Im Gespräch mit… Britta Sabbag

Da uns die Bücher „Stolperherz“ und „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ so begeistern konnten, war die Freude groß, als Britta Sabbag uns ihre Zustimmung zu einem Interview gab. :)
Was sollen wir sagen? Den Humor aus ihren Büchern könnt ihr hier wiederfinden!

Copyright Beatrice Treydel

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Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.
Britta Sabbag, Autorin, 35, verwirrt.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Über einen Umweg – die Kündigung in meinem alten Job als Personalerin vor 5 Jahren hat mich nicht getroffen. Und da dachte ich: Irgendwas stimmt hier nicht. Und: Was wolltest du schon immer mal tun?  Schreiben! – Das tat ich dann auch.

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?
Im Idealfall stehe ich um halb 9 auf, trinke einen Kaffee, erledige Mails und Telefonate und schreibe von 10-16 oder 17 Uhr durch, mache dann Sport und esse etwas Gesundes.
(In Wirklichkeit bin ich um zehn immer noch müde, esse morgens schon Nutella (ohne Brot) trinke 3-17 Kaffee, verplaudere mich auf Facebook, renne mit dem Kopf gegen eine Tür/ Wand/ Kante/ stoße irgendwas um/ lande in der Notaufnahme/ verfahre mich/ rufe die falschen Telefonnummern zurück und schreibe dann abends darüber, was ich so erlebt habe ;-)

Mit “Stolperherz” hast du zum ersten Mal ein Jugendbuch veröffentlicht. Wie bist du dazu gekommen, in diesem Genre zu schreiben? Wird es weitere Bücher von dir im diesem Bereich geben?
Ein Verlag hatte mich angefragt, und mir eine amerikanische Vorlage geschickt, die mir leider gar nicht gefallen hat (sehr oberflächlich, irgendwie wurde NUR geshoppt) . Ich lehnte ab. Meine Agentin fragte: Was hast du denn mit 15 gemacht, wenn nicht Schuhe, Schminke und Klamotten? Ich sagte: „Ich bin einen Sommer mit einer Band rumgezogen. Und war mit dem Bassisten zusammen (Und mit dem Schlagzeuger. Aber nacheinander!) Und Sie antwortete: „Na dann haben wir doch ein Jugendbuch!“  So war das.

Dein aktuelles Buch heißt “Das Leben ist (k)ein Ponyhof”. Beschreibe uns das Buch in einem Satz.
Es geht darum, dass Antonia den roten Faden im Leben verliert, und sich ganz viele Sorgen macht, vom richtigen Weg abzukommen, und ihr Stiefvater Walter, der ein wenig dement und auch verrückt ist, ihr zeigt, dass sie das nicht muss, und dass das Leben aus vielen Fäden gewoben ist, und nicht nur einer davon rot ist; im Gegenteil – wenn man den roten Faden verloren hat, kann man nach seinem Faden eigenen Ausschau halten, vielleicht ist  er bunt.

Könntest du dir vorstellen, mal in eine ganz andere Richtung zu gehen? Einen Thriller veröffentlichen, beispielsweise?
Nein, mein Kopf gibt strategisches Denken nicht her. Ich habe beispielsweise bis heute Fight Club nicht verstanden.

Du sagst über dich selbst – und hier zitieren wir von deiner Website: “sie sei die beste Romanvorlage, weil niemand erfinden kann, was ihr täglich passiert. Wer also immer noch glaubt, das Leben der Bridget Jones sei unrealistisch, kann gerne mal einen Tag mit ihr verbringen.” Was würde uns so erwarten? Wir sind neugierig!
Wer mich auf Facebook verfolgt, weiß, dass mir immer wieder schräge Dinge passieren, und zwar in einer Häufigkeit, die wohl kein Zufall mehr ist. Vielleicht ist meine Wahrnehmung auch schärfer geworden, weil ja alles toller Romanstoff ist. Aber ein Irren-Magnet bin ich schon wohl auch. Einige Anekdoten kann man unter www.brittasabbag.de nachlesen, unter „Real Life“.

