[Rezension] Niemand liebt November | Antonia Michaelis

Niemand liebt November
Titel: Niemand liebt November
Autor: Antonia Michaelis
Seitenzahl: 432  Seiten
Verlag: Oetinger
Genre: Jugendbuch, ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7891-4295-6
Veröffentlichung: 20. August 2014
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Zum Inhalt:

Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft. (© Oetinger Verlag)

Meine Meinung:

„Zwei Fragen.
Erstens: Ist es sinnvoll, weiterzuleben?
Zweitens: Ist es sinnvoll, alleine Geburtstag zu feiern?
Ein Teil von ihr hatte gedacht, sie würden an ihrem Geburtstag wieder da sein. Mit einem Geschenk. Sie waren jetzt seit einer Woche weg. Sie wusste nicht, was passiert war. Sie hatte geschlafen.
Sie hatte den Kuchen ganz allein gebacken. Gut, dass sie die Kerzen gefunden hatte. Vier Stück. Zwei zu wenig. Sie war sechs Jahre alt.“ (Seite 7)

„Niemand liebt November“ – der Titel ist Programm. In Novembers Vergangenheit. In Novembers Gegenwart.

Antonia Michaelis’ schafft es immer wieder, mich mit den ersten Worten ihrer Geschichte in diese hineinzuziehen. Und am Ende, wenn ich aus dieser wieder in die reale Welt auftauche, fühle ich mich emotional erschöpft, ausgelaugt. Die Schicksale ihrer Protagonisten gehen mir unter die Haut. Auch ihr neuestes Jugendbuch bildet da keine Ausnahme.

November Lark, Spitzname Amber, ist ein einsames Mädchen. Mit ihren 17 Jahren hat sie schon einiges erlebt. Nach dem Verschwinden ihrer Eltern kurz vor ihrem sechsten Geburtstag kam Amber in diverse Heime und Pflegefamilien. Zuletzt lebte sie in einer betreuten WG. Doch Amber hatte immer Probleme, sich in den verschiedenen Einrichtungen anzupassen. Unablässig trieb sie das Gefühl, dass ihre Eltern noch leben. Dass sie sie bloß finden muss, damit ihr Leben wieder lebenswert wird.

„Etwas in ihr schmerzte. Weil nur Lucy Andrusch Pajak küsste und weil November Lark, die echte November, sich danach sehnte, von einem Jungen in die Arme genommen zu werden, der Bücher las und ein rot-gelbes Igluzelt besaß. Von einem Jungen, der auf unerklärliche Art zu ihr gehörte. Und den sie doch nicht finden konnte.“ (Seite 51)

Das daraus resultierende Gefühl der Leere und der Unvollständigkeit hat Antonia Michaelis mit ihren Worten wunderbar transportiert. So habe ich zu keiner Zeit an Ambers Taten, Gedanken und Gefühlen gezweifelt. Ich verspürte vielmehr das Bedürfnis, Amber bei ihrer Suche helfen zu wollen. Doch mehr, als ihr meine volle Aufmerksamkeit zu schenken und sie lesend auf ihrem Weg zu begleiten, konnte ich leider nicht tun.

Ambers Charakter hat von der Autorin viele passende Facetten verliehen bekommen. Auf der einen Seite unsicher und introvertiert, kann sie aber auch provokant und aufreizend sein – in Situationen die Amber zu überfordern scheinen. Dann wird aus Amber Lucy. Lucy kann Menschen, vor allem Männer, um den Finger wickeln, Antworten aus ihnen herauslocken. Doch um das zu erreichen tut Lucy Dinge, die Amber zwar die fehlende und nötige Wärme geben, ihr aber in gleicher Weise auch schaden.

„Ihr Handgelenk schmerzte, dort, wo Katja sie festgehalten hatte; das Gefühl war ganz anders als der Schmerz, für den sie bezahlt worden war. Es reichte tiefer. Und das erstaunte sie selbst.“ (Seite 299)

Die anderen Charaktere sind ähnlich vielschichtig. Selbst die namenlose Katze, Ambers treue und ständige Begleiterin, zeichnet sich durch einen – zugegebenermaßen von Amber eingebildeten – tiefgründigen Charakter aus. Kneipenwirt Katja, der lesende Junge im rot-gelb leuchtenden Igluzelt und der unbekannte Drohbriefschreiber sowie die Unterschlupf gewährende alte Dame runden die Geschichte, jeder auf seine eigene Art und Weise, ab.

