{Rezension} Getrieben. Durch ewige Nacht (Under the never sky #2) | Veronica Rossi

Getrieben

Autor: Veronica Rossi
Titel: Getrieben. Durch ewige Nacht (OT: Through the ever night)
Seitenzahl: 364
Verlag: Oetinger
ISBN:  978-3-7891-4621-3
Veröffentlichung: Mai 2013
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„Ihr wurde bewusst, dass sie jetzt kein Zuhause mehr hatte. Keine Dinge wie die geschnitzten Falken auf der Fensterbank. Keine Objekte, die bewiesen, dass sie existierte. All ihre Habseligkeiten waren virtuell und befanden sich in den Welten. Sie waren nicht real. Sie hatte nicht einmal mehr eine Mutter.“ (Seite 36)

Aria und Perry sind wieder vereint und machen sich auf den Weg zu den Tiden, seinem Stamm. Dort angekommen, wird Aria alles andere als herzlich begrüßt. Die Bewohner sind ihr gegenüber misstrauisch, was einen negativen Einfluss auf die Beziehung der beiden hat.
Als die Situation unerträglich wird, macht Aria sich mit Roar auf den Weg, um die Blaue Stille zu finden. Wenn der Stamm dahin umgesiedelt werden könnte, würden die Bedrohungen durch Äthersturm usw endlich wegfallen. Außerdem möchte Roar gerne Liv finden, seine große Liebe. Keiner weiß, ob sie wirklich bei den Hörner angekommen ist.
Während die beiden unterwegs sind, kommt Kirra bei den Tiden an. Sie ist von Sable geschickt. Und sofort macht sie eins klar: sie will Perry…

„Die Tiden waren ein kleiner Stamm, aber sie waren auch eine große Familie.“ (Seite 60)

Nahtlos knüpft dieser Teil an das Ende des ersten Bandes an. Ich war so froh, dass Aria und Perry wieder vereint sind! Doch der Empfang bei den Tiden ist für die junge Frau eisig. Teilweise schlägt ihr blanker Hass entgegen. Von Brooke, von Bear und auch einigen anderen. Damit kann sie gar nicht gut umgehen. Perry ist dadurch in einem großen Zwiespalt. Auf der einen Seite hat er endlich seine Geliebte wieder – doch kann er die Gefühle nicht offen zeigen -; auf der anderen Seite muss er für seinen Stamm da sein. Das führt zu Spannungen. Diese werden sogar noch größer, als er bei einem schlimmen Äthersturm den alten Old Mill retten will und ihm selber beinahe etwas zustößt. Er verliert Ansehen, was seine Position als Anführer doch stark schädigt.
Aria hat das Gefühl, nirgendwo richtig hinzugehören. Konsul Hess benutzt sie, die Tiden wollen sie nicht haben. Das gibt ihr oft das Gefühl, trotz Perry einsam zu sein.

Brooke hat während des Winters für Perry eine wichtige Rolle gespielt. Doch jetzt, wo Aria wieder da ist, steht sie natürlich in deren Schatten. Dass das zwischen den beiden Frauen zu großen Reibungspunkten führt, dürfte jedem klar sein.
Roar ist mein eigentlicher Favorit in der Geschichte. So toll wie ich Aria & Perry als Paar finde, so gerne mag ich Roar. Er sieht gut aus, ist charmant und hilfsbereit und ebenso eine Kämpfernatur wie die anderen beiden. Ich habe ganz schön mit ihm gelitten, als er auf der verzweifelten Suche nach Liv war.
Cinder ist für die Geschichte ebenso wichtig. Ein kleiner, unscheinbarer Junge mit geringem Selbstbewusstsein, aber mit Kräften, die zuvor keiner für möglich gehalten hat.
Marron ist der Anführer, der in Delphi herrscht. Er ist ein guter Freund von Perry und die beiden stützen und unterstützen sich gegenseitig.
Sable ist ein echter Widerling. Der große Antagonist der Geschichte. Der, der mir irgendwie immer einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Und der das Gegenstück in der Außenwelt zu Konsul Hess in der Biosphäre ist.

