Oder wie wäre es mir einem Burger in der Hamburgerei (der Perser und der Schwede sind SEHR fein)… Dann gibt es natürlich noch einen Haufen toller Läden, vor allem, wenn man sich in die kleinen Straßen im Glockenbachviertel und um den Viktualienmarkt umsieht. Da gibt es Läden mit Duftkerzen, Handtaschen und Klamotten, die man nicht überall bekommt… Zum Beispiel diesen Laden in der Hildegartstraße, von dem ich immer den Namen vergesse. Man könnte es auch kürzer fassen: München ist meine Stadt. Die ganze Stadt ist mein Lieblingsort.

© Anne Freytag

© Anne Freytag

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© Anne Freytag

Wohin möchtest du gerne mal verreisen?

Ich muss aufpassen, dass die Antwort nicht zu einem Roman ausartet… keiner will die 700000 Reisewünsche der Anne Freytag lesen und sich dabei bis ins Rückenmark langweilen… Also nur die Highlights. Ich möchte irgendwann mit meinem Freund in einem Camper durch die USA fahren, so wie ich es in Australien nach dem Abitur bereits gemacht habe. Diese grenzenlose Freiheit, die Weite und diese Unterschiede. Dieses Lebensgefühl… Wenn ich eine Partnerstadt hätte, wäre es zweifelsohne Adelaide. So, jetzt aber zurück in die USA. Ich will unbedingt New York sehen, Boston und Oceanside (HAHA). Und dann nach New Orleans, die Südstaaten, weiter nach Nevada zum Grand Canyon, und nach Las Vegas. Dann nach San Francisco (über San José und Santa Barbara), den Mulholland Drive entlang… und vielleicht noch auf einen Sprung nach Seattle. Von dort aus nach Chicago fliegen und dann wieder nach Hause. Aber ich würde auch gerne mal alle Hauptstädte Europas besuchen. Jedes Wochenende eine andere. Und zu Tansania müsste man mich auch nicht lange überreden. Ach, ich denke, es gäbe nur wenige Orte, die mich nicht auf die eine oder andere Art absolut faszinieren und gefangen nehmen würden. Als nächstes heißt es aber erst mal Berlin. Und ich freue mich darauf.

Wie sieht dein perfektes Wochenende aus?

In einer wunderschönen Hauptstadt Europas… Ach so, hier? Wenn das Wochenende in München stattfindet, dann so: Wir schlafen aus und werden von der Sonne geweckt. Kein Stress, kein blöder Wecker, einfach im Bett liegen, so lange wir wollen, dann zum Frühstück French Toasts und dann raus… ohne wirkliches Ziel, einfach etwas machen, etwas unternehmen. Am späten Nachmittag ein Eis essen gehen und abends in den Biergarten oder irgendwo hin, wo man in der lauen SOMMERnacht noch draußen sitzen kann. Und dann noch in die Spätvorstellung ins Kino. Oder auf den Nachtflohmarkt. Und am Sonntag? Vielleicht auf eine Fotoausstellung. Oder ganz faul ein Buch lesen? Eine Zeitschrift? Karten spielen? Und am Abend ein langes Entspannungsbad nehmen? Ach, es gibt viele perfekte Wochenenden.

Welche Musik hörst du am liebsten?

Puh. Nein, das kann ich so echt nicht sagen… ich höre so viel Musik und sie ist so unterschiedlich. Ob ich sie im Auto höre, oder zum Schreiben. Oder zum Putzen. Oder… fast immer. Ja, ich liebe Musik. Es gibt Lieder, bei denen ich weinen muss. Jedes Mal. Welche, die mich glücklich machen. Mal, weil sie mich an etwas erinnern, mal, weil sie einfach etwas haben, das mich strahlen lässt. Jeder kennt sie, diese Lieder, die an Erinnerungen und Gefühle gekoppelt sind, die sich in unser Gedächtnis eingenistet und wie eine Art Tätowierung in unsere Großhirnrinde gebrannt haben. Ein Lied kann urplötzlich Tränen in uns aufsteigen, uns wehmütig, oder wütend werden lassen, uns zum Lachen bringen, oder nachdenklich stimmen. Musik erinnert uns an Dinge, von denen wir glauben sie vergessen zu haben. Wir sind getränkt mit Erinnerungen. In einem Lied kann alles Mögliche stecken. Der erste Kuss, der erste Liebeskummer, alte Freunde, lange Autofahren, gute Gespräche, ein lang verblasster Sommer, ein Gesicht, eine flüchtige Berührung, ein Geruch. Jeder hat ein musikalisches Tagebuch, ohne es schreiben zu müssen. Das Leben schreibt es für uns. Unsere Erinnerungen tun das. Alles, was wir tun müssen, ist hinzuhören. Ich tue es jeden Tag.

