{Rezension} Tiefdunkle Nacht (Darian & Victoria #3) | Stefanie Hasse

tiefdunkle nacht

Autor: Stefanie Hasse
Titel: Tiefdunkle Nacht (Darian & Victoria #3)
Seitenzahl: 312 Seiten
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„Wenn man Zeuge eines Zaubers wird, ist dies nicht mit Filmen zu vergleichen, in denen laut lateinische Begriffe gerufen oder hübsche Reime aufgesagt werden. Es reicht aus, den Zauber zu denken, macht ihn aber etwas gewichtiger, wenn man ihn ausspricht. Wer das aber zu laut macht, verrät ihn an alle Umstehenden. Daher klingen die meisten Zaubersprüche genau wie das, was sie sind: ein Geheimnis, flüsternd dem Wind anvertraut.“ (Kapitel 2)

Der Ruf des Mondes ist zu Victoria durchgedrungen und sie kann sich langsam wieder an ihre Vergangenheit erinnern. Doch vieles ist ungewiss, da die lange Zeit, die sie mit Alexander zusammen gelebt hat, Darian so gut wie aus ihrem Kopf verbannt hat.
Der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ist in vollem Gange – und Victoria mittendrin. Die Konsequenzen ihrer Entscheidung werden weitreichend sein. Inwieweit kann Alexander sie beeinflussen? Und was ist mit ihren alten Freunden? Die Gruppe ist gespalten. Und wer tatsächlich auf der „guten Seite“ ist, ist gar nicht so einfach herauszufinden…

„Das Weiß, das noch in mir steckt, ist lediglich das Echo einer anderen Zeit. Gleich einem Stern, der bereits vor langer Zeit vergangen ist und dessen Leuchten wir dennoch am Sternenhimmel betrachten können. Balthasar und ich sind der Nachthimmel. Und je stärker der Mond uns zu erhellen versucht, je mehr er drängt, uns zu verändern, desto deutlicher wird, wie sehr wir uns von den anderen unterscheiden. Dieser Kontrast ist eine unüberwindbare Grenze.“ (Kapitel 11)

Das Ende das zweiten Bandes hatte Steffi Hasse äußerst fies gestaltet. Welch ein Cliffhanger. In Gesprächen zwischendurch wurde ich zwar über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten, aber nicht über Geschehnisse. Meine Freude war riesig, als ich vorab ein eBook Exemplar zum Lesen bekam. Und dass ich in der Widmung erwähnt wurde, ließ sogar ein Tränchen in meinem Auge aufblitzen. Danke, liebe Steffi! Ich bin immer noch sehr gerührt! Nun aber zur Geschichte.

Ziemlich schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen. Victoria hat vom ersten Band an eine große Entwicklung durchlebt, die sich auch in diesem Teil fortsetzt. Die sympathische junge Frau hat sich zu einer großen Kämpferin entwickelt. Sie wandelt gefährlich an der Grenze zu Gut und Böse. Für mich war lange nicht klar, in welche Richtung das Schicksal (in Form von Steffi Hasse) sie schicken wird. Um Victoria wieder in die richtige Spur zu schicken, mussten die anderen das eine oder andere Mal zu drastischen Mitteln greifen. Die haben bei mir zu Schnappatmung und Herzrasen geführt.

Darian hat mal wieder bewiesen, dass er alles für Victoria tun würde. Dabei lässt er sich von nichts und niemandem aufhalten. Doch seine Voraussetzungen sind alles andere als gut. Schließlich ist das personifizierte Böse sein Vater.

Im Verlauf der Geschichte gab es ein Wiedersehen mit allen wichtigen Personen aus den ersten beiden Teilen. Leider hat die eine oder andere Person mich zuerst etwas überfordert und ich musste mich anstrengen, um die Personen richtig zuordnen zu können.

„Ich schließe die Augen, während ich mich auf den Stuhl in Sofias Büro sinken lasse. In Gedanken murmle ich die Worte, koloriere die einzelnen Buchstaben, verleihe ihnen Macht und eine Art Klang. Sie tanzen vor sich hin, hüpfen und freuen sich, ehe sie sich immer schneller bewegen und nur noch als verschwommene Linien von mir wahrgenommen werden. Ein Flüstern von allen Seiten wiederholt die Worte des Zaubers.
>>Erinnere dich!<<“ (Kapitel 22)

Genauso wie die Erben des Mondes hat auch die Autorin Stefanie Hasse eine starke Entwicklung hingelegt. Ihr Schreibstil konnte mich schon im ersten Teil begeistern und überzeugen, doch hat sich dieser im Laufe der Trilogie noch verbessert. Ich habe unglaublich viele Zitatstellen markieren können und konnte mich kaum entscheiden.
Der Plot ist unglaublich spannend und atmosphärisch dicht erzählt! Es gibt viele Plottwists, mit denen sie mich immer wieder positiv überraschen konnte. Ich konnte kaum etwas vorhersehen. Langeweile und Seiten, die einfach nur vor sich hin plätschern, gibt es hier nicht.
Die Geschichte wird immer wieder aus wechselnden Perspektiven erzählt und wechselt auch in der Zeit. Das hat mich hier leider vor Probleme gestellt. Ab und zu musste ich Absätze nochmal lesen, um das alles in dem Moment richtig zuordnen zu können. Das war stellenweise für mich etwas anstrengend.
Das Finale ist an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Es geht hin und her. Man weiß nicht, wem man trauen kann und wem nicht. Und lange Zeit habe ich nur gedacht „Nein, das kann Steffi jetzt nicht mit mir machen!“ Ob sie DAS mit mir gemacht hat, was ich befürchtete, wird hier natürlich nicht verraten. :)
Ich bin immer noch ein bisschen traurig, dass ich von den beiden Abschied nehmen musste. Wie mag es dann der Autorin erst ergangen sein?

Die „Darian & Victoria“ Trilogie ist eine absolut lesenswerte Fantasy-Reihe, die kein Fan dieses Genres verpassen sollte! Der Weltentwurf ist gut durchdacht, hervorragend ausgearbeitet und voll von fantastischen Wesen, Mystik und alten Sagen. Genau das, was ich mir erhofft hatte.
Ich freue mich, dass Steffi Hasse eine Trilogie auf konstant hohem Niveau geschrieben hat und freue mich auf ihre weiteren Bücher! Wir werden bestimmt noch so einiges von ihr zu lesen bekommen. :)

„Eine stumme Tränge bahnt sich ihren lautlosen Weg über meine Wange. Sie weiß, ihr Weg ist einsam, sie könnte auf ihm vergehen, und dennoch kämpft sie sich tapfer weiter. Denn sie hat keine andere Möglichkeit, keine Alternativen.“ (Kapitel 38)

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Reiheninfo:
1. Schwarzer Rauch
1.5 Victorias Weihnachtsgeschichte
2. Düstere Schatten
3. Tiefdunkle Nacht
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4,5