„Nachdenklich drehte er die Holzfigur in der Mitte um, sodass sie nach außen zeigte. War er als Kriegsherr verpflichtet, sich dem Willen der Mehrheit zu beugen? Oder musste er seine Leute nicht in die Richtung führen, von der er wusste – von der er überzeugt war -, dass sie das Beste für sie alle war? Er hatte sich für Letzeres entschieden und betete, dass er sich nicht geirrt hatte.“ (Seite 226)

Veronica Rossi hat eine Menge interessanter Figuren geschaffen und diese perfekt in die Geschichte eingebaut. Viele von ihnen lernen wir gut kennen. Und auch Dorfbewohner wie Molly, Bear, Wylan und Co. setzen dem Geschehen ihre Stempel auf (wenn auch kleinere, als andere Personen). Die Entwicklung, die Perry und Aria hier nehmen ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Aria ist zu einer guten Kämpferin geworden – die aber von Roar und nicht von Perry ausgebildet wurde. Verbindet Aria und Roar wirklich nur Freundschaft? So toll ich sie und Perry als Paar finde… Irgendwas hat Roar an sich, was mich stellenweise hoffen ließ, dass aus den beiden ein Paar werden könnte. Und ich spreche jetzt nicht nur von ihren identischen Fähigkeiten.
Trotz der vielen Charaktere, die hier vorkommen, konnte ich diese immer gut auseinander halten. Das hat mich teilweise selber gewundert.

Der Plot ist richtig spannend! Von Anfang bis Ende hat die Geschichte ein hohes Spannungsniveau. Es gibt einige unvorhergesehene Wendungen, die mein Herz für einen kurzen Moment haben stocken lassen. Gerade zum Ende hin nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und man rauscht in einem atemraubenden Tempo durch sie hindurch. Neue Handlungsstränge werden geradezu perfekt in die Story gewebt.
Das Ende lässt mich doch sehr gespannt zurück. Ich bin sehr gespannt, wie die Autorin auf das Finale zusteuern wird und wie die Geschichte aufgelöst wird.
Dadurch, dass es in Teil 1 so viele Informationen zu der Außenwelt, der Biosphäre und dem Weltentwurf an sich gab, hatte ich hier keine Schwierigkeiten, in die Welt einzutauchen.
Der Schreibstil ist unverändert gut, direkt und präzise.

„Getrieben. Durch die ewige Nacht“ ist für mich eine mehr als gelungene Fortsetzung. Dieser Band toppt den Vorgänger in Sachen Spannung und Verlauf der Geschichte. Sollte jemand von euch Interesse an Dystopien haben und diese Trilogie noch nicht kennen: fangt jetzt damit an! Im Mai kommt der Abschlussband! :)

„Aria nahm seine Hand und führte ihn zu dem freien Kopilotensitz. Perry setzte sich und zog sie auf seinen Schoß. Sie drehte sich um, schmiegte sich an ihn und legte ihre Stirn an seine Wange. Und für einen Moment hatte Perry alles, was er brauchte.“ (Seite 358)

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Reiheninfo:
0.5 Roar and Liv (ebook)
1. Under the never sky // Gebannt. Unter fremdem Himmel
2. Through the ever night // Getrieben. Durch die ewige Nacht
2.5 Brooke (ebook)
3. Into the still blue // Geborgen. In unendlicher Weite (VÖ Mai ’14)
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5

SaCre


{Rezension} Zurück nach Hollyhill | Alexandra Pilz

pilz - hollyhill

Autor: Alexandra Pilz
Titel: Zurück nach Hollyhill
Seitenzahl: 352
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53426-1
Veröffentlichung: 25. Februar 2013
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Emilys Eltern sind früh verstorben, sodass sie fast ihr ganzes Leben bei ihrer Großmutter gelebt hat. Eines Tages tauchen ein Armband und ein mysteriöser Brief ihrer Mutter auf. Emily soll das Dorf Hollyhill, in dem ihre Mutter aufgewachsen ist, finden. Als Emily sich dazu entschließt, diesem Wunsch nachzugehen, gibt es ein großes Problem: Hollyhill – das Dorf, das durch die Zeit reist – ist auf keiner Landkarte zu finden. Und so startet schon mit der Anreise ein großes Abenteuer…