© Anne Freytag

Was ist die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?

Ein Schwein aus Glas. Es kann nichts. Es ist kein Sparschwein und auch kein Glücksschwein. Also streng genommen erfüllt es keinen Sinn. Aber ich habe es gesehen und mich sofort verliebt. Es wohnt bei uns im Wohnzimmer neben der Hasenvase und ich freue mich jedes Mal, wenn ich es sehe. Also, eigentlich ist es vollkommen sinnfrei – aber mal ehrlich: gibt es etwas Besseres, als Dinge, die kein bisschen praktisch sind, sondern einen einfach nur freuen? Und das immer und immer wieder? Eben. Außerdem: Vielleicht habe ich ja deswegen Schwein?

Welche Hobbys hast du?

Zur Zeit ganz besonders unsern Autoren-Blog (www.seekfreak-and-joy.de). Ich finde es schön zu den verschiedensten Themen etwas schreiben zu können. Wir wollten etwas, das uns Spaß macht. Ohne Plan. Einfach eine Art Spielwiese, auf der wir uns austoben können. Und das tun wir. Es ist wie dieses Ding bei IKEA mit den Bällen. Etwas völlig Sinnfreies, das einfach guttut.

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?

Oh, das ist unmöglich, da gibt es viel zu viele. Okay, dann eben ein paar davon. Meine Schwester und ich haben als Kinder (keine Ahnung mehr wie alt wir waren, aber klein) samstags leidenschaftlich gerne Pudding gekocht. Ich war eher der Assistent, aber es hat Spaß gemacht. Wir hatten tolle Umschnall-Rollschuhe (nicht so schicke Inline-Skates wie die Kinder heute, sondern die echten… Also mit zwei mal zwei Rollen. Und die hat man um seine Straßenschuhe geschnallt. Meine waren türkis, die meiner Schwester rot. Gott, waren wir stolz). Wir sind dann in unserem Kinderzimmer mit den Rollschuhen zu I’ve been looking for freedom (das war auch meine erste eigene CD) zwischen dem Fenster und dem Bett hin und her gefahren. Zwischen Bett und Fenster klingt weit, war es aber nicht. Als ich sechs war, kam mein Bruder zur Welt. Und ich habe mich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Er war klein, jetzt bin ich es im Vergleich zu ihm. In Griechenland habe ich schnorcheln gelernt. Ich war glaube ich acht. Und das war das Größte. Ich habe dort zwei Steine gefunden, rund wie Murmeln. Ich weiß nicht, ob sie noch irgendwo sind, aber ich habe diese Steine nie vergessen. Vielleicht finde ich sie ja irgendwann mal wieder…

Welche drei Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ich denke nicht, dass ich der Typ für einsame Inseln bin. Ich will da nicht hin. Eher an den Garda-See. Im Moment zieht es mich sehr nach Oxford. Da war ich mal für eine halbe Stunde… irgendwann will ich eine Fortsetzung. New York reizt mich auch sehr. Und überhaupt das Reisen. Jetzt habe ich den Faden verloren? Wo waren wir? Bei der Insel. Nein, Inseln sind nichts für mich. Und wenn dann nur auf zwei Wochen. Ich bin ja eher für Abenteuer- oder Städtereisen. Mist, wieder abgeschweift.

© Anne Freytag

Was bereitet dir Freude?

