{Rezension} Soul Beach. Schwarzer Sand (Soul Beach #2) | Kate Harrison

Soul Beach 2

Autor: Kate Harrison
Titel: Schwarzer Sand (OT: Soul Fire)
Seitenzahl: 376 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7387-7
Veröffentlichung: März 2014
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„Ich versuche, ihn im Gedächtnis festzuhalten, jedes Detail, vom warmen Meer unter meinen Fußsohlen bis zu den Witzen, die Javier Greta zuflüstert, von Dannys Hand, die mir sanft durchs Haar streicht, bis zum verträumten Lächeln meiner Schwester, als sie zum dunklen Horizont hinausblickt.
Das ist der Stoff, aus dem Erinnerungen gemacht sind.“ (Seite 100)

Megan ist immer noch am Soul Beach. Doch ihre Freundin Triti konnte, dank der Hilfe von Alice, eben diesen verlassen. Nun hoffen immer mehr Jugendliche, dass Alice auch ihnen helfen kann.
In der realen Welt hat Megans Mörder ein weiteres Opfer gefunden. Als dieses Opfer am Soul Beach auftaucht, ist das Erstaunen groß. Denn die Person ist den Schwestern nur zu gut bekannt.

Um Xavier zu helfen, fliegt Alice mit einigen Leuten nach Spanien. Doch der vermeintliche Mörder sitzt gemeinsam mit ihr im Flugzeug.

„Mittlerweile bin ich vielleicht noch zu zehn Prozent Alice Forster. Die restlichen neunzig sind nichts als Geheimnisse.“ (Seite 194)

Band 1 „Soul Beach. Frostiges Paradies“ konnte mich im letzten Jahr gut unterhalten. Band 2 habe ich mir dann sofort nach Erscheinen gekauft. Da mir allerdings mehrere Leser gesagt haben, dass das Buch mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger endet, habe ich das Lesen erstmal hinaus gezögert. Im Oktober erscheint der Trilogieabschluss „Soul Beach. Salziger Tod„.

Alice verbringt ihre gesamte Freizeit in der virtuellen Welt am Soul Beach. Sie vernachlässigt ihr Leben, ihre Freunde, ihre Familie. Dann taucht plötzlich auch noch diese Website „Flammen der Wahrheit“ auf. Ein Unbekannter versucht hier auf seine eigene Art und Weise, Megans Mörder und Beweise dazu zu finden.
Mir ihren Eltern kommt es zum Streit, eben weil Alice keinerlei Sozialverhalten mehr an den Tag legt, sondern nur noch in der virtuellen Welt unterwegs ist.

Der Computernerd Lewis ist die einzige Person, zu der Alice noch im realen Leben Kontakt hält. Er versucht, seine Kenntnisse und Fähigkeiten einzusetzen, um gemeinsam mit ihr herauszufinden, wer hinter der Website steckt und ob es eine Verbindung zu den Personen gibt, die in Megans Umfeld zu finden sind.

Die Jugendlichen am Soul Beach suchen alle Hilfe bei Alice, die dadurch einen gewissen Druck spürt. Schließlich ist ihr vorrangiges Ziel, den Mörder ihrer Schwester zu finden. Doch als Javier sie bittet, macht sie sich kurzentschlossen auf den Weg nach Barcelona. Dort möchte sie herausfinden, was in seiner Familie und seinem Leben passiert ist. Doch der Tripp offenbart noch viel mehr…

Kate Harrison konnte mich mit diesem Buch richtig begeistern. Der Plot ist unglaublich spannend und steckt immer wieder voller Überraschungen. Das Spannungslevel wird durch kurze Zwischenkapitel erhöht, in denen der Mörder zu Wort kommt. Als Leser merkt man sofort, dass dieser nun hinter Alice her ist.
Wer der Mörder ist, ist mir persönlich immer noch nicht klar. Ich habe natürlich meine Vermutung. Die stimmt allerdings mit meinem Verdächtigen aus Band 1 nicht mehr überein. Die Autorin hat es also geschafft, mich zu verwirren. Und genau das erwarte ich von einem Mystery-Thriller.
Der Schreibstil ist leichtgängig; die Geschichte lässt sich gut lesen und fliegt nur so durch die Finger.

