[Rezension] Zeit für Eisblumen | Katrin Koppold

Zeit füŸr Eisblumen
 
Titel: Zeit fur Eisblumen (Sternschnuppen-Reihe 2/4)
Autor: Katrin Koppold
Seitenzahl: 314 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1-492-10032-4
Veröffentlichung: 07. August 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Nach der Geburt ihres Sohnes Pauls gerät das Leben der Moderedakteurin Fee völlig aus den Fugen: Der Job stresst, in ihre alte Kleidergröße passt sie immer noch nicht wieder hinein und ihr Freund Sam scheint sie mit ihrer verhassten Kollegin zu betrügen.
Als sie nach einem Fehler auf der Arbeit von ihrem Chef in Zwangsurlaub geschickt wird, beschließt Fee, ihr Leben zu ändern. Sie trennt sich von Freund Sam und macht sich mit ihrer Mutter und dem elf Monate alten Paul auf ins winterliche Irland. Fernab vom Stress und der Hektik der Großstadt versucht Fee, zu sich selbst zu finden. Und sie möchte David wiedersehen, einen Straßenmusiker, mit dem sie vor einiger Zeit eine Affäre hatte – und den sie seitdem einfach nicht vergessen kann. (© Katrin Koppold)

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Meine Meinung:

Nachdem mir die Reise von Helga in „Aussicht auf Sternschnuppen“ so gut gefallen hat, musste ich unbedingt auch die Geschichte von ihrer Schwester Fee in „Zeit für Eisblumen“ lesen…

Relativ schnell wurde klar: In „Zeit für Eisblumen“ geht es ein wenig ernster zu als noch im ersten Teil der Sternschnuppenreihe. Das liegt natürlich vor allem an den Themen, die Katrin Koppold hier aufgreift – z. B. Wochenbett-Depressionen.

Doch trotz der ernsten Untertöne ist es der Autorin gelungen, die Geschichte angemessen locker und leicht zu erzählen. So wirkt sie nicht zu schwer und gibt einem auch nicht Gefühl, vom dem Gelesenen erdrückt zu werden. Ein absoluter Pluspunkt für mich.

„Wir stellten uns unter einem großen Ahornbaum in Position. Helga, zwei Hände fest um ihren Babybauch geschlungen, Lilly in ihrem voluminösen Brautkleid, Mia mit ihrer Irokesenfrisur und ich. Wir sahen glücklich aus in diesem Moment.“ (Seite 18)

Katrin Koppold hat schon bei „Aussicht auf Sternschnuppen“ unter Beweis gestellt, dass sie das Talent hat, Orte und Landschaften so zu beschreiben, dass man während des Lesens das Gefühl hat, live dabei zu sein. Bei „Zeit für Eisblumen“ kommt man auch wieder in diesen Genuss. Man befindet sich gemeinsam mit Fee auf der Reise und genießt den schönen Anblick von Irlands Landschaft.

Die Geschichte in „Zeit für Eisblumen“ startet langsam und führt die Leserinnen erstmal in das momentane Leben von Fee ein, bevor es nach Irland geht. Seite für Seite bekommt man einen besseren Einblick in das Wie und Warum. Durch immer mal wieder eingestreute Rückblicke gewährt die Autorin Einblicke in die Zeit vor und während Fees Schwangerschaft und rundet somit ihr Profil ab.

Dabei ist Fee keineswegs eine Frau, von der ich behaupten könnte, gerne mit ihr befreundet sein zu wollen. Auf mich wirkte sie lange Zeit zu oberflächlich und ich-bezogen. Zumindest zu Beginn des Buches. Zum Ende hin kehrt sich dieses Bild ein wenig ins Gegenteil um. Doch bis es soweit ist, muss Fee viele kleine Schritte zurücklegen.

„Die Sängerin sang von Wunden, die nicht heilten, von einem Schmerz, der zu echt ist, und dass es zu viel gibt, was die Zeit nicht heilen kann. Ich lachte auf. Ja! Mit Wunden, die nicht heilten, kannte ich mich aus …“ (Seite 246)

„Zeit für Eisblumen“ ist für mich kein „typischer“ Chick-Lit-Frauenroman. Ernste Untertöne vermischen sich hier mit einem lockeren Schreibstil zu einer Geschichte, die die Leserinnen in das winterliche Irland entführt und eine wunderbar wahre Botschaft hat: Nimm dir Zeit für Eisblumen. Wer weiß, was du sonst verpasst?!

