{Rezension} Ihr seid nicht allein (Variant #2) | Robinson Wells

Ihr seid nicht allein

Autor: Robinson Wells
Titel: Ihr seid nicht allein (OT: Feedback)
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2141-8
Verlag: Fischer FJB
Veröffentlichung: 21. August 2014
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„Ich zögerte und starrte sie an. Sie war genau wie Mason oder Carrie oder Mouse oder irgendeiner der anderen aus der Schule – sie wusste nicht, wer sie war. Sie glaubte, sie half mir. Ich machte einen Schritt zurück.“ (Seite 7)

Benson und die verletzte Becky haben als einzige Schüler der Maxfield Academy überlebt. Auf ihrer Flucht, jenseits des Stacheldraht-Zauns, stehen sie plötzlich vor Jane. Die sollte doch eigentlich tot sein?!
Sie und alle anderen Schüler sind in einem Fort gefangen. Es stellt sich heraus, dass es zu jedem Schüler ein Double gibt. Und beide sind durch einen Chip im Kopf miteinander verbunden.
Benson möchte Becky von diesem Ort wegbringen, doch sie ist einfach zu schwer verlezt.
Die Jugendlichen versuchen, hinter das Geheimnis dieses wahnsinnigen Experiments zu gelangen. Doch noch immer ist unklar, wem man vertrauen kann und wer der Feind ist…

„Wir versuchten alle bloß zu überleben, aber mir folgte der Ärger auf Schritt und Tritt. Nein, mehr als Ärger. Tod und Leid.“ (Seite 50)

Band 1 endete mit einem äußerst üblen Cliffhanger. Und glücklicherweise musste ich nur 3 Monate warten, bis dieses Buch veröffentlicht wurde. Bensons und Beckys Flucht gelang und plötzlich stehen sie vor Jane. Jane, die doch verstorben war, und die Benson viel bedeutet hat.
Benson war im ersten Teil noch der absolute Einzelkämpfer. Doch nun ist Becky an seiner Seite. Die Devise ist aber die gleiche, wie zuvor: sie müssen dringend fliehen! Hatten beide noch gedacht, es kann nirgendwo schlimmer als in der Maxfield-Academy sein, so haben sie sich getäuscht. Auch in diesem Fort herrschen Unterdrückung und viele Geheimnisse. Iceman, ein übermenschlich starker Soldat, kontrolliert im Auftrag von Miss Vaughn weiterhin die Schüler.

Die Jugendlichen haben die Kontrolle der Emotionen der Roboter in der Academy. Das nennt sich „Feedback“ – so auch der Originaltitel. Diesen Titel finde ich sehr passend. Die Idee hinter dem Feedback ist sehr gelungen. Es erklärt auch, warum die Menschen für die Academy wichtig sind und es ihnen im Fort einigermaßen gut geht. Für Essen ist gesorgt, ohne dass sie dafür Punkte sammeln müssen. Doch ansonsten gibt es keinerlei Ordnung dort.
Zwischen Becky, Benson und Jane entsteht ein kleines Liebesdreieck, das aber nur kurz angeschnitten und nicht besonders vertieft wird. Gefühlsduselei sucht man hier also vergebens.

Der Schreibstil von Autor Robinson Wells ist gut und lässt sich leicht und flüssig lesen, sodass die Seiten nur so durch die Hände fliegen.  Es passiert so einiges im Laufe der Geschichte, die für mich ein gutes Spannungslevel hat. Einige Plot-Twists konnten mich überraschen. Das Geschehen und die Beteiligten haben mich weiterhin verwirrt. Es war schwierig für mich zu sagen, wem ich trauen kann und wem nicht.

Leider führte das Ende allerdings zu einem Punktabzug! Die Grundidee (mit den Doubles) finde ich sehr gut. Die Auflösung allerdings lässt mich etwas unzufrieden zurück. Der/die/das, was für alles verantwortlich ist – damit bin ich gar nicht einverstanden. Für mich war diese Auflösung enttäuschend und ich finde, hier hat der Autor Potenzial verschenkt. Es gibt auch noch offene Punkte, die nicht beantwortet wurden, die aber auch leider meine Fantasie mir nicht beantworten konnte.

„Ihr seid nicht allein“ ist ein spannender und unterhaltsamer Dilogie-Abschluss, der leider in der Auflösung schwächelt. Die Reihe überzeugt aber durch die Grundidee und den guten Schreibstil des Autors. Die Variant-Dilogie dürfte auch vor allem die männlichen Leser dieses Genres ansprechen.

„Ich war allein, und jemand vermisste mich. Und das tat mehr weh, als einfach nur so allein zu sein.“ (Seite 319)

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Reiheninfo:
1. Variant // Du kannst keinem trauen
2. Feedback // Ihr seid nicht allein
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3,5

 

SaCre


{Rezension} Dark Heroine – Dinner mit einem Vampir (The Dark Heroine #1) | Abigail Gibbs

Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir

Autor: Abigail Gibbs
Titel: Dark Heroine – Dinner mit einem Vampir (OT: Dinner with a vampire)
Seitenzahl: 608 Seiten
ISBN: 978-3-492-70297-3
Verlag: ivi
Veröffentlichung: 14. April 2014
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„Vampire sind keine sanftmütigen, liebevollen Kreaturen. Es liegt nicht in ihrer Natur, sich anzupassen, sich zu verändern und andere zu akzeptieren. Ihre Liebe ist nicht das, was wir Menschen Liebe nennen, und sie empfinden Lust und Verlangen in einem Ausmaß, das uns unbegreiflich ist. Sie altern nicht wie wir, sondern eher wie Stein. Sie verwittern allmählich, vergehen langsam, so langsam, dass es kaum wahrnehmbar ist. Letztendlich jedoch ist Stein unvergänglich. Genau wie sie.“ (Violet, Seite 378)