Zu Lachen. So lange bis mir der Bauch wehtut und meine Augen tränen. Mit Grace schreiben und telefonieren. Menschen eine Freude zu machen und sie zu überraschen. Eis-Essen gehen (Haselnuss und Crema Venezia). Mit meinem Freund herumalbern. Mit ihm Lachen. Wegfahren, etwas erleben. Genießen. Ins Kino und zum Essen gehen. Und mit meinen Nichten auf den Spielplatz. Mit meiner Mutter in die Stadt. Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Rituale im Alltag, Insider. Wien und Prag. Noch wach zu sein, wenn die Vögel anfangen zu zwitschern. Auf dem Beifahrersitz zu schlafen. Selbst entscheiden zu können. Serien schauen (momentan mit meinem Vater Downton Abbey und mit meinem Freund Die Brücke – der HAMMER!. Ab und an ein Buch lesen (momentan, das Darm Buch (Darm mit Charme) Das ist klasse!!). Lange Telefonate. Stille. Gute Gespräche und wissendes Schweigen. Ich liebe das Leben. Und das eigentlich immer.

Das letzte Wort gehört dir …

Ich freue mich über jeden Leser, der mit mir in meine Welten abtaucht. Ohne Leser wären es nur Geschichten, die niemand kennt und ich müsste mich von meinem Lebenstraum verabschieden: Dem Schreiben. Ich selbst habe tausend Seiten. Und ich will noch viel mehr schreiben. Egal, wie sehr es mich auch manchmal frustriert, ich liebe es. Schreiben kann sein wie ein Tanz auf Wolken. Wie ein Sommergewitter, wie das Lachen eines geliebten Menschen. Schreiben raubt einem den letzten Nerv und manchmal hasst man die Launen seiner Charaktere. Sie sind wie Mitbewohner in deinem Kopf. Begleiten dich überall hin. Man leidet mit ihnen, obwohl man sie leiden lässt. Und tröstet sie, wenn man sie Schlimmes hat durchmachen lassen. Schreiben ist komisch. Es ist fast befremdlich. Ja, Schreiben ist Vieles, aber niemals langweilig. Schreiben ist eine Parallelwelt, zu der nicht jeder einen Schlüssel bekommt. Wenn man ihn aber einmal gefunden hat, will man ihn nie wieder hergeben. Er ist eine Kostbarkeit. Man fühlt sich reicher als ein Scheich und leichter als eine Feder. Vielleicht ist es eigentlich ganz einfach. Vielleicht ist Schreiben eine Liebe meines Lebens.

Liebe Anne, wir danken dir für deine Zeit, deine Antworten und die Einblicke. Wir freuen uns schon auf den Oktober und damit verbunden auf Eigentlich Liebe. :)

Und für alle, die noch kein Buch von Anne Freytag gelesen haben und diejenigen, denen noch genau dieses Buch fehlt, haben wir einen Tipp: Irgendwo dazwischen gibt es momentan für € 2,99 anstatt € 4,99 – ihr solltet also zuschlagen. :) Um euch auf dieses Buch einzustimmen gibt es ganz frisch einen absolut tollen Trailer. Enjoy. :)

Hier findet ihr die Facebook-Seite von fretyag Literatur und hier den Youtube-Kanal von Anne Freytag.

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥


Im Gespräch mit… Stefanie Hasse

Da Michaela von Bücherjunkies und ich von Darian & Victoria so angetan waren, haben wir Steffi gefragt, ob sie uns ein paar Fragen beantworten würde. Und glücklicherweise hat sie sofort zugesagt. :)
Bei uns findet ihr heute Teil 1 des Interviews.

(c) Stefanie Hasse

(c) Stefanie Hasse

Wie entstand die Idee zu der Reihe? War sie von Anfang an als Trilogie geplant?
Die Idee entstand daraus, dass ich folgenden Gedanken hatte: Was wäre, wenn du mit jemandem verheiratet/zusammen wärst, weil du dich nicht mehr an deine wahre Liebe erinnern könntest? Dann hatte ich dieses Bild des Blutmondes vor Augen und *schwupps* hat sich das alles zusammengemischt und die vergessene Vergangenheit war entstanden.
Darüber hatte ich dann so viel zu erzählen, dass recht schnell klar war, dass ich die erste Hälfte der Ausbildung, dann den Rest der Vergangenheit schreiben möchte und als dritten Teil dann die Gegenwart „klären“ muss.