„Soul Beach. Schwarzer Sand“ setzt dem Trilogieauftakt in Sachen Spannung nochmal richtig einen drauf. Man fiebert mit Alice mit und hat gleichzeitig auch Angst um sie. Die Vermischung der realen mit der fiktiven Welt ist der Autorin sehr gut gelungen.  Das Ende ist fies – ich muss jetzt unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Eine Mystery-Thriller-Reihe, die Leser jeden Alters begeistern wird!

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Reiheninfo:
1. Soul Beach // Frostiges Paradies
2. Soul Fire // Schwarzer Sand
3. Soul Storm // Salziger Tod (Oktober 2014)
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5

SaCre


{Rezension} Furien Trilogie | Elizabeth Miles

Ich konnte die komplette Furien Trilogie hintereinander lesen. Daher gibt es heute eine Rezension der ganzen Reihe.

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7377-01_ImHerzendieRache.inddAutor: Elizabeth Miles
Titel: Im Herzen die Rache
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7377-8
Veröffentlichung: 2013
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 „Doch alle wussten, dass die Gab-Em-Connection alles zusammenhielt. Irgendwie glichen die beiden einem Feuerwerk: Sie stiegen gemeinsam in die Höhe, bevor Gabby mit einem lauten Wumm! bunt schillernd explodierte und Em den Himmel als funkelnder Goldregen in ein anderes Licht tauchte.“ (Im Herzen die Rache, Seite 16) 

Die Furien Trilogie ist mir zu Beginn hauptsächlich wegen der Cover aufgefallen. Ob der Inhalt dem gerecht wird?

Ascension ist eine Kleinstadt in Maine. Mitten im Winter, der sowohl idyllisch als auch mysteriös ist, kommen drei geheimnisvolle Mädchen in die Stadt. Sie urteilen über die Taten, die von den Bewohnern verübt werden. Und ihre Urteile sind hart, haben tödliche Folgen. Und zuallererst geraten Emily und Chase in ihr Fadenkreuz.
Dabei lief es für Emily zu dem Zeitpunkt ganz gut: Zach schenkt ihr mehr Beachtung. Erwidert er sogar ihre Gefühle? Doch es gibt ein großes Problem: er ist der Freund ihrer besten Freundin Gabby. Das würde mit Sicherheit ihre Freundschaft zerstören.
Chase hat etwas ganz Furchtbares getan. Nicht nur das bereitet ihm Probleme: er ist ein Außenseiter, und hat mit seinen „Freunden“ Probleme. Und auch sein Zuhause ist alles andere als ein behüteter Ort. Wann kommen die Wahrheiten ans Licht?

Der Einstieg in das Buch gelang leicht. Von Anfang an konnte ich die bedrückende Stimmung, die auf Ascension im Winter lastet, spüren, beinahe greifen. Diese düstere Stimmung zieht sich erfolgreich durch die ganze Trilogie. Das hat die Autorin sehr gut gemacht. Direkt hatte ich das Gefühl, dass diese Reihe anders ist. Das „anders“ bezieht sich auf die Art der Autorin, die Geschichte zu erzählen.
Emily und ihre Clique erinnern mich sehr an Gossip Girl, eine Serie, die ich sehr gerne geschaut habe. :) Jeder hat Geheimnisse, und an jeder Ecke lauern neue Intrigen.
Die Geschichte lebt von den Charakteren und der stetig unterschwelligen Spannung, sowie der dichten Atmosphäre. In Ascension habe ich mich, trotz der geheimnisvollen Geschehen, gleich wohlgefühlt.

