[Rezension] Lieblingsgefühle | Adriana Popescu

1 Buch - 2 MeinungenLieblingsgefühle_Artikelbild

Titel: Lieblingsgefühle
Autor: Adriana Popescu
Seitenzahl: 416
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30451-1

Veröffentlichung: 14. April 2014
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Zum Inhalt:

Als Layla von ihrer Weltreise zurückkehrt, warten in Stuttgart viele neue Lieblingsmomente auf sie: die erste eigene Foto-Vernissage, das erste Treffen mit ihrem neuen Galeristen und vor allem das lang ersehnte Wiedersehen mit Tristan. Alles scheint endlich perfekt. Doch während Layla sich über ihren plötzlichen Erfolg freut und eine neue Welt voll großer Chancen entdeckt, bemerkt sie nicht, dass sie alles, was ihr einmal wichtig war, verlieren könnte … (Quelle: http://www.piper.de)

Meinung SaCre:

„Lieblingsmomente“ habe ich im letzten Jahr auf meinem Flug in die Staaten gelesen. Eine Rezension habe ich nicht geschrieben. Aber es hat mich begeistert und mich mit einem Tränchen im Auge zurück gelassen. Umso größer war die Freude, dass ich nun hier dabei sein kann und das neue Werk schon lesen konnte.

„Ein einziger Gedanke reicht, um Erinnerungen zu wecken, die sich so präsent in meinem Kopf ausbreiten, dass es sich mit einem Schlag wieder wie Sommer anfühlt. Allerdings spüre ich dort, wo letztes Jahr Schmetterlinge und Käfer in meinem Bauch um Aufmerksamkeit gebuhlt haben, jetzt ein leises Donnern.“ (Seite 62)

Zu Beginn scheint alles ganz gut für Layla zu laufen: das Wiedersehen mit Tristan steht bevor und sie hat die Chance, ihre Fotos im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu zeigen. Das ist doch schließlich das, was sie immer wollte?!
Doch nach und nach beginnt das Perfekte, auseinander zu fallen. In der Beziehung zu Tristan gibt es Licht und Schatten. Der Alltag meldet sich mit voller Wucht und es scheint, als würde Tristan in den ganzen Glitzer und Glamour, der Layla umgibt, nicht so richtig hinein gehören.
Becci, Laylas beste Freundin, ist natürlich weiterhin auch ihrer Seite, auch wenn sie teilweise in Laylas neuem Leben nicht so die große Rolle spielt, die sie vorher hatte.
Die Autorin schickt weitere, interessante Personen in die Geschichte, die Schwung bringen und eine Bereicherung sind. Da ist zum einen David, der Adrianas Ausstellung organisiert und dem ich gegenüber vorsichtig bin. Und natürlich die heißgeliebte Mme. Frost .So eine Person braucht jede Geschichte. Eine Person, die man guten Gewissens einfach nicht mag – die aber trotzdem für den Verlauf wichtig ist.

Layla und Tristan: ich liebe sie beide! Sie sind für mich das perfekte Paar. Entsprechend habe ich mit beiden gefreut, gelacht, gelitten und Eifersucht gespürt.

„Zeit… Zeit ist alles was wir haben, alles was wir brauchen, und alles, was wir verlieren können.Wie die Liebe.“ (Seite 386)

Der Schreibstil von Adriana ist einfach unglaublich! Sie erzählt die Geschichte mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Neben ein bisschen Spannung, viel Gefühl und Alltagsstress gibt es auch die ein oder andere Szene, in der es etwas heißer zur Sache geht. Dabei schafft sie es, die richtigen Emotionen zu transportieren, ohne in Kitsch oder Schnulz abzurutschen! Durch ihre bildhafte Sprache hatte ich das Gefühl, dass Stuttgart tatsächlich die schönste Stadt der Welt ist, die ich nun mit anderen Augen sehe. Ich habe Lust, meinen Freund und meine Kamera einzupacken und mich auf den Weg dorthin zu machen.
Ein kurzes Wort zum Cover: ich finde es wieder traumhaft und so passend! Hach…. *seufz* Ebenso die Aufmachung der Kapitelüberschriften. Einfach perfekt.

„Tristan ist meine Musik, mein Rhythmus, mein Takt, und ich habe nicht vor, irgendwen auch nur in die Nähe der Pause-Taste kommen zu lassen.“ (Seite 128)

„Lieblingsgefühle“ ist zwar eine Fortsetzung, aber trotzdem ein wirklich eigenständiges Buch für sich mit eigenen Aspekten. Es ist alles andere als ein Abklatsch, sondern eine logische und schöne Weiterentwicklung von „Lieblingsmomente“. Das Buch hat mich berührt und mir gezeigt, was wichtig ist: das Leben zu genießen und jedem Moment die Chance zu geben, der schönste deines Lebens werden zu können.
Ich hatte beim ersten Buch ein klitzekleines bisschen mehr Kribbeln im Bauch. Doch die Geschichte ist einfach wie aus dem Leben gegriffen. Authentisch, gefühlvoll und wunderschön. Danke, Adriana, dass du uns all diese Lieblingsmomente und Lieblingsgefühle schenkst!

5

Meinung SaFi:

Da sind sie endlich – die „Lieblingsgefühle“. Was habe ich mich gefreut, wieder Zeit mit Tristan und Layla verbringen zu dürfen, denn „Lieblingsmomente“ war im letzten Jahr definitiv eines meiner Lese-Highlights.