Düster ist die Grundstimmung und auch Färbung der Geschichte – in vielerlei Hinsicht. Die Aura, die Amber umgibt; das Winterwetter in der Großstadt; der Hausflur, in dem Amber ihre Nächte verbringt … Und das ein oder andere Mal wird aus düster auch pechschwarz und dunkel wie die Nacht. Lichtblicke gibt es nur selten. Und wenn, dann in Form des gelb-rot leuchtenden Igluzeltes.

„Sie war nicht mehr als ein Gegenstand. Man konnte ihn wegwerfen oder aufbewahren, für später. Sie fragte sich, ob man nach Gebrauch Pfand für die leere Hülle bekam.“ (Seite 238)

Ambers Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Mit jedem neuen Hinweis kommt sie dem Rätsel um das Verschwinden ihrer Eltern ein Stückchen näher. Während ihrer Suche lässt sie sich weder durch die mysteriösen Drohbotschaften noch von Katjas Einwänden aufhalten. Denn am Ende, wenn sie ihrer Eltern und somit die Liebe gefunden hat, wird alles wieder gut werden. Davon ist Amber felsenfest überzeugt. Und ich war es auch. Ich habe mit und für Amber gehofft, dass ihre Wünsche – auch die geheimsten – wahr werden.

Im Verlauf der Geschichte passiert so einiges. Amber geht durch viele Tiefen und ab und zu erlebt sie auch mal ein kleines Hoch. Ich klebte wie gebannt an den Seiten und wollte zusammen mit Amber das Geheimnis lösen. Als sich der Nebel der Unwissenheit dann zum Ende hin mehr und mehr verzieht, sieht man zwar einiges deutlicher aber nicht unbedingt klarer. Und für meinen Teil war die Auflösung des Verschwindens ein wenig du dürftig für ein Buch dieses Formates. Das ist aber auch schon der einzige, kleine Minuspunkt und die Auswirkungen auf meinen Gesamteindruck sind nicht von großer Bedeutung.

„Niemand liebt November“ war mein drittes Jugendbuch der Autorin und kann problemlos mit „Der Märchenerzähler“ und „Die Worte der weißen Königin“ mithalten. Antonia Michaelis’ ganz eigene Art und Weise zu schreiben liegt sicherlich nicht jedem. Für mich sind ihre Bücher aber immer ein ganz besonderes Lesevergnügen.

»Jetzt gehörst du mir«, flüsterte er. »Ich bin der Letzte, dem du gehörst. Und damit eigentlich der Einzige.« (Seite 392)

4,5SaFi


Wir freuen uns auf … Neuerscheinungen August 2014

 

most wanted_sacre

    Das Labyrinth ist ohne GnadeIhr seid nicht alleinIm herzen die gierDer Wald der träumenden Geschichten

Im USA Urlaub habe ich im letzten Jahr die ersten beiden Labyrinth Bände verschlungen – eine Rezi habe ich leider nicht verfasst. Trotzdem sind beide Bücher mir noch sehr gut im Gedächtnis. Auf den Abschluss freue ich mich riesig, und nach einem Gespräch mit dem Autor habe ich entsprechend hohe Erwartungen. ;)
Du kannst keinem trauen“ hat mir gut gefallen. Ein spannendes Buch. Daher freue ich mich auf den Dilogie-Abschluss „Ihr seid nicht allein“ auch sehr.
„Im Herzen der Zorn“ subt schon länger bei mir. „Im Herzen die Rache“ kam nun auch hinzu. Teil 3 „Im Herzen die Gier“ erscheint bald. Es ist also an der Zeit, die Furien-Trilogie zu starten. Ich setze einfach mal voraus, dass das erste Buch mir richtig gut gefällt, und ich dann schnell weiter lesen möchte. :) Daher habe ich es in meine Most Wanteds gepackt.
„Der Wald der träumenden Geschichten“ erreichte mich schon vor einigen Tagen. Das Buch hat mir eine Mitarbeiterin des Fischer Verlages sehr ans Herz gelegt. Bisher trafen ihre Empfehlungen bei mir immer voll ins Schwarze. Und es erscheint an meinem Geburtstag (ebenso wie „Ihr seid nicht allein“). Wenn das mal kein Zeichen ist…

 

most wanted_safi………………..Niemand liebt NovemberDas Labyrinth ist ohne GnadeVielleicht morgen