4SaFi


[Rezension] Wie ich Brad Pitt entführte | Michaela Grünig

Wie ich Brad Pitt entführte
 
Titel: Wie ich Brad Pitt entführte
Autor: Michaela Grünig
Seitenzahl: ca. 300 Seiten
Verlag: Knaur (KNAUR eRIGINALS)
ISBN: 978-3-426-43085-9
Veröffentlichung: 03. Juni 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Victoria Katherina Alberta Frederike Leenders – von den meisten bloß Vicky genannt – wuchs mit dem sprichtwörtlichen Goldenen Löffel im Mund auf. Und an dieser Lebenssituation hat sich bis heute auch nichts geändert. So muss sie nicht arbeiten, wohnt in dem luxirösen Loft ihrer Mutter, die in der Weltgeschichte rumtingelt und kann sich voll und ganz ihrer größten Leidenschaft hingeben: Tom Schneider – Hauptdarsteller der Kölner TV-Soap Südstadt.

In ihrer Naivität kann Vicky, die bis über beide Ohren in Tom verliebt ist, Realität und Fiktion nicht mehr voneinander trennen und beschließt, Tom bei seinem, in den Medien immer wieder thematisierten, Alkoholproblem zu helfen. Aus diesem Grund entführt Vicky den deutschen Brad Pitt und will ihm in ihrer Wohnung beim Entzug helfen.

Die Entführung bleibt natürlich nicht lange geheim. Schon bald schnüffelt ein Reporter rum und auch die Polizei bekommt Wind von der Sache. Doch Vicky hat noch ein anderes Problem: Sie wird den Entführten nicht mehr los…

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Meine Meinung:

Was auf den ersten Blick vielleicht wie die bekannte – und manchmal auch seichte – Chick-Lit-Unterhaltung klingt, hat in Wahrheit doch einiges mehr zu bieten. Ja sicher, Chick-Lit ist dieses Buch auch. Aber halt nicht nur.

„Klick! Gebannt schaue ich auf das Polaroid. Da! Man sieht schon was. Wow, Tom und ich. Unser erstes gemeinsames Foto! Es stört auch kein bisschen, dass er die Augen zu hat. Und selbst die silbernen Handschellen, die ihn am Bettpfosten festhalten, bemerkt man erst auf den zweiten Blick.“ (Pos. 144-46)

Die Autorin hat eine ziemlich komplexe Geschichte niedergeschrieben, die aus insgesamt drei Handlungssträngen besteht. Zu Beginn scheinen diese nicht wirklich viel miteinander zu tun zu haben. Doch mit der Zeit nähern sich die Geschehnisse Schritt für Schritt an und die Verzeigungen werden immer mehr deutlich. So plätschert die Geschichte nicht vor sich hin und es kommt selten Langeweile auf. Dennoch hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn die Autorin hier und da ein bißchen weniger auf die Tube gedrückt hätte. Stellenweise wirkte das Gelesene ein wenig überladen.

Mit den angedachten Chrakatereigenschaften ist Vicky Leenders eigentlich eine Person, die mir normalerweise von Grund auf unsympathisch wäre – halt typisch Tochter aus reichem Hause, die an nichts anderes denkt als sich selbst. Und doch hat Michaela Grünig es geschafft, dass ich ihre Protagonistin vom ersten Moment an mochte. Denn sie ist weit mehr als das verwöhnte und reiche Mädchen. Mit ihrer Naivität und ihren Verrücktheiten und ihrem Geplappere mochte ich sie richtig gern. Und auch die anderen Charaktere, von dem jeder ein wenig speziell ist, haben mir gut gefallen.