SaCre


{Rezension} Der Zorn des Lammes | Johannes Groschupf

Der Zorn des Lammes

Autor: Johannes Groschupf
Titel: Der Zorn des Lammes
Seitenzahl: 192
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3-8415-0282-7
Veröffentlichung: April 2014
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Jasmin, genannt Jazz, ist alleine nach Berlin gezogen. Froh, ihrem Elternhaus und dem spießbürgerlichen Leben zu entkommen, wagt sie sich alleine in die Großstadt. Dort beginnt sie bei einer Zeitung ihr Praktikum. Alles ist neu und aufregend in dieser noch fremden Welt.
Sie lernt Milan kennen, der quasi ein Arbeitskollege ist. Auf wenn dieser ihr anfangs schon seltsam erscheint, ahnt sie nicht mal im Ansatz, wie er ihr Leben verändern wird…

„Und im November, so sagen die Berliner, soll die Stadt ziemlich eklig werden. Dauerregen. Kälte. Aber davor habe ich keine Angst.“ (Jazz, Seite 18)

Der vor genannte Satz ist dunkel – und er passt sowas von hervorragend zum Buch. Schon das Cover vermittelt einen ungefähren Eindruck davon, was den Leser erwartet. Das Lamm sieht alles andere als süß aus. Vorallem die roten Augen. Uuaah, gruselig! Aber nun zum Inhalt.

Jazz hatte bisher kein besonders leichtes Leben. Ihr Bruder Vincent ist früh verstorben, und noch heute plagen sie Schuldgefühle. Doch ihr kleiner Bruder scheint stets präsent. Erst recht, wenn sie Telefonate mit ihren Eltern führt, die immer verkrampft ablaufen. Diese Gespräche ziehen sie jedes Mal runter und bringen sie in ein mentales Tief.
Der Job bei der Zeitung bringt sie auf andere Gedanken und stellt sie vor neue Herausforderungen. Mit ihrer Mitbewohnerin Dascha versteht Jazz sich ganz gut; doch ist diese auch kein einfacher Charakter. Sie wirkt manchmal introvertiert. Daschas Bruder Sergej hat beim ersten Kennenlernen mächtig Eindruck bei Jazz hinterlassen. Allerdings sie traut sich nicht, mit diesen Gefühlen offen umzugehen.

„Nach diesen Telefonaten fühle ich mich wie fünfzehn, klein und zickig und angespannt. Wir haben nicht über Vincent gesprochen. Was sollten sie auch über ihn sagen? Aber er ist trotzdem da, und das ist vielleicht meine Macke. Dann gehe ich in die Küche und hole mir ein Glas Rotwein.“ (,Jazz, Seite 17)

Milan ist von Anfang an begeistert von Jazz. Begeistert ist das falsche Wort: er ist besessen von ihr! Lange Zeit sprechen beide noch nicht mal miteinander oder begegnen sich gar bewusst. Doch trotzdem glaubt er, dass sie ihm gehört. Er ist jähzornig und hat psychische Probleme. Die Stimmen in seinem Kopf und die verqueren Gedanken die er hat, haben mich erschreckt. Diese hat der Autor Johannes Groschupf mir auf eindrückliche Art und Weise vermittelt. Ich war geradezu geschockt und habe immer wieder nur gedacht, was Milan doch für ein kranker Charakter ist. Doch für ihn selber ist das alles normal. Er findet sich normal, seine Gedanken. In seiner Welt wäre ich wohl die, die nicht in die Norm passt.
Zu Beginn beobachtet er Jasmin mit gewissem Abstand. Doch er arbeitet sich immer weiter vor, immer näher an sie ran. Und er hat keinerlei Skrupel, wenn ihm etwas oder jemand im Weg steht.

„Die Musik ist in meinem Kopf. Es ist ein ständiges Tönen und Rauschen. Ein Chor, der sein Lied noch nicht gefunden hat. Die Stimmen räuspern sich, flüstern und raunen, reden durcheinander. Ich kann nicht verstehen, was sie sagen möchten.“ (Milan, Seite 20)

Das Setting, das der Autor hier gewählt hat, finde ich sehr passend. Berlin bietet als Großstadt die Anonymität, die auf der einen Seite toll sein mag, auf der anderen Seite aber auch einsam macht und verstören kann. Die perfekte Gelegenheit für einen Stalker, um das Objekt seiner Begierde länger beobachten zu können, ohne aufzufallen. Die Hoffnungen, mit der Jazz ihr neues Leben begonnen hat, sind zerplatzt wie eine Seifenblase. Eine Aktion – und das war’s.

Der Plot hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Jazz und Milan geschrieben. So erleben wir als Leser alle Gefühle und Taten der beiden hautnah. Die Spannung ist von Milans erstem Auftreten an spürbar und lässt auch nicht nach. Die ganze Zeit habe ich drauf gewartet, dass etwas passiert. Doch als es passierte, war ich trotzdem schockiert. Zuviel Angst hatte ich vor dem, was durch Milans Kopf und somit auch durch meinen schwirrte. Den Verlauf, den die Geschichte nahm, konnte ich gut nachvollziehen.
An einer Stelle habe ich mich aber doch über Jasmins Verhalten gewundert. Ich hätte mir da von ihr anderes Handeln gewünscht. Auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, was im wahren Leben passieren würde und sollte.

„Dieser Riss, den ich jedes Mal spüre, wenn sie nicht am Heinrichplatz steht, wenn vorn im Bus ein anderer auf ihrem Platz sitzt, der Riss geht immer tiefer, und ich fürchte mich manchmal vor dem, was geschehen wird, wenn er ganz hinabgreift in den Grund meiner Seele.“ (Milan, Seite 25)

„Der Zorn des Lammes“ ist ein spannender Jugendthriller, der mit ausgereiften Charakteren und einer düsteren und echten Stimmung punktet. Als Leser sollte man nicht zu zart besaitet sein, oder ansonsten lieber von dem Buch die Finger lassen.

„Jetzt geht es mir wieder gut.
Alles, was ich tue, tu ich für sie.
Außerdem haben sie mir keine andere Wahl gelassen. Ich lasse mich nicht gern abweisen. Ich lasse mich nicht mehr kränken. Sie haben mir keine andere Wahl gelassen.“ (Milan, Seite 48)

4,5

SaCre


[Rezension] Letztendlich sind wir dem Universum egal | David Levithan

1 Buch - 2 MeinungenLetztendlich sind wir...

Titel: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Autor: David Levithan
Original Titel: Every Day
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Fischer FJB
ISBN: 978-3-8414-2219-4
Veröffentlichung: 27. März 2014
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Zum Inhalt:

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.
Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?
Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?

Meinung SaCre:

 Ich habe das Buch aufgeschlagen, und sofort war ich mitten im Geschehen, mitten in der Welt von A. Und diese Welt ist alles andere als normal. Jeden Morgen ein anderer Körper, ein anderer Name, eine andere Geschichte an die A sich gewöhnen musste – und ich ebenso. Doch das fiel mir alles andere als schwer. Autor David Levithan hat es geschafft, mich geschickt an die Hand zu nehmen und mich sicher durch As Leben und diese Geschichte zu führen.