Der gewohnt gute Stil von Adriana Popescu hat mich dann auch nach wenigen Seiten wieder direkt in die Geschichte hineingezogen. Ich habe mich gefreut, zusammen mit Layla nach ihrer Weltreise wieder in Stuttgart zu landen – Home sweet Home sozusagen. ;-)

„Ich bin zurück in meinem alten Leben – in das ich hoffentlich nach all den Eindrücken und Veränderungen noch immer passe.“ (Seite 22)

Recht schnell stellte ich zu meiner Freude fest, dass die Autorin es geschafft hat, aus „Lieblingsgefühle“ eine völlig eigenständige Geschichte und somit eine Fortsetzung und nicht „Lieblingsmomente 2“ zu schreiben. Es dreht sich zwar erneut alles um Tristan und Layla, doch die Vorzeichen sind diesmal völlig andere als noch einige Monate zuvor. Es verändert sich viel bei, um und zwischen den beiden – und das bekommen sie im ersten Moment gar nicht wirklich mit. Ich muss gestehen, dass es mir zu Beginn nicht viel anders ging. Zu fokussiert war ich auf die beiden. Doch irgendwann hat es mich dann wie der sprichwörtliche Blitz getroffen und ich dachte: Adriana, tu mir und ihnen das doch bitte nicht an…

„Tristan ist wieder bei mir … und genau jetzt fängt mein neues Leben an.“ (Seite 76)

Ich hatte wirklich Angst, dass mein erhofftes Happy End so nicht zu Stande kommen könnte. Adriana Popescu hat sich da einiges einfallen lassen: Höhen und Tiefen geben sich die Klinke in die Hand, Außenstehende mischen sich in die Beziehung der beiden ein. Aber all das wirkt nicht ausgedacht. Es könnte ebenso gut eine Geschichte aus dem Leben sein. Ob es zum Schluss dann „Ende gut, alles gut“ heißen wird, verrate ich natürlich nicht. Ich kann aber ruhigen Gewissens verraten, dass man ganz wunderbar mit ihnen lieben, leiden und hoffen kann.

Tristan und Layla sind in „Lieblingsgefühle“ natürlich wieder die Hauptakteure und tragen diese, ihre Geschichte. Aber mir haben auch die Nebendarsteller wieder sehr gut gefallen – sie waren ein bisschen das Salz in der Suppe, allen voran Mme Frost. Ihres Zeichens eine junge Dame, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Layla zu nerven und zu piesacken, wo sie nur kann. Eine junge Dame, die man nicht zu mögen braucht und genau das zeichnet sie aus. :-)

„Zwei Mal an einem Tag so verletzt zu werden … von Tristan. »Kein Abstand« bedeutet auch »kein Schutz«.“ (Seite 167)

Dass Adriana Popescu toll schreiben kann, war mir ja schon bei „Lieblingsmomente“ klar. Sie schafft es, eine Liebesgeschichte nicht kitschig wirken zu lassen, ruft in mir das Bedürfnis hervor, nach Stuttgart reisen zu wollen, um all die Plätze zu sehen, die in ihren Bücher von Bedeutung sind und lässt mich einfach mit einem guten Lesegefühl zurück. In „Lieblingsgefühle“ zeigt sie eine weitere Seite ihres schriftstellerischen Könnens. Durch die Entwicklung der Geschichte gibt es, anders als noch im Vorgänger, die eine oder andere Szene, in der es ziemlich heiß wird. Und die Autorin schafft es, dass beim Lesen dieser Szenen einfach ein schönes Gefühl hat und sich mit den beiden freut, dass sie endlich zueinander gefunden haben.

„Eine Woche! Das sind 7 Tage, 168 Stunden, 10080 Minuten. 604800 Sekunden. Ohne ihn.“ (Seite 360)

Als Fazit spukt mir ein schlichtes: „Lieblingsgefühle“ ist die perfekte Fortsetzung von „Lieblingsmomente“ im Kopf rum. Die Fans von Tristan und Layla müssen sie einfach auf der nächsten Etappe begleiten. Alle anderen sollten möglichst schnell damit anfangen, die beiden in ihr Leserherz einziehen zu lassen. ♥

5


[Rezension] Die Liste der vergessenen Wünsche | Robin Gold

Die Liste der vergessenen Wuensche von Robin Gold
 
Titel: Die Liste der vergessenen Wünsche
Autor: Robin Gold
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0484-7
Veröffentlichung: 8. Oktober 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Clara ist überglücklich mit ihrem Verlobten Sebastian. In Kürze wollen die beiden heiraten. Doch dann erhält Clara eine schreckliche Nachricht: Sebastian ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der Verlust schmerzt sie sehr. Für Clara bricht die Welt zusammen und sie schottet sich ab. Als sie dann nach Monaten voller Schmerz ihre Familie besucht, überreicht ihr ihre Mutter ein Päckchen. Darin verbirgt sich eine Liste, die Clara vor vielen, vielen Jahren als Kind geschrieben hat. Eine Liste mit Wünschen, die sie sich erfüllen wollte, bevor sie 35 Jahre alt wird. Eine Liste, die nun ihren Weg zurück ins Leben ermöglichen soll…

Die Liste der vergessenen Wünsche_Artikelbild

Meine Meinung:

Mir ist es schön öfters passiert, dass die Erwartungen, die ich, aufgrund von Cover, Klappentext und Titel, an ein Buch hatte, nicht erfüllt wurden. Manchmal passen Vorstellung und Wirklichkeit nicht zusammen. Manchmal ist das Buch anders, aber besser. Manchmal einfach nur enttäuschend. Letzteres gilt in diesem Fall leider auch für „Die Liste der vergessenen Wünsche“…

Ich hatte mich auf ein emotionales, berührendes und vielleicht auch ein wenig zu Tränen rührendes Buch gefreut, in dem ich mit der Protagonist mitfühlen und auch mitleiden kann. Nach dem Anfang, der diese Erwartungen tatsächlich noch erfüllt hat, kam dann aber recht schnell die Ernüchterung und meinem persönlichen Lesevergnügen wurden auf den folgenden Seiten einige Steine in den Weg gelegt.

„Sie hatte wirklich ihr Bestes gegeben, wieder auf die Beine zu kommen nach Sebastians »Unfall«, wie sie es nannte. Das Wort Tod war für Clara zu schmerzhaft und endgültig, als dass sie es aussprechen könnte. Von einem Augenblick zum anderen war ihr Universum in sich zusammengestürzt und zu einer Erinnerung geworden.“ (Seite 34/35)

Für mich gab es diesem Buch einfach zu viel Humor, der nicht zu der Geschichte passte. Normalerweise habe ich nichts gegen eine gute Portion Humor, aber hier war er einfach fehl am Platze und hat dem Gelesenen die emotionale Wirkung geraubt. Außerdem sorgten die vielen Sprünge in der voranschreitenden Zeit – und die daraus resultierenden Lücken – bei mir für ein unvollständiges Lesegefühl. Die Geschichte empfand ich sehr schnell als absolut vorhersehbar und nur noch kitschig – zu kitschig. Hinzu kam dann leider auch noch, dass mir Clara von Seite zu Seite unsympathischer wurde. Wobei unsympathisch es nicht mal richtig trifft, denn leider konnte mir die Autorin ihre Protagonist zu keiner Zeit richtig nahe bringen. Es ist wohl eher so, dass ich mit Clara schlicht und einfach nichts anfangen konnte.

Gegen den Schreibstil der Autorin – auch in Bezug auf den Humor – kann ich nichts sagen. Er lädt zum entspannten und kurzweiligen Lesen ein. Nur war die vorliegende Geschichte leider nicht die, die ich erwartet und erhofft hatte. Die Taschentücher lagen vorsichtshalber schon mal neben mir, als ich mit dem Lesen begann. Umso enttäuschter war ich, als ich sie unbenutzt wieder weglegen musste…

Leseenttäuschungen gehören nun mal zum Leben eines Bookaholics dazu. Im Fall von „Die Liste der vergessenen Wünsche“ wollte ich mir das aber lange nicht eingestehen. Ich wollte so sehr, dass mir dieses Buch gefällt. Doch leider kam es anders und ich bleibe ziemlich enttäuscht zurück.

2

SaFi


Die zwei Leben der Alice Pendelbury [Rezension]

Die zwei Leben der Alice Pendelbury von Marc Levy
 
Titel: Die zwei Leben der Alice Pendelbury
Autor: Marc Levy
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-7645-0444-1
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 28. Mai 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Alice Pendelbury lebt ein ruhiges Leben ist London. Sie kreiert Parfums und trifft sich gerne mit ihren besten Freunden zum Essen, Trinken und Musik hören. Im Dezember 1950 werden durch einen Besuch des Jahrmarktes in Brighton die Weichen für eine Reise gestellt, die Alices Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Denn auf diesem Jahrmarkt geht sie zu einer Seherin. Diese prophezeit ihr: „Der Mann, der der wichtigste Mensch für dich sein wird, derjenige, den du seit jeher suchst, ist gerade hinter dir vorbeigegangen. Um ihn zu finden, wirst du sechs bestimmten Personen begegnen müssen. In dir stecken zwei Leben – das, das du bereits kennst, und das andere, das noch auf dich wartet …“ Zusammen mit ihrem kauzig wirkenden Nachbarn Ethan Daldry begibt sich Alice auf diese Reise mit ungewissem Ausgang.

Die zwei Leben der Alice Pendelbury - Marc Levy

Die zwei Leben der Alice Pendelbury – Marc Levy

Meine Meinung:

Für mich war dieses Buch erst das zweite des französischen Bestsellerautors. Und so langsam verstehe ich, warum er das ist, warum er so unglaublich erfolgreich ist.

„Die Laternen schaukelten im Wind und verliehen der riesigen Mole in dieser Winternacht den Anschein eines erleuchteten Ozeandampfers, der mit all seinen Lichtern das endlose Meer erhellte.
Während die Gruppe dem Ausgang zustrebte, lächelte eine Wahrsagerin von ihrer Bude aus Alice zu.“
(Seite 24/25)

Ich muss gestehen, dass es ein wenig gedauert hat, bis ich das erkannt habe, aber Marc Levy ist schlicht und einfach ein toller Erzähler – auf leise Art und Weise. Anfangs verwechselte ich diese Unaufgeregtheit, die seine Geschichte ausstrahlt, noch mit Langeweile. Je mehr ich las, wurde mir aber bewusst, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Und schließlich verfiel ich nach und nach dem Charme seiner Worte.

