Hauptsache, es knallt! [Rezension]

Hauptsache, es knallt!
 
Titel: Hauptsache, es knallt!
Autor: Matthias Sachau
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-5482-8440-8
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Veröffentlichung:  10. Juni 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Janina und Markus wollen heiraten. So weit so gut. Wäre da bloß nicht diese vermaledeite Gästeliste, die schon vorher für ordentlich Kopfzerbrechen sorgt. Die meisten Gäste harmonieren nämlich besonders gut miteinander. Aber das scheint nicht das einzige Problem zu sein, wie sich herausstellt. Bloß gut, dass Janina mit Tim einen besten Freund hat, der ihre Befürchtungen nachvollziehen kann und zusammen mit vier weiteren Freunden einen Hochzeits-Masterplan entwickelt. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen, oder?

Meine Meinung:

Seit „Andere tun es doch auch“ zähle ich mich ja zum großen Kreis der Matthias-Sachau-Fans. Wie könnte ich auch nicht? Habe ich mich doch schon damals fast totgelacht… Kein Wunder also, dass ich mir seeehr auf den neuen Roman aus dem Hause Sachau gefreut habe.

Und was soll ich sagen? Meine Vorfreude auf das Buch schlug bereits nach wenigen Seiten in pure Lesefreude um und steigerte sich von Seite zu Seite immer mehr. Bauchmuskeltraining dank diverser, sehr häufig vorkommender, Lachflashs inklusive. :D

„Wir sehen uns an und schnappen alles gleichzeitig nach Luft. Eine Stripperin in der Hochzeitstorte. Der älteste, peinlichste und doofste Hochzeitsstreich der Welt. Risikoklasse 6 war für diesen Füllkrug noch viel zu niedrig angesetzt.“
(Seite 152)

Matthias Sachau hat auch dieses Mal, mit seinem zu Papier gebrachten Humor und seiner Schreibweise, bei mir voll ins Schwarze getroffen. Er nimmt Hochzeits-Klischees, und alles was sonst noch mit diesem großen Tag in Zusammenhang steht, herrlich aufs Korn. Eine skurrile, irrwitzige, schier unmögliche Situation jagt die nächste. Es geht alles Schlag auf Schlag, und nur selten bekommt man Zeit zum Luftholen. Ja gut, manches wirkt ein wenig arg an den Haaren herbei gezogen, aber sind dafür Bücher dieses Genres nicht da? Für mich schon. Wenn ich ein Comedy-Buch lese, dann will ich genau das lesen. Frei nach dem Motto: Kopf aus, Gute Laune an. Und da ich ein Fan von niedergeschriebenen Dialekten bin, möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass ich des Öfteren kurz davor stand, vor lauter Lachen vom Stuhl, der Couch, oder welcher Sitzgelegenheit auch immer, zu fallen, wenn die russischen Hochzeitsgäste zu Wort kamen. Einfach köstlich.

„Iich muss ejch sagen, Deutschland hat beste Hoochzeitsbräujche von der chanze Welt. Habe challe nachgelese in ejne Buch.“
(Seite 59)

Nach diesem Buch werde ich meinen Freunden wohl absolutes Handlungsverbot erteilen, wenn ich mal heiraten sollte. :) Denn so wie Janina und Markus möchte ich den schönsten Tag meines Lebens nicht begehen, so viel steht fest. Ok ich gebe zu, die „Hochzeits-Taskforce“ rund um Tim gibt sich wirklich die allergrößte Mühe, damit diverse Situationen nicht eintreten. Aber selbst diese Kämpfer für eine rundum gelungene Hochzeit können nicht alles vorausahnen und schon gar nicht verhindern. Oder vielleicht liegt es auch gerade an ihren Bemühungen, das dann (natürlich) doch sooo dermaßen viel schief geht? Darüber kann man sicherlich stundenlang diskutieren. Nicht diskutieren kann man meines Erachtens darüber, dass das Lesen dieser Pleiten, Pech und Pannen äußerst unterhaltsam ist.

„Unzucht mit einem Knecht! Oh Gott! Ich treibe Unzucht mit einem Knecht! Von Kosaken im Weinkeller eingeschlossen! Oh ja!“
(Seite 260)

„Hauptsache, es knallt!“ war für mich Gute-Laune-Deluxe-Lektüre mit Lachgarantie. Ich wurde bestens unterhalten und mir liefen vor lauter Lachen diverse Tränen über die Wangen.