„Bis auf die winzigen Dörfer, die sie anfuhren, war kaum ein Zeichen von Zivilisation  zu erkennen. Und erst der Himmel, der das alles überspannte: Er reichte von tiefschwarzen Wolken bis zu hellblauen Tupfen und silbernen Strahlen dort, wo sich die Sonne durchzukämpfen versuchte.“ (Seite 27)

Man schlägt das Buch auf und ist sofort mittendrin in der Geschichte. Huch. Das ging mir fast schon etwas zu schnell…
Als Emily an ihrem letzten Schultag den geheimnisvollen Brief in der Hand hält. ändert sich sofort alles. Motiviert von ihrer besten Freundin Felicitas, genannt Fee, beschließt sie schließlich, sich auf die Suche nach dem kleinen Dorf im englischen Dartmoor zu machen. Dass der Ort auf keiner Landkarte und auch nicht bei Google Earth zu finden ist, hat mich skeptischer gemacht, als die Protagonistin. Sie findet Hollyhill auch nicht alleine. Doch sie hat Glück, dass Matt sie aufgabelt. Er lebt dort und nimmt sie mit. Anfangs kommen die beiden noch ganz gut miteinander aus. Doch das ändert sich. Im Verlauf der Geschichte geraten die beiden immer wieder aneinander und es knallt ganz gewaltig. Emily hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg und sagt, was sie denkt und was ihr auf der Zunge liegt. Sie verstellt sich nicht, um jemandem zu gefallen. Sie handelt impulsiv und manchmal leichtsinnig.  Damit hat sie mir imponiert.

Matt war zu Beginn sehr nett zu Em. Doch das änderte sich schlagartig. Grundlos. Gemeinsam mit Emily stellte mich das vor ein großes Rätsel. Sein Bruder Josh ist dagegen etwas netter. Ganz kurios wird die Geschichte, als ein Bild mit Ems Mutter auftaucht, auf denen die beiden zu sehen sind.
Silly ist ebenfalls eine Dorfbewohnerin in Emilys Alter. Sie ist echt verschroben und schräg drauf, aber immer freundlich und hilfsbereit.
Die anderen Bewohner von Hollyhill sind echt sehr ungewöhnlich. Alle möglichen Charaktere sind hier vertreten. Sie erinnerten mich sofort an die Einwohner von Stars Hollow (hoch leben die Gilmore Girls!).

„Für einen kurzen Moment verlor Emily den Faden. Sie hatte diese Kälte in Matts Blick schon öfter gesehen, genauso oft, wie sie meinte, etwas anderes darin zu lesen.“ (Seite 147)

Der Plot hat mir gut gefallen – bis auf die ein oder andere kleine Schwachstelle. Direkt zu Beginn gibt es eine Szene, in der Quayle zum ersten Mal auftaucht. Diese ganze Szene erschien mir irgendwie unpassend und hat mich etwas überfordert. Es gab noch zwei, drei weitere Stellen, denen ich nur mit größter Anstrengung folgen konnte. Des weiteren hätte ich mir gerne noch ein paar Infos mehr zum Dorf gewünscht. Ich hoffe, diese im nächsten Teil zu erhalten.
Der Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt. Locker leicht kann man als Leser durch die Geschichte fliegen. Die Atmopshäre, die im Dorf herrscht, konnte Alexandra Pilz mir sehr gut vermitteln. Es wirkt gleichermaßen hinterwäldlerisch wie mysteriös.

„>>Weil nicht wir entscheiden, wann, wohin und ob überhaupt, sondern… das Dorf.<<“ (Seite 170)

Mit dem Trilogie-Auftakt konnte die Autorin mich gut unterhalten, auch wenn ich kleine Kritikpunkte habe. Ich hoffe, dass meine Fragen zum Dorf im nächsten Band, der nächste Woche erscheint, beantwortet werden. Das Cover ist ein toller Blickfang und ich glaube, dass „Verliebt in Hollyhill“ daneben ganz toll aussehen wird.