„>>Reue ist manchmal nicht genug<<, flüsterte sie. Ihr Gesicht war wieder ganz ruhig. Wie ein schwarzer See bei Nacht – in dem alles Mögliche unter der Oberfläche lauerte.“ (Im Herzen die Rache, Seite 284)

Im Herzen der ZornAutor: Elizabeth Miles
Titel: Im Herzen der Zorn
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7378-5
Veröffentlichung: 2014
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In Band 2 schickt die Autorin eine neue Protagonistin ins Rennen. Skylar zieht zu ihrer Tante nach Ascension. Auch sie hat Geheimnisse, die möglichst nicht ans Licht kommen sollen. Skylar versucht, in Gabbys und Ems Clique zu kommen. Mit Emily kann sie aber so gar nichts anfangen. Doch Gabby bewundert sie sehr. Sie möchte so sein wie sie, doch gleichzeitig versucht sie auch, ihr den Rang abzulaufen. Unterstützung findet sie bei ihrer neuen Freundin Meg, die wunderschön und gleichzeitig mystisch ist.

Skylar bringt wieder frischen Schwung in die Geschichte. Die Intrigen an der Ascension High gehen weiter, und die Neue mischt ordentlich mit. Sie versucht, einen Keil zwischen Gabby und Em zu treiben. Wird ihr das gelingen?
Die Taten durch die Furien nehmen immer mehr zu. Emily wird gerade zu besessen davon, mehr über diese Wesen heraus zu finden. Unterstützung erhält sie durch Drea, die sie vorher verachtet hat, und die an der Schule ein Außenseiter ist.
JD, der nerdige Nachbar von Em, spukt immer mehr in Emilys Gedanken. Doch leider entfernen sich beide voneinander, da JD ihr gewissen Vorkommnisse einfach nicht vergeben kann. Wer kann es ihm auch verdenken? Ich bestimmt nicht.
Das Mystische nimmt weiter zu und zieht den Leser stark in seinen Bann. Das Ende ist ein fieser Cliffhanger und so…

Im herzen die gierAutor: Elizabeth Miles
Titel: Im Herzen die Gier
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7379-2
Veröffentlichung: 11. August 2014
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… war ich froh, direkt zu Band 3 greifen zu können! Die Geschichte nimmt nun weiter Fahrt auf und wird noch spannender. Emily ist weiter fanatisch darum bemüht, mehr über die Furien herauszufinden, und wie sie sie vernichten kann. Schließlich möchte sie nicht ihr Leben lang an sie gebunden sein.
Die Situation spitzt sich zu, da auch Gabby und Skylar, sowie JD immer mehr in den Sog der Furien geratet. Em möchte sie beschützen, doch weiß nicht wie.

„>>Du spürst es, nicht wahr?<<, flüsterte Ty. >>Das Feuer. Die Kraft. Der Zorn. Aufregend, nicht? Und unheimlich. Unheimlich, wie aus Bösem wieder Böses entsteht.<<“ (Im Herzen die Gier, Seite 216)

Die Geschichte wird von der Autorin Elizabeth Miles konsequent und logisch fortgeschrieben und läuft auf ein aufregendes Finale zu. Die letzten Seiten flogen durch meine Hände und ließen mich atemlos davor sitzen. Ich dachte nur „oh nein“ und „er wird doch nicht“, „wie kann sie nur“… und schüttelte ungläubig den Kopf. Mehr sei dazu nicht verraten. Außer: es war für mich passend – auch wenn es für mich teilweise etwas anders hätte enden können. :)

Die Furien Trilogie kann ich allen empfehlen, die auf einen Fantasy-Thriller mit Gossip Girl Elementen stehen. Eine konstante, unterschwellige Spannung zieht sich durch alle 3 Bände und die Geschichte ist atmosphärisch dicht erzählt. Von jeder Komponente ist hier der richtige Anteil drin, sodass diese Reihe für unterhaltsame Stunden sorgt.