Michaela Grünig hat die Geschichte von Vicky mit einer guten Portion Humor ausgestattet, der auch in den Krimi-Anteil passte, den das Buch auch zu bieten hat. Meine Mundwinkel zeigten während des Lesens öfters mal nach oben und ich habe mich eigentlich die ganze Zeit über gut unterhalten gefühlt. Dazu trug auch der gut zu lesende und flüssige Stil der Autorin bei – vorallem bei den tollen Dialogen in diesem Buch.

„Also, wie war das noch mal? Ach ja: Mit der aktiven kreisförmigen Streicheltechnik bearbeite ich seinen Brustkorb im Uhrzeigersinn und murmele das Beruhigungsmantra »Alles wird immer besser und besser!« sanft in sein Ohr. Aber bekanntlich ist ja die Theorie immer leichter als die Praxis. Er windet sich wie eine Schlange unter meinen Händen.“ (Pos. 667-70)

Michaela Grünigs Roman bietet tolle und kurzweilige Unterhaltung mit sympathisch-schrulligen Charakteren. „Wie ich Brad Pitt entführte“ ist eine gut gemachte Kombination aus hauptsächlich Chick-Lit und ein wenig Krimi. Dadurch ist das Buch meiner Meinung auch für Leserinnen geeignet, die dem Genre Chick-Lit im Normalfall nicht allzu viel abgewinnen können.

4,5SaFi

Interview mit Michaela Grünig | Lesung aus „Wie ich Brad Pitt entführte“


[Rezension] Vintage Love | Stephanie Lehmann

Vintage Love von Stephanie Lehmann
 
Titel: Vintage Love
Autor: Stephanie Lehmann
Seitenzahl: 544 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41149-4
Veröffentlichung: 09. Dezember 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Amanda Rosenbloom – Besitzerin eines Ladens für Vintage-Kleidung am Astor Place in New York – findet zufällig ein Tagebuch, das in einem alten Muff eingenäht ist. Sie behält es und fängt an, es zu lesen: Es ist das Tagebuch von Olive Westcott, gerade Anfang 20. Sie kam im Jahre 1907 mit ihrem Vater aus der Provinz nach New York und wollte dort, wie so viele andere auch, ihr Glück finden. Immer mehr wird Amanda in die wahre Geschichte der jungen Frau hineingezogen, entdeckt Parallelen zwischen sich und Olive und kommt schon bald einem alten Familiengeheimnis auf die Spur…

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Meine Meinung:

Wenn man „Vintage Love“ von Stephanie Lehmann in die Hand nimmt, merkt man recht schnell, dass die Autorin quasi zwei Bücher in einem geschrieben hat. Neben dem Leben von Amanda bekommt man auch ausführlich die Geschichte von Olive zu lesen. Und das nicht nur in Form von kleineren Tagebucheinträgen – wie ich vor dem Lesen noch annahm. Amanda und Olive haben zu gleichen Teilen ihren Platz in diesem Buch erhalten. So kommt man in den Genuss, beide Frauen und ihre Leben gleichermaßen kennenzulernen.

„Mein Laden, Astor Place Vintage, lag im Erdgeschoss des Gebäudes, in dem ich wohnte. Zwar stand es nicht am Astor Place – der lag einige Häuserblocks weiter nördlich -, doch ich fand, es konnte nicht schaden, wenn die Leute mein Geschäft mit John Jacob Astor, Manhattans erstem Multimillionär, in Verbindung brachten.“ (Seite 82)

Durch diesen Stil durfte ich als Leserin New York auch in zwei Epochen erleben. In den frühen 1900er Jahren mit Olive und 2007 mit Amanda. Die so entstanden Überschneidungen bei Orten, Personen und Ereignissen haben dem Buch einen schönen Flair verliehen. Zudem hat die Autorin so auch die gesellschaftlichen Unterschiede gut zu Papier gebracht, ohne dass das Ganze den Anschein eines Lehrbuch hatte.

Stephanie Lehmann hat die Lebensgeschichten von Amanda und Olive so niedergeschrieben, dass die jeweilige Sprache wunderbar in die entsprechende Zeit passt. So wirkt das Gelesene zu jeder Zeit authentisch. Und immer dann, wenn die Handlung anfängt, ein wenig schleppend voran zu gehen, sorgen die ständigen Wechsel zwischen den beiden Frauen für die nötige Abwechslung, um am Leseball zu bleiben.