Das Ritual, mit dem die Schützlinge an den Ausbilder gebunden werden, wird leider nicht beschrieben. Wie sieht das in deiner Vorstellung aus?
Ganz ehrlich? Das war so langweilig, dass ich es den Lesern unterschlagen habe. Neuling und Mentor stehen einander gegenüber, halten sich gegenseitig an den Unterarmen (fragt mich nicht, warum…) und sprechen den Zauber. Völlig unspektakulär, abgesehen von dem Ruck, den die jeweiligen Partner spüren.
Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das denn ein echtes Ritual war. Die Verbindung zu ihrem Schützling wäre vermutlich nicht für alle Beteiligten gut gewesen, wenn du verstehst, was ich meine. ;-)

In welcher Figur steckt am meisten Stefanie Hasse?
Eindeutig Vic :-) Sie ist ich – vermutlich kann sie deshalb teilweise so eigenwillig sein oder mir unverständliche Sachen machen, ohne dass ich sie aufhalte. :-)

Hattest du schon in der Schule großes Interesse an römischer/griechischer Geschichte bzw. der Mythologie?
Ich war schon immer begeistert davon, deshalb lese ich selbst auch gerne über Götter – da lag es nahe, diesen Aspekt einzubauen.

Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du bestimmte Rituale, einen Lieblings-Platz, …?
„Schwarzer Rauch“ habe ich wirklich noch am Computer geschrieben, „Düstere Schatten“ komplett auf dem iPad, damit ich überall schreiben konnte (auf dem Boden im Kinderzimmer, draußen auf der Picknickdecke – überall.
Meinen Schreibtisch fotografiere ich lieber nicht – da herrscht absolutes Chaos :-)

Zur Technik: Ich habe es etliche Mal probiert, die gesamte Geschichte zu plotten – das wird nichts. Du glaubst gar nicht, wieviele Varianten in meinem Kopf existieren, weil ich an einem Wendepunkt doch eine andere Entscheidung getroffen habe, weil es für mich einfach passender erschien oder die Charaktere nicht so wollten wie ich. Beim Schreiben von Band 2 kristallisierte sich schnell heraus, wie es enden wird, obwohl ich anfangs eine nicht ganz so drastische Maßnahme geplant hatte.

(c) Stefanie Hasse

(c) Stefanie Hasse

Die Cover hast du selber gestaltet. Gab es die Bilder vor der Geschichte, oder sind sie währenddessen entstanden?‘
Die sind sogar nacheinander entstanden. Band 1 geschrieben, dann die „prägende Szene“ des Blutmondes über die Skyline von Ulm gemalt, dann Band 2 geschrieben und schnell war klar, dass das Tribunal drauf muss – sogar die Ebenen sind angedeutet (leider hat der Teil nicht in den kleinen Ausschnitt auf dem Cover gepasst). Mal sehen, wie „mein Bild“ von Band 3 aussehen wird.

Hatte der Mond schon immer eine besondere Bedeutung für dich?
Ich liebe den Mond… Es gibt offensichtliche Verbindungen (Ebbe und Flut), aber auch sehr viele Geheimnisse und Aberglauben, die sich um ihn drehen. All das Esoterische zog mich schon immer magisch an. Selbst in meiner anderen Geschichte, die mir irgendwann in den Kopf gesprungen ist, spielt der Mond eine große Rolle.

Wie behältst du den Überblick über die vielen Figuren mit allen Fähigkeiten?
Als die Vorbereitungen für den Kampf in Band 1 liefen, wurde es mir auch zu viel und ich habe sie „an einen Tisch gesetzt“ – ein Sitzplan mit Namen und Fähigkeit – und farbige Kringel, zu welcher Art Begabung sie gehören :-)

Morgen geht es bei den Bücherjunkies weiter. Dort wird es Teil 2 des interessanten Interviews geben, sowie Michaelas Rezension zu „Schwarzer Rauch“. Schaut bei ihr vorbei.
Und lieben Dank noch einmal an Stefanie Hasse!

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