5 HerzenSaFi


Und es hat Om gemacht [Rezension]

Und es hat Om gemacht von Florian Tausch
 
Titel: Und es hat Om gemacht
Autor: Florian Tausch
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-442-47873-6
Verlag: Goldmann
Veröffentlichung:  18. Februar 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Bettina ist Viktors Traumfrau. Deswegen denkt er sich auch einen sehr ungewöhnlichen und im gleichen Maße romantischen Heiratsantrag aus. Komplikationen bei der Ausführung zwingen Viktor jedoch zu Plan B. Aber auch dabei läuft nicht alles rund, denn Bettina verlässt Viktor noch während des Antrags für ihren Yogalehrer Niels. Von nun an scheint Viktor von allem, was auch nur ansatzweise mit Yoga zu tun hat, verfolgt zu werden, und wird auch noch zur Teilnahme an einem Yoga-Kurs genötigt. Der scheinbar einzige Lichtblick in diesem ganzen Theater ist Maya – Viktors Yogalehrerin…

Meine Meinung:

>>Sie lässt es sich wirklich von so einer Esoterik-Pussy machen! Der Typ bekommt doch bestimmt vor lauter Namen-Tanzen und Baum-Umarmen gar keinen hoch!<<
(Seite 42)

Florian Tausch hat mit dem zu Papier gebrachten Humor – trocken, saukomisch und stellenweise auch ein wenig böse – genau meinen Geschmack getroffen. Aberwitzige Situationen, sonderbare Handlungen und nicht zuletzt die vielen witzigen Dialoge und Gedankengänge von Viktor machen dieses Buch aus, und sorgten bei mir häufiges Schmunzeln und nicht selten auch für herzhaftes Gelächter. Für mich als Frau war es mal eine schöne Abwechslung, in die Gedankenwelt eines Mannes abzutauchen. :D

Der Fettnapf scheint, neben Rudi, der beste Freund von Viktor zu sein. Egal ob durch sich selbst oder andere verschuldet – Viktor lässt fast nichts aus, um sich noch weiter in die Bredouille zu bringen. Ausraster vor laufenden TV-Kameras? Vandalismus mit Buddha-Statuen? Alles kein Problem für Viktor, dem sympathischen „Helden“ dieser Geschichte. Zusammen mit ihm erlebt der Leser so einiges. Und auch wenn manches ein wenig platt rüberkommt, bietet das Buch durchweg gute Unterhaltung.

„Es sah nach einem ungleichen Kampf aus, der sich da auf der sonnendurchfluteten Straße anbahnte. Hier der groß gewachsene, muskulöse Viktor, dem Wut und Zorn noch ein paar zusätzliche Testosteron-Dosen in den Körper gepumpt hatten. Dort der ausgemergelt wirkende Yoga-Lehrer, einen guten Kopf kleiner als sein Gegner, der sich nun zögerlich näherte. Viktor wich in gespielter Angst ein paar Schritte auf den Gehsteig zurück und sagte mit weinerlicher Stimme: >>Hilfe! Da kommt Gandhi. Jetzt habe ich aber Angst!<<“
(Seite 57)

Gut gefallen hat mir, dass der Autor seinem Protagonisten Viktor auch noch eine andere Seite, als die des nicht zurechnungsfähigen, von Liebeskummer geplagten Mannes, angedacht hat. Diese kommt z. B. dadurch zum Ausdruck, wie er sich um Kalle, den Sohn seines besten Freundes, kümmert. Somit bietet dieses Buch neben viel Klamauk auch noch eine herzige Note.

Einzig der ominöse Guru, der auf dem Buchrücken Erwähnung findet, hat meinen positiven Eindruck ein wenig getrübt. Dieser spielt ab einem gewissen Zeitpunkt eine große Rolle in dem Buch, vor allem für Viktor. Er sorgt für jede Menge Unterhaltung, die Viktor immer mal wieder noch einen Schritt näher an den Rand des Wahnsinns bringt. Leider konnte ich mit Sri Albert, wie Viktor ihn nennen darf, aber nicht so wirklich was anfangen. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht die richtigen Schlüsse gezogen, denn ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es in der Absicht des Autors lag, seinen Lesern bei dieser Figur ein wenig Raum für Spekulationen zu lassen…

Dieses Buch eignet sich perfekt als „kleine Lektüre für zwischendurch“ und bietet ein kurzweiliges und äußerst unterhaltsames Lesevergnügen. Einfach zurücklehnen und gemeinsam mit Viktor den Weg zur Erleuchtung finden. ;)

„Er malte sich aus, wie in ihrem Kopf gerade ein paar Mauern einstürzten. Viktor, der durchgeknallte TV-Show-Choleriker? Kawumm! Viktor, der ignorante Yoga-Hasser? Bäääng! Viktor, der gehörnte Frauen-Loser? Wruuums!
(Seite 194)

4 HerzenSaFi


Mettwurst ist kein Smoothie [Rezension]