„Jeden Tag bin ich jemand anders. Ich bin ich – so viel weiß ich – und zugleich jemand anders.
Das war schon immer so.“ (Seite 7)

Früh lernt A die junge Rhiannon kennen – und sofort war es um ihn geschehen. Das schüchterne Mädchen hat es ihm angetan und schon handelt er gegen all seine Prinzipien und überlegt sich, wie er sie möglichst schnell wiedersehen kann. Man kann hier auch nicht von einem Protagonisten sprechen. Eigentlich kann man nicht von EINEM Protagonisten sprechen, denn jeder Tag hat eine andere Hauptperson. Doch ist man real, wenn man keinen festen Körper hat? Auch der Ausdruck „wahre Schönheit kommt von innen“ bekommt in dieser Geschichte eine ganz andere Bedeutung.
Rhiannons erstes Treffen mit A findet statt, als dieser im Körper ihres Freundes aufwacht. Er gestaltet den Tag ganz anders, als sie es gewohnt ist. Und tief in sich drin spürt sie, dass irgendetwas anders ist.
Als A ihr irgendwann offenbart, was mit ihm los ist, ist Rhiannon skeptisch. Doch sie hört auf ihr Gefühl und handelt im Laufe der Geschichte entsprechend. Zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle, die eigentlich nicht vorhanden sein dürften und die – rational betrachtet – keine Zukunft haben. Doch der Autor hat es geschafft, hier eine glaubwürdige und schöne Liebesgeschichte zu stricken, die sich in die seltsame Welt von A einfügt.
Auch die anderen Personen, die sich im Buch tummeln, sind interessant und in kurzer Zeit vom Autor sehr gut beschrieben..

„Kein Leben ist real, wenn niemand um seine Realität weiß. Und ich will, dass mein Leben real wird.
Wenn ich mich an mein Leben gewöhnt habe, kann jemand anders das vielleicht auch?

Wenn sie an mich glaubt, wenn sie das Ungeheuerliche genauso spürt wie ich, wird sie auch die Geschichte glauben.“ (Seite 117)

Der Verlauf der Geschichte hat mich überrascht. Auf durchgängig hohem Unterhaltungs- und Spannungsniveau flogen die Seiten durch meine Hände. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Immer wieder wollte ich wissen, in welchem Körper und welchem Leben A als nächstes aufwacht und wie es mit ihm und Rhiannon weiter geht. Der tolle Schreibstil des Autors hat erheblich dazu beigetragen. Immer wieder bin ich über Sätze gestolpert, die mich zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht haben (im positiven Sinne).

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich allerdings. Das Ende war mir etwas zu seltsam. Die Geschichte mit dem Pfarrer erschien mir zu überdreht und war für mich nicht mehr so glaubwürdig, wie der Plot bis dahin war.
Als „stand alone“ finde ich das Buch umwerfend. Doch der Autor hat schon für 2015 das Sequel in Planung. Die Geschichte soll dann aus Rhiannons Sicht erzählt werden. Das trübt meinen Eindruck ein wenig.

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ist eine unglaubliche Liebesgeschichte der anderen Art. David Levithan lotst die Leser auf einer fantastischen Entdeckungsreise in ein scheinbar weit entferntes Universum, das doch allzu real ist.

„Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit.
Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.“ (Seite 392)

4,5

Meinung SaFi:

Ziemlich schnell war ich ziemlich überrascht. Im meinem Kopf spukten Gedanken an eine SiFi-Geschichte rum – vor dem Lesen. Nachdem ich dann ein paar Seiten gelesen hatte, staunte ich auf einmal nicht schlecht: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ist eine geschickt getarnte Liebesgeschichte. Natürlich ist das Buch aufgrund der Umstände, die das Leben von A bestimmen andere als „normal“, doch die wunderbar gefühlvollen Dialoge zwischen A und Rhiannon machen es eindeutig zu einer Liebesgeschichte.

„Gestern war ich ein Mädchen aus einem Ort, der schätzungsweise zwei Stunden von dem hier entfernt liegt. Vorgestern war ich ein Junge und lebte noch mal drei Stunden weiter weg. Schon jetzt vergesse ich, was die beiden im Einzelnen ausgemacht hat. Das muss ich, sonst weiß ich endgültig nicht mehr, wer ich bin.“ (Seite 10)

A als Hauptcharakter hat mir sehr gut gefallen. Als Leser lernt man ihn, sein Leben und die Umstände, die es so besonders und außergewöhnlich machen, von Anfang an gut und mit der Zeit immer besser kennen. Verständnisschwierigkeiten kommen so nicht auf.

Die Entwicklung von A im Laufe der Geschichte hat David Levithan gut durchdacht und überzeugend zu Papier gebracht. A hat mit der Zeit feste Regeln für sich aufgestellt, um sein und auch das Leben derer, in dessen Körper er jeden Morgen aufwacht, nicht auf den Kopf zu stellen und keine Katastrophen in den geliehenen Leben anzurichten. Ab dem Zeitpunkt, wo er Rhiannon kennenlernt, beginnen seine Vorsätze zu bröckeln. Dank der passen gewählten Worte des Autors und den nachvollziehbaren Gedankengängen von A habe ich zu keinem Zeitpunkt an As Handlungen gezweifelt.

„Ich will bleiben.
Ich bete darum, zu bleiben.
Ich schließe die Augen und wünsche mir, zu bleiben.“ (Seite 41)

Aber auch Rhiannon ist ein toller Charakter, die sich ebenfalls mit der Zeit entwickelt. Anders zwar, als A, doch auch sie wirft einiges über Bord, um an das Unmögliche glauben zu können. Levithan hat mit A und Rhiannon zweifelsohne starke Charaktere ins Rennen geschickt, die keinerlei Problem haben, diese Geschichte zu tragen.

Dem Plot mangelt es für meinen Geschmack an nichts. Auf den 400 Seiten kommt zu keiner Zeit auch nur ansatzweise Langeweile auf – durch eine unbedachte Tat von A wird es mit einem mal sogar richtig spannend. Insgesamt ist die Geschichte von A sehr abwechslungsreich und lädt auch zum Nachdenken ein.

„Gleich wird sich alles ändern, und ich fürchte, eines Tages werde ich mich nach genau dieser Minute sehnen, in der noch nichts ausgesprochen ist, werde die Zeit zurückdrehen und ungeschehen machen wollen, was jetzt kommt.“ (Seite 118)

Mit der Zeit verändert sich im Gleichschritt zu As Gefühlen und Gedanken auch der Einstieg in die Kapitel – während es vor Rhiannon darum ging, so schnell wie möglich zu erfahren, wer A heute ist, wird mit der Zeit immer wichtiger, wie weit er beim Aufwachen von ihr entfernt ist. Ein schönes Stilmittel, um die immer tiefer werdenden Gefühle schriftlich auszudrücken.Und das Ende ist einfach was fürs Herz und bestens dafür geeignet, das eine oder andere Tränchen zu vergießen.