Amanda und Olive sind zwei Frauen, die zwar in verschiedenen Epochen leben, aber auch vieles gemeinsam haben. Die Suche nach der wahren Liebe verbindet die beiden ebenso wie berufliche Fragen und die ganz alltäglichen Probleme von Frauen. Jede meistert ihr Leben auf ihre ganz persönliche Art und offenbart dem Leser eine Menge, während man sie dabei begleitet.

„Gott sei für all die Freiheiten gedankt, die für mich selbstverständlich waren. Olive riskierte es, Regeln zu brechen, die es für mich nie gegeben hatte. Ihr ganzes Leben war ein Spagat zwischen der viktorianischen Ära und der Moderne. Sie hatte sich den Herausforderungen ihrer Zeit gestellt. Wie wär’s, wenn ich mich endlich meinen stellte?“ (Seite 453)

Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch bezieht sich auf das Ende, das mich so gar nicht begeistern konnte. An sich zwar schön konstruiert, kam es mir aber viel zu schnell und plötzlich daher. Während ich die Seiten zuvor die angenehme Ruhe des Buches genoss, fühlte ich mich zum Schluss ein wenig gehetzt.

„Vintage Love“ ist ein schönes und ruhiges Buch, voll von Vintage-Kleidern, Schicksalen, Liebe und natürlich New York. Für gemütlichen Stunden auf der Couch bestens geeignet.

4SaFi


[Rezension] Liebe auf den ersten Klick | Emma Garcia

Liebe auf den ersten Klick von Emma GarciaTitel: Liebe auf den ersten Klick
Autor: Emma Garcia
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38288-0
Veröffentlichung: 18. November 2013
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Zum Inhalt:

Vivienne „Viv“ Summers wird kurz vor der Hochzeit von ihrem Verlobten Rob sitzen gelassen. Zum dritten Mal! Die beiden Male davor hat Viv das noch mit sich machen lassen, denn Rob ist ihr Traummann, sie liebt ihn über alles. Doch diesmal nicht. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, damit Rob sie vermissen kann und merkt, was er an Viv hat, bevor er reumütig und um Gnade winselnd um Entschuldigung bittet und zu ihr zurückkehrt. So weit so gut. Das Problem an der Sache: Rob sieht das völlig anders, denn schließlich hat sie ihn verlassen. In ihrem Liebeskummer beschließt Viv, eine Homepage für alle Liebeskranken ins Leben zu rufen: nevergoogleheartbreak.com. Sie gibt anderen Tipps, denkt aber nicht im Traum daran, ihre eigenen Ratschläge auch selbst zu befolgen. So bleiben ihr einige Peinlichkeiten leider nicht erspart und sie läuft – vor lauter Liebe für Rob völlig blind – durch die Welt…

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Meine Meinung:

Der Einstieg gestaltet sich kurz und knackig. Gerade noch freut sich Viv auf die Hochzeit und dann – zack – kommt Rob schon wieder damit an, dass er die Hochzeit abblasen möchte. Diesmal fühlt er sich (nachdem er beim ersten Mal panische Angst vor Kirchen hatte und es beim zweiten Termin verstörend fand, 35 zu werden) nicht reif genug. Und bereits nach diesen wenigen Seiten war für mich klar: Viv mag ich. Rob nicht.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist an manchen Stellen zwar vorhersehbar, kann aber dennoch auch überraschen. Viv hält an ihrem Plan, Rob zurück zu erobern, fest und erlebt dabei so einiges. Dabei wechseln sich zum Brüllen komische, romantische und ganz alltägliche Dinge immer wieder ab und ergeben ein angenehmes Ganzes.