Violet wird nachts mitten auf dem Trafalgar Square Augenzeugin eines Massackers. Sie schafft es nicht, vor den Tätern zu fliehen und wird gefangen genommen. Kaspar und seine Mittäter sind aber keine Menschen, sondern Vampire. Sie haben viel mit Violet vor und ihre Herkunft spricht in der Vampirwelt nicht gerade für sie.
Sie fürchtet sich nicht nur, sie ist auch fasziniert. Natürlich hat Kaspar es ihr in gewissem Maße besonders angetan. Doch eine dunkle Prophezeiung schwebt über ihr und wird ihre Zukunft beeinflussen…

„>>Wach auf und sieh den Tatsachen ins Gesicht, Kleine! Nur dein Leben steht zwischen uns und einem Krieg! […]<<“ (Violet, Seite 331)

Der Einstieg in das Buch gelingt gut. Doch leider muss ich sagen, dass ich ihn etwas langatmig fand. Auf den ersten hundert Seiten waren die Beschreibungen recht ausführlich und es tat sich in meinen Augen eigentlich nicht so viel. Auch konnte die Handlung mich nicht packen. Nur Steffi (schöne Grüße an dieser Stelle) hat mich überzeugen können, weiter zu lesen.
Glücklicherweise wurde ich belohnt! Die Geschichte nahm mehr und mehr Fahrt auf und konnte mich an das Buch fesseln.

Violet tat mir zu Beginn etwas leid. Erst musste sie diesen Massenmord mitansehen, dann wurde sie entführt. Doch mit dem Mitleid war es bei mir schnell vorbei und ich muss zugeben, dass ich sie nicht wirklich mochte. Ihre Verhaltensweisen konnte ich häufig nicht nachvollziehen. Wirkt sie erst noch stark und angriffslustig, findet sie sich meiner Meinung nach viel zu schnell mit ihrem neuen Schicksal ab. Sie spielt mit Thyme, Kaspars kleiner Schwester, erkundet fröhlich das Herrenhaus. Das hat für mich nicht so recht in das Bild passen wollen. Mit Kaspar verbindet sie eine Art Hassliebe. Er ist nicht besonders nett zu ihr. Fabian ist da anders. Er behandelt sie deutlich besser.

Kaspar hält sich selbst für die Vollkommenheit. Er ist arrogant, unfreundlich und sehr von sich selber überzeugt. Daran, dass Violet sich so häufig widersetzt hat er aber etwas zu knabbern. Er ist ein Womanizer, wie er im Buche steht. Doch bei seinem Vater ist er in Ungnade gefallen. Trotz all dieser Charakterzüge blieb er stellenweise etwas blass für mich. Von einem konnte er mich aber überzeugen: er ist gefährlich!

„Sie sah für den Ball vielleicht aus wie ein Vampir, aber sie roch immer noch wie ein köstliches Abendessen.“ (Kaspar, Seite 178)

Fabian ist sehr umgänglich und versteht sich mit Violet gut. Dies ist vor allem Lyla ein Dorn im Auge. Sie ist die Schwester von Kaspar und eine Superzicke. Hier sind Spannungen und Streitereien vorprogrammiert!

Der Schreibstil der Autorin ist gut. Die Geschichte lässt sich (trotz des für mich lahmen Beginns und der mir unsympathischen Violet) gut lesen.  Sie hat viele verschiedene Charaktere ins Rennen geschickt. Womit sie bei mir richtig punkten konnte: der Weltenentwurf! Die verschiedenen Welten und ihre Bewohner sind richtig gut. Um nicht zu spoilern, möchte ich hierzu nichts weiter verraten. :)
Auch die Prophezeiung konnte mich überzeugen. Hier hat Abigail Gibbs eine grandiose Idee gehabt.
Die Umsetzung ebendieser konnte mich – bis auf meine bereits genannten Kritikpunkte – überzeugen. Die Geschichte wurde spannend und die Seiten flogen dann nur so durch meine Finger.
Die Kapitel sind aus Sicht von Violet und Kaspar geschrieben.

„Dark Heroine – Dinner mit einem Vampir“ ist ein Start einer Reihe, der mich trotz einiger Kritik überzeugen konnte. Auch wenn manche Charaktere für mich nicht gut ausgearbeitet waren, war es die Prophezeiung umso mehr. Ich freue mich auf Erscheinen von Band 2 und weitere düstere Stunden mit den dunklen Heldinnen!

„>>Verdammt<<, murmelte ich und steckte die Hände in die Hosentaschen. Ich hatte noch nie eine so anstrengende Frau getroffen, und schon gar keine menschliche. Aber ich hatte genug Erfahrung mit reizbaren weiblichen Wesen, um zu wissen, dass ich sie besser in dem Glauben ließ, sie sei mir erst einmal entkommen.“ (Kaspar, Seite 175)

 Am 13. Oktober erscheint der zweite Teil „Autumn Rose“.

Autumn Rose

 

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Reiheninfo:
1. Dinner with a vampire // Dinner mit einem Vampir
2. Autumn Rose // Autumn Rose (VÖ 13. Oktober 2014)
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3,5

SaCre


{Rezension} Du kannst keinem trauen (Variant #1) | Robinson Wells

du kannst keinem trauen von robinson wells

Autor: Robinson Wells
Titel: Du kannst keinem trauen (OT: Variant)
Seitenzahl: 480 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2140-1
Verlag: Fischer FJB
Veröffentlichung: 22. Mai 2014
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 Der 18 jährige Benson fühlt sich gut: er hat ein Stipendium für ein Elite-Internat erhalten. Doch als er an der Maxfield Academy ankommt muss er feststellen, dass es hier ganz anders ist, als er erwartet hatte. Hohe Mauern und Stacheldraht umsäumen das Grundstück. Nicht nur, dass die Schüler 24 Stunden am Tag von Kameras überwacht werden; auch Kontakt zur Außenwelt ist verboten. Wenn sie sich nicht an die Regeln halten, werden sie mit harten Strafen belegt.
Doch wer oder was steckt wirklich  hinter dieser Academy? Und wem kann Benson eigentlich trauen?