Für „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ die richtigen Worte zu finden, ist nicht einfach. In eine Schublade stecken lässt es sich erst recht nicht, denn es steckt so viel mehr in diesem Buch, als man vielleicht denken mag. Ich bin absolut begeistert und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

»Wie heißt du heute?«
»A. Für dich immer A.« (Seite 218)

5

Nachtrag, 05.04.2014: es gibt ein Bonuskapitel. :)
http://www.fischerverlage.de/Levithan_E-Book-Extra.pdf


{Rezension} Selection – Die Elite (The Selection #2) | Kiera Cass

die elite

Autor: Kiera Cass
Titel: Die Elite (OT: The Elite)
Seitenzahl: 384
Verlag: Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-6242-9
Veröffentlichung: 20. Februar 2014
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„Von allen großen Traditionen unseres Landes löst wohl kaum eine solche Begeisterung aus wie das Casting. Einst geschaffen, ein tieftrauriges Volk aufzuheitern, scheint es noch immer euphorisierend zu sein, mitzuerleben, wie zwischen einem Prinzen und seiner zukünftigen Prinzessin eine große Liebesgeschichte entsteht.“ (Seite 149)

Die Elite steht – die letzten 6 Mädchen sind im Rennen um den Platz an Prinz Maxons Seite. Natürlich freut America sich, zur Elite zu gehören. Schlägt ihr Herz doch für Maxon. Doch schlägt es auch nur für ihn? Schließlich ist da noch Aspen. Ihr Aspen. Ihre Jugendliebe, der nun als Wächter auch im Palast an ihrer Seite ist.
Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, hat sie auch mit Mädchenproblemen zu kämpfen. Denn es ist nicht alles harmonisch, wenn 6 verschiedene Mädchen um einen Prinzen und die Krone kämpfen…

„Ich seufzte leise. Sie hatte ja so recht. Liebe war eine schöne Form von Angst.“ (Seite 78)

Der zweite Band schließt nahtlos an das Ende des ersten Teils an. Und so war ich schnell wieder (geheimes) Mitglied im Palast und konnte von meinem Sofa aus die Elite. :)

America ist ganz schön im Zwiespalt. Sie ist gefangen in ihren Gefühlen – sowohl für Maxon, als auch für Aspen. Ebenso fühlt sie sich wohl im Palast, doch sind die Herrscher auch die, denen sie und ihre Kaste den Hunger zu verdanken haben.
Als wären das nicht schon genug Probleme, gibt es bei einem Haufen Mädchen, die um die Gunst eines Prinzen buhlen, natürlich auch jede Menge Streit, Intrigen und Zickereien. Da America so etwas bisher nicht kannte, kann sie nur schwer damit umgehen.
Schließlich löst sie noch einen riesen Eklat im Königshaus aus. Auf so eine Situation habe ich geradezu gewartet. Natürlich werde ich hier nicht verraten, um was es geht. Das sollt ihr selber herausfinden. :)

Aspen ist dauernd in Americas Nähe. Und so schafft er es immer wieder, dass sie über ihre Beziehung nachdenkt und sich auch ausmalt, wie eine Zukunft mit ihm aussehen könnte. Als Wächter nimmt er die Rolle ihres Beschützers ein – das gibt ihr ein gutes Gefühl.

Kommen wir zu Maxon. Ich frage mich die ganze Zeit schon: bin ich Team Maxon oder Team Aspen? Eigentlich bin ich ja geneigt, eher für den Underdog Partei zu ergreifen. Doch in diesem Fall bin ich mir nicht so sicher. Denn Maxon hat sich meine Sympathie erarbeitet. Doch ist er kein Kind von Traurigkeit. Das erschüttert America –  allerdings hält sie ihn selber auch hin und wieder auf Abstand.

Für Spannung sorgen nicht nur die Rebellenangriffe, sondern auch das Tagebuch von Gregory Illea. Dieses offenbart eine Menge Geheimnisse der Vergangenheit und weckt Americas Neugier – nicht nur ihre, meine ebenso! Welche Veränderungen gab es in Illea? Und wie sah es eigentlich vorher dort aus? Wer hat die Kasten eingeführt?

„War es wirklich so simpel? Man erzählte einer Generation eine Geschichte und wiederholte sie so lange, bis sie schließlich als Tatsache allgemein akzeptiert wurde?“ (Seite 295)

Der zweite Band der „The Selection“ Trilogie hat mich sogar noch etwas besser gefallen, als Band 1. Die Dreiecksbeziehung zwischen America, Maxon und Aspen unterhält mich gut und sorgt dafür, dass ich ab und zu mit der jungen Frau mitfühle und merke, wie ich selber zwischen den beiden Herren schwanke. Immer wenn ich glaube, ich hätte den perfekten Partner für sie gefunden, stimmt irgendetwas mich wieder um.
„Die Elite“ ist ein unterhaltsames Buch, das den Leser zu vergnüglichen Lesestunden in den Königspalast einlädt.

„Ich schwieg, völlig überwältigt, wie immer, wenn er die geheimsten Winkel meines Herzens berührte. Irgendwo tief in mir drin machte ich mir aber auch Sorgen, wie leicht ich seinen Worten Glauben schenkte.“ (Seite 202)

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Reiheninfo:
1. Selection // The Selection
2. Die Elite // The Elite
3. ?? // The One
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4,5

SaCre


[Rezension] Verdammt gute Nächte | Kathrin Schrocke

1 Buch - 2 MeinungenVerdammt gute Nächte_Artikelbild

Titel: Verdammt gute Nächte
Autor: Kathrin Schrocke
Seitenzahl: 208
Verlag: Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-6713-4
Veröffentlichung: 20. Februar 2014
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Zum Inhalt:

Seit wann muss Liebe einen Sinn ergeben?
Jojo ist 15 und zählt zu den einsamsten Geschöpfen auf diesem Planeten. Sein Freund Michael steht auf schlechte Pornos, sein Freund Sushi ist ein adoptierter Japaner und Musterschüler, und seine erste große Liebe Lilli ist – seit einem Monat mit Michael zusammen. Dann taucht plötzlich Puma auf. Sie ist hübsch, cool, witzig und fährt einen roten Alfa Romeo Spider. Aber das Wichtigste ist: Sie nimmt ihn ernst. Die Sache hat nur einen Haken: Puma ist doppelt so alt wie er … (Quelle: http://www.fischerverlage.de)

Meinung SaCre:

„Was bitte hatte das mit den Infos aus dem Aufklärungsunterricht zu tun? Es musste irgendwo noch stinknormalen Sex geben. Ein Mann, eine Frau. Ein multipler Orgasmus.“ (Seite 11)

Es ist ein heikles Thema, mit dem die Autorin Kathrin Schrocke sich hier auseinandersetzt. 

Jojo mit seinen knapp 16 Jahren hat Probleme, wie Jugendliche sie heute haben. Er ist noch Jungfrau. Und die Jungs reden ganz schön viel über Sex. Michael besonders; für ihn scheint es nur um Pornos, nackte Frauen und Geschlechtsverkehr zu gehen.
Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass Jojo sich etwas unter Druck gesetzt fühlt. Und als ihm immer wieder die Gedanken an Sex kommen, ist er damit etwas überfordert.
Als Puma, die Freundin seiner Mutter bei ihnen einzieht, beginnt der Jugendliche immer mehr an sie zu denken, und weniger an die Mädels in seinem Alter. Dieser Prozess ist schleichend und von der Autorin gut dargestellt.
Sushi, der andere beste Freund von Jojo, ist da anders. Er ist von Natur aus eher zurückhaltend. Und er sieht Jojos Schwärmereien für Puma von Anfang an kritisch. Er versucht sogar, ihm das auszureden. Während Michael Jojo in alter Draufgängermanier nur noch weiter anstachelt.

Überhaupt hat die Geschichte mich mit realistischen Charakteren und Dialogen überzeugen können. Das Herangehen der Autorin ist relativ sensibel. Die Eltern von Jojo hat sie sehr hilflos gezeichnet. Da habe ich mich gefragt, ob die Eltern im wahren Leben sich ebenso dieser Hilflosigkeit hingeben würden. Doch das kann ich mir persönlich nicht vorstellen.

„>>Das ist strafbar!<<, wiederholte Sushi. Er schien gerade eine Art juristisches Tourettesyndrom zu entwickeln.“ (Seite 138)

Es gibt eine große Schlüsselszene im Verlauf der Geschichte. Und hier komme ich wirklich ins Grübeln, ob das tatsächlich für 14jährige geeignet ist. Wir haben viel und kontrovers über diese Szene diskutiert und wie die Geschichte danach weiter läuft. Aber kann die Zielgruppe das tatsächlich auch so umsetzen? Ich muss ehrlich sagen, dass ich das bezweifle. Von daher sehe ich die Einstufung der Altersempfehlung als kritisch. Ich würde das Buch keinem unter 16 Jahren empfehlen.

Für mich hat die Autorin das Thema gut behandelt. Sie erzählt hier eine interessante Geschichte, die jede Menge Stoff zum Diskutieren gibt. Um ehrlich zu sein, habe ich im Voraus mit etwas mehr sexuellen Handlungen gerechnet. Ich bin aber sehr froh, dass das nicht so eingetroffen ist!
Die Story ist gut erzählt, auch das Dilemma, in dem Jojo steckt, wurde mir gut vermittelt. Was ich von dem Ende halten soll, weiß ich auch immer noch nicht so richtig. Das wird wohl auch noch eine Weile dauern.

Ich überlege auch gerade, wie ich meine Empfehlung formulieren soll. Wem kann ich dieses Buch, das mir gut gefallen hat, empfehlen? Und warum kann ich es empfehlen? Schwierig. Es ist nicht unbedingt als „leichte Kost“ zu betiteln. Und auch nicht für unter 16jährige – eine gewisse Reife sollte der (jugendliche) Leser schon haben. Und Eltern? Hm, wollen die wirklich solch ein Szenario vor Augen haben? Ich bin kinderlos, Anfang 30, mir hat es gefallen – jetzt dürft ihr euch daraus was zusammen basteln. :)

Ich gebe der Autorin für ihr Werk 4,5 Herzen!

„Ich wollte wissen, warum sie ihren Mann verlassen hatte.
Ich wollte wissen, was sie beruflich machte.
Ich wollte wissen, warum sie so ein teures Auto fuhr.
Ich wollte wissen, weshalb sie ständig diese uralten T-Shirts aus dem letzten Jahrhundert trug, anstatt sich Klamotten für Frauen ihres Alters zu kaufen.
Ich wollte wissen, warum sie an einem Samstagabend mit mir in der Küche eines alten Forsthauses saß und gemeinsam mit mir kochte.“ (Seite 62)

4,5

Meinung SaFi:

Vor dem Lesen hatte ich eigentlich keine richtige Ahnung, was mich in diesem Buch erwarten würde. Der Inhalt klang für mich sehr interessant und ich war gespannt, wie Kathrin Schrocke dieses brisante Thema umsetzen würde. Nach dem Lesen bleibe ich leider zwiegespalten zurück. Während der ersten Hälfte des Buches war meine Lesewelt noch in Ordnung und ich genoss den tollen Stil der Autorin und die Geschichte, die sie zu Papier gebracht hat. Doch dann kam die Wende – mit einem großen Knall. In der Geschichte und auch bei meinem Lesegefühl. Ich möchte zwar nicht sagen, dass ich schockiert gewesen bin, aber mein Gemütszustand kam da schon recht nah dran.

„Ich sehnte mich nach jemandem. Nach jemandem, dem ich etwas bedeutete. Der mir etwas bedeutete.“ (Seite 14)

Zuerst lernt man Jojo, seine Freunde, Familie, Gedanken und Probleme kennen. Jojos Charakter ist toll gezeichnet. Man merkt ziemlich deutlich, dass ihm was fehlt. Und auch, was ihm fehlt. Seine Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und Aufmerksamkeit ist die ganze Zeit über mehr als greifbar. Auch, wenn Jojo das nur dem Leser erzählt. Seine Eltern und Freunde scheinen nicht zu ahnen, was in ihm vorgeht, da er nach außen hin wie der typische, 15-jährige Junge wirkt. Über sein wahres Seelenleben weiß nicht mal er so wirklich Bescheid, hatte ich manchmal das Gefühl. Doch dann trifft er auf Puma. Und mit einem Mal wird ihm klar, was er will: Puma.

Die Erwachsenen in „Verdammt gute Nächte“ haben mich größtenteils den Kopf schütteln lassen – immer wieder. Jojos Eltern wirkten auf mich lustlos, sich mit der Thematik/Problematik beschäftigen zu wollen, nachdem sie davon erfahren haben. Anfangs dachte ich noch, dass sie vielleicht nicht wissen, wie sie mit ihrer Hilflosigkeit umgehen sollen. Doch gegen Schluss des Buches verbannte ich diesen Gedanken aus meinem Kopf. Gerade das Verhalten von Jojos Mutter konnte ich nicht mal ansatzweise nachvollziehen. Pumas Verhaltensweise bleibt da außen vor, da ich über sie leider viel zu wenig erfahren habe, um eine konkret begründete Meinung von ihr haben zu können. Mal abgesehen davon, dass sich eine erwachsene Frau nicht so verhalten darf, wie ich finde.