Schon auf den ersten Seiten offenbart sich scheinbar der Name des Mannes, den die Seherin erwähnt hat – Rafael. Was es mit diesem Mann auf sich hat erfährt man aber nicht sofort. Dafür muss man schon das Buch lesen. So ganz ohne Hintergedanken geht das nach dem kurzen, aber prägenden Prolog natürlich nicht. Der Name Rafael schwirrte zumindest bei mir immer im Kopf rum. Ich habe der Begegnung der beiden entgegen gefiebert und war auf des Rätsels Lösung gespannt.

>>Mister Daldry, würden Sie freundlicherweise aufhören, sich ständig über mich lustig zu machen?<<
>>Miss Pendelbury, ich verspreche Ihnen, es zu versuchen, aber verlangen Sie bitte nicht Unmögliches von mir.<<
(Seite 47)

Zu Beginn lernen wir Alice, ihre Freunde und natürlich ihren Nachbarn Mr. Daldry kennen. Und genauso unspektakulär und dennoch schön wie die Geschichte an sich, sind auch die Charaktere niedergeschrieben. Sie wirken natürlich und lebensecht. Das Leben in der Nachkriegszeit, den Flair der 50er Jahre, und die damaligen gesellschaftlichen Regeln für Freundschaften zwischen Männern und Frauen lässt Marc Levy wunderbar einfließen, ohne es einem direkt unter die Nase zu reiben. Je weiter der Verlauf voranschreitet, zieht die Geschichte immer größere Kreise, bis weit in die Vergangenheit hinein.  Ein kleines bisschen führte mich der Autor in die Irre. Das habe ich aber erst zum Schluss des Buches gemerkt, welches mich emotional sehr berührt hat.

Ohne großen Firlefanz, aber dennoch detailliert beschrieben, ohne dabei überladen zu wirken, hat mich Marc Levy in dieses Buch, in das Leben von Alice, hineinkatapultiert. Es ist keine spannende Geschichte, obwohl im Laufe des Buches natürlich viele Fragen aufkommen. Es ist keine romantische Geschichte, obwohl die Liebe eine große Rolle spielt. Und doch ist dieses Buch genau das. Nur eben auf Levy-Art – unaufdringlich, aber einnehmend.

„Als sie sich auf dem Treppenabsatz verabschiedeten, machte Daldry Alice darauf aufmerksam, dass sie guten Grund habe, dich zu freuen, denn Ogüz Zemirli war zwangsläufig die dritte, wenn nicht sogar die vierte der sechs Personen, von denen die Hellseherin in Brighton gesprochen hatte.“
(Seite 247)

Das Cover passt mit dem tollen Ausblick, den auch Alice Pendelbury und Ethan Daldry während ihres Aufenthaltes in der Türkei immer wieder genießen dürfen, perfekt zu dem Inhalt. Und auch der deutsche Titel passt wunderbar zu dem Buch. Wenn auch in einem völlig anderen Sinn, als ich es vorher für möglich gehalten hätte.

„Die zwei Leben der Alice Pendelbury“ ist ein leises Buch, das eine tiefe Wirkung bei mir erzielt hat. Tolle Charaktere ergeben zusammen mit einem ungewöhnlichen Grund für eine Reise einen Roman, der durch seine Schlichtheit besticht, aber alles andere als das ist.

4SaFi


Solange am Himmel Sterne stehen [Rezension]

Solange am Himmel Sterne stehen von Kristin HarmelTitel: Solange am Himmel Sterne stehen
Autor: Kristin Harmel
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-442-38121-0
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung:  15. April 2013
Leseprobe

 

Zum Inhalt:

Hope ist 36 Jahre alt und führt die familieneigene Bäckerei am Cape Cod. Nach der Scheidung von ihrem Mann besteht ihre Familie aus ihrer 12jährigen Tochter Annie und ihrer Großmutter Rose, die an Alzheimer erkrankt ist. In ihren klaren Momenten weiß Rose, dass ihr Gedächtnis bald völlig erloschen sein wird. Und so bittet sie ihre Enkelin eines Abends, nach Paris zu reisen, um dort hinter die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu kommen, über die sie selbst all die Jahre geschwiegen hat…

Meine Meinung:

„Rose starrte aus dem Fenster und suchte, wie sie es immer tat, nach dem ersten Stern am Horizont. Sie wusste, dass er aufgehen würde, so funkelnd und strahlend wie eine ewige Flamme, sobald die untergehende Sonne Streifen aus Feuer und Licht an den Himmel malte. Als sie ein kleines Mädchen war, nannten sie diese Dämmerung l’heure bleue, die blaue Stunde, die Zeit, wenn es nicht mehr ganz hell und noch nicht völlig dunkel war. Rose hatte in diesem besonderen Moment stets Trost gefunden.“
(Seite 45)

Der Leser wird nicht einfach in die Geschichte hineingeworfen – Hope macht sich nicht bereits auf Seite 5 auf den Weg nach Paris. Mir hat das sehr gut gefallen. Denn so begleitet man Hope schon vor der Reise; lernt sie, Annie und die anderen kennen, und kann sie, so wie ich, ins Herz schließen. Hopes Ängste, Wünsche und Gedanken konnte ich ebenso gut nachvollziehen wie die kleinen und auch größeren Ausraster, die sich ihre 12jährige Tochter Annie so manches Mal leistet. Aber nicht bloß mit der Darstellung ihrer Protagonisten hat Kristin Harmel mich begeistert. Sie hat mich mit ihren tollen Worten und ihrer tollen Art zu schreiben förmlich in dieses Buch hineingezogen.