„Ich konnte es nicht fassen. Eine ganze Schule voll mit Leuten wie mir – ohne Freunde, ohne Familie. Ohne jemanden, dem auffallen würde, dass sie nicht mehr da waren.
Ich schlug mit der Faust auf die Sofalehne.

>>Sie nehmen nur solche, die keiner vermisst.<<
[…] Genau danach hatten sie auf dem Antragsformular für das Stipendium gefragt. Allerdings hatten sie es Persönlichkeitsprofil genannt. Wie viele enge Freunde haben Sie? Wem vertrauen Sie sich an? Ich hatte genau richtig geantwortet: keinem und niemanden.“ (Seite 34)

Sobald ich mit Benson die Academy betrat, fiel mir die seltsame Stimmung auf. Die Mitschüler wirkten verängstigt und aggressiv. Sie kuschten vor etwas, dass sie nie zu Gesicht bekamen und von dem sie auch gar nicht wussten, ob es wirklich existiert.
Als Neuling hatte Benson es von Beginn an ganz schön schwer. Die Jugendlichen sind misstrauisch und selber wusste man nicht, wem man vertrauen kann. Sie müssen Jobs erfüllen, um eine Bezahlung zu erhalten. Um die Jobs besser aufzuteilen und so etwas wie „Gerechtigkeit“ walten zu lassen, haben die Studenten sich in drei verschiedene Banden aufgeteilt. Jede Bande hat einen anderen Charakter. Und Benson muss sich entscheiden, welcher Gruppierung er beitreten möchte.
Benson, der bisher in 33 Pflegefamilien untergebracht war, tut sich schwer, sich zu integrieren. Zu flüchten beherrscht seine Gedanken. Doch immer wieder erzählen seine Mitschüler ihm, dass das nicht möglich sein wird.

„>>Ich hau hier ab<<, sagte ich.
Mason  zuckte die Achseln. >>Das sagen alle.<<“ (Seite 69)

Becky macht die Einführungsrunde mit Benson und zeigt ihm alles. Doch weder er noch ich wussten, wie wir Becky einzuschätzen haben. Zu widersprüchlich schien auch mir ihr Verhalten.
Jane dagegen baut eine Beziehung zu Benson auf. Es scheint, dass beide etwas mehr verbinden könnte. Bis zu dem Tag, als Benson eine grausame Entdeckung macht, die ihn wieder an allem zweifeln lässt.

Die Story hat ein gewisses Spannungslevel – was ich persönlich mir selber aber noch höher gewünscht hätte. Ich muss aber dazu sagen, dass ich die Woche unter starken Schmerztabletten stand und daher etwas „benebelt“ war und erkläre mir das damit. Denn das Buch hat alles, was mir gefällt und was einen Bestseller ausmacht:
– eine gute Idee, die zwar nicht neu, aber sehr gut ausgearbeitet und umgesetzt ist
– ein absolutes Cliffhanger-Ende – da MUSS man einfach auf Teil 2 gespannt sein (wie schön, dass es bis August nicht mehr so lange ist)
– ein nüchterner Schreibstil, mit dem der Autor trotzdem die Emotionen und Ängste, ja die ganze Stimmung des Buches, wiedergeben kann
– interessante Charaktere, in denen man schnell „Lieblinge“ und persönliche „Feindbilder“ finden kann
– jede Menge Intrigen und falsche Fährten, bis man als Leser wirklich nicht mehr weiß, wem man trauen kann
–> Ich habe noch nie eine Aufzählungsform dieser Art in einer Rezension benutzt. Warum ich das jetzt mache? Ich weiß es gerade nicht. Erschien mir passend. o.O

„Ich drehte mich auf dem Absatz um und stürmte davon. Sie waren schon so lange an dieser Schule, dass sie Angst hatten fortzugehen, Angst davor, etwas  zu riskieren.  Und jetzt verurteilten sie mich zum selben Schicksal.“ (Seite 392)

Im August erscheint bereits Teil 2.  Das Cover finde ich hier auch wieder sehr gelungen.

Ihr seid nicht allein

 

Mit „Du kannst keinem trauen“ legt Autor Robison Wells einen durchaus gelungenen Anfang einer Dilogie vor. Ein Internat voller Intrigen, falschen Freunden und falscher Tatsachen. Spannung und der eine oder andere Gänsehautmoment sind garantiert! Und eins steht fest: trauen können wir hier niemandem!

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Reiheninfo:
1. Variant // Du kannst keinem trauen
2. Feedback // Ihr seid nicht allein (VÖ 21. August 2014)
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3,5

SaCre


[Rezension] Dead End | Sharon Bolton

Dead End von Sharon Bolton

Titel: Dead End
Reihe: DC Lacey Flint #2 (OT: Dead Scared)
Autor: Sharon Bolton
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Goldmann
Genre: Thriller

ISBN: 978-3-442-48060-9
Veröffentlichung: 21. April 2014

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„Du kannst ihn nicht sehen. Aber er beobachtet dich – und er kennt deine schlimmsten Ängste …“ (Buchrücken)

Zum Inhalt:

An der weltbekannten und ehrwürdigen Universität Cambridge gab es in den letzten fünf Jahren zwanzig Selbstmorde. Eine unglaublich hohe Zahl. Noch dazu waren es meist junge Frauen, die sich das Leben nahmen – eine statistische Anomalie – und die gewählten Todesarten der jungen Studenten waren allesamt äußerst bizarr und ziemlich ungewöhnlich.
Um den Dingen auf den Grund zu gehen wird DC Lacey Flint von DI Mark Joesbury undercover als Studentin in Cambridge eingeschleust. Zusammen mit Dr. Evi Oliver, der Leiterin des psychologischen Betreuungsdienstes der Universität, soll Lacey unauffällig Nachforschungen anstellen.
Doch Joesbury hat Lacey nicht die ganze Wahrheit erzählt. Und als Lacey schließlich von denselben Albträumen heimgesucht wird, die auch die verstorbenen jungen Frauen plagten, die bei Evi Oliver in Behandlung waren, wird ihr eines klar: Sie steht auch auf der Liste der Opfer.