Autor: Markus Barth
Titel: Mettwurst ist kein Smoothie
Seitenzahl: 192
ISBN: 978-3-499-25856-5
Verlag: rororo

Zum Inhalt:

Städte sind auch nur Dörfer mit ICE-Anschluss. Seit fünfzehn Jahren lebt Markus Barth nun in der Großstadt. Und lernt immer noch täglich dazu:
• Chicorée ist Blumenkohl für Besserverdiener.
• Mit 3-D-Brillen kann man schlechte Filme noch viel intensiver erleben.
• «Heilfasten» ist genauso sinnvoll wie «Gesundprügeln».
• Obst-Matsch heißt jetzt «Smoothie». Mettwurst dagegen nicht.
Es ist eine verwirrende Welt. Aber mit Markus Barth macht sie wieder Spaß.

Meine Meinung:

Wer bisher noch nicht weiß, wie das Leben in einer Großstadt funktioniert, der sollte sich unbedingt diesen „Ratgeber“ zulegen.

Der noch Unwissende wird hier alles Notwendige erfahren. Zum Beispiel, was ein Müll-Wiesel ist und wie man ihm auf die Pelle rückt. Oder wo man in einer Stadt noch frei lebende Tiere sehen kann. Außerdem erhält man wertvolle Tipps für’s „Innenhof-Zapping“ und erfährt alles Wissenwerte über „Gassi Mikado“. Und Fernbedienungen im Hotelzimmer… ein Kapitel für sich.

Wie konnte ich in der Großstadt bisher überleben?, frage ich mich nun – während ich mir noch immer Lachtränen aus den Augenwinkeln wische.

Erschreckenderweise habe ich mich das ein oder andere Mal in den Geschichten wiedererkannt. Und ja, ich muss zugeben: ICH HABE SIDEWALK RAGE!!!!! Und ich weiß jetzt auch, dass ich beim Frühstücksfernsehen bisher alles falsch gemacht habe, was ich falsch machen konnte…

Die kurzen und kurzweiligen Kapitel habe ich regelrecht verschlungen. Dabei hielt sich mein „Happiness-Barometer“ deutlich über dem „Kurt-Cobain-Bereich“. Ich muss Anke Engelke zustimmen: „Wir brauchen mehr Markus Barths“.

Und wer wissen will, was passiert, wenn ein grinsender Glatzköpfiger mit Notitzbuch neben einem auftaucht, der sollte spätestens jetzt zum Buchdealer seines Vertrauens. :)

SaCre


Andere tun es doch auch [Rezension]

Autor: Matthias Sachau
Titel: Andere tun es doch auch
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3548284392
Verlag: Ullstein Taschenbuch

 

 

Zum Inhalt:

Er und Sie – Kai und Lara.

In einem Club lernen sich die beiden zufällig kennen. Irgendwas liegt sofort in der Luft. Aber sie wollen natürlich nichts voneinander, also nicht wirklich. Aber wie das Leben nun mal spielt, entwickelt sich etwas zwischen den beiden – vor allem Missverständnisse.

Ein Hin und Her, ein Auf und Ab der Gefühle beginnt.

Meine Meinung:

Die Ereignisse werden abwechselnd aus der Sicht von Kai und Lara geschildert. Anfangs war das ein wenig verwirrend für mich, da die Schilderungen meist mittendrin enden und sich die Sichtweise dann ändert. Doch nach wenigen Wechseln konnte ich der Erzählweise immer besser folgen – sie hat mir im Nachhinein sogar sehr gut gefallen. Sie sorgt dafür, dass die Geschichte nicht so vor sich hinplätschert.

Und diese Geschichte hat es in sich. All die Missverständnisse, die sich die beiden mit der Zeit „einreden“ finde ich gut nachvollziehbar. Ein bisschen überzogen ist das ein oder andere vielleicht, aber durchaus nicht realitätsfremd, wie ich finde.

Mit dem, was Kai und Lara in der gleichen Situation unterschiedliches denken und empfinden und dem, was sich daraus ergibt, haben sie mich sehr oft zum Lachen gebracht. Der Großonkel von Kai (Karl) mit seinen Protest-Aktionen und der Chef von Lara (Hr. Rockerer) mit seinem herrlich niedergeschriebenen bayerischen Akzent haben mich teilweise vor lauter Lachen sogar fast vom Stuhl fallen lassen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat das Buch schnell Lust auf mehr gemacht. Im Mittelteil wurden mir die Charaktere immer sympathischer und die Geschichte entwickelte sich. Das Ende hat mir gut gefallen, es lässt noch Platz für Spekulationen.

Insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch mit ganz viel Humor ganz nach meinem Geschmack – trocken und saukomisch.

„Mein erster Sachau“ – aber garantiert nicht mein Letzter!

SaFi