„Natürlich war ich am Boden zerstört, als er die Hochzeit abgesagt hat … schon wieder (er fühle sich, spirituell gebrochen, nicht reif genug für diesen Schritt), und eigentlich wollte ich nicht aus der Wohnung ausziehen, aber ich konnte ja schlecht dortbleiben. Mich wie eine Spinne in mein Brautschleier-Netz hocken und darauf warten, dass ich ihn doch noch rumkriege, oder?“ (Seite 13/14)

Vivs geniale Homepage-Idee steht zu keiner Zeit im Vordergrund dieser Geschichte, auch wenn man das vielleicht meinen könnte. Sie fügt sich eher unaufdringlich und auszugsweise – zu Beginn eines jeden Kapitels – nahtlos in das Geschehen ein. Rezepte für Liebestränke, die perfekten Lieder für die einzelnen Herzschmerz-Phasen und Lebensweisheiten inklusive.

Viv als Protagonistin kam mir mit jeder gelesenen Seite näher. Ich konnte sie so gut verstehen. Manchmal hatte ich den innerlichen Drang, sie schütteln zu wollen, damit sie endlich die Augen aufmacht. Ein- oder auch zweimal wollte ich ihr vielleicht sogar eine knallen. Aber nur, weil ich es gut mit ihr meinte. ;-) Auch die anderen Personen in diesem Buch – mit Ausnahme von Rob – mochte ich gerne. Alle ein wenig durchgeknallt, aber sehr liebenswert.

„Wieso, wieso, wieso kann ich meine Finger nicht vom Telefon lassen, wenn ich getrunken habe? Es endet jedes Mal unweigerlich in einer Katastrophe – so wie damals, als ich versucht habe, mich mit Ginger Roge zu versöhnen, meinem Ex aus Kindertagen, der inzwischen schwul ist.“ (Seite 179)

Emma Garcia hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, ist man auch schon hundert Seiten weiter. Die Geschichte ist gerade kitschig genug und genau richtig, um ein paar unterhaltsame Lesestunden zu verleben.

„Liebe auf den ersten Klick“ bietet Liebeskummer at its best gepaart mit einer witzigen Story und einer sympathischen Protagonistin. Für Chick-Lit-Fans absolut zu empfehlen. Und auch für eigentliche Chick-Lit-Muffel wie mich ein tolles Buch.

4SaFi


[Rezension] Die Liste der vergessenen Wünsche | Robin Gold

Die Liste der vergessenen Wuensche von Robin Gold
 
Titel: Die Liste der vergessenen Wünsche
Autor: Robin Gold
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0484-7
Veröffentlichung: 8. Oktober 2013
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Zum Inhalt:

Clara ist überglücklich mit ihrem Verlobten Sebastian. In Kürze wollen die beiden heiraten. Doch dann erhält Clara eine schreckliche Nachricht: Sebastian ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der Verlust schmerzt sie sehr. Für Clara bricht die Welt zusammen und sie schottet sich ab. Als sie dann nach Monaten voller Schmerz ihre Familie besucht, überreicht ihr ihre Mutter ein Päckchen. Darin verbirgt sich eine Liste, die Clara vor vielen, vielen Jahren als Kind geschrieben hat. Eine Liste mit Wünschen, die sie sich erfüllen wollte, bevor sie 35 Jahre alt wird. Eine Liste, die nun ihren Weg zurück ins Leben ermöglichen soll…

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Meine Meinung:

Mir ist es schön öfters passiert, dass die Erwartungen, die ich, aufgrund von Cover, Klappentext und Titel, an ein Buch hatte, nicht erfüllt wurden. Manchmal passen Vorstellung und Wirklichkeit nicht zusammen. Manchmal ist das Buch anders, aber besser. Manchmal einfach nur enttäuschend. Letzteres gilt in diesem Fall leider auch für „Die Liste der vergessenen Wünsche“…

Ich hatte mich auf ein emotionales, berührendes und vielleicht auch ein wenig zu Tränen rührendes Buch gefreut, in dem ich mit der Protagonist mitfühlen und auch mitleiden kann. Nach dem Anfang, der diese Erwartungen tatsächlich noch erfüllt hat, kam dann aber recht schnell die Ernüchterung und meinem persönlichen Lesevergnügen wurden auf den folgenden Seiten einige Steine in den Weg gelegt.