Meine Meinung:

Nachdem mich der erste Teil der Thriller-Reihe rund um Lacey Flint „Dunkle Gebete“ absolut begeistert hat (hier geht es zu meiner Rezi), musste ich nicht lange überlegen, ob ich auch zum Nachfolger „Dead End“ greifen möchte.

„Sie hatte die Botschaft auf dem Badezimmerspiegel nicht gesehen, die erst durch den Dampf des heißen Badewassers sichtbar geworden war.
Ich kann dich sehen, stand da.“ (Seite 33)

Dass Lacey auf der Liste derer steht, die in den Selbstmord getrieben werden sollen, wird bereits nach drei Seiten, durch den Prolog, der elf Tage in der Vergangenheit spielt, sonnenklar. Lacey steht auf dem Turm eines Cambridge Colleges und ist kurz davor, von eben jenem Turm in den Tod zu springen. Ob sie springen wird bleibt bis zum großen Showdown ungeklärt. (Wenn man sich allerdings, so wie ich, ein wenig über die Bücher von Sharon Bolton schlau gemacht hat, kann dieser Prolog einem durchaus ein wenig die Spannung rauben.)

Auf den folgenden Seiten wird die Geschichte dann von hinten aufgerollt. In elf Tagen kann so einiges geschehen. Vor allem dann, wenn man Lacey Flint heißt, undercover als Studentin arbeitet und sich nicht immer an die Vorgaben seines Vorgesetzten hält.

»Es fühlt sich an, als wäre jemand in meinem Kopf gewesen, hätte dort rumgekramt und all die Sachen gefunden, vor denen ich am meisten Angst habe, und jetzt benutzt er dieses Wissen, um mich in den Wahnsinn zu trieben.« (Seite 119)

Gemeinsam mit Lacey tauchte ich in das Leben undercover ab, immer darauf hoffend, Hinweise oder Erklärungen zu finden. Dabei hatte ich Lacey gegenüber den Vorteil, dass die Autorin mich in kurzen und prägenden Zwischenkapiteln in die Vergangenheit blicken ließ. So wusste ich ein wenig mehr darüber, wer da am Werk war. Wirklich weiter gebracht hat mich das aber nicht. Dafür ist die Handlung einfach zu geschickt konstruiert – Verdachtsmomente und Täuschungsmanöver sind reichlich vorhanden. Spannungseinbrüche werden dank häufig wechselnder Blickwinkel vermieden. So ging es die ganze Zeit über temporeich zu und der gut zu lesende Schreibstil von Sharon Bolton trug dazu bei, dass ich das Buch am liebsten nicht aus der Hand gelegt hätte.

Blutige Gemetzel sucht man in „Dead End“ vergebens. Auf ein beklemmendes und thrilliges Lesegefühl muss man aber nicht verzichten. Das Grauen ist größtenteils psychologischer Natur und fast noch erschreckender als bestialische Bluttaten. Die Albträume, deren wahrer Ursprung noch schrecklicher ist als die Albträume an sich, werden anschaulich beschrieben und können einem durchaus das Blut in den Adern gefrieren lassen. Besonders dann, wenn man des nächtens in einer vollkommen ruhigen Wohnung liest und die Leselampe die einzige Lichtquelle ist. Wenige Male kann aber auch lesen, wie die jungen Frauen sterben. In diesen Situationen nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und beschreibt ungeschönt, wie sie es anstellen, sich selbst zu töten.

„Und dann, am allerschlimmsten, ein Knarren, das Reibungsquietschen, das Glas beim Anfassen macht, dann ein leiser Aufprall. Die Geräusche, mit denen jemand durchs Fenster gestiegen kam.“ (Seite 234)

Neben Lacey Flint und Mark Joesbury, die zum zweiten Mal die Hauptrollen einnehmen, gibt es mit Dr. Evi Oliver eine weitere Person die zum wiederholten Male auftaucht. Aber auch wenn man, so wie ich, das entsprechende Buch nicht gelesen hat, bekommt man genug Infos um alles verstehen zu können, was mit ihr zusammenhängt „Dunkle Gebete“ sollte man vorher aber schon gelesen haben, da man dort Dinge über Lacey und auch Mark erfährt, die in diesem Teil von Wichtigkeit sind. Die merkwürdige Beziehung der beiden, die aber keine wirkliche Beziehung ist, wird weiter fortgeschrieben und zum Ende hin auch äußerst wichtig für den Ausgang des Buches.

Trotz aller Begeisterung gab es leider auch einen ganz großen Minuspunkt. Das Ende. Ich bin dahingehend wirklich sehr enttäuscht. Für meinen Geschmack zu kurz, zu überhastet. Fast so, also hätte die Autorin endlich mit ihrer Arbeit an dem Buch fertig werden müssen und deswegen einige Seiten und viele Erklärungen einfach weggelassen. Es muss ja nicht alles bis ins allerletzte Detail aufgeklärt werden. Wenn ich aber selbst auf die grundlegendsten Erklärungen fast gänzlich verzichten muss, bleibe ich ein wenig mürrisch zurück. Bei „Dunkle Gebete“ hat Sharon Bolton bewiesen, dass sie es besser kann.