Ein großes Thema in diesem Buch ist die Schoah (die Verfolgung der Juden während des zweiten Weltkriegs). Und wann immer einer der Beteiligten von dieser Zeit berichtet hat, war ich sehr berührt. Natürlich bin ich mir bewusst, dass diese Schilderungen fiktiv sind. Auf mich wirkten sie aber sehr real. So real, dass sich mein Herz zusammenzog und die Tränen in mir aufstiegen. Ich wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, dass es – zum Glück – Einrichtungen und Überlebende des Holocaust gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die grausamen Ereignisse von damals und die damit verbundenen Schicksale nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

>>… Dort waren wir vielleicht sieben- oder achttausend Menschen. Man konnte sie unmöglich alle zähen. Es war ein Meer von Menschen. Es gab kein Essen. Kaum Wasser. Wir waren zusammengepfercht wie die Sardinen. Manche Leute haben sich umgebracht. Ich habe eine Mutter gesehen, die ihr Baby erstickt hat, und ich dachte, sie sei verrückt, aber am Ende des dritten Tages begriff ich, dass sie gnädig gewesen war. Später, als sie laut wimmerte, sah ich, wie ein Wachmann sie erschoss. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich dachte: die Glückliche.<<
(Seite 179)

Je weiter die Geschichte voranschreitet, merkt man, dass es sich nicht bloß um eine Reise in die Vergangenheit von Rose handelt. Es ist auch eine Reise zu Hopes wahrem Ich. Am Anfang wirkt sie niedergeschlagen, da sie sich u. a. wegen ihrer Scheidung und dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Tochter, wie eine Versagerin fühlt. Mit der Zeit bekommt sie aber eine andere Sicht auf sich selbst und schöpft neue Hoffnung. Und so verändert sich, parallel zu Hope, auch die Stimmung des Buches. Von melancholisch zu hoffnungsvoll.

Noch ist zwar erst die Hälfte des Lesejahres rum, aber bereits heute weiß ich, dass dieses Buch ein absolutes Lese-Highlight für mich ist. Und nicht bloß in diesem Jahr, denn diese Geschichte werde ich wohl nicht so schnell vergessen können. Und das ist auch gut so. Es steckt so viel in diesem Buch. Es kann einem so viel geben. Wenn man es mit dem Herzen liest.

Rose holte einmal tief Luft. >>Von manchen Geheimnissen kann man nicht sprechen, ohne ein ganzes Leben zunichtezumachen<<, sagte sie. >>Aber ich weiß, wenn mein Gedächtnis stirbt, dass werden auch meine Liebsten sterben, die ich all die Jahre tief in meinem Herzen bewahrt habe.<<
(Seite 96)

5 HerzenSaFi

Sterntörtchen – Exklusives Rezept von Kristin Harmel / Das Kochbuch zu „Solange am Himmel Sterne stehen“


Die Schwere des Lichts [Rezension]

Die Schwere des Lichts
 
Titel: Die Schwere des Lichts
Autor: Patti Callahan Henry
Seitenzahl: 313
ISBN: 978-3-7466-2955-1
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Veröffentlichung:  15. April 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Ellie ist Mutter und Ehefrau, lieben tut sie ihren Mann aber nicht mehr. Dies ist ihr auch schon bewusst, bevor sie auf der Trauerfeier für ihre Mutter Lillian ihre Jugendliebe Hutch wiedersieht. Dieser bittet Ellie um Hilfe, um die Ausstellung, an der er zusammen mit ihrer Mutter gearbeitet hat, beenden zu können. Als Ellie dann auch noch das geheime Tagebuch von Lillian findet, in dem sie von einer geheimen Liebe berichtet, und Hutch und Ellie sich während der Recherchen wieder näher kommen, ist nichts mehr so, wie es einmal war.

„Wir treffen alle unsere Entscheidungen und leben dann damit.
Wir alle.“
(Seite 13)

Meine Meinung:

Dieses Buch bietet dem Leser nicht bloß eine Geschichte. Es sind vielmehr drei, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Im Vordergrund stehen die Geschehnisse in der Gegenwart. Ellie musste gerade ihre Mutter Lillian zu Grabe tragen und trifft ihre alte Jugendliebe Hutch wieder. Die Geschichte wird aus Ellies Sicht geschildert und sie erinnert sich zwischendurch oft an die Zeit zurück, als sie noch mit Hutch zusammen war – die zweite Geschichte. Den dritten Teil bilden Auszüge aus dem Tagebuch von Ellies Mutter, das sie nach der Beisetzung findet.