„Sie hatte wirklich ihr Bestes gegeben, wieder auf die Beine zu kommen nach Sebastians »Unfall«, wie sie es nannte. Das Wort Tod war für Clara zu schmerzhaft und endgültig, als dass sie es aussprechen könnte. Von einem Augenblick zum anderen war ihr Universum in sich zusammengestürzt und zu einer Erinnerung geworden.“ (Seite 34/35)

Für mich gab es diesem Buch einfach zu viel Humor, der nicht zu der Geschichte passte. Normalerweise habe ich nichts gegen eine gute Portion Humor, aber hier war er einfach fehl am Platze und hat dem Gelesenen die emotionale Wirkung geraubt. Außerdem sorgten die vielen Sprünge in der voranschreitenden Zeit – und die daraus resultierenden Lücken – bei mir für ein unvollständiges Lesegefühl. Die Geschichte empfand ich sehr schnell als absolut vorhersehbar und nur noch kitschig – zu kitschig. Hinzu kam dann leider auch noch, dass mir Clara von Seite zu Seite unsympathischer wurde. Wobei unsympathisch es nicht mal richtig trifft, denn leider konnte mir die Autorin ihre Protagonist zu keiner Zeit richtig nahe bringen. Es ist wohl eher so, dass ich mit Clara schlicht und einfach nichts anfangen konnte.

Gegen den Schreibstil der Autorin – auch in Bezug auf den Humor – kann ich nichts sagen. Er lädt zum entspannten und kurzweiligen Lesen ein. Nur war die vorliegende Geschichte leider nicht die, die ich erwartet und erhofft hatte. Die Taschentücher lagen vorsichtshalber schon mal neben mir, als ich mit dem Lesen begann. Umso enttäuschter war ich, als ich sie unbenutzt wieder weglegen musste…

Leseenttäuschungen gehören nun mal zum Leben eines Bookaholics dazu. Im Fall von „Die Liste der vergessenen Wünsche“ wollte ich mir das aber lange nicht eingestehen. Ich wollte so sehr, dass mir dieses Buch gefällt. Doch leider kam es anders und ich bleibe ziemlich enttäuscht zurück.

2

SaFi


[Rezension] Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück | Lauren Weisberger

Die Rache traegt Prada Der Teufel kehrt zurueck von Lauren Weisberger
 
Titel: Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück
Autor: Lauren Weisberger
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-54287-1
Veröffentlichung: 16. September 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Acht Jahre sind vergangen, seit Andrea Sachs dem glamourösen Modemagazin Runway und vor allem dessen teuflischer Chefin Miranda Priestly den Rücken kehrte. Inzwischen ist Andrea Herausgeberin von „The Plunge“, dem derzeit angesagtesten Brautmagazin, und arbeitet dort mit ihrer ehemaligen Konkurrentin und derzeitigen besten Freundin Emily zusammen. Alles könnte so schön sein, zumal auch noch Andreas Hochzeit mit dem umwerfenden Max, Spross eines einflussreichen Medienunternehmers, bevorsteht. Doch ihre Zeit bei „Runway“ verfolgt Andrea noch immer. Und sie ahnt nicht, dass all ihre Versuche, sich ein neues Leben aufzubauen, sie direkt in ihr altes zurückführen – und in die Arme von Miranda Priestly. (© Goldmann)

Der Teufel trägt Prada & Die Rache trägt Prada - Lauren Weisberger

Der Teufel trägt Prada & Die Rache trägt Prada – Lauren Weisberger

Meine Meinung:

Wenn ich ein paar Jahre und an „Der Teufel trägt Prada“ zurückdenke, fällt mir als erstes ein, dass ich mich damals kringelig gelacht habe – vor allem wegen Miranda Priestly und ihrer, um es nett auszurücken, gewöhnungsbedürftigen Eigenarten. Was Frau Weisberger damals zu Papier gebracht hat, ließ mir Lachtränen über die Wangen laufen. Und um ganz ehrlich zu sein: nichts anderes habe ich auch von der vorliegenden Fortsetzung – der Inhaltsangabe und des Titels wegen – erwartet.