»Wenn Sie rausfinden, was hier läuft«, hatte Joesbury zu mir gesagt, »werden Sie sich wünschen, Sie wären vollkommen ahnungslos.« Er hatte recht gehabt. (Seite 373/374)

Im Großen und Ganzen ist „Dead End“ ein gelungener Thriller – wenn man vom unbefriedigenden Ende mal absieht, das meine Begeisterung für das Buch einfach zu sehr getrübt hat. Nichtsdestotrotz werde ich Sharon Bolton nicht von meiner Thriller-Liste streichen. Dafür ist sie einfach zu gut.

3,5SaFi


{Rezension} Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Divergent #3) | Veronica Roth

Die Bestimmung - Letzte Entscheidung von Veronica Roth

Autor: Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (OT: Allegiant)
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-570-16157-9
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 24. März 2014
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„Sie ist meine Vorfahrin, und das ist das Erbe, das sie mir hinterlassen hat: Freiheit vom Fraktionszwang und das Bewusstsein, dass meine Unbestimmtheit mehr bedeutet, als ich je ahnte.  Mein Dasein ist ein Zeichen dafür, dass es an der Zeit ist, diese Stadt zu verlassen und denen jenseits des Zauns zu helfen.“ (Seite 10)

Nachdem die Fraktionen sich aufgelöst haben, erfahren Tris und Four, dass es eine Welt außerhalb des Zaunes gibt. Sie möchten diese erkunden, denn das fraktionslose Leben innerhalb der Stadt ist nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben. Nicht nur Evelyn herrscht dort – es hat sich auch eine Gegengruppierung gebildet, die sich die „Getreuen“ nennt.
Nicht nur der Weg nach draußen ist gefährlich. Und als sie es endlich geschafft haben, müssen sie feststellen, dass ihre ganze Welt auf einer großen Lüge basiert…

„Ich lache, und es ist das Lachen, nicht das Licht, das die Dunkelheit in mir vertreibt und mich spüren lässt, dass ich noch lebe – selbst an diesem seltsamen Ort, wo alles, was ich je zu wissen glaubte, mir zwischen den Fingern zerrinnt. Doch manche Dinge weiß ich sicher – ich weiß, dass ich nicht alleine bin, dass ich Freunde habe, dass ich verliebt bin. Ich weiß, dass ich nicht sterben will – was für mich eine ganze Menge heißt und mehr ist, als ich noch vor ein paar Wochen hätte behaupten können.“ (Seite 141)

Der Einstieg in dieses Buch gelang mir glücklicherweise schneller, als noch im zweiten Band. Obwohl ich durch einen fiesen und unfreiwilligen Spoiler wusste, was passiert, hatte ich doch mit Fortschreiten der Geschichte mehr und mehr Herzklopfen.
Was direkt auffällt: die Kapitel sind aus Sicht von Tris und Four geschrieben.

Tris hat sich zu einer starken Frau entwickelt. Sogar, wenn es um ihre Gefühle Four gegenüber geht. Das hat mich positiv überrascht. Lediglich ihrem Bruder Caleb gegenüber tut sie sich schwer. In vorigen Teil hat er sie auf übelste Weise verraten. Ihm das zu verzeihen, schafft sie nicht. Doch er ist das letzte Familienmitglied, das sie noch hat.

Four. Tapferer Four. Hach. Er ist mir sooo sympathisch. Auch wenn er seine Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten hat. Nicht immer war ich seiner Meinung – doch Sympathie hat er bei mir nie eingebüßt.

Auch die anderen Charaktere, wie Christina, Cara und Uriah sind für mich gut gelungen und fügen sich gut in die Geschichte ein.

„Ich hatte Angst, dass wir, wenn wir zusammenbleiben, immer und immer wieder aufeinanderprallen würden, bis ich schließlich unter der Wucht zerbräche. Aber jetzt weiß ich es besser – ich bin wie die Klinge und er ist der Schleifstein.“ (Seite 405)

Die Story gefällt mir gut und hat für mich ein hohes Spannungslevel. Leider tue ich mich sehr schwer, meine Kritik zu äußern, ohne zu spoilern. Ich versuche es mal:

Das Ende ist von vielen Lesern verhasst und verflucht. Mir ist klar, dass das, was passiert, nicht jedem gefällt. Es passt einfach nicht in die „heile Welt“ Vorstellung. Doch muss tatsächlich jedes Buch so enden, wie wir es uns wünschen? Ich glaube nicht. Viele mosern, doch ich finde das Ende gelungen. Für mich passt es zur Geschichte, zu dem Setting und vorallem zu den Personen.

Der Plot hat für mich allerdings ein paar Schwächen bzw. Ungereimtheiten, die bei mir zum Punktabzug führen. Beispielsweise das Amt. Wie konnte es unbemerkt bleiben? Alle, die das Buch gelesen haben, wissen vielleicht, was ich meine.
Die Sache, die Erklärung für all das – sprich: für die Welt, die Fraktionen, usw. – war für mich in Ordnung. Das Wort Gendefekt lief mir aber etwas zu häufig über den Weg…

„Es scheint, als würden die Rebellionen niemals aufhören – in der Stadt, hier auf dem Gelände, überall. Zwischen diesen Rebellionen sind nur Atemzüge, die wir naiv „Frieden“ nennen.“ (Seite 314)

Alles in allem kann ich also sagen, dass ich mit dem Abschluss der Trilogie gut leben kann. Nach einem sehr starken ersten Band hat Veronica Roth für mich aber leider nachgelassen. Schade, schade. Trotzdem lebt die Reihe von tollen Charakteren und dem überzeugenden Setting, das die Autorin hier geschaffen hat.
Für mich auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Dystopie-Fans!
Und jetzt bin ich auf die Verfilmung gespannt! Und auch auf „Fours Geschichte“, welche voraussichtlich im November im cbt Verlag erscheinen wird.