„Scheidewege. Wir alle gehen darauf zu und wissen häufig erst im Nachhinein, dass wir vor einem solchen gestanden haben.“
(Seite 142)

Patti Callahan Henry hat diese drei Ebenen der Story harmonisch miteinander verschmelzen lassen. Ellies Erinnerungen an ihre damalige Zeit mit Hutch fügen sich nahtlos in die übrige Erzählung ein. Die Tagebuchauszüge stehen zwar am Ende der Kapitel für sich alleine, wirken aber trotzdem nicht störend. Gute Laune verströmt dieses Buch nicht gerade, aber genau das passt gut zu der Geschichte. Bei mir hat es allerdings eine Zeit lang gedauert bis ich das erkannt habe, denn auf den ersten Seiten hatte ich doch ein wenig mit dem, für mich schwermütig wirkenden, Schreibstil zu kämpfen. Nach und nach passten Geschichte und Schreibstil für mich aber immer besser zusammen, und schließlich habe ich die Schönheit und Bedeutung der gewählten Worte doch erkannt.

„Das Verlangen nach Hutch hatte mir einmal so tief in den Knochen gesteckt, dass es nicht nur Teil von mir, sondern zu meinem Ich geworden war. Aber die Frau war ich nicht mehr. Jetzt war ich seit über zwanzig Jahren mit Rusty Calvin verheiratet. Ich war Ehefrau. Und Mutter.“
(Seite 20/21)

Ellie muss viele Kämpfe ausfechten, die sie innerlich fast zu zerreißen scheinen. Die Botschaft dieses Buches ist eine ganz besondere, wie ich finde und die Autorin konnte diese sehr gut auf Ellie projizieren. Es geht um Entscheidungen, die man im Nachhinein bereut. Gelegenheiten, die man hat verstreichen lassen. Worte, die man besser nicht gesagt hätte. Zweite Chancen, die sich einem bieten, wenn man in der Lage ist, diese als solche zu erkennen.

Der deutsche Titel trifft den Kern des Buches nicht so gut, wie der amerikanische („Coming up for Air“). Dieser bezieht sich auf ein im Buch sehr schön und bildhaft beschriebenes Naturphänomen namens Jubilee, bei dem Fische, Krebse und Co. an die Wasseroberfläche kommen, weil der Sauerstoff unter Wasser nicht zum Atmen ausreicht. Und genau so fühlt sich für Ellie ihr Leben an. Als Leser begleitet man Ellie an die Oberfläche und ist dabei, wenn sie langsam wieder anfängt Luft zu bekommen.

Die Geschichte rund um Ellie, Hutch und Lillian bietet viele schöne und berührende Momente und sorgt für zu Herzen gehende Lesestunden. Und auch wenn mir für die vollen fünf Herzen irgendwas gefehlt hat, kann ich dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

„Die Entscheidungen, die wir mit einem gebrochenen Herzen treffen, sind manchmal die schlimmsten.“
(Seite 174)

4 HerzenSaFi


Deine Seele in mir [Rezension]

Deine Seele in mir
 
Autor: Susanna Ernst
Titel: Deine Seele in mir
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-426-51260-9
Verlag: Knaur TB
Veröffentlichung: 03.12.2012
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Amy und Matt waren die besten Freunde und einfach unzertrennlich. Sie verlebten eine schöne, glückliche, unbeschwerte Kindheit. Bis zu jenem Tag, mit knapp 8 Jahren, als ein grausames Verbrechen die beiden trennt. Matt überlebt diesen Tag körperlich zwar weitestgehend unverletzt, aber seine Seele hat tiefe Wunden davon getragen.

21 Jahre später trifft Matt auf Julie, eine Autistin. Julie bewirkt etwas in Matt, und auf einmal kehren all die schlimmen Erinnerungen mit großer Wucht zurück. Aber nicht bloß die Erinnerungen…

Meine Meinung:

Die Grundidee des Buches Seelenwanderung/Wiedergeburt finde ich sehr schön und interessant – sonst hätte ich es ja auch nicht lesen wollen. Leider konnte mich die dazugehörige Geschichte über weite Strecken aber nicht wirklich fesseln bzw. begeistern. Mein Kopf konnte und wollte manche Dinge in diesem Buch einfach nicht verstehen. Es hat mich sehr viel Mühe gekostet, mich in die besonderen Begebenheiten und Umstände, die dieses Buch zweifelsohne ausmachen, hineinzuversetzen. Gelungen ist mir das leider nicht immer – vielleicht geht mein Horizont dann doch nicht so weit, wie ich es mir gewünscht hätte, und wie es für dieses Buch nötig gewesen wäre, um es anders bzw. richtig wahrnehmen zu können.

>>Du bist in mir<<, wisperte Amy mir irgendwann zu. Ich weiß nur zu gut, was sie meint. Sie spricht nicht von unseren Körpern. Amy meint, dass ich sie spüre – mit all meinen Sinnen. Ich fühle genau, was sie braucht, was sie will. Und wie durch ein Wunder geht es ihr ebenso mit mir. >>Deine Seele …<<, haucht sie, >>… in mir.<<
(Seite 261)

Zudem hatte ich auch mit Matt so meine Probleme. Der als verschlossen, verstört und doch sensibel, einfühlsam dargestellte junge Mann wirkte auf mich eher wie ein – wie drücke ich das jetzt bloß aus, ohne das es zu negativ klingt? – Weichei, zumindest stellenweise. Es tut mir wirklich leid, aber in anderes Wort fällt mir momentan nicht ein. Vieles seiner, für mich weichgespülten, Art ist mit der traumatischen Vergangenheit zwar durchaus gut und nachvollziehbar begründet, aber ein wenig mehr Biss hätte ihm an mancher Stelle gut zu Gesicht gestanden, wie ich finde. Festhalten möchte ich aber dennoch, dass ich seine liebevolle und unvoreingenommene Art, mit der er Julie und ihren Eltern zu Beginn gegenübertritt, allem Negativen zum Trotz, sehr toll fand.