„Schon oft hatte Em sich gefragt, ob das ihre Strafe war, ihr eigenes furchtbares Schicksal: von den Furien in den Wahnsinn getrieben zu werden. Aber inzwischen wusste sie, dass ihre Strafe noch viel schlimmer sein würde.“ (Im Herzen die Gier, Seite 243)

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Reiheninfo:
1. Fury // Im Herzen die Rache
2. Envy // Im Herzen die Gier
3. Eternity // Im Herzen der Zorn
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4,5

SaCre


{Rezension} Die Vernichteten (Eleria Trilogie #3) | Ursula Poznanski

Die VernichtetenAutor: Ursula Poznanski
Titel: Die Vernichteten
Seitenzahl: 528 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7548-2
Veröffentlichung: 21. Juli 2014
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Ria und Tycho verstecken sich noch immer bei den Dornen, unterirdisch. In ständiger Gefahr, entdeckt zu werden. Kurz nachdem Quirin ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legt und später verschwindet, entdeckt Yann die beiden. Umgehend wirft er ihnen den Mord am Bewahrer vor und fordert Rechtsprechung durch ein Tribunal. Sandor verbürgt sich für sie. Mit bösem Ende: alle drei müssen den Clan verlassen. Andris schließt sich ihnen an. Von nun an sind sie clanlos. Damit sinken die Überlebenschancen, den sie sind zum Abschuss durch Clans und Sentinel freigegeben.
Was mit Dantorian und Aureljo ist, weiß niemand. Sind beide noch in Vienna 2? Leben sie noch?
Und was hat es nun mit dem Dhalion Virus auf sich? Können Ria und die anderen dem Geheimnis auf die Spur kommen?

„Bevor wir in das Wäldchen eintauchen, in dem ich vor nicht allzu langer Zeit fast erdrosselt worden wäre, dreht Andris sich noch einmal um.
>>Heute ist ein Tag, an den ihr lange denken werdet<<, dröhnt seine Stimme durch die Nacht. >>Der Tag, als der Clan der Schwarzdorn in sein Verderben gelaufen ist.<<“ (Seite 70)

Ich bin froh, dass ich die Reihe relativ kurzfristig hintereinander gelesen habe. Das Ende des zweiten Bandes hat mich so neugierig gemacht, dass ich bis zum Erhalt dieses Buches schon die Tage gezählt habe. Ich musste unbedingt wissen, wie die Geschichte nun weiter geht.

Relativ schnell war ich auch schon wieder im Geschehen. Von Beginn an geht es rund. Tycho muss immunisiert werden und die Dornen stehen vor großen Problemen.
Als Ria, Sandor, Andris und Tycho den Clan verlassen müssen, hatte ich schon die größten Befürchtungen. Ria wirkte relativ schwach auf mich. Doch glücklicherweise konnte sie mich im Verlauf des Geschehens immer wieder vom Gegenteil überzeugen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich im richtigen Moment auf ihre Stärken konzentrieren und diese abrufen kann. Das hat die Gruppe das eine oder andere Mal gerettet.

„Unter einem Vorwand verlasse ich das Haus und bleibe in ein paar Meter Entfernung unschlüssig stehen. Zu meinen Füßen leuchtet etwas Gelbes, hebt sich deutlich von Gras und Erde ab.
Eine Blume.

Ich bücke mich, streiche vorsichtig über ihre leuchtenden Blütenblätter. Hätte mir vor einem Jahr jemand erzählt, dass ich eines Tages eine wild wachsende Blume berühren würde, ich hätte es nicht geglaubt.“ (Seite 242)

Die große Frage war natürlich, wie es um Dantorian und Aureljo steht. Beide wissen nicht, dass sie das Virus in sich tragen. Dementsprechend sind sie eine Gefahr für alle und könnten eine Epidemie auslösen.

Die Geschichte ist absolut spannend! Ein ums andere Mal saß ich geradezu atemlos vor dem Buch und konnte nicht glauben, was alles auf die kleine Gruppe zukommt. Viele Probleme scheinen unüberwindbar, doch sie schaffen es immer wieder. Die Geschichte ist schon zu Beginn rasant, doch nimmt sie immer mehr Tempo auf. Und viel zu schnell nähert man sich dem Ende.
Die Auflösung der Geschichte ist schlüssig und gut – es bleiben keine Fragen offen. Der Showdown hat es dann noch einmal in sich. Für mich hat Ursula Poznanski alles richtig gemacht, und keine falsche Scheu bewiesen.