Und noch eine Frage zum Abschluss: hat jemand von euch die englischen eBooks gelesen? Ich hätte gerne eine Meinung dazu. Danke! :)

„Das ist etwas, was normale Menschen tun würden – Dates haben, über Kleinigkeiten plaudern, lachen. Wir hatten nur wenige solcher Momente. Den Großteil unserer gemeinsamen Zeit haben wir damit verbracht, uns vor der einen Gefahr in Sicherheit zu bringen, um uns gleich darauf in die nächste zu stürzen. Aber ich spüre, dass eine Zeit anbrechen wird, in der wir das nicht mehr tun müssen.“ (Seite 418)

PS: Habt ihr schon mal euren persönlichen Bestimmungs-Test auf www.die-bestimmung.de gemacht? Ich bin eine Altruan. Ich weiß gerade nicht, was ich davon halten soll… :)

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Reiheninfo:
0.1 – 0.4 Four: A Divergent Story // Fours Geschichte (VÖ November 2014)
1. Divergent // Die Bestimmung
1.5 Free Four – Tobias tells the story // Fours Geschichte (VÖ November 2014)
2. Insurgent // Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
2.5 The World of Divergent: The Path to Allegiant (englisches eBook)
3. Allegiant // Die Bestimmung – Letzte Entscheidung
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 3,5

 SaCre


{Rezension} Glasgow Rain | Martina Riemer

Glasgow Rain_Riemer

Autor: Martina Riemer
Titel: Glasgow Rain
Seitenzahl: 308
ASIN: B00J3XY24K
Veröffentlichung: 18. März 2014
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Endlich bricht für Vic das letzte Highschool Jahr an und sie kann es kaum erwarten, die lästige Schuluniform einzumotten. Doch es beginnt anders als gedacht: Sie trifft immer wieder auf Rafael, einen mysteriösen Schüler, der plötzlich überall auftaucht. Trotzdem schafft er es, sich nicht nur in ihr Leben zu schleichen, sondern auch in ihr Herz.
Wäre da nicht ein großes Problem: Seit sie ihn besser kennengelernt hat, bekommt sie das beklemmende Gefühl nicht los, ständig beobachtet zu werden. Zusätzlich jagen ihr die Frauenmorde, die in den letzten Wochen Glasgow überschatten, eine große Angst ein, bis sich Vic nicht mehr sicher ist, ob sie verrückt wird oder ob tatsächlich etwas vor sich geht. Bald verliert sich Vic in dem Gefühl der Verfolgung und der Liebe zu Rafael. Aber ist er wirklich der, für den sie ihn hält? Sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann oder wer ein falsches Spiel mit ihr treibt.
Kann die Liebe bestehen, wenn die Angst einem die Luft abschnürt? (Inhaltsangabe Martina Riemer)

Das Cover hat mir von Anfang an richtig gut gefallen und mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. So war es für mich eine Freude, dass ich vor der Veröffentlichung des Buches als Testleserin fungieren durfte. Das ist unter anderem auch der Grund, warum ich hier nun auf Zitate verzichte – evtl hat die Autorin hier noch was geändert.

Victoria, genannt Vic, hat in ihrem jungen Leben schon viel durchgemacht. Früh hat sie ihre Mutter verloren. Dieses Erlebnis hat sie geprägt und wird sie ihr Leben lang beeinflussen; daran kann auch der Reichtum des Vaters nichts ändern. Das bedeutet auch, dass sie kein einfacher Charakter ist – ganz im Gegenteil. Sie hat einen sehr komplexen und schwierigen Charakter und handelt dementsprechend. Allerdings hat sie ein grandioses Geheimzimmer, um das ich sie beneide. :) Ihre Entwicklung im Lauf der Geschichte hat mir gut gefallen. Sie ist ein Charakter, der mir nicht unsympathisch ist, könnte aber auch nicht meine beste Freundin sein.

Rafael ist das Gegenteil von ihr. Er lebt bei seiner Mutter, die für Vic und ihren Vater die Haushälterin ist. Er ist bodenständig und arbeitet viel, um sich seinen Traum von einem Medizinstudium erfüllen zu können. Er möchte Vic beschützen, was sich aber nicht immer als einfach herausstellt.

Stew und seine Schwester Aimee sind die besten Freunde von Vic. Besonders Stew hat mir gut gefallen. Er ist ein witziger und intelligenter Bursche.
Und dann gibt es natürlich auch noch ein richtiges Ekel in der Geschichte: Cailean. Er glaubt, dass Vic ihm gehört und lässt das entsprechend immer wieder raushängen. Da sind Probleme und Konflikte vorprogrammiert!
Vics Tante Shona hätte meiner Meinung nach etwas mehr Beachtung in der Geschichte bekommen können – denn ihre Rolle ist alles andere als unwichtig.

Der Plot hat mir gut gefallen. Die Geschichte hat ein gewisses Spannungslevel und einige für mich unvorhergesehene Wendungen. Über einige Personen konnte ich echt nur den Kopf schütteln.
Der Sprachstil der Autorin hat sich im Laufe der Geschichte verbessert und gesteigert. Die Geschichte lässt sich gut und flüssig lesen. Das Genre lässt sich für mich schwierig einschätzen. Ich würde es als Young Adult Roman / Contemporary bezeichnen, mit Krimi- & Mystik-Elementen.
Das Setting konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Küste Schottlands strahlt für mich die gewisse Düsterheit aus, die dieser Geschichte zugrunde liegt und sehr gut dazu passt.