Beginnen wir mit den positiven Aspekten von „Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück“. An sich ist das Buch eigentlich recht unterhaltsam, beinhaltet die eine oder andere witzige und auch skurrile Situation und lädt dank des lockeren Schreibstils zu kurzweiligen Lesestunden ein. Hiermit ist mein Potenzial an gutgemeinten Worten zu dem Buch aber leider auch schon erschöpft. Es folgt das große Aber…

Es hält nicht das, was der Titel verspricht. Auf die suggerierte Rache bzw. die Rückkehr des Teufels musste ich fast komplett verzichten. Hofft man, so wie ich, auf Miranda Priestly in Bestform, kann es einem leicht passieren, dass man bitterlich enttäuscht wird. Denn bis zu ihrem ersten richtigen Auftritt muss man, von einem kurzen Vergnügen gleich zu Beginn in Form eines Albtraums von Andy mal abgesehen, viele, sehr viele Seiten umblättern.

„Eine Gemeinsamkeit gab es zwischen „The Plunge“ und „Runway“: die langbeinigen Gazellen in ihren Designer-Outfits und mit den Stiletto-Absätzen.“ (Seite 189)

Bis dahin besteht das Buch aus vielen Rückblenden, die darüber berichten, wie sich Andys Leben nach „Runway“, Miranda und den legendären Abschiedsworten in Paris entwickelt hat. Auf die Fragen, wie es direkt nach „Runway“ weiterging, ehe sie mit ihrer ehemaligen Erzfeindin und nun besten Freundin Emily das Magazin „The Plunge“ ins Leben gerufen hat, wie sie ihren Mann Max kennen und lieben gelernt hat und manches andere erhält man ausreichend Antwort. Ms Priestly sucht man dafür aber größtenteils leider vergeblich. Wenn überhaupt kommt sie nur in aufgewärmten Erinnerungen vor. Und auch nachdem sie sich die Wege der beiden dann endlich kreuzen, spielt Miranda nur am äußersten Rande eine Rolle. Hat sie aber einen ihrer wenigen Auftritte, läuft sie zur Bestform auf – immerhin.

Wie oben schon erwähnt, fand ich „Der Teufel trägt Prada“ damals klasse. Aber die Fortsetzung kommt da für meinen Geschmack nicht mal ansatzweise ran. Dafür liegt der Fokus einfach zu sehr auf Andy, ihrem leben und ihren Problemchen. Vielleicht hätte ich das besser akzeptieren können, wenn der Titel nicht – wie ich im Nachhinein nun weiß – falsche Hoffnungen in mir geweckt hätte. Als Mittel zum Zweck, um eine möglichst große Leserschaft und die Fans von Miranda zu erreichen, ist er perfekt. Bei mit hat das auch funktioniert. Doch zum Schluss gucke ich leider enttäuscht in die Röhre.

„Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück“ ist eine lockere und leichte Komödie. Für Fans von „Der Teufel trägt Prada“ und vor allem von Miranda Priestly – so wie meine Wenigkeit – möchte ich allerdings eine leise Warnung aussprechen. Denn in Bezug auf Ms Priestly kommt man nicht auf seine Kosten, wie ich finde. Vielleicht wäre es in diesem speziellen Fall sogar ganz gut, wenn man den Vorgänger nicht kennt. So besteht dann zumindest noch die Chance, dass nicht allzu viele Hoffnungen zerstört werden.

2SaFi


[Rezension] Pinguine lieben nur einmal | Kyra Groh

Pinguine lieben nur einmal von Kyra Groh
 
Titel: Pinguine lieben nur einmal
Autor: Kyra Groh
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38044-2
Veröffentlichung: 16. September 2013
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Zum Inhalt:

Felicitas, die nur von ihrer Mutter so genannt wird (ihr Vater sagt Fee, für ihre Freunde ist sie die Feli), ist 20 Jahre jung und ziemlich kompliziert. So ist z. B. Ordnung ein Fremdwort für sie. Aber nicht, wenn es um ihre CDs geht – da ist sie penibel. Und da bei ihr nur selten alles so läuft, wie Feli es gerne hätte, schaut sie jeden Dienstag Abend den Family Movie im Fernsehen, weil der immer so schön vorhersehbar ist und im Regelfall mit einem Happy End endet. Und ein solches wünscht sich Feli nun auch für sich und Janosch, der gerade frisch im Haus eingezogen ist und dem sie bei der ersten Begegnung sprichwörtlich vor die Füße gefallen ist…