Die Eleria-Trilogie ist eine tolle Jugendbuch-Reihe, die mit einer durchdachten Geschichte und interessanten Charakteren punkten kann. Alle drei Bücher sind auf gleich hohem, sehr guten Niveau! Das ist wirklich bemerkenswert. Hut ab, Frau Poznanski!

„Ich muss endlich begreifen, dass es hier keine Reihung gibt, wie an der Akademie. Keine Punkte, die einen vorwärtsbringen, einem bessere Chance verschaffen. Es gilt zu überleben … oder eben nicht.“ (Seite 152)

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Reiheninfo:
1. Die Verratenen
2. Die Verschworenen
3. Die Vernichteten
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5


{Kurz-Rezension} Die Verschworenen (Eleria Trilogie #2) | Ursula Poznanski

Die Verschworenen

Autor: Ursula Poznanski
Titel: Die Verschworenen
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7547-5
Veröffentlichung: 2013
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Ria und ihre Freunde leben weiterhin versteckt bei Quirin, in der Stadt unter der Stadt. Leider sind sie auch hier alles andere als sicher. Aureljo bereitet seine Abreise in eine Sphäre vor, während Ria weiterhin verbissen nach Jordans Chronik sucht.
Nach einem schrecklichen Vorfall wird Sandor plötzlich Clanfürst – und für Ria ändert sich innerhalb von Sekunden alles. Sie hat keine andere Chance, als nun doch mit Aureljo in die Sphären zu gehen.

„Lieblinge des Schicksals, hat Melchart, der Mann, der die Sphären erdacht hat, uns Bewohner in seiner berühmtesten Rede genannt, und die Clans gebrauchen diesen Begriff mit ebenso viel Hohn wie wir Sphärenbewohner den Ausdruck Prim.“ (Seite 37)

Weiterhin müssen sich Ria und ihre Begleiter unter der Erde versteckt halten. Aus mehreren Gründen ist das gefährlich: sie wissen nicht, wem sie trauen können und die Chance ist groß, dass Clanmitglieder sie überraschend sehen könnten. Die Dunkelheit, die sie dort umgibt, drückt die Stimmung aller und die Gruppe beginnt, sich zu teilen. Auf der einen Seite Aureljo, der mit allen Mitteln in eine der nahegelegenen Sphären möchte. Auf der anderen Seite Ria, die unter allen Umständen bei Quirin bleiben möchte. Schuld hieran hat wohl auch Sandor, der Rias Sympathien gewonnen hat und dem sie mehr Bedeutung in ihrem Leben einräumt.

Als Leser merkt man, dass die Situation sich bei Ria bemerkbar macht – trotz des guten Trainings, durch das sie eine Maske aufsetzen und ihre wahren Gefühle verbergen kann.

„Vielleicht war er deshalb die Nummer 1 und ich nur die 7. Weil ich mich auch mit kleineren Zielen zufriedengebe als mit der Vereinigung von Sphären und Stämmen. Mit Pfeil und Bogen einen Kreidehasen auf einer Holzwand treffen, zum Beispiel.“ (Seite 157)

Bei Aureljo habe ich mich gefragt, ob er so überheblich ist, oder ob er es einfach wirklich nicht merkt, wie sehr Ria sich von ihm entfernt. In seinem Vorhaben ist er genauso kompromisslos, wie seine Freundin.
Auch die anderen Charaktere durchlaufen eine Entwicklung, die interessant ist und für den Verlauf der Geschichte logisch und gut.
Der Knackpunkt der Geschichte ist Sandors plötzliche Berufung zum Clanführer. Ab hier ändert sich alles. Ria muss ihre Pläne über den Haufen werfen und mit Aureljo zu den Sphären aufbrechen.

Wie schon beim ersten Teil führt Ursula Poznanski geschickt und mit treffender Sprache durch die Geschichte. Der Plot ist spannend und hat einige unvorhergesehene Wendungen parat. Als Leser wird man voll in der Geschichte gefangen genommen und fühlt sich zugehörig. Ich entwickelte Misstrauen Personen gegenüber, die ich vorher eigentlich mochte. Die Autorin hat mich also geschickt manipuliert.