„Glasgow Rain“ ist ein Debütroman, der mit komplexen Charakteren und einer spannenden Geschichte aufwartet. Ich bin gespannt, was Martina Riemer uns in Zukunft noch präsentieren wird. :)

3,5

SaCre


{Rezension} Verliebt in Hollyhill | Alexandra Pilz

Verliebt in Hollyhill von Alexandra Pilz

Autor: Alexandra Pilz
Titel: Verliebt in Hollyhill
Seitenzahl: 384
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26917-0
Veröffentlichung: 17. März 2014
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„Denn sie wollte nicht Abschied nehmen, war es nicht so? Emilys Lächeln gefror. Was würde passieren, wenn sie in einer Woche, in zehn Tagen, den Heimweg nach München antrat? Würde sie Hollyhill und seine Bewohner je wiedersehen? Würde sie Matt je wiedersehen?“ (Seite 24)

Gerade hat Emily mit Hollyhill, diesem kleinen Dorf im englischen Dartmoor, ihr erstes großes Abenteuer hinter sich gebracht. Doch es bleibt keine Zeit, sich auszuruhen und die Zeit mit Matt im Hier und Jetzt zu genießen. Schon werden das Dorf und die Bewohner wieder auf Zeitreise geschickt. Diesmal ins Jahr 1811. Als eine Kutsche mit einer bewusstlosen jungen Frau in Hollyhill auftaucht, befindet Emily sich auch schon wieder mitten in einer neuen Geschichte. Eine Geschichte, die große Auswirkungen auf ihre eigene Zukunft haben wird.

„Hier zu leben bedeutet, auf so vieles zu verzichten. Es bedeutet, sich selbst aufzugeben, in gewisser Weise. Es bedeutet, Abschiede in Kauf zu nehmen und den Schmerz, den diese nach sich ziehen. Es bedeutet aber auch, ein Leben voller Abenteuer, voller Wissen und Erfahrungen, es bedeutet….“ (Seite 40)

Direkt zu Beginn wurde ich Zeugin eines Telefonates zwischen Emily und ihrer besten Freundin Fee. Letztere ist alles andere als begeistert, dass Emily weg ist und möchte so viele Infos, wie möglich. Sie droht sogar damit, selber nach Hollhyill zu kommen.
Emily erlebt dank Matt ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Doch sie hat nicht lange Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die nächste Zeitreise startet und so hat sie erst mal genug anderes zu tun, als über ihre Emotionen nachzudenken. Die „Beziehung“ zu Matt ist alles andere als einfach oder klar. Sind sie bereits ein Paar? Wird aus ihnen ein Paar?

Matt ist weiterhin nicht leicht zu durchschauen. Er hält seine Gefühle stark unter Verschluss. Manchmal habe ich gedacht, dass aus den beiden ein Paar werden könnte. Doch dann hat er wieder Dinge gesagt und getan, die meine Meinung revidierten. Immerhin ist er in dem Buch nett zu ihr und nicht so ein Ekel, wie stellenweise im ersten Band.
Er ist kein einfacher Charakter. Und er hat Geheimnisse, die weder Emily noch ich kennen. Und dann ist da auch noch die Verbindung zu ihrer Mutter, die weitere Geheimnisse verspricht…

„>>Es zermürbt ihn<<, sagte er. >>Es höhlt ihn aus. Es zieht ihn in die Tiefe. Und mit ihm jeden, der ihm nahesteht.<<“ (Seite 123)

Im Lauf der Geschichte tauchen noch einige neue Charaktere auf. Diese waren für mich – ebenso wie einige Dorfbewohner – ein Buch mit sieben Siegeln. Sie geben kaum etwas von sich preis und behandeln Emily teilweise alles andere als gut. Doch im Verlauf der Geschichte kam das ein oder andere ans Licht, was mir immer wieder ein Aha-Effekt bescherte.

Der Plot ist unterhaltsam. Das Spannungslevel war für mich nie besonders hoch, aber doch immer konstant vorhanden. Die Entwicklung der Protagonistin erschien mir absolut glaubwürdig und logisch und hat mir gut gefallen. Doch es gab auch hier zwei oder drei Dialoge und Szenen, die ich nur bedingt nachvollziehen konnte.

Das Setting finde ich klasse! Die Geschichte ist von der Autorin sehr glaubhaft umgesetzt. Die Beschreibungen der Personen, Bekleidung, der Orte und Handlungen ist absolut bildhaft. Genauso habe ich mir die damalige Zeit vor meinem inneren Auge vorgestellt. Doch die Geschichte birgt ein großes Problem: wie sieht die Zukunft für Matt und Emily aus? Gibt es überhaupt eine gemeinsame Zukunft?

„Himmel, diese Zeitreisen waren anstrengend. Man sollte eine Prüfung absolvieren müssen, bevor man ohne Vorwarnung in ein anderes Jahrhundert geschleudert wurde. Umgangsformen im beginnenden 19. Jahrhundert. Keine Angst vorm Feuermachen mit dem Feuerstein. Wie bewege ich mich fort, ohne über meine eigenen Füße zu stolpern?“ (Seite 181)

„Verliebt in Hollyhill“ ist eine nette Fortsetzung zu „Zurück nach Hollyhill„. Das Ende des Buches  hätte ich so gar nicht erwartet. Für mich ein fieser Cliffhanger! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Allen Freunden von Zeitreiseromanen, die auf unterhaltsame und locker-leichte Geschichten stehen, kann ich diese Reihe empfehlen.
Die Cover der beiden Bücher sind absolute Eye-Catcher im Regal!