Es gibt ein Video dazu von Alexandra Pilz:

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Reiheninfo:
1. Zurück nach Hollyhill
2. Verliebt in Hollyhill (VÖ 17. März 2014)
3. ???
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3,5

SaCre


{Rezension} Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit (#2) | Veronica Roth

Toedliche Wahrheit von Veronica Roth

Autor: Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit (OT: Insurgent)
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-570-16156-2
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 10. Dezember 2012
(Taschenbuch: Goldmann Verlag 17.03.2014)
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Die Aufnahme in eine der fünf Fraktionen sollte ein feierliches Ereignis für Beatrice werden – und endete in einer Katastrophe: Zwar konnte die 16-Jährige, die als Unbestimmte über besondere Fähigkeiten verfügt, verhindern, dass ihre gesamte ehemalige Fraktion ausgelöscht wird. Doch viele mussten ihr Leben lassen. Mit den Überlebenden haben Beatrice und ihr Freund Tobias sich zu den Amite geflüchtet. Aber auch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Beatrice entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt … (Quelle: http://www.randomhouse.de)

„Tobias sieht mich an. Auf die Dauer kann ich bei den Ferox nicht so beliebt sein. Tobias hat recht – ich bin keine Ferox, ich bin eine Unbestimmte. Ich bin das, wofür ich mich entscheide, das, was ich sein will. Und so will ich ganz bestimmt nicht sein.“ (Seite 257)

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir richtig schwer. Dabei knüpft sie direkt ans Ende von Band 1 an – und den habe ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen. Ich hatte Probleme mit den ganzen Personen und wusste erst nicht mehr so recht, wer wer ist und wozu gehört. Ebenso das Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Fraktionen  machte mir zu schaffen. Zu meiner Verwirrung kam dann noch Frustration. Das Gelesene konnte ich mir einfach nicht merken und es ging scheinbar völlig an mir vorbei.
Aber. aufgeben kam für mich nicht in Frage. Und das war auch gut so! Nach und nach fand ich besser in das Geschehen und freundete mich mit dem Geschriebenen an.

Tris erfährt eine interessante Entwicklung. Der ein oder andere Charakterzug deutete sich schon im ersten Teil an – doch steigerte sich die Ausprägung viel mehr. Dazu zählt, dass sie überhaupt nicht an ihrem Leben zu hängen scheint – und das unterscheidet sie von Protagonisten in anderen Geschichten, die alles tun würden, um ihr Überleben zu sichern. Doch nicht so Tris. Ihr Verlangen, wieder bei ihren Eltern zu sein, nahm stellenweise überhand und hat mich des öfteren doch erstaunt und ins Grübeln gebracht.
Als Unbestimmte ist sie sich selber nicht sicher, ob die Entscheidung, den Ferox beizutreten, die richtige war. Doch mit Fortschreiten der Geschichte besinnt sie sich immer mehr ihrer Wurzeln – und möchte auch wieder Beatrice genannt werden. Ihre Beziehung zu Four ist weiterhin das Gegenteil von unkompliziert und harmonisch.

„Seine Hände zittern .Ich will etwas Nettes sagen. Ich werde schon nicht sterben – aber davon bin ich ja selbst nicht überzeugt. die Welt, in der wir leben, ist gefährlich, und ich hänge nicht so sehr am Leben, dass ich alles tun würde, um es zu behalten.“ (Seite 280)

Four, Tobias, ist mir in diesem Teil etwas entglitten. Im ersten Band hätte ich noch alles für ihn getan. Doch hier hätte ich mir ab und zu anderes Handeln von ihm gewünscht. Zum Ende des Buches hin hatte ich ihn aber wieder lieb gewonnen. Doch mit einer Aktion drohte er das zu zerstören. Hach, was macht er wohl im Abschlussteil…?