Pinguine lieben nur einmal - Kyra Groh

Pinguine lieben nur einmal – Kyra Groh

Meine Meinung:

Dieses Buch ist das beste Beispiel für spontane Coververliebtheit. ♥ Ich habe es gesehen und dachte sofort: muss ich haben – will ich lesen! Ja, bei mir führt ein Pinguin zum Effekt des Sofort-Haben-Wollens. Kann man jetzt von halten, was man will – ist aber so. Denn, wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten einen Pinguin in der heimischen Badewanne beherbergen. ;-)

„Ich neige dazu, wirren Unfug zu stammeln, wenn ich nervös bin. Dass in diesem Fall ein attraktiver Mann der Auslöser ist, macht die Sache nur noch schlimmer. Eigentlich würde ich jetzt lieber geistreich und witzig rüberkommen. Stattdessen manifestiere ich den ersten Eindruck von mir als fahrigem Tollpatsch.“ (Seite 37)

Felicitas Feli Fee Grün ist kompliziert, merkwürdig in manchen Verhaltensweisen, herrlich selbstironisch und gleichzeitig auch irgendwie unsicher. Ich habe sie auf den ersten Seiten direkt gemocht, da ich mich – ja, ich muss es gestehen – ein Stück weit in ihr wieder gefunden habe. Es gab aber auch Momente, in denen ich mir dachte: Och nö. Ernsthaft, Feli? Mit Janosch verhielt es sich da ähnlich. Seine manchmal sehr verletzenden Worte gegenüber Feli konnte ich zusammen mit ihr einfach nicht fassen. Im nächsten Moment kamen dann aber so dermaßen zuckersüße Sachen aus seinem Mund, dass ich Felis Gefühle für ihn absolut nachvollziehen konnte. Mit den beiden erging es mir in gewisser Weise so, wie den beiden mit dem jeweils anderen.

 Denn einfach ist bei und zwischen den beiden erstmal nichts. Neben ihren Charakteren, die zwar unterschiedlicher kaum sein könnten, aber auch so gut zueinander passen, weil sie sich ergänzen, wird das ganze auch noch dadurch ein wenig erschwert, dass Janosch… Nee, das verrate ich nicht. Es wird zwar schon relativ früh verraten, aber ich war so dermaßen überrascht von dieser Tatsache, dass ich diesen Effekt bei zukünftigen Lesern ungern zerstören möchte. Ich kann nur so viel sagen, dass dieser gewisse Umstand für mich das Tüpfelchen auf dem I war. Denn dadurch war das Buch für mich nicht bloß die gängige Mischung aus Humor und Gefühlen, sondern regte mich durchaus auch zum Nachdenken über dieses spezielle Thema, und das übergeordnete im Allgemeinen, an.

„Die Wechseljahre sind ein Scheiß gegen anfängliches Verliebtsein.“ (Seite 125)

Im Prolog klärt uns die Hauptdarstellerin Feli darüber auf, was es mit dem von ihr so heiß geliebten Dienstags-Family-Movie-Konzept auf sich hat, das im Prinzip wie das klassische Drama aufgebaut ist, und in den allermeisten Fällen mit einem Happy End endet. Und genau nach diesem Schema ist auch das Buch – optisch und inhaltlich – aufgebaut. Ob es, wie in den TV-Filmen am Ende üblich, im Buch zu einem glücklichen Ende für Feli und Janosch kommt, werde ich natürlich nicht verraten. :-)

Kyra Groh hat mit „Pinguine lieben nur einmal“ einen Debütroman geschrieben, der mir während des Lesens quasi ein Dauerlächeln ins Gesicht gezaubert hat. Sympathische Charaktere, eine gesunde Portion Gefühle und ein locker-flockiger Schreibstil ergeben eine Geschichte, die größtenteils süß, aber auch ein wenig bitter ist, und kurzweilige Lesestunden bietet.

„Ich kann also festhalten, dass ich Janosch will, und zwar ganz, aber noch nicht weiß, wie lange ich es aushalte, dass er mich nicht will, zumindest nicht ganz.“ (Seite 182)

4SaFi