„Emily seufzte. Sie hätte sich ihr Wiedersehen mit Matt anders gewünscht. Euphorisch. Mit höher schlagenden Herzen und leidenschaftlichen Umarmungen und der prickelnden Erwartung dessen, was die Zukunft für sie beide bringen würde. Die gemeinsame Zukunft.
Nun war es so, dass sich ihr Magen verkrampfte, je näher sie dem Cottage kam. Weil sie wusste, so würde es nicht sein. Sie wusste, was jetzt kam, war mit das Schwierigste, was sie je hatte tun müssen.“ (Seite 334/335)

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Reiheninfo:
1. Zurück nach Hollyhill
2. Verliebt in Hollyhill
3. ???
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3,5

SaCre


{Rezension} Zurück nach Hollyhill | Alexandra Pilz

pilz - hollyhill

Autor: Alexandra Pilz
Titel: Zurück nach Hollyhill
Seitenzahl: 352
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53426-1
Veröffentlichung: 25. Februar 2013
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Emilys Eltern sind früh verstorben, sodass sie fast ihr ganzes Leben bei ihrer Großmutter gelebt hat. Eines Tages tauchen ein Armband und ein mysteriöser Brief ihrer Mutter auf. Emily soll das Dorf Hollyhill, in dem ihre Mutter aufgewachsen ist, finden. Als Emily sich dazu entschließt, diesem Wunsch nachzugehen, gibt es ein großes Problem: Hollyhill – das Dorf, das durch die Zeit reist – ist auf keiner Landkarte zu finden. Und so startet schon mit der Anreise ein großes Abenteuer…

„Bis auf die winzigen Dörfer, die sie anfuhren, war kaum ein Zeichen von Zivilisation  zu erkennen. Und erst der Himmel, der das alles überspannte: Er reichte von tiefschwarzen Wolken bis zu hellblauen Tupfen und silbernen Strahlen dort, wo sich die Sonne durchzukämpfen versuchte.“ (Seite 27)

Man schlägt das Buch auf und ist sofort mittendrin in der Geschichte. Huch. Das ging mir fast schon etwas zu schnell…
Als Emily an ihrem letzten Schultag den geheimnisvollen Brief in der Hand hält. ändert sich sofort alles. Motiviert von ihrer besten Freundin Felicitas, genannt Fee, beschließt sie schließlich, sich auf die Suche nach dem kleinen Dorf im englischen Dartmoor zu machen. Dass der Ort auf keiner Landkarte und auch nicht bei Google Earth zu finden ist, hat mich skeptischer gemacht, als die Protagonistin. Sie findet Hollyhill auch nicht alleine. Doch sie hat Glück, dass Matt sie aufgabelt. Er lebt dort und nimmt sie mit. Anfangs kommen die beiden noch ganz gut miteinander aus. Doch das ändert sich. Im Verlauf der Geschichte geraten die beiden immer wieder aneinander und es knallt ganz gewaltig. Emily hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg und sagt, was sie denkt und was ihr auf der Zunge liegt. Sie verstellt sich nicht, um jemandem zu gefallen. Sie handelt impulsiv und manchmal leichtsinnig.  Damit hat sie mir imponiert.

Matt war zu Beginn sehr nett zu Em. Doch das änderte sich schlagartig. Grundlos. Gemeinsam mit Emily stellte mich das vor ein großes Rätsel. Sein Bruder Josh ist dagegen etwas netter. Ganz kurios wird die Geschichte, als ein Bild mit Ems Mutter auftaucht, auf denen die beiden zu sehen sind.
Silly ist ebenfalls eine Dorfbewohnerin in Emilys Alter. Sie ist echt verschroben und schräg drauf, aber immer freundlich und hilfsbereit.
Die anderen Bewohner von Hollyhill sind echt sehr ungewöhnlich. Alle möglichen Charaktere sind hier vertreten. Sie erinnerten mich sofort an die Einwohner von Stars Hollow (hoch leben die Gilmore Girls!).

„Für einen kurzen Moment verlor Emily den Faden. Sie hatte diese Kälte in Matts Blick schon öfter gesehen, genauso oft, wie sie meinte, etwas anderes darin zu lesen.“ (Seite 147)

Der Plot hat mir gut gefallen – bis auf die ein oder andere kleine Schwachstelle. Direkt zu Beginn gibt es eine Szene, in der Quayle zum ersten Mal auftaucht. Diese ganze Szene erschien mir irgendwie unpassend und hat mich etwas überfordert. Es gab noch zwei, drei weitere Stellen, denen ich nur mit größter Anstrengung folgen konnte. Des weiteren hätte ich mir gerne noch ein paar Infos mehr zum Dorf gewünscht. Ich hoffe, diese im nächsten Teil zu erhalten.
Der Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt. Locker leicht kann man als Leser durch die Geschichte fliegen. Die Atmopshäre, die im Dorf herrscht, konnte Alexandra Pilz mir sehr gut vermitteln. Es wirkt gleichermaßen hinterwäldlerisch wie mysteriös.

„>>Weil nicht wir entscheiden, wann, wohin und ob überhaupt, sondern… das Dorf.<<“ (Seite 170)

Mit dem Trilogie-Auftakt konnte die Autorin mich gut unterhalten, auch wenn ich kleine Kritikpunkte habe. Ich hoffe, dass meine Fragen zum Dorf im nächsten Band, der nächste Woche erscheint, beantwortet werden. Das Cover ist ein toller Blickfang und ich glaube, dass „Verliebt in Hollyhill“ daneben ganz toll aussehen wird.

Es gibt ein Video dazu von Alexandra Pilz:

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Reiheninfo:
1. Zurück nach Hollyhill
2. Verliebt in Hollyhill (VÖ 17. März 2014)
3. ???
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3,5

SaCre