Einen weiteren kleinen Minuspunkt bildet der Schreibstil der Autorin. An sich ist dieser angenehm und gut zu lesen, so manches Mal holt sie für meinen Geschmack aber zu weit aus und verleiht dem Buch mit ihren zwar schön gewählten, aber mitunter auch sehr rührseligen Worten einen zu „schmalzigen“ Stempel. Und obwohl ich eigentlich nichts gegen ein wenig Schmalz in Büchern einzuwenden habe, war es mir hier in der Gesamtheit einfach zu viel.

Aufgrund des Buchrückens und den ersten Seiten hatte ich recht schnell eine Vermutung, worin der Kern dieser Geschichte liegen könnte. Und doch konnte sie mich zum Ende hin noch überraschen. Die Autorin hat sich ein paar Wendungen einfallen lassen, die das Buch im letzten Drittel sehr dramatisch werden lassen. Das Ende des Buches rundet die Geschichte schön ab, und selbst ich, mit meiner bis dahin recht negativen Meinung, konnte ein Schluchzen nicht verhindern, und klappte das Buch schlussendlich mit einem besseren Gefühl zu, als ursprünglich gedacht. Dies ist auch der Grund, warum ich das Buch nicht mit den eigentlich geplanten zwei Herzen bewerte, sondern auf drei aufstocke.

Ich hatte wirklich gedacht, dass dies ein Buch für mich sein könnte. Die Idee zu dem Buch finde ich nach wie vor toll, die Geschichte konnte mich aber nicht überzeugen.

„Amy und Matt – sie waren Kinder, nicht mal neun Jahre alt, und sie waren glücklich. Über diesen Ferientag, über das perfekte Wetter und den nahen Bach, der ihnen Kühlung und noch mehr Vergnügen versprach. Ihre Mütter hatten ihnen Brot und frisches Obst in die Taschen gepackt – wohl ahnend, dass sie die Kinder vor Sonnenuntergang nicht mehr zu Gesicht bekommen würden.
Nichts deutete auf das Unheil hin, das die beiden so bald schon ereilen würde. Es gab keine Warnung und keine Vorankündigung an diesem Morgen – an dem Tag, der Amys letzter in diesem Leben sein sollte.“
(Seite 7)

 3 HerzenSaFi

 

Das Geheimnis der Maori-Frau [Rezension]

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Autor: Danielle Stevens
Titel: Das Geheimnis der Maori-Frau
Seitenzahl:
432
ISBN: 978-3-86278-499-8
Verlag:
MIRA Taschenbuch
Leseprobe

 

Zum Inhalt:

Auf der Flucht vor der Vergangenheit zieht die Tierärztin Shelly Makepeace mit ihren beiden Kindern nach Neuseeland, wo sie hofft ein neues Leben anfangen zu können. Doch weder ihre Tochter noch ihr Sohn sind glücklich über den Wegzug aus den USA. Außerdem ist ihr auch in der neuen Heimat nicht jeder wohl gesonnen: Zwischen ihrer Familie und der Nachbarfamilie scheint seit Jahrzehnten ein mysteriöser Streit zu bestehen; die Ursache kennt sie nicht. Einzig der Farmer Josh Wood bleibt ihr zugetan… Wird sie es, allen Widerständen zum Trotz, doch noch schaffen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen?

Meine Meinung:

Mir hat das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Seiten flogen nur so durch meine Hände.

Insgesamt ist es Danielle Stevens gut gelungen, die Story ohne größere Einbrüche voranzutreiben. Ich hatte leider nur irgendwann das Problem, dass mir die Vorkommnisse rund um Shelly und Josh ein wenig zu viel wurden. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn die eigentliche Geschichte ein paar Seiten kürzer gewesen wäre und dafür das Namengebende Geheimnis der Maori-Frau ein wenig mehr Platz bekommen hätte. Ich fand die Gewichtung der beiden Geschichten einfach zu unausgewogen. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich das Buch langweilig gefunden hätte – ganz im Gegenteil.

„Das Erste, was ihr durch den Kopf schoss, als sie nun einen Blick auf den Unbekannten werfen konnte, war: Was für ein Mann!“ (S. 49)

Ich wollte immer wissen, wie es mit Shelly und ihren Kindern in der neuen Heimat weitergeht, was, und vor allem ob, sich da zwischen Shelly und Josh entwickelt, wer der mysteriöse Feuerteufel ist, und natürlich was es mit der Maori-Frau auf sich hat.

Gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Sichtweisen, aus denen das Buch geschrieben ist. So ziemlich jeder, der für den Fortgang der Geschichte wichtig ist, hat seinen Auftritt – der Großteil gehört dabei aber den beiden Hauptpersonen Shelly und Josh. Ich konnte mich in jeden einzelnen hineinversetzten – sogar in die ziemlich unausstehliche Mutter von Josh.