„Aureljo verlässt sich auf sein Charisma und auf die Fairness der Obrigkeit. Er glaubt nicht, dass der Befehl, uns zu töten, von höchster Stelle gekommen ist, und wenn doch, dass es ein Irrtum war. Falls das stimmt, könnte er eine Chance haben. Falls nicht…“ (Seite 72)

„Die Verschworenen“ ist an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Atmosphärisch dicht erzählt, kann man diese beinahe Greifen. Der Sog lässt einen nicht mehr los. Für mich gehört diese Reihe bisher mit zu dem Besten, was ich in diesem Genre gelesen habe. Chapeau, Frau Poznanski! (Wie schön, dass der Abschluss in greifbarer Nähe ist.)

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Reiheninfo:
1. Die Verratenen
2. Die Verschworenen
3. Die Vernichteten
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5

SaCre


{Rezension} Die Verratenen (Eleria Trilogie #1) | Ursula Poznanski

Die Verratenen - Ursula Poznanski

Autor: Ursula Poznanski
Titel: Die Verratenen
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7546-8 (TB: 3785579209)
Veröffentlichung: 2012
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„Mein Name ist Eleria. Ich bin achtzehn Jahre alt, Vitro Klasse 1, gereiht auf die Nummer 7. Mein Schwerpunkt liegt auf Kommunikation und Rhetorik. Ich bin Opfer einer Intrige.“ (Seite 165)

Eleria ist jung und privilegiert. Als 7. hat sie eine große und glänzende Zukunft vor sich. In der Sphäre Hoffnung könnte es für sie und ihren Freund Aureljo, der die Reihung anführt, nicht besser laufen. Doch eines Tages hört Ria etwas, das nicht für ihre Ohren bestimmt war.
Und schon sieht sie sich gemeinsam mit fünf Freunden als Feind des Sphärenbundes und muss um ihr Leben kämpfen.

„Aus Eleonore von Aquitanien und Ariadne, Tochter des kretischen Königs Minos, habe meine Namensgeber Eleria gemacht. Eleonore war eine der mächtigsten Frauen des Mittelalters; Ariadne diejenige, die die Idee mit dem roten Faden hatte, der einem den Weg durchs Labyrinth zeigt. Soll ich später einmal an der Spitze einer Sphäre stehen? Oder im Hintergrund bleiben und die Fäden in der Hand halten?“ (Seite 27)

Als Leser wird man langsam in Rias Welt eingeführt und erlebt, wie das Leben innerhalb dieser Sphäre abläuft. Die Schüler, die jeden Tag ihren Rang öffentlich ausgeschrieben finden, sind mit je einem Salvator ausgestattet. Dieser kontrolliert nicht nur An- und Abwesenheit, sondern auch die Gesundheit und gibt Vorschläge für die Ernährung. Damit stehen die Bewohner unter ständiger Kontrolle. Papier ist antiquiert; jeder hat sein Datenterminal, das ich mir wie ein Tablet vorstelle.

Ria ist in Rhetorik und Kommunikation wirklich ein Ass. Sie hat ihre Mimik und Gesten voll unter Kontrolle. Egal, wie verfahren eine Situation auch sein mag. Dadurch kann sie die Körpersprache der anderen hervorragend lesen. Von Anfang an war sie mir sympathisch, ich mochte sie. Auch wenn sie in der Sphäre, lange nach der „Langen Nacht“ – die unser heutiges Leben ausgelöscht hat -, aufgewachsen ist; ihre Sehnsucht nach der Welt, wie sie in den antiken Büchern beschrieben ist, der Welt, wie wir sie jetzt kennen, ist unglaublich groß.
Aureljo ist ihr Freund. Er sieht nicht nur unglaublich gut aus, sondern führt auch die Rangliste an. Seine Chancen, später mal ein präsidiales Amt zu übernehmen, sind mehr als groß. Er hat eine positive Ausstrahlung und weiß diese einzusetzen. Ich hatte zu Beginn das Gefühl, dass er sich Ria irgendwie zu sicher ist…
Tomma, Fleming, Dantorian und Tycho sind weiter hinten gereiht. Doch auf ihren Gebieten Landwirtschaft, Medizin, Kunst und Physik sind sie richtige Aufsteiger.

