{Rezension} Ein Kleid aus Staub (The American Fairy #1) | Sarah Zettel

Ein Kleid aus Staub von Sarah Zettel

Autor: Sarah Zettel
Titel: Ein Kleid aus Staub (OT: Dust Girl)
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-570-40233-7
Verlag: cbj
Veröffentlichung: 14. April 2014
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Kansas 1935: Inmitten des schlimmsten Staubsturms aller Zeiten verschwindet die Mutter der 13-jährigen Callie spurlos. Plötzlich taucht wie aus dem Nichts ein Fremder auf – und schickt Callie auf eine mysteriöse Reise, um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften. Wer ist ihr Vater? Warum wartet ihre Mutter schon seit Callies Geburt auf seine Rückkehr? Und: Wo ist ihre Mom? Gemeinsam mit dem Jungen Jack macht Callie sich auf den Weg. Der Beginn eines fantastischen Abenteuers – denn Callie entdeckt nicht nur die Wahrheit über ihre Familie, sondern auch ihre Gefühle für Jack … (www.randomhouse.de/cbj)

„Mein Vater war ein schwarzer Mann. Und das machte mich zu einem schwarzen Mädchen. Und das bedeutete, dass es eine ganze Welt von Dingen gab, die ich eigentlich nicht tun dürfte, und eine ganze Welt von Orten, die ich nicht aufsuchen dürfte. Ich dürfte nicht im Mondscheinsaal sitzen oder auf die weiße Schule gehen oder im Warenhaus Kleider anprobieren oder in einem Zug in einem Pullmann-Wagen fahren, falls wir verreisen wollten.“ (Seite 19)

Das Cover, die Leseprobe und die guten Bewertungen haben mich auf dieses Buch sehr neugierig gemacht.

Der Einstieg in die Geschichte gelang relativ leicht. Wir befinden uns im Jahr 1935 – dieses Gefühl konnte die Autorin Sarah Zettel mir auch von Beginn an vermitteln. Die Beschreibungen der Orte, des Lebens und allem, was dazu gehört, kamen mir sehr realistisch vor und so lief alles in einem Schwarzweiß-Film vor meinem inneren Auge ab.

Direkt merkt man, dass Callie es nicht leicht hat. „Gefangen“ in Slow Run, in diesem Staub, ohne Vater. Und jeden Tag stehen neue Herausforderungen an. Dazu kommt, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe anders ist.
Jack erscheint, wie der Retter in der Not. Sofort bietet er Callie seine Hilfe an und setzt sich für sie ein.
Leider ist das auch schon relativ alles, was ich zu den beiden sagen kann. Ihr merkt also spätestens hier, dass ich mit dem Buch so meine Probleme hatte.

Die Idee hat mir gut gefallen. Und auch der Schreibstil der Autorin ist toll.  Und obwohl der Stil mir gefällt, konnte die Geschichte mich leider nicht überzeugen.
Anfangs habe ich mich in dieser fantastischen Welt wohl gefühlt. Doch leider begann ich bald, mich zu langweilen. Während des Lesens habe ich an andere Dinge gedacht und war unaufmerksam. Und so wusste ich bald nicht mehr, was ich zwei Seiten zuvor gelesen hatte. Ich habe immer wieder gedacht, dass ich wieder in die Geschichte hinein finde. Schließlich konnte mich auch das Setting überzeugen. Slow Run – schon der Name des Örtchens ließ gewisse Vorstellungen in mir heran reifen. Gut gefallen hat mir auch, dass die Kapitel nicht einfach nur nummeriert sind, sondern auch je eine englische und deutsche Überschrift haben.
Leider fand ich aber trotz allem keinen weiteren Zugang zum Geschehen oder den Charakteren. :( Die Geschichte war für mich stellenweise etwas abstrus. Lesefluss kam daher bei mir, trotz des Erzählens von Sarah Zettel, nicht auf.

Schade, schade. Ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass die „American Fairy“ Reihe trotz der guten Bewertungen und vielen anderen Fans leider nicht meinen Geschmack trifft.

Ihr seid trotzdem neugierig auf das Buch oder der Meinung, jetzt erst recht? Lasst es mich per Kommentar wissen. Dann schicke ich mein Exemplar an einen Leser / eine Leserin weiter. Gerne veröffentlichen wir hier auch eine zweite Meinung dazu. (Sollten sich mehre Personen für das Buch melden, werde ich es auslosen.)

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Reiheninfo:
1. Dust Girl // Ein Kleid aus Staub
2. Golden Girl // Ein Kleid aus Gold (VÖ März 2015)
3. Bad Luck Girl // ???
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2

SaCre


[Rezension] Brixton Hill | Zoë Beck

1 Buch - 2 MeinungenBrxton Hill_Artikelbild

Titel: Brixton Hill
Autor: Zoë Beck
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN:  978-3-453-41042-8
Veröffentlichung: 09. Dezember 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Em …

Meinung – SaCre:

„Es ist nicht der Aufprall, an den man sich später erinnert. Was man immer wieder or sich sehen wird, ist der Moment des freien Falls.
Und man wird die Stille dieses Momentes hören. Denn die Welt hört auf, sich zu drehen. Alles ist ruhig.

Nur der Körper fällt, schwebend, lautlos.“ (Seite 7)

Viel Gutes habe ich bisher über Zoe Beck und ihre Bücher gehört und da ich richtig Lust auf einen Thriller hatte, kam dieses Buch genau richtig. Dachte ich… Meine Erwartungen waren hoch – wurden aber leider nicht erfüllt.

Die Protagonistin Emma Vine, genannt Em, hat mir gut gefallen. Sie ist gut mit Kimmy Rasmussen befreundet gewesen, bevor diese sich umbringt. Em ist geschockt und macht sich Vorwürfe, doch hatte ich schnell das Gefühl, dass diese Emotionen bei ihr recht schnell abstumpfen. Nichtsdestotrotz war sie mir auf ihre Art und Weise sympathisch und passte in die Story.

Die Grundgedanken der Geschichte fand ich gut: es ging um Politik, Macht, Familien(intrigen), Stalking und Terror. Hier war meiner Meinung nach alles an Zutaten für einen hervorragenden Thriller. Doch an einem entscheidenden Bestandteil haperte es: der Spannung! Ein Thriller lebt davon. Doch leider konnte die Autorin überhaupt nichts davon an mich vermitteln. Die Geschichte plätscherte so vor sich hin. Und immer, wenn sich bei mir die Hoffnung auf Spannung neu aufbaute, wurde ich enttäuscht.

Die Sprünge, die immer wieder in der Handlung auftauchten, haben mir nicht so gut gefallen. Mich haben sie teilweise sogar gestört