Mit welcher Person aus deinen Büchern würdest du gerne mal einen Tag verbringen und warum? Und was würdet ihr dann tun?
Mit Walter aus „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“. Ich hätte da so einige Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen der Arbeit an einem Buch und der Arbeit an einem Drehbuch?
Das Buch schreibt man ganz alleine und ist lange Zeit sehr abgeschottet – selbst die Arbeit mit der Lektorin ist ja einsam, denn man bekommt das lektorierte Manuskript zugeschickt und bearbeitet es wieder. Beim Drehbuch reden hundert Leute mit, es ist ein Sammelsurium an Ideen und immer wieder wird etwas umgeworfen. Die Mischung aus beiden finde ich toll.

Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was/wen?
Klar! Wäre seltsam, wenn nicht, oder? Alles bis auf Thriler/ Krimis, sehr gerne auch Biografien.

Wo hältst du dich daheim am liebsten auf?
Im Bett, eindeutig.

Welche war deine erste CD bzw. Schallplatte? Und welche Musik hörst du heute?
Ich höre alles querbeet. Ich glaube es war „Die Weihnachtsbäckerei“ – ich habe den Ohrwurm immer noch.

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?
Ich bin mit 5 Jahren und einem winzigen Koffer aus geflochtenem Korb mal ausgezogen, und zwar auf den Kirschbaum meiner Oma. Alle hatten Verständnis für diese Entscheidung und brachten Essen und Wohnmaterial. Leider wurde es mir nach 20 Uhr eindeutig zu kalt und ich zog wieder zu Hause ein.

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Copyright Beatrice Treydel

Wie sieht für dich ein perfektes Wochenende aus?
Ausschlafen, lange frühstücken, am Meer spazieren und den Sonnenuntergang dort draußen genießen. Keine Termine.

Welcher berühmten Persönlichkeit ähnelst du?
Vielleicht eine Mischung aus Bridget Jones, Ronja Räubertochter und einem total verwirrten Alien aus der Zukunft, das schräge Situationen immer magnetisch anzieht.

Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?
Viele! Tue ich auch. Alle Doris Day Filme, Frühstück bei Tiffany, Die Brücken am Fluss, Bridget Jones…

Die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?
Ein pupsender Kugelschreiber. Wobei… ich konnte ihn schon oft gut einsetzen.

Was bereitet dir Freude?
Sonne, neue Ideen, lachen mit Freunden.

Wie sieht ein Poesie-Album Eintrag von Britta Sabbag aus?
„Es tut mir leid aber ich muss leider gerade ins Krankenhaus weil ich mir beim Brötchenschmieren in die Hand geschnitten haben (siehe Bluttropfen)  – später mehr.“

Über welches Tier dürfen wir uns als nächstes auf einem Buchcover freuen? :)
Das weiß ich noch nicht. :)

Du hast das letzte Wort!
In Wirklichkeit bin ich viel seröser!

Liebe Britta, wir danken dir ganz herzlich, dass du dich unseren Fragen gestellt hast und dass wir an deinem rasanten Leben teilhaben können! :)


{Rezension} Das Leben ist (k)ein Ponyhof | Britta Sabbag

Das Leben ist (k)ein Ponyhof

Autor: Britta Sabbag
Titel: Das Leben ist (k)ein Ponyhof
Seitenzahl: 222 Seiten
ISBN: 978-3-404-16977-1
Verlag: Bastei Lübbe
Veröffentlichung: 15. April 2014
Leseprobe
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Antonia ist Karrierefrau und Workaholic durch und durch. Ihr Leben ist straff durchorganisiert und mit ihrem Freund und Kollegen Carl fühlt sie sich bestens aufgehoben. Doch ihr Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt: ihre Mutter gewinnt eine Reise in einen indischen Ashram. Antonia muss nun in ihre verhasstes Heimatkaff Klein Seichtingen zurück kehren, und sich um ihren Stiefvater Walter kümmern.
Zunächst versucht sie, Karriere und „Waltersitten“ unter einen Hut zu bringen. Doch das funktioniert leider überhaupt nicht. Und schon bald sieht sie sich nicht nur großen Problemen im Job gegenüber, sondern bekommt auch eine ganz andere Sicht auf ihr komplettes Leben. Ist sie wirklich glücklich?