In der Sphäre sind sie sicher und führen ein behütetes Leben. Dienstbotengänge und „niedere“ Arbeiten werden von Mitbürgern entsprechenden Ranges gemacht. Sentinel haben die Rolle von Security und Polizei inne.
Die Welt außerhalb der ganzen Sphären ist für die Bewohner gefährlich. Prims, die Primitiven, haben sich zu diversen Clans zusammengetan, die nicht nur sich gegenseitig bekämpfen, sondern auch den Sphärenbewohnern nicht gut gesonnen. Die Prims nennen diese scherzhaft „Lieblinge“.
Ria und ihre Freunde geraten in der freien Welt in die Hände der Schwarzdornen.  Und die sind ähnlich gefährlich, wie es ihr Name vermuten lässt.

„Wenn ich die Wahl zwischen kostbarem, bedrucktem Papier und einem Download auf mein Datenterminal habe, entscheide ich mich meistens für das Buch, auch wenn es unpraktischer ist. Besonders dann, wenn es um Geschichte geht. Die Seiten vermitteln den Eindruck, als hätten sie all das, was auf ihnen geschrieben steht, selbst miterlebt. Andere haben lange vor mir ihren Blick auf die gleichen Zeilen gerichtet und manchmal kommt es mir so vor, als könnte ich ihre Gedanken hören.“ (Seite 45)

Ich habe nun schon einige Dystopien gelesen und daher schon so einige Weltentwürfe erlebt. Mit dieser Welt hat Ursula Poznanski das Rad nicht neu erfunden, jedoch hat sie diese sehr gut und detailreich ausgearbeitet. Dadurch fiel es mir leicht, mich auf dieses Abenteuer einzulassen und lebhafte Bilder vor meinen Augen zu haben.
Die Geschichte ist spannend und der Plot enthält einige Überraschungen. Ich war mir nicht sicher, wem ich trauen konnte und wem nicht. Als Ria dann auch noch mysteriöse Botschaften erhielt, war das Verwirrspiel bei mir ganz ausgebrochen. Auch Sandor, der „Thronfolger“ des Clans, hat dazu beigetragen.
Mit passender Sprache führt die Autorin den Leser durch die Geschichte, ohne sich zuviel in Details oder Unwichtigem zu verlieren. Mehrfach habe ich mich gefragt, wie es uns heutzutage ergehen würde, wenn wir plötzlich ohne die gewohnte Technik und Hilfe auskommen müssten. Könnten wir Beete anlegen, um uns zu versorgen? Wären wir überhaupt in der Lage, giftige von ungiftigen Pflanzen zu unterscheiden? Und könnten wir einen Hasen erlegen, häuten und über offenem Feuer zubereiten? Ich wage das teilweise doch stark zu bezweifeln.

„Die Verratenen“ ist ein spannender Trilogieauftakt, der den Leser in eine gut ausgearbeitete Welt mitnimmt. Ein Start, der begeistert und richtig Lust auf die nächsten Bücher macht. Wie gut, dass ich direkt zum zweiten Band greifen konnte. :)
Jedem Jugendbuchfan und Fan dieses Genres kann ich diese Trilogie guten Gewissens ans Herz legen.

„Wieder regt sich eine alte Sehnsucht in meinem Innern. Ich hatte mich so darauf gefreut, dass wir, die besten Absolventen der Akademie, die Welt in unsere Hände nehmen und für alle lebenswerter machen würden. Für die Prims, für uns. Aber das ist nun nicht mehr möglich. Keiner von uns wird an den Schalthebeln sitzen, wir müssen uns schon glücklich schätzen, wenn wir die nächsten Tage überleben.“ (Seite 303)

 

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Reiheninfo:
1. Die Verratenen
2. Die Verschworenen
3. Die Vernichteten (VÖ Juli 2014)
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