Wie sehr ich mich doch auf das neue Buch von Antonia Michaelis freue. ♥ Nach Der Märchenerzähler, Die Worte der weißen Königin und Friedhofskind wird Niemand liebt November das vierte Buch der Autorin für mich, und vom Inhalt her klingt es genau so toll wie die anderen drei.
Das Labyrinth ist ohne Gnade ist der Abschluss der Trilogie von Rainer Wekwerth. Teil 1 Das Labyrinth erwacht hat mir sehr gut gefallen, Teil 2 Das Labyrinth jagt dich subt noch bei mir. Wenn Teil 3 dann bei mir eingezogen ist, wird die Trilogie möglichst schnell lesetechnisch abgeschlossen.
Vielleicht morgen wird darüber entscheiden, ob Guillaume Musso mich auch zukünftig auf meinem Leseweg begleiten wird. Sein Debüt  Nachricht von Dir hat mir damals richtig gut gefallen, von seinem zweiten Buch Sieben Jahre später war ich schlichtweg enttäuscht. Ich bin gespannt, wie mir sein neuester Roman gefallen wird – der Inhalt klingt zumindest schon mal sehr gut.

………………………………..ReviverDas Fluestern der Toten von Seth PatrickDie Ueberlebenden von Alexandra Bracken

Reviver. Das Flüstern der Toten klingt einfach zu gut. Und die Leseprobe hat diesen Eindruck noch verstärkt. Die Idee dahinter (Ein Mann, der mit Toten Kontakt aufnehmen und sie für kurze Zeit zum Leben erwecken kann) scheint die perfekte Grundlage für diesen Mystery-Thriller von Seth Patrick zu sein.
Die Überlebenden ist der Auftakt einer Trilogie. Der Inhalt klingt viel versprechend. Ich hoffe auf den gelungenen Auftakt einer neuen Dytopie-Reihe.

Außerdem freuen wir uns auf:

………Wenn ich bleibe von Gayle FormanNur diese eine Nacht von Gayle FormanTeardrop von Lauren KateDer Knochenspieler von Jonathan Kellerman

………Das WunschjahrHalb drei bei den Elefanten von Kyra GrohJump 1Salt & Storm

            Die Drei von Sarah LotzLevelSterntaler von Kristina Ohlsson


Wall of Fame | Februar 2014

SaCre:

Und auch so bitterkalt | Lara Schützsack

Vom Fischer Verlag wurde das Buch als “neue aufregende Stimme in der deutschen (Jugend-) Literatur” vorgestellt. Und für mich trifft das hier voll zu. Ein Roman, der sich mit einem Tabuthema beschäftigt, und dieses auf 176 Seiten auf eindringliche Art vermittelt. Dafür gibt es von mir 5 Herzen!

SaFi:

Friedhofskind | Antonia Michaelis

“Friedhofskind” war für mich ein echter Lesegenuss. Antonia Michaelis’ Art und Weise zu schreiben konnte mich in ihrem ersten Kriminalroman für Erwachsene ebenso überzeugen, wie schon in ihren Jugendbüchern.

BOOKWIVES | WALL OF FAME | FEBRUAR 2014

BOOKWIVES | WALL OF FAME | FEBRUAR 2014

Was war euer Lese-Highlight im Februar?

Hier geht es zu unserer kompletten “Wall of Fame”.


[Rezension] Friedhofskind | Antonia Michaelis

Friedhofskind

Titel: Friedhofskind
Autor: Antonia Michaelis
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Emons
ISBN: ISBN 978-3-95451-286-7
Veröffentlichung: 29. Januar 2014
Leseprobe

Zum Inhalt:

Vor vielen Jahren sind die Fenster der Kirche in einem kleinen Küstendorf auf unerklärliche Weise zu Bruch gegangen. Nun soll Siri neue Fenster herstellen. Sie reist in das Dorf, mietet sich in einer kleinen Pension ein und will etwas über die ursprünglichen Fenster und das Dorf erfahren. Doch die Dorfbewohner reden nicht gerne. Und schon gar nicht mit Fremden. Das einzige, was sie Siri erzählen ist, dass sie sich vom Friedhofskind fernhalten soll. Denn der Totengräber des Ortes, da sind sich alle sicher, kann mit den Seelen der Verstorbenen sprechen und ist Schuld am Tod eines kleinen Mädchens, das vor über dreißig Jahren hier ertrunken ist. Doch keiner kann ihm etwas beweisen und Lenz Fuhrmann – das Friedhofskind – kann sich nicht erinnern…

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Meine Meinung:

Nach „Der Märchenerzähler“ und „Die Worte der weißen Königin“ war „Friedhofskind“ mein drittes Buch von Antonia Michaelis. Die Jugendbücher der Autorin haben mir sehr gut gefallen. Daher war ich sehr auf den ersten Krimi aus ihrer Feder gespannt. Und ich kann schon mal verraten, dass ich nicht enttäuscht wurde.