Die anderen Personen haben mich, wie oben geschrieben, zu Anfang total verwirrt und ich konnte sie überhaupt nicht mehr Gut und Böse zuordnen. Caleb – ok, den konnte ich mir noch merken -, Peter, Tori, Christina, Marcus… Es hat eine Zeit gedauert, mich zu sortieren. Doch auch das wurde besser.
Ebenso der Plot. Ab ca. der Mitte hatte Veronica Roth mich wieder in ihren Bann gezogen. Die Geschichte brachte mir wieder Spannung und auch einige Wendungen, die ich so definitiv nicht erwartet hatte.
Der Zerfall der Fraktionen und des ganzen Systems, das diese mehr oder weniger zusammenhält, ist super beschrieben. Die düstere Stimmung, die zu diesem Genre dazugehört, kam gut bei mir an.
Und das Ende? Das fand ich ganz schön fies. Ich bin sehr froh, dass ich nur einen Monat auf die Auflösung warten muss! Auch wenn ich vor einiger Zeit diesen allerübelsten Spoiler zu Band 3 gelesen habe, der mir eigentlich alles versaut (ja, Vorsicht bei Rezis beim großen A) hat. Doch meine Neugier überwiegt und ich möchte unbedingt wissen, wie die Autorin diese Welt, die kurz vorm Zusammenbruch steht, weiterschreibt.

„Ich beschließe, das T-Shirt zu behalten, damit es mich daran erinnert, wieso ich mich für die Ferox entschieden habe. Nicht weil sie perfekt sind, sondern weil sie so voller Leben sind. Weil sie frei sind.“ (Seite 274)

Der erste Teil konnte mich mehr als begeistern. Bei diesem Band fuhren meine Gefühle mit mir Achterbahn. Entsprechend bin ich einerseits etwas enttäuscht, andererseits aber auch begeistert. Natürlich ist dieses Buch ein Muss, wenn der erste Teil einen überzeugen konnte. Allen, die noch schwanken, ob sie diese Reihe lesen wollen, kann ich nur sagen: JAAAA! Unbedingt! Auch wenn viele Stimmen Parallelen zu anderen Reihen sehen: die Autorin hat hier eine interessante Welt mit einer tollen Protagonistin geschaffen, der man definitiv seine Lesezeit schenken sollte.
Im nächsten Monat kommt ja auch noch die Verfilmung des ersten Teils ins Kino. Ich bin neugierig und werde mir den Film auf jeden Fall anschauen.

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Reiheninfo:
1. Divergent // Die Bestimmung
2. Insurgent // Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
3. Allegiant // Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (VÖ 24. März 2014)
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SaCre


{Rezension} Selection (The Selection #1) | Kiera Cass

selection

Autor: Kiera Cass
Titel: Selection (OT: The Selection)
Seitenzahl: 368
Verlag: Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-6188-0
Veröffentlichung: 11. Februar 2013
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„Prinzen verheiratete man mit Frauen aus dem Volk, um die Moral unserer bisweilen  instabilen Nation aufrechtzuerhalten. Dieses Vorgehen sollte uns als Volk wohl immer daran erinnern, dass Illea quasi aus  dem Nichts entstanden war.“ (Seite 12)

America Singer und ihre Familie, bestehend aus Vater, Mutter, den älteren Geschwistern Kenna & Kota – die nicht mehr zuhause leben, und den jüngeren Geschwistern May & Gerad, gehören der 5. Kaste an. Das ist nicht das Schlechteste, doch in ihrem Land Illea auch nur 3 Kasten über der Tiefsten.
Sie hat eine heimliche Liebe: Aspen. Ihr Jugendfreund. Doch leider gehört er nur zur 6. Kaste.
Eines Tages kommt der Aufruf: alle jugendlichen Mädchen die Interesse haben, möchten sich bitte für das Casting der Ehefrau für Prinz Maxon melden. Das ganze Land ist in Aufruhr. Und obwohl America kein Interesse daran hat, tut sie ihrer Mutter den Gefallen, eine Bewerbung abzugeben. Und es passiert das unvermeidliche: sie kommt unter die letzten 35 und darf ins Königshaus einziehen…

„Ich hielt mich aufrecht und versuchte allen Blicken standzuhalten. Da ich meine Provinz vertrat, wollte ich unbedingt alles gut und richtig machen. Ich wollte die Beste sein, die Höchste der Niedrigen. Nur so ergab die ganze Sache Sinn für mich. America Singer, Heldin der unteren Kasten.“ (Seite 86)

Nach den Meinungen, die ich vor einiger Zeit gelesen hatte, und der Inhaltsangabe hatte ich natürlich schon meine vorgefertigte Meinung: hier würde mich eine Mischung aus den Fernsehsendungen „Bachelor“ und „Germany’s next Topmodel“, mit einem Hauch Dystopie, erwarten. Und ohne dass das jetzt negativ bewertet werden soll: es ist wahr.