„An ihm ist wirklich ein kleiner Junge verloren gegangen, dachte ich, oder ist es eher so, dass er sich diese Einstellung einfach nur bewahrt hat?“  (9. Kapitel, 8/13, 49,4%)

Die Autorin Britta Sabbag konnte mich schon mit „Pinguinwetter“ und „Stolperherz“ gut unterhalten. So war meine Vorfreude groß, als ich mir dieses eBook auf meinen Reader packen und mit in Urlaub nehmen konnte.

Antonia kann man als moderne Karrierefrau beschreiben: ihrem Heimatdorf hat sie den Rücken gekehrt um in die große Stadt und die Business-Welt einzutauchen. Ihr Leben besteht aus Arbeit, Arbeit und nochmal Arbeit. Schließlich möchte sie Junior Partnerin in der Kanzlei werden. Das würde ihre Beziehung zu Carl in noch höhere Dimensionen katapultieren. Kurz vor ihrem Durchbruch kommt der Hilferuf ihrer Mutter, den sie nicht überhören kann und will. Sie schafft es einfach nicht, Walter und ihre Arbeit gleichzeitig zu bewältigen. Und so scheint ihr Stiefvater für sie den Schleudersitz zum Anfang der Karriereleiter zurück zu bedeuten.
Trotz ihrem Erfolg im Beruf scheint Antonia chaotisch, zumindest im Beisein und im Umgang mit Walter und auch einigen anderen Bewohnern des Dorfes, auf die sie erst einmal von „oben herab“ blickt. Doch ihr Gefühl, mehr geleistet zu haben als diese Menschen, legt sich im Laufe der Geschichte.
Antonia war mir von Anfang an sympathisch. Schnell merkte ich, dass unter ihren Schale eine andere Person steckt, als mir die Business-Antonia vermitteln wollte.

Walter. Es ist wahr: jede Frau sollte einen Walter haben. Er ist chaotisch, anstrengend, manchmal etwas kindisch und naiv. Und liebenswert. Er bringt einen zum Lachen – wenn auch des öfteren unfreiwillig. Mit ihm wurde es Antonia und auch mir nie langweilig! Vor allem seine „Filtertennissocken“. Göttlich!

Carl scheint mehr an Antonias Karriere und seinen guten Ruf, als an ihr als Person interessiert zu sein. Ich habe von Anfang an eine Abneigung gegen ihn entwickelt. Die zog sich bis zum Ende der Geschichte.
Die weiteren „Nebendarsteller“ konnten mich ebenfalls alle überzeugen. Die Autorin hat hier die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt, von denen jeder auf seine Art und Weise die Ziellinie überquert.
Klein Seichtingen als Ort des Geschehens ist perfekt! Ich selber bin in einem ähnlich kleinen Dorf aufgewachsen. Daher konnte ich Antonias Bedenken voll und ganz nachvollziehen und das Dorfgeschehen verstehen.

Der Schreibstil von Britta Sabbag ist einfach großartig. Sie schafft es, ohne überflüssige Worte Personen, Orte und Handlungen zu beschreiben. Sie kann Emotionen und innere Dialoge / Konflikte ihrer Protagonisten gut vermitteln. Und trotz allem Witz und Charme kommt ihre ernstzunehmende Botschaft an:
WENN DU DEN ROTEN FADEN VERLOREN HAST, HALT NACH EINEM ANDEREN AUSSCHAU – VIELLEICHT IST DEINER BUNT!“
Und sie hat damit so recht! Warum sich immer anderen Personen und Konventionen anpassen und versuchen, sich selber in Schubladen zu packen, die zu klein oder zu groß für uns selber sind? Mir hat sie mit dem Buch vermittelt, dass ich mehr auf mich selber hören und achten soll.

„Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ kann ich jedem als perfekte Sommerlektüre empfehlen. Ihre Kernaussage hat Britta Sabbag in eine unterhaltsame Geschichte gepackt, die zwar nicht mit großen und unvorhergesehenen Überraschungen, wohl aber mit einigen spannenden Wendungen aufwartet. Es ist ein Buch, in das man sich zum Wohlfühlen fallen lassen kann. Witzige und lockere Lesestunden sind garantiert!