„Und dann sah sie etwas auf der Friedhofsmauer – etwas Blaues. Ein kleines Mädchen in einem blauen Kleid. Aber als sie noch einmal genauer hinsah, war kein kleines Mädchen dort. Auf der Mauer stand ein Mann.“ (Seite 12)

Die Geschichte vom Friedhofskind beginnt ein wenig mysteriös, macht Lust auf mehr. In Genuss dieses Mehr kommt man bereits wenige Seiten später: Wenn Siri in dem kleinen Küstenort ankommt und sie zum ersten Mal Lenz Fuhrmann – dem Totengräber, dem Friedhofskind – begegnet, nachdem er von der Friedhofsmauer herunter gesprungen ist, auf der Siri kurz zuvor noch ein Mädchen in einem blauen Kleid gesehen hat. Denkt sie…

Man kann gar nicht anders, als sich sofort zu fragen, was das wohl zu bedeuten hat. Und so geht es auch das ganze Buch über weiter. Seite für Seite. Denn die Geschichte öffnet sich einem nur langsam, gibt nur nach und nach mehr von sich preis. Zu Beginn hatte ich keine Ahnung, wie das alles zusammenhängen könnte und befand mich vom ersten Moment an in seinem Sog – wollte wissen, was ich noch nicht wusste.

„Sie konnte sie nie erreichen, egal, wie schnell sie rannte. Der Schimmer blauer Seide am Rande ihres Gesichtsfelds war uneinholbar; sie war zweiunddreißig Jahre von dem Schimmer entfernt, zweiunddreißig mal dreihundertfünfundsechzig mal vierundzwanzig Stunden. Eine unüberbrückbare Zeit.“ (Seite 71)

Siri und Lenz sind zwei tolle Charaktere, die die Autorin wunderbar gezeichnet hat: Die unscheinbare „Fensterfrau“, deren Markenzeichen ihre „Seelenspiegelfenster“ sind, die immer tiefer in die Geheimnisse des Dorfes vordringt und auch selbst welche hat. Der etwas unheimlich und plump wirkende Totengräber, der für die Leute im Dorf immer noch das Kind – Friedhofskind – ist, das schon früher immer zwischen den Grabsteinen gesessen hat und von dem alle denken, dass er zu Bösem fähig ist. Zusammen tragen die beiden die Geschichte, die von den anderen Dorfbewohnern perfekt abgerundet wird.

Das triste Einheitsgrau des Ortes, von Lenz’ stets grauer Kleidung, seiner grabsteingrauen Augen und des Friedhofs durchbricht die Autorin mit wundervoll farbigen Worten – wenn sie über Siris Regenmantel mit den bunten Blumen, die von Lenz liebevoll bepflanzten Gräber, die Felder, die das kleine Dorf an der Küste – dessen Name man nie erfährt – umgeben, das blaue Kleid von Iris und den ebenso blauen Augen von Siri schreibt. Dank dieser und anderer Beschreibungen befand ich mich während des Lesens mittendrin in dem kleinen Dorf mit seinem Friedhof, der Kirche, der kleinen Bucht und den Datschen.

„»Wenn ich irgendwann sterbe«, wisperte sie, »möchte ich hier begraben werden.« Und dann erschrak sie. Es gab zwei Personen, die das gesagt hatten, so oder ähnlich, und die hier begraben worden waren – lange vor ihrer Zeit.“ (Seite 136)

Von den einzelnen Elementen in „Friedhofskind“ wirkt keines unpassend. Der Krimi, die Liebesgeschichte, das Mysteriöse – all das gehört zu diesem Buch, macht es komplett. Würde ein Teil davon fehlen, würde man es dem Buch anmerken. So, und nur so, wirkte die Geschichte rund und richtig. Ein großes Ganzes zusammengesetzt aus kleinen Teilen.

„Friedhofskind“ war für mich ein echter Lesegenuss. Antonia Michaelis’ Art und Weise zu schreiben konnte mich in ihrem ersten Kriminalroman für Erwachsene ebenso überzeugen, wie schon in ihren Jugendbüchern.