„Wie von grünem Samt überzogen wirkte der weite Talkessel von Aorakau Valley, der sich wie ein Kelch zur Wüste hin öffnete. An den Flanken der schneebedeckten Bergrücken erhoben sich mächtige Kauri- und Ratabäume, deren von roten Blüten gefärbte Kronen schon aus der Entfernung deutlich zu erkennen waren. Und über allem spannte sich der atemberaubend blaue Himmel, an dem sich gewaltige weiße Wolkenberge auftürmten.“ (S. 11)

Die Landschaftsbeschreibungen Neuseelands sind sehr schön geschrieben, aber nicht zu sehr in die Länge gezogen – für mich genau die richtige Mischung. Zudem konnte ich während des Lesens auch noch einiges über Neuseeland an sich und die Maori lernen. Auf mich wirkte alles sehr gut recherchiert.

Tränen hatte ich zwar keine in den Augen, das Buch bietet aber dennoch eine durchaus dramatische und spannende Geschichte voller Romantik und Abenteuer.

4 HerzenSaFi


An und für Dich [Rezension]

An und für dich

Autor: Ella Griffin
Titel: An und für Dich
Seitenanzahl: 480
ISBN: 978-3-462-04416-4
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (KiWi)

Zum Inhalt:

Valentinstag. Eigentlich der perfekte Anlass um von dem Mann, mit dem man seit 6 Jahren zusammen ist, einen Heiratsantrag zu bekommen, oder? Dass erhofft sich zumindest Saffy. Doch leider sieht ihr Freund Greg das nicht so, und somit kommt alles ganz anders als erwartet. Aber nicht nur für Saffy und Greg…

Meine Meinung:

Wow, in diesem Buch ist ganz schön was los.

Da sind nicht bloß Saffy (eigentlich Sadbh – aber selbst Iren sollen Probleme bei der Aussprache dieses Namens haben) und Greg, mit denen man als Leser eigentlich schon genug zu tun hätte. Nein, neben ihnen wuseln auch noch jede Menge andere Leute durch die Geschichte – Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und bis dato Unbekannte. Dadurch wirkte das Ganze stellenweise ein wenig überladen. Weniger wäre manchmal halt doch mehr, aber es hielt sich noch in Grenzen.

Saffy und Greg haben mit ihrer Trennung zu kämpfen, nachdem am Valentinstag nichts so gelaufen ist, wie sie sich es vorgestellt hatten. Dabei geht es doch recht chaotisch zu, und so manches Mal kamen mir doch Zweifel, ob die beiden tatsächlich schon die 30 überschritten haben.

„Er hatte für dreitausend Euro neue Klamotten gekauft, aber ihm war ja auch nichts anderes übrig geblieben. Seit fast zwei Wochen trug er dieselben Sachen, und er konnte sich nichts aus der Wohnung holen, weil die Gefahr bestand, dort auf Saffy zu treffen. Wann kam sie denn endlich mit fliegenden Fahnen zu ihm zurück, wie Lauren das vorhergesagt hatte?“ (S. 83)

Jess und Conor sind die besten Freunde von Saffy und Greg und das vermeintlich perfekte Paar. Unverheiratet zwar und mit nicht gerade viel Geld auf dem Konto, dafür sind sie aber stolze Eltern von süßen Zwillingen. Doch auch bei ihnen ist nicht alles Gold was glänzt.

Damit aber noch nicht genug. Jill (Saffys Mum), Doug (ein australischer Koch), Joe (Heißluftballonführer) und viele andere sorgen dafür, dass niemals Langeweile aufkommt – weder im Leben der Beteiligten, noch bei mir während des Lesens.

Die einzelnen Charaktere werden mal mehr, mal weniger detailliert beschrieben. Alles in allem bekommt man aber doch ein recht gutes Bild von den Akteuren. Und dieses Bild ist nicht bloß in schillernden Farben gemalt. Jeder von ihnen hat seine Macken, Fehler und Geheimnisse.

„Seitdem sie sich von Greg getrennt hatte, war ihr Leben völlig durcheinander geraten, und die letzten vierundzwanzig Stunden setzten dem Ganzen die Krone auf. Sie hatte in einem Fast-Food-Schuppen Wein getrunken. Sie hatte einen Filmriss. Sie hatte mit einem Fremden geschlafen. Und jemandem auf die Schuhe gekotzt. Was war denn nur mit ihr los? Und wann hörte das alles auf?“ (S. 122/123)

Das Lesen des Buches war für mich in etwa so, als würde ich mir einen Episoden-Film anschauen. Aber auch trotz der vielen Sprünge konnte ich der schön geschriebenen Geschichte mühelos folgen. Irgendwie waren genau diese Sprünge auch so was wie das Salz in der Suppe und haben die Geschichte ein wenig aufgepeppt. Während des Lesen machte ich mir doch häufig Gedanken, wie das bloß am Ende alles ausgehen soll. Für meinen Geschmack war es zum Schluss nicht allzu abgedroschen und gerade kitschig genug um noch schön zu sein.

Was als leichte, romantische Komödie begann, entwickelte sich nach und nach immer mehr zu einer einfühlsamen Geschichte mit unerwartet viel Tiefgang. Dies ist auch der Grund, warum ich das Buch letzten Endes so gut fand. Wäre es nicht zu diesen emotionalen Entwicklungen gekommen, hätte ich das Buch sicher schlechter bewertet.

Ein schönes Buch für angenehme Lesestunden auf der Couch und irgendwie mal ein etwas anderer, erfrischender „Frauenroman“.

4 HerzenSaFi