4

 

 

SaCre


Wir freuen uns auf … Neuerscheinungen April 2014

Neuer Monat, neue Wunschbücher. Diesmal aber zum Glück für unsere SuB’s nicht sooo viele wie im März. ;)

Auf welche Bücher freut ihr euch im April? Wir sind gespannt! :)

Eure Bookwives – Sabrina & Sabrina ♥

most wanted_sacre………..Der Zorn des LammesDie fuenfte Welle von Rick YanceyEin Kleid aus Staub von Sarah ZettelSo geht Liebe von Katie Cotugno

Der Zorn des Lammes“ – hier haben mich Cover und Klappentext sehr neugierig gemacht. Das Rezensionsexemplar ist schon hier… und verschlungen… Mehr dazu bald. :) Desweiteren befindet sich noch „Lost Place“ von dem Autor auf meinem SuB.
Die 5. Welle“ verspricht, der Auftakt einer spannenden Trilogie zu werden. Ebenso „Ein Kleid aus Staub„. Auch hier konnten mich wieder die positiven Rezensionen und die Leseprobe überzeugen.
So geht Liebe“ steht schon einige Zeit auf meiner Wunschliste. Es geht darum, der Liebe eine zweite Chance zu geben. Ich bin seeeeeehr gespannt.

most wanted_safi…………………….Arclight – Niemand überlebt die DunkelheitDead End von Sharon BoltonBusby_Wo_immer.indd

Auf „Arclight – Niemand überlebt die Dunkelheit“ bin ich richtig gespannt. Ein Leben in absoluter Dunkelheit dazu dann noch die Seelenfresser… Das klingt nach guter Unterhaltung.
Der Prolog von „Dead End“ ist schon mal so ganz nach meinem Geschmack bei einem Thriller. Das Buch ist zwar der zweite Teil der Reihe rund um DC Lacey Flint, da es aber erst Ende April erscheint, schaffe ich es vielleicht noch, vorher Teil 1 „Dunkle Gebete“ zu lesen. Ich hoffe auf eine für mich neue und gute Thriller-Reihe.
„Wo immer du bist“ ist im ersten Moment wegen des Covers auf meiner WuLi gelandet. Aufgrund der Leseprobe hat es das Buch bis ganz nach oben auf der Liste geschafft. Die bisherigen Meinungen zum Original „Blink Once“ lassen mich auf ein tolles, emotionales Jugendbuch hoffen.

…………………….most wanted_sacremost wanted_safi

Lieblingsgefühle

SaCre: Ich habe „Lieblingsmomente“ letztes Jahr im Flieger in den Urlaub gelesen (September). Es hat mich einfach umgehauen! Adriana hat mir Herzklopfen und viele Lieblingsmomente beschert, am Ende sogar ein Tränchen im Auge. Klar muss ich wissen, wie die Geschichte um Layla und Tristan weiter geht. Eine Rezi habe ich dazu damals nicht geschrieben.

SaFi: Was soll ich sagen? „Lieblingsmomente“ fand ich einfach toll. ♥ Meine Rezi dazu findet ihr hier. Nun freue ich mich sehr, zu erfahren, wie es mit Layla und Tristan in „Lieblingsgefühle“ weitergehen wird.

Außerdem freuen wir uns noch auf:

……….. Du sollst nicht schlafenDark Heroine - Dinner mit einem VampirAch wie gut dass niemand weiss von Alexa Hennig von LangeAtemlos von M Leighton

……….. SternschnuppenträumeMädchenjägerFeuer und GlasDie Verschwoerung von Brigitte RiebeDas Leben ist (k)ein Ponyhof

…………Die Flutwelle von Mikael NiemiWer braucht schon Schmetterlinge im Bauch von Lucy-Anne HolmesGrimsdon - Die Stadt der verlorenen Kinder von Deborah AbelaViviens himmlisches Eiscafe von Abby Clements

…………Es duftet nach Sommer von Huntley FitzpatrickDenn niemand wird dich finden von Claire McGowanSo finster, so kaltDie Wahrheit ueber Ivy von Kathy Stinson