„Hier wanderte es, das Kind, das sie alle verlassen hatten, hier wanderte es ganz alleine durch die Nebel, zwei Meter groß und einundvierzig Jahre alt.“ (Seite 203)

5SaFi


[Rezension] Die Worte der weißen Königin | Antonia Michaelis

Die Worte der weißen KöniginTitel: Die Worte der weißen Königin
Autor: Antonia Michaelis
Seitenzahl: 272 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-8415-0270-4
Veröffentlichung: 01. Dezember 2013
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Lion lebt mit seinem Vater in einem kleinen Haus an der Ostsee und verbringt seine Zeit am liebsten mit den Seeadlern. Er liebt es, sie dabei zu beobachten, wie sie frei und glücklich hoch am Himmel durch die Luft kreisen. Dort findet er auch Trost, wenn sich sein Vater unter Alkoholeinfluss in den schwarzen König verwandelt und ihn misshandelt. Als Lion es zuhause nicht mehr aushält, ist es auch ein Adler, der ihm den Weg in die Freiheit ermöglicht. Er flüchtet in den Wald und lebt dort mit den Seeadlern. Doch Lion ist mit seiner Flucht noch nicht am Ende seines Wegs angekommen. Er möchte unbedingt die weiße Königin wiederfinden – eine alte Frau mit weißen Haaren, die Lion und anderen Kindern vor langer Zeit aus Büchern vorgelesen hat und ihm so die schönsten Worte geschenkt hat. Worte, die ihm Kraft gegeben haben. Worte, die er fast schon vergessen hat…

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Meine Meinung:

Nach „Der Märchenerzähler“ war „Die Worte der weißen Königin“ mein zweites Buch von Antonia Michaelis. Und ich kann vorab schon mal sagen, dass ich wieder absolut begeistert und zutiefst berührt bin.

„Während ich dem Seeadler zusah, sammelte ich alle Kraft in mir, die ich hatte. Kraft, um zu fliehen. Ich wusste: Ich musste an etwas Helles, Schönes, Warmes denken, um diese Kraft zu sammeln. Und ich dachte daran, wie alles gewesen war, bevor es den schwarzen König gab.“ (Seite 11)

Lion, den „Helden“ dieser Geschichte (und für mich hat er dieses Attribut wirklich verdient), habe ich bereits nach wenigen Seiten fest in meinem Herzen verankert. Denn Antonia Michaelis hat mit dem aufgegriffenen Thema einen Nerv bei mir getroffen. Und zwar so sehr, dass sich mein Herz während des Lesens gar nicht mehr beruhigen wollte und konnte. Kein Kind sollte als elterlicher Sündenbock herhalten müssen. Kein Kind sollte emotional und/oder körperlich misshandelt werden müssen. Kein Kind sollte den willkürlichen Übergriffen von Eltern ausgesetzt sein müssen, nur weil diese ihr Leben nicht im Griff haben und mit sich selbst unzufrieden sind. Kein Kind sollte das erleben müssen, was Lion aushalten muss. Sollte… Doch leider geschieht das in unserer Welt jeden Tag unzählige Male.

Die Art und Weise der Autorin, wie sie die Geschichte von Lion niedergeschrieben hat, hat mich schlicht fasziniert. Sie schafft es, dass die Wörter, die böse und schreckliche Taten beschreiben, auf den ersten Blick nicht wirklich böse erscheinen. Und dennoch kann man sich als Leser dem Bösen nicht entziehen und es in seinem ganzen Ausmaß erkennen.

„Diesmal war der schwarze König zu weit gegangen.
Als er meinen Vater am nächsten Tag freigab und mein Vater die Küche aufgeräumt hatte, hielt er mich lange fest und weinte. Wirklich, er weinte wie ein kleines Kind.
Dann brachte er mich zur Klinik in der Stadt.“ (Seite 66)

Sie erschafft poetisch anmutende Umschreibungen und kreiert so tolle Wörter wie „Schonfrühlingsnachmittag“. Sie lässt Lion seine ganze Fantasie einsetzten um die schrecklichen Erlebnisse ertragen und überleben zu können. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen dabei zum Teil, da die Wörter eine ungeheure Macht auf den Leser ausüben und man sich wünscht, dass das alles wirklich wahr ist. Damit Lion es leichter hat. Damit Lion für kurze Zeit dem Schrecken entfliehen kann.

Ich war mit Lion im Keller, hab mit ihm Wald gelebt und mich mit den Seeadlern angefreundet. Ich suchte die weiße Königin und hatte Angst vor dem schwarzen König. Und jetzt, nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, trage ich Lion und seine Geschichte in meinem Herzen.

Mit „Die Worte der weißen Königin“ hat die „Märchenerzählerin“ Antonia Michaelis ein sprachlich wunderbares Buch geschrieben, in dem das Thema „Gewalt in der Familie“ emotional und berührend – aber auch mit all Schrecken – behandelt wird. Für Fans von „Der Märchenerzähler“ meiner Meinung nach ein absolutes Muss.