An sich finde ich es immer gut, wenn Bücher – auch Jugendbücher – Tabuthemen behandeln, Stoff für Diskussionen liefern und zum Nach- und evtl. auch Umdenken anregen. Doch bei „Verdammt gute Nächte“ wurde das brisante Thema an manchen Stellen – für meinen Geschmack – leider ein wenig zu brisant umgesetzt.

„Meine Knie wurden weich, und für einen Augenblick fühlte es sich an, als würde ich schweben. Ich war nicht mehr im Garten am Rande unseres Dorfs. Ich befand mich in einer gänzlich anderen Galaxie. Hier galten die Gesetze der Erde nicht. Es gab keine Schwerkraft, es gab keine Grenzen. Ich bewegte mich schwerelos durch Raum und Zeit. Puma, meine Weltraumgefährtin, hielt ich fest an den Händen.“ (Seite 121)

Um ehrlich zu sein, kann ich mir nicht vorstellen, dass Jugendliche im Alter von 14 Jahren wirklich wissen, wie mit dem Gelesenen währenddessen und auch im Nachhinein umgehen sollen und was die Botschaft in diesem Buch für sie sein soll. Selbst ich weiß das mit meinen 31 Jahren nicht wirklich… Ich weiß nicht, was mir dieses Buch sagen soll. Das es mir sagen soll, ist für mich klar. Nur was, weiß ich leider nicht.

Vielleicht geht es in diese Richtung: Meine Grundhaltung zu diesem Thema ist glasklar. Und daran hat sich nach diesem Buch auch nichts geändert. Und doch hat Kathrin Schrocke es geschafft, dass viele Gedanken und Aspekte zu diesem Thema kreuz und quer durch meinen Kopf schießen. Darunter auch ein paar, die vorher vielleicht noch nicht da waren.

„Verdammt gute Nächte“ ist kein „typisches“ Jugendbuch. Kathrin Schrocke nimmt sich darin eines Tabuthemas an, dessen Umsetzung mich leider nicht vollends überzeugen konnte. Dennoch ist das Buch absolut lesenswert und lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein.

3,5SaFi


[Rezension] Draußen wartet die Welt | Nancy Grossman

Draussen wartet die Welt von Nancy GrossmanTitel: Draußen wartet die Welt
Autor: Nancy Grossman
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40215-3
Veröffentlichung: 10. Februar 2014
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Kein Handy, kein Kino, kein Make-up … Was für jedes andere Mädchen unvorstellbar klingt, ist für die 16-jährige Eliza die einzige Welt, die sie kennt. Eliza gehört zur Gemeinde der Amish und lebt mit ihrer Familie ein frommes, abgeschiedenes Leben wie vor Hunderten Jahren. Doch diesen einen Sommer darf sie in der Welt draußen verbringen, mit all den Verheißungen und Versuchungen, die diese birgt. Der erste Film, der erste Song, der erste Kuss. Dort lernt Eliza auch Joshua kennen. Sie weiß, sie wird am Ende eine Entscheidung treffen müssen … und diese wird endgültig sein. (© cbj)

Draußen wartet die Welt_Artikelbild

Meine Meinung:

Lange überlegen, ob ich dieses Buch lesen möchte, musste ich nicht. Nicht bei diesem tollen Cover, das hervorragend zu der Geschichte passt. Nicht bei diesem Thema, das ich total interessant finde.

Ziemlich schnell ist mir ein Punkt besonders aufgefallen: Nancy Grossman fällt keinerlei Urteil über die Amish. Sie sind Teil der Geschichte, die sie erzählt – nicht mehr, nicht weniger. Als Leser erfährt man einiges über das Leben der Amish. Aber nicht in Oberlehrermanier. Die Autorin lässt einen einfach ein wenig am ihrem Leben teilhaben. So entdeckt man neue Inhalte und liest auch bereits bekannte Dinge.

„Meine Mutter ermahnte mich jedes Mal aufs Neue. Die Gäste kamen zu uns, um ein einfaches Amisch-Abendessen zu genießen und einen Blick auf unser Leben zu erhaschen, aber sie wollte nicht, dass ich auch einen Blick auf das ihre warf. Sie leben in ihrer Welt und wir in unserer, sagte sie dann immer, als ob das meine Neugier befriedigen würde.“ (Seite 7/8)

Worüber ich z. B. noch nichts wusste, war das Freundschaftsbrot: Eine Freundin setzt einen Teig an, von dem sie dann gleich große Stücke an die anderen verteilt. Zur gleichen Zeit schieben dann alle Freundinnen das Freundschaftsbrot in ihren jeweiligen Ofen. So weiß jede, was die andere genau in diesem Moment macht und sie fühlen sich verbunden. Jetzt freue ich mich, dass ich diese Tradition der Amish kenne. Ich finde sie sehr schön. Und sie sagt auch einiges aus, wie ich finde.

Der Schreibstil von Nancy Grossman ist toll zu lesen. Sie beschreibt Elizas bisheriges Leben und das in der neuen Welt mit stets passenden Worten, die die Gefühle, Gedanken und Taten von Eliza wunderbar transportieren. Ich habe es genossen, an Elizas Seite zu sein, während sie, die für sie völlig neue Welt erkundet. Dabei kam es zu verwirrenden, lustigen und auch wehmütigen Erfahrungen… Was glaubt ihr, an was Eliza denkt, wenn ihr jemand erzählt, dass er in einem Apple-Store arbeitet?

„Ich hatte Heimweh nach einer Welt, die ich noch nie gesehen hatte.“ (Seite 41)

Eliza ist mir direkt ans Herz gewachsen. Sie ist ein tolles Mädchen, das ihren eigenen Kopf hat und für ihren Traum kämpft. Die Autorin hat ein ziemlich realistisches Bild ihrer Hauptdarstellerin gezeichnet. Eliza wirkt zu jeder Zeit authentisch. Und auch die anderen Personen im Buch vermitteln dieses Gefühl. Auch Josh ist ein toller Charakter. Seine Art und Weise, Eliza die große neue Welt zu zeigen ist einfach toll. Die Liebesgeschichte der beiden ist süß und bitter zugleich und fügt sich perfekt in die Geschichte ein.

Leider hatte ich an ein, zwei Stellen das Gefühl, dass das Buch zur sehr um meine Aufmerksamkeit buhlt. Dramatische Enthüllungen und schicksalhafte Begebenheiten tauchten auf einmal auf und ich wusste nicht so recht, was ich damit nun anfangen soll. Denn nötig hatte das Buch diese Wendungen definitiv nicht. Ich hätte auch so weiter gelesen. Eliza wäre ihren Weg auch so gegangen. So hatte das Buch stellenweise leider einen für mich unpassenden Unterton.

„Ich versuchte, mir vorzustellen, wie diese zukünftige Eliza wohl aussah, während sie das Tagebuch las. Würde sie in einer von Kerosinlampen erleuchteten Küche sitzen, ihre Kapp auf dem Kopf, ihre Schürze eng um ihre Taille gebunden? Oder saß sie in einer modernen Küche, umgeben von piepsenden Maschinen, und trug eine Hose und eine Bluse mit Köpfen?“ (Seite 260)

Das Ende habe ich mir genauso gewünscht, wie die Autorin es zu Papier gebracht hat. Denn Eliza hat ihren Weg gefunden. Welcher das sein wird, war mir dabei gar nicht wichtig und ich werde darüber auch nichts verraten. Wichtig war für mich nur, dass Eliza ihn – und auch zu sich selbst – findet. In welcher Form auch immer.

„Draußen wartet die Welt“ ist ein tolles Jugendbuch, das den Lesern Einblicke in das Leben der Amish ermöglicht und die zarte Liebesgeschichte von Eliza und Josh erzählt. Ich habe es genossen, die Welt in der wir leben, durch Elizas Augen betrachten zu können.

4,5SaFi


[Rezension] Für immer Ella und Micha | Jessica Sorensen

1 Buch - 2 MeinungenFür immer Ella und Micha_Artikelbild
 
Titel: Für immer Ella und Micha (Ella und Micha 2)
Autor: Jessica Sorensen
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41773-1
Veröffentlichung: 13. Januar 2014

Zum Inhalt:

Während Micha sich einen Traum erfüllt und mit seiner Band auf Tour geht, ist Ella ans College zurückgekehrt. Sie sehnt sich nach Micha, aber in letzter Zeit sind die gemeinsamen Momente selten geworden. Zugleich machen die Abgründe in ihrer Familie es Ella schwer, an ihr Glück zu glauben. Sie will Micha auf jeden Fall davor schützen, und eines Tages trifft sie eine radikale Entscheidung, die sie für immer von ihm entfernen könnte.

Meinung SaCre:

„Ich lächle, aber es  fühlt sich unecht an. Die Leute machen fast nie absichtlich Dinge, mit denen sie andere verletzen, und trotzdem passieren sie eben, weil ein Moment besonders intensiv wird, weil man nicht nachdenkt oder weil man schlicht Worte ausspricht, die besser im Kopf geblieben wären.“ (Seite 47, Ella)

Der zweite Teil setzt nahezu nahtlos an das Ende des ersten Buches an.
Ella ist wieder am College und geht dort ihrem Alltag nach. Micha ist unterwegs und tourt mit der Band. Er ist weit weg von seiner Freundin, und beide können sich nur an Wochenenden sehen.
Was zunächst auffällt: die beiden sind immer noch total abhängig von einander. Ella kann nicht ohne Micha, Micha kann nicht ohne Ella. Man merkt beiden an, dass sie unter der Trennung leiden. Doch natürlich möchte auch jeder seinen Träumen nachgehen. So sind Telefonate kostbar, Treffen nahezu unbezahlbar. Und da tut Ella auch mal alles, um Micha spontan besuchen zu können und ihn wenigstens ein paar Stunden zu sehen.

Tja, und es könnte alles so einfach sein. Wäre da nicht die jeweilige Vorgeschichte der beiden – mit all den Problemen, denen sie während Kindheit und Jugend ausgesetzt waren. Vorallem Ella ist ein weiterhin sehr komplizierter und komplexer Charakter. Oft handelte sie für mich irrational. Doch wenn man über ihr Wesen nachdenkt, haben die Verhaltensweisen wieder gepasst.

Es ist wieder ein totales Up & Down zwischen den beiden. Sie lieben, sie streiten, sie können nicht ohne einander, sie können aber auch nicht miteinander reden. Das gehört zu den beiden dazu und macht sie zu einem perfekten Paar. Trotz allem wirkte die Beziehung für mich reifer – und ich war nicht mehr so genervt von beider Abhängigkeit.
Durch den Schreibstil der Autorin lässt sich die Geschichte gut und zügig lesen. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf der Story auch absolut einverstanden. Allerdings hätte ich auch mit einem anderen Schluss leben können. :)

„Wenn sie so weit ist, wird sie es mir sagen. Das hoffe ich zumindest. Aber was ist, wenn sie es nicht tut? Was ist, wenn Ich mein Leben lang einem Geist nachjage?“ (Seite 117, Micha)

Mir hat dieser Teil besser gefallen, als der erste.  Die Geschichte hat mich gut unterhalten, auch wenn die Liebe oft von schwermütigen und melancholischen Gedanken begleitet wird. Daher vergebe ich hier runde

4

Meinung SaFi:

Es beginnt wieder mit einer Brücke. Und wieder steht Ella auf dieser Brücke. Doch diesmal sind die Vorzeichen andere… Denn Ella und Micha sind nun ein Paar. Nach vielen Ups & Downs, nach vielen Worten und Gedanken. Doch so einfach genießen können sie ihr frisches Liebesglück nicht: Ella ist wieder am College, Micha tourt mit seiner Band. Sie sehen sich kaum und vermissen den anderen sehr. Zudem nagen an Ella auch starke Zweifel, ob sie Micha – mit all ihren Problemen – wirklich glücklich machen kann.

„Ich wache in einem stillen Zimmer auf, Ella in meinen Armen und ihren nackten Körper an meinem. Wäre es doch möglich, jeden Morgen so aufzuwachen! Doch dafür müsste einer von uns etwas Wichtiges aufgeben.“ (Seite 54)

Die Emotionen nehmen selbstverständlich wieder einen großen Teil des Buches in Anspruch. Doch Kitsch sucht man vergeblich. Jessica Sorensen hat die Geschichte von Ella und Micha so zu Papier gebracht, dass das Gelesene real wirkt. „Für immer Ella und Micha“ kommt ein wenig erwachsener/reifer daher als noch der erste Teil, denn Ella und Micha entwickeln sich. Langsam zwar und durchaus auch mit Rückschlägen, aber stetig. Die große Frage in diesem Buch: Haben Ella und Micha eine gemeinsame Zukunft? Auf beiden lastet noch immer die schwierige Vergangenheit und sie müssen einen Weg finden, damit umgehen zu können.

Das ewige Hin und Her in der Beziehung der beiden (egal ob nun als Freunde oder als Paar), vor allem von Ella, kann einen durchaus nerven. Für mich gehört dieses Verhalten aber zu Ella und zu dieser Geschichte. So ist sie nun mal und das hat auch seine (schrecklichen) Gründe. Und ohne diese Verhaltensweisen von Ella wäre die Geschichte von Ella und Micha nicht die, die ich gelesen habe. Und wahrscheinlich hätte ich sie dann auch nicht so sehr gemocht. Denn die Charaktere von Jessica Sorensen sind das große Plus der Bücher. Sie sind kompliziert aber auch so unglaublich liebevoll und voller Leben.

„Ich will, dass er mich genauso sehr hasst wie ich mich hasse.
Auf diese Weise kann ich ihn nicht mit mir in den Abgrund reißen. (Seite 89)“

Der Stil der Autorin sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Ella und Micha geben sich in der Erzählung die Klinke in die Hand. So wird die Geschichte lesetechnisch ein wenig aufgelockert und man lernt beide gut bzw. besser kennen. Auch die anderen Charaktere kommen dem Leser ein wenig näher. Was auch ganz gut ist, denn zwei von ihnen werden im dritten Teil der Ella und Micha-Reihe die Hauptrollen spielen: Lila und Ethan.

Was meine Lesefreude ein wenig getrübt hat, war der Titel des Buches – egal ob deutsch oder englisch. Ich habe mich darauf gefreut wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle zu lesen, mit Ella und Micha leiden und lieben zu können. In diesen Genuss bin ich zwar gekommen, doch immer wenn eine der vielen Tiefen auf dem Plan stand und ich Angst hatte, dass nun gleich alles aus und vorbei sein könnte, spukte im meinem Kopf der Gedanke rum, dass vorne auf dem Cover „Für immer“ bzw. „The Forever“ steht. Für mich eine Botschaft, dass am Ende alles gut ausgehen wird… So konnte ich nicht ganz so sehr mitfühlen, wie ich es mir gewünscht hatte.

„Er hebt den Kopf und sieht mich an. Als seine Lippen wieder auf meinen sind, geht es nicht um Lust oder Verlangen oder sonst was. Es geht darum, dass wir einander vervollständigen. (Seite 306)“

Im Großen und Ganzen hat mir „Für immer Ella und Micha“ genauso gut gefallen wie „Das Geheimnis von Ella und Micha“. Das Buch ist eine wunderbare, bitter-süße Lovestory von zwei jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach sich selbst sind und einen Weg finden müssen, mit der Vergangenheit abzuschließen.

4,5

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Die „Ella und Micha“-Reihe:

1. „Das Geheimnis von Ella und Micha“ (11.11.13)
2. „Für immer Ella und Micha“ (13.01.14)
3. „Verführt. Lila und Ethan“ (14.07.14)
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[Rezension] Wie ich Brad Pitt entführte | Michaela Grünig

Wie ich Brad Pitt entführte
 
Titel: Wie ich Brad Pitt entführte
Autor: Michaela Grünig
Seitenzahl: ca. 300 Seiten
Verlag: Knaur (KNAUR eRIGINALS)
ISBN: 978-3-426-43085-9
Veröffentlichung: 03. Juni 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Victoria Katherina Alberta Frederike Leenders – von den meisten bloß Vicky genannt – wuchs mit dem sprichtwörtlichen Goldenen Löffel im Mund auf. Und an dieser Lebenssituation hat sich bis heute auch nichts geändert. So muss sie nicht arbeiten, wohnt in dem luxirösen Loft ihrer Mutter, die in der Weltgeschichte rumtingelt und kann sich voll und ganz ihrer größten Leidenschaft hingeben: Tom Schneider – Hauptdarsteller der Kölner TV-Soap Südstadt.

In ihrer Naivität kann Vicky, die bis über beide Ohren in Tom verliebt ist, Realität und Fiktion nicht mehr voneinander trennen und beschließt, Tom bei seinem, in den Medien immer wieder thematisierten, Alkoholproblem zu helfen. Aus diesem Grund entführt Vicky den deutschen Brad Pitt und will ihm in ihrer Wohnung beim Entzug helfen.

Die Entführung bleibt natürlich nicht lange geheim. Schon bald schnüffelt ein Reporter rum und auch die Polizei bekommt Wind von der Sache. Doch Vicky hat noch ein anderes Problem: Sie wird den Entführten nicht mehr los…

Wie ich Brad Pitt entführte_Artikelbild

Meine Meinung:

Was auf den ersten Blick vielleicht wie die bekannte – und manchmal auch seichte – Chick-Lit-Unterhaltung klingt, hat in Wahrheit doch einiges mehr zu bieten. Ja sicher, Chick-Lit ist dieses Buch auch. Aber halt nicht nur.

„Klick! Gebannt schaue ich auf das Polaroid. Da! Man sieht schon was. Wow, Tom und ich. Unser erstes gemeinsames Foto! Es stört auch kein bisschen, dass er die Augen zu hat. Und selbst die silbernen Handschellen, die ihn am Bettpfosten festhalten, bemerkt man erst auf den zweiten Blick.“ (Pos. 144-46)

Die Autorin hat eine ziemlich komplexe Geschichte niedergeschrieben, die aus insgesamt drei Handlungssträngen besteht. Zu Beginn scheinen diese nicht wirklich viel miteinander zu tun zu haben. Doch mit der Zeit nähern sich die Geschehnisse Schritt für Schritt an und die Verzeigungen werden immer mehr deutlich. So plätschert die Geschichte nicht vor sich hin und es kommt selten Langeweile auf. Dennoch hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn die Autorin hier und da ein bißchen weniger auf die Tube gedrückt hätte. Stellenweise wirkte das Gelesene ein wenig überladen.

Mit den angedachten Chrakatereigenschaften ist Vicky Leenders eigentlich eine Person, die mir normalerweise von Grund auf unsympathisch wäre – halt typisch Tochter aus reichem Hause, die an nichts anderes denkt als sich selbst. Und doch hat Michaela Grünig es geschafft, dass ich ihre Protagonistin vom ersten Moment an mochte. Denn sie ist weit mehr als das verwöhnte und reiche Mädchen. Mit ihrer Naivität und ihren Verrücktheiten und ihrem Geplappere mochte ich sie richtig gern. Und auch die anderen Charaktere, von dem jeder ein wenig speziell ist, haben mir gut gefallen.

Michaela Grünig hat die Geschichte von Vicky mit einer guten Portion Humor ausgestattet, der auch in den Krimi-Anteil passte, den das Buch auch zu bieten hat. Meine Mundwinkel zeigten während des Lesens öfters mal nach oben und ich habe mich eigentlich die ganze Zeit über gut unterhalten gefühlt. Dazu trug auch der gut zu lesende und flüssige Stil der Autorin bei – vorallem bei den tollen Dialogen in diesem Buch.

„Also, wie war das noch mal? Ach ja: Mit der aktiven kreisförmigen Streicheltechnik bearbeite ich seinen Brustkorb im Uhrzeigersinn und murmele das Beruhigungsmantra »Alles wird immer besser und besser!« sanft in sein Ohr. Aber bekanntlich ist ja die Theorie immer leichter als die Praxis. Er windet sich wie eine Schlange unter meinen Händen.“ (Pos. 667-70)

Michaela Grünigs Roman bietet tolle und kurzweilige Unterhaltung mit sympathisch-schrulligen Charakteren. „Wie ich Brad Pitt entführte“ ist eine gut gemachte Kombination aus hauptsächlich Chick-Lit und ein wenig Krimi. Dadurch ist das Buch meiner Meinung auch für Leserinnen geeignet, die dem Genre Chick-Lit im Normalfall nicht allzu viel abgewinnen können.

4,5SaFi

Interview mit Michaela Grünig | Lesung aus „Wie ich Brad Pitt entführte“