America ist eine hübsche und bodenständige junge Frau. Bodenständig muss sie auch sein; schließlich kann man in ihrer Kaste nicht mehr erwarten. Sie muss hart arbeiten, um die Familie unterstützen zu können. Sie bekommen nichts geschenkt. Vorallem kein Ansehen aus den höheren Kasten.
Sie ist total in Aspen verliebt. Auch wenn er, durch seine Angehörigkeit zu einer niedrigeren Kaste, ihr kein besseres Leben in Zukunft schenken kann. Als America ins Königshaus einziehen darf, ist sie hin- und hergerissen. Auf der einen Seite hat sie an dieser ganzen Show gar kein Interesse. Andererseits aber lernt sie Prinz Maxon anders kennen, als die Mitbewerberinnen es tun. Vielleicht ist er gar nicht der blasierte und arrogante Typ, für den sie ihn hält..? Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn sie es nicht wirklich einfach hatte, da sie im Königshaus mit sehr viel Neid und Missgunst konfrontiert wurde.

Aspen ist so ein bisschen „everybody’s darling“. Er gehört einer niedrigeren Kaste an. Er versucht alles, um America glücklich zu machen. Doch die Probleme beginnen schon damit, dass die beiden ihre Liebe geheim halten und sich so nur nachts treffen können. Als sie ihm schließlich ein Festmahl kocht, um seinen immer leeren Magen zu füllen, kann er das nicht annehmen. Er ist sogar regelrecht sauer, dass sie so viel Geld dafür ausgegeben hat. Hier siegt sein männlicher Stolz über die Liebe. Als er beschließt, zum Militär zu gehen, hat die Liebe der beiden verloren.

„Und nun begann ich mich zu fragen, weshalb der König uns über unsere eigene Geschichte im Unklaren ließ.“ (Seite 241)

Prinz Maxon wurde von mir mit Spannung erwartet. Natürlich hatte ich mir im Voraus ausgemalt, wie er wohl sein würde.  Doch ich habe ihn wirklich unterschätzt. Er ist kein oberflächlicher Snob, und muss sich mit weltlichen und jugendlichen Problemen rumschlagen. Gleichzeitig ist er aber natürlich auch Politiker und zukünftiger Herrscher von Illea – das lastet auf seinen Schultern. Und dann noch die öffentliche Suche nach seiner künftigen Ehefrau. Mal ehrlich, wie soll man da seine Jugend genießen und sich frei entfalten können?

Der Plot hat mir gefallen. Einerseits die Welt mit den Kasten und den strengen Vorgaben, die von der Regierung kommen. Auf der anderen Seite die Brautschau für Maxon. Klar, dass zwischen den Konkurrentinnen Zickenkriege und Intrigen aufkommen. Dazu dann noch Rebellenangriffe und die Unklarheiten in der Vergangenheit Illeas, die für zusätzliche Spannung sorgen.
Das Setting passt ebenfalls sehr gut zu der Geschichte. Illea als Untergrundkolonie, die mit China Frieden geschlossen hat und sich an dem Land orientiert. So wird in Illea beispielsweise auch das Chinesische Neujahrsfest gefeiert (mit dem ich übrigens auch im Arbeitsleben zu tun habe).

„Selection“ ist für mich ein gelungener Auftakt der Trilogie. Die Geschichte konnte mich sehr gut unterhalten und hat mich äußerst neugierig auf den zweiten Teil gemacht (der ist schon bei mir eingetroffen und wird in den nächsten Tagen verschlungen :) ). Empfehlen kann ich diese Geschichte allen Lesern, die sich von einer munteren und leichten Geschichte unterhalten lassen möchten. Steckt in den meisten von uns nicht eine kleine Prinzessin (bzw. ein kleiner Prinz)? ;)

„Diese Frage war schwer zu beantworten. Wäre ich bereit, ein Leben zu führen, das ich mir niemals gewünscht hatte? Würde ich es bereitwillig ertragen, wenn er sich mit den anderen Mädchen traf, um auf Nummer sicher zu gehen? Würde ich einen Teil der Verantwortung übernehmen wollen, die er als Prinz zu tragen hatte? Würde ich ihn lieben können?“ (Seite 288)