5SaFi


[Rezension] Der Märchenerzähler | Antonia Michaelis

Der MärchenerzählerTitel: Der Märchenerzähler
Autor: Antonia Michaelis
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-8415-0247-6
Veröffentlichung: 01. September 2013
Empfohlenes Lesealter: Ab 14 Jahren
Leseprobe
 

In der Schule ist der 17jährige Abel Tannatek besser bekannt als „polnischer Kurzwarenhändler“. Mit anderen Worten: er verkauft Drogen. Zudem schwänzt er auch noch öfters die Schule und gilt als Außenseiter. Doch die ebenfalls 17 Jahre alte Anna lernt schon bald eine andere Seite von Abel kennen und verliebt sich rettungslos in ihn. Er kümmert sich liebevoll um seine kleine Schwester Micha und wirkt bei ihr alles andere als bedrohlich. Vor allem dann, wenn er ihr Märchen erzählt. Und dieses Märchen zieht auch Anna immer mehr in seinen Bann. Doch inwieweit vermischen sich darin die Grenzen zwischen Realität und Fantasie?

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Meine Meinung:

Normalerweise tippe ich nach dem Ende eines Buches recht zeitnah zumindest schon mal die ersten Eindrücke ab, damit ich nichts vergesse, was mir wichtig erscheint. Doch dieses Mal, nach „Der Märchenerzähler“, war das einfach nicht möglich. Dafür hatte mich das Buch kopf-  und herztechnisch einfach zu sehr beansprucht. Und auch jetzt, wo bereits einige Stunden und sogar eine ganze Nacht vergangen sind, kann ich meine Gedanken noch immer nicht wirklich ordnen bzw. die richtigen Worte finden. Und ich merke, dass mein Herz schon wieder zu rasen anfängt, meine Augen feucht werden und sich ein dicker Kloß in meinem Hals bildet…

„Tannatek nickte. Doch Anna ging nicht. Sie stand mitten im Raum, als hielte etwas sie dort fest, und dieser Moment gehörte zu denen, die sie später nicht erklären konnte, sich selbst nicht und auch niemand anderem. Was geschah, geschah einfach.“ (Seite 22)

Schon der Anfang hat mich, durch die tolle Schreibweise von Antonia Michaelis und ihre wunderbare Wortwahl, gefesselt. Als es dann jedoch zur ersten Märchenstunde kam, tauchte ich komplett ab. Ich war mit der kleinen Klippenkönigin, die ein diamantenes Herz hat, dem Seelöwen, der auch noch andere Gestalten annehmen kann, und all den anderen, die im Laufe von Abels Märchen noch dazukamen, an Bord des grünen Schiffes mit dem gelben Steuerrad und suchte mit ihnen das Festland… Wer sich jetzt fragt, was ich da für einen Schwachsinn geschrieben habe, sollte möglichst schnell das Buch lesen. :)

Die Autorin hat in diesem Buch eine perfekte Symbiose aus Fiktion und Realität geschaffen, in der die Grenzen so manches mal nicht klar auszumachen sind, und dafür gesorgt, dass erst ein und dann, mit dem weiteren Verlauf, zwei und schließlich immer mehr Fragezeichen auf den Seiten und vor meinem geistigen Augen auftauchten. Und das ist, neben der Geschichte an sich, das besondere an diesem Buch. Als Leser merkt man schnell, wenn man denn aufmerksam liest und seinen Gedanken Freiraum zum Entfalten lässt, dass nicht alles bloß erfunden ist. Warum das aber so ist, warum Abel das Tatsächliche mit dem Ausgedachten kombiniert, bleibt lange Zeit offen. Ebenso wie die Frage, was es mit dem Prolog auf sich hat. Als ich diesen nach der letzten Seite des Buches noch einmal gelesen hatte, schloss sich der Kreis endgültig und ich blieb zurück mit einem Gefühl von… ich kann es nicht benennen.

»Es gibt etwas, das du wissen musst. Dein Herz, kleine Königin … ist kein gewöhnliches Herz. Es ist ein Diamant. Rein und weiß und groß und wertvoll wie kein zweiter. Könnte man dieses Herz aus deiner Brust lösen, würde es so hell funkeln und glitzern wie die Sonne.«
»Aber man kann es nicht aus meiner Brust lösen, nicht wahr?«, fragte die kleine Königin.
»Nein« , antwortete der Seelöwe ernst. »Nicht, solange du lebst.« (Seite 62)

Ich bin verdammt nah am Wasser gebaut, ich bin eine Heulsuse, dass gebe ich offen zu. Mehrere Bücher haben mich bereits zu Tränen gerührt, aus den unterschiedlichsten Gründen. Bei „Der Märchenerzähler“ versammelten sich jedoch die unterschiedlichsten Gründe für Tränensturzbäche. Ich glaube, ich habe so ziemlich jede Gefühlsregung, zu der ich fähig bin, während des Lesens durchlebt. Vielleicht sogar ein paar, von denen ich bis dato gar nichts wusste. Ich schwankte, zusammen mit Anna, Abel und Micha, nicht nur zwischen der realen und der erfundenen Welt, sonder auch zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, zwischen Liebe und Wut, zwischen blauem Licht und weißem Rauschen. (Wer das Buch gelesen hat, wird mich verstehen.)

Wenn ich mich jetzt nicht zusammenreiße, schreibe ich weiter und weiter. Doch wäre das denjenigen gegenüber, die das Buch noch nicht gelesen haben (die Betonung liegt hier auf noch), absolut unfair. Denn ich möchte euch die Chance geben, das Buch völlig unvoreingenommen zu erleben. So wie ich auch. Nehmt euch die Zeit, die dieses Buch braucht und verdient hat, macht es euch auf der Couch gemütlich und taucht in diese Geschichte ab. Ich möchte allerdings anmerken, dass die empfohlene Altersangabe ab 14 Jahren, je nach Gemütsbeschaffenheit des jeweiligen Lesers, vielleicht ein wenig zu niedrig angesetzt ist. Ich mit meinen 31 Jahren konnte zumindest an ein, zwei Stellen nicht weiterlesen. Ich hatte regelrecht Angst vor den Worten, die da auf mich warteten.

„Später dachte sie, wenn sie es getan hätte, wenn sie mit ihm gesprochen hätte, an jenem Sonntag – aber wen interessiert schon später? Später ist immer zu spät.“ (Seite 157)

Antonia Michaelis hat mit „Der Märchenerzähler“ ein Buch geschrieben, das mich komplett, mit all seinen Facetten, eingefangen hat. Ich ärgere mich, dass ich damals, als Buch im Februar 2011 erstmals als Hardcover erschienen ist, nicht schon darauf aufmerksam geworden bin. Ich bin mir sicher, dass ich die Geschichte von Anna und Abel, hätte ich sie damals gelesen, bis heute – zweieinhalb Jahre später – nicht vergessen hätte. Nun liegt diese Zeit des Nichtvergessenkönnens noch vor mir…

5SaFi


Wir freuen uns auf … Neuerscheinungen September 2013

Der September kommt mit großen Schritten näher. Zeit, sich mal mit den Neuerscheinungen für diesen Monat zu befassen. Und was sollen wir sagen? Es herrscht mal wieder Wunschlisten-Explosion! :D Auch nächsten Monat wollen wir unsere Tradition fortführen und werden eins der vorgestellten Bücher gemeinsam lesen und euch in einer Rezension nach dem Motto „1 Buch – 2 Meinungen“ vorstellen.

Auf welche Bücher freut ihr euch im September? Wir sind gespannt!

Eure Bookwives – Sabrina und Sabrina ♥

Lockwood Co - Die Seufzende Wendeltreppe von Jonathan StroudLockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe
Jonathan Stroud
cbj
Gebundenes Buch, 432 Seiten
ISBN: 978-3-570-15617-9
VÖ: 11. September 2013

 

LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren. So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

Pinguine lieben nur einmal von Kyra GrohPinguine lieben nur einmal
Kyra Groh
Blanvalet
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-38044-2
VÖ: 16. September 2013

 

Felicitas (nur ihre Mutter nennt sie so, ihre Freunde sagen Feli zu ihr) ist kompliziert. Ordnung findet sie überbewertet. Deshalb hat sie auch kein Bücherregal. Und sie schämt sich nicht dafür, dass sie süchtig nach dem sat1 „Family Movie” am Dienstag ist, der so schön vorhersehbar ist – Happyend garantiert! Denn leider passiert es nicht oft, dass die Dinge so laufen, wie sie das gerne hätte. Lange dachte Feli, dass es Prinzessinnen-und-Prinz-auf-weißem-Ross-Beziehungen nur im Fernsehen gibt – bis sie Janosch vor die Füße fällt … Und so fangen doch die großen Liebesgeschichten an oder etwa nicht?