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Reiheninfo:
1. Selection // The Selection
2. Die Elite // The Elite
3. ?? // The One
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4SaCre


{Rezension} Dylan & Gray | Katie Kacvinsky

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Autor: Katie Kacvinsky
Titel: Dylan & Gray – Eine Liebesgeschichte in 26 Kapiteln
(OT: First comes love)
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-414-82079-2
Veröffentlichung: 21. September 2012
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Gray sieht Dylan an der Schule und ist sofort fasziniert von ihr; ist sie doch das krasse Gegenteil von ihm. Er erfährt, dass sie den Sommer über bei ihrer Tante wohnt.
Die beiden Freunden sich an und lernen sich immer besser kennen. Und irgendwann bei all den gemeinsamen Unternehmungen schleichen sich tiefere Gefühle ein. Doch leider nähert sich der Sommer schnell dem Ende. Aber was tun, wenn man weiß, dass der jeweils andere die große Liebe ist?

„Das hier ist das  beste Überraschungsgeschenk meines Lebens. Und mit einem Mal wird mir klar, dass ich Gray dafür liebe. Nicht auf die himmelhoch schwärmende Art, die in einer Sekunde das ganze Leben umwirft. Das Gefühl ist einfach nur vorhanden, ganz real und mühelos. In der letzten Zeit ist er zu meinem besten Freund geworden.“ (Dylan, Seite 101)

Gray ist ein etwas nerdig wirkender Teenie. Nach der Schule zieht er sich gerne in sein Zimmer zurück und spielt am Computer oder hört Musik. Er mag geregelte Abläufe und ist eher introvertiert. Trotzdem ist er mir sympatisch und ich könnte ihn mir gut als Junge von nebenan vorstellen. Seine Welt ändert sich schlagartig, als er Dylan kennen lernt.
Sie ist der absolute Gegenpart zu ihm: sie ist offen, spontan und unternehmungslustig. Sie geht gerne auf andere Menschen zu und scheint durchs Leben zu tanzen. Sie möchte jeden Tag etwas erleben und aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Doch bei all der Unbeschwertheit hat sie auch tiefgründige Gedanken.
Beide könnten also nicht unterschiedlicher sein. Und doch schwimmen sie auf einer Wellenlänge. Sie können über alles reden, und Dylans Offenheit scheint so langsam auf Gray abzufärben. Er genießt den Sommer seines Lebens mit ihr.
Die beiden haben mir sowohl als Einzelcharaktere als auch als Paar gut gefallen. Jeder der beiden hat seine kleinen Macken und ist absolut liebenswert.

„Ich will keine Gefühle für Dylan haben. Abgestumpft zu bleiben ist viel sicherer.“ (Gray, Seite 41)

Der Verlauf der Geschichte hat mir gut gefallen. Es ist eine schöne und romantische Geschichte, intensiv, aber nicht zu kitschig. Die Story hat durch Dylans teils verrückten Einfällen viel Abwechslung. Das Setting passt hervorragend hierzu. Einige Spielorte konnte ich im Herbst in meinem Urlaub auch besuchen. So zum Beispiel Sedona, mit dem Cathedral Rock, und auch Los Angeles.

Abgerundet wird das Ganze durch Katie Kacvinskys tolle Sprache und Ausdrucksweise. Abwechselnd lässt sie Dylan und Gray erzählen. Die Dialoge sind sowohl zum Schmunzeln, als auch zum Seufzen  – vor Freude und „oh, ist das putzig“ natürlich.

Im Original ist dies als Trilogie erschienen. Leider liegt mir bislang keine Info vor, wann es im Deutschen weitergehen wird. Ich würde es schade finden, die beiden Folgebände nicht lesen zu können. Hat jemand von euch eine Info? Dann lasst es mich bitte wissen! :)

„Dylan & Gray“ ist ein unterhaltsames und romantisches Jugendbuch, dass auch Erwachsenen gefallen kann, wenn man sich auf die unbeschwerte Geschichte einlässt. Die Autorin konnte mich mit ihrer Art zu erzählen und den beiden liebenswerten Protagonisten einfangen und mich begeistern.

„Ich sehe zu, wie sein Gesicht sich verändert, während er spricht. Hoffnung zeichnet sich darauf ab, als würde er zum ersten Mal in die Zukunft blicken und sich vorstellen, dass ihn ein Paradies erwartet. Optimismus ist ein ganz neuer Look für Gray.“ (Dylan, Seite 69)

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Reiheninfo:
1. First comes love // Dylan & Gray
2. Second Chance (VÖ: 2012)
3. Finally, Forever (VÖ: 2014)
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4

SaCre



{Wanderbuch} Dylan & Gray | Katie Kacvinsky

Schon länger habe ich mit dem Gedanken an ein solches Wanderbuch gespielt. Nun setze ich es einfach mal um :)

Es geht um das Buch:

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Schon länger möchte ich es lesen. Und da ich gehört habe, dass es dem ein oder anderen auch so geht, habe ich mich entschlossen, es wandern zu lassen. Es ist aber kein „gewöhnliches“ Wanderbuch. Ihr dürft hiermit richtig arbeiten.
Was das heißt: markiert im Buch stellen, die euch gut gefallen, oder gar nicht. Schreibt eure Kommentare neben Textstellen. Habt ihr ein Bild einer Person im Internet gefunden, die einer der Hauptdarsteller sein könnte? Prima, klebt es auf die Umschlaginnenseite mit kurzem Kommentar. All das natürlich bitte so, dass jeder nachfolgende noch die Geschichte ohne Probleme lesen kann. Aber das ist ja selbstverständlich. :)

Ein paar Regeln / Bedingungen / Wünsche / Vorgaben habe ich aber noch:
1. Diese Runde wird auf 10 Teilnehmer begrenzt.
2. Bitte versendet das Buch nicht als Büchersendung, sondern als normalen Groß-/Maxibrief.
3.Nach Erhalt habt ihr 3 Wochen Zeit, das Buch zu lesen. Nach Ablauf dieser Zeit sollte es bitte wieder auf dem Weg zum nächsten Leser sein. (Sollte jemand mehr Zeit benötigen, informiert mich bitte in dem Fall.)
4. Da ich Nichtraucher bin würde ich mich freuen, wenn das Buch bei der finalen Ankunft bei mir nicht nach Aschenbecher riecht.
5. Es wäre schön, wenn ihr mir 2 oder 3 Bilder sendet, bevor ihr es weiterschickt. Vielleicht Bilder, wo man einen Teil eurer Anmerkungen / Bearbeitungen sehen kann. Dann kann ich diese als Updates in den Artikel einfügen.
6. Die Adresse für den Versand bekommt ihr immer von mir. Es wäre schön, wenn ihr mir kurz schreibt (via eMail, Facebook, WhatsApp), wenn ihr das Buch erhalten habt und auch verschickt.

Das war’s eigentlich schon. :)
Habt ihr Interesse? Dann schreibt mir bitte eine eMail an bookwives@gmail.com mit dem Betreff „Wanderbuch“ sowie eurer Adresse und dem Hinweis, wann ihr ca. das Buch erhalten wollt (sprich: 1. Drittel, 2. oder 3. oder egal wann).
Ihr habt 7 Tage Zeit, euch hierfür anzumelden. Danach werde ich euch anschreiben und über die Reihenfolge usw informieren. Sollten sich mehr als 10 Teilnehmer melden, wird das Los entscheiden.
Ich würde auch noch ein kleines Notizbuch dazu legen. Da kann jeder reinschreiben, wie er das Buch findet, eine Message für die anderen Leser, für mich oder was auch immer.

So, das war’s von meiner Seite. Wie findet ihr die Idee? Ich würde mich freuen, wenn der einige von euch Interesse daran haben! Ihr müsst keine Blogger sein – jeder darf mitlesen.

PS: ich habe gesehen, dass dieses Buch eigentlich Start einer Trilogie ist. o_o Weiß jemand, ob und wann die beiden anderen Teile noch ins Deutsche übersetzt werden? Die englischen Teile sind komplett in 2012 publiziert worden.

SaCre