Die Rache traegt Prada Der Teufel kehrt zurueck von Lauren WeisbergerDie Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück
Lauren Weisberger
Goldmann
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-442-54287-1
VÖ: 16. September 2013

 

Acht Jahre sind vergangen, seit Andrea Sachs dem glamourösen Modemagazin Runway und vor allem dessen teuflischer Chefin Miranda Priestly den Rücken kehrte. Inzwischen ist Andrea Herausgeberin von The Plunge, dem derzeit angesagtesten Brautmagazin, und arbeitet dort mit ihrer ehemaligen Konkurrentin und derzeitigen besten Freundin Emily zusammen. Alles könnte so schön sein, zumal auch noch Andreas Hochzeit mit dem umwerfenden Max, Spross eines einflussreichen Medienunternehmers, bevorsteht. Doch ihre Zeit bei Runway verfolgt Andrea noch immer. Und sie ahnt nicht, dass all ihre Versuche, sich ein neues Leben aufzubauen, sie direkt in ihr altes zurückführen – und in die Arme von Miranda Priestly.

Wulf Dorn - PhobiaPhobia 
Wulf Dorn
Heyne
Gebundenes Buch, 400 Seiten
ISBN: 978-3-453-26733-6
VÖ: 09. September 2013

 

Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann. Für Sarah und ihren sechsjährigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur …

Der MärchenerzählerDer Märchenerzähler
Antonia Michaelis
Oetinger
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-8415-0247-6
VÖ: September 2013

 

Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? Ein temporeicher Thriller und eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte – lässt nicht los! Eindrucksvoll, begeisternd und abwechslungsreich.

Ich und Earl und das sterbende Maedchen von Jesse Andrews

Ich und Earl und das sterbende Mädchen
Jesse Andrews
Heyne
Gebundenes Buch, 304 Seiten
ISBN: 978-3-453-26784-8
VÖ: 30. September 2013

 

Was Greg mag: sich in der Schule so unauffällig zu verhalten, dass er nahezu unsichtbar wird. Gelegentlich mit seinem Freund Earl einen Film zu drehen. Seine Ruhe. Was er nicht mag: die Idee seiner Mutter, der todkranken Rachel beizustehen. Womit er nicht gerechnet hat: Rachel selbst, die keinen braucht, der sie bemitleidet, und die ihre ganz eigene Vorstellung von jenen Tagen hat, die ihre letzten sein könnten … Die Taktik des siebzehnjährigen Greg ist ganz klar: Sich möglichst aus allem raushalten, so übersteht man die Highschool-Jahre am besten, ohne in irgendeiner unliebsamen Clique zu stranden. Einzig mit dem zynischen Earl ist Greg befreundet – wobei »befreundet« es nicht ganz trifft. Earl und er haben vielmehr ein gemeinsames Projekt. Sie drehen Filme, in denen sie den Klassikern der Filmgeschichte nacheifern. Als Gregs Sandkastenfreundin Rachel an Leukämie erkrankt und Greg sich »um sie kümmern« soll, sieht er nur eine Chance, dem Auftrag nachzukommen und gleichzeitig seinen Prinzipien treu zu bleiben: Greg und Earl drehen einen Film für Rachel. Und irgendwann währenddessen kommt Greg dann doch aus der sicheren Distanz hinter der Kamera hervor und nimmt von Rachel Abschied …

Die besten Freunde meines Lebens von Sam BakerDie besten Freunde meines Lebens
Sam Baker
Diana
Taschenbuch, 496 Seiten
ISBN: 978-3-453-35738-9
VÖ: 09. September 2013

 

Nicci war schon immer für eine Überraschung gut. Doch nun sind selbst ihre Freundinnen sprachlos. Als Nicci den Kampf gegen ihre unheilbare Krankheit verliert, hinterlässt sie ihnen nicht nur Abschiedsbriefe. Sondern auch den Garten (für Lizzie), die bezaubernden Zwillingstöchter (für Jo) und den Ehemann (für Mona). Zu gern hätte Nicci auch das Chaos gemanagt, das mit diesem Vermächtnis im Leben ihrer Freundinnen ausbricht …

Marie Lu - Legend 2Legend – Schwelender Sturm (Band 2)
Marie Lu
Loewe Verlag
Gebundenes Buch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7395-2
VÖ: 16. September 2013

 

Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen. Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte. Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln: Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt? Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss? Was, wenn die Patrioten falsch liegen? „Schwelender Sturm“ ist der zweite Band der Legend-Trilogie. Der Titel des ersten Bandes lautet „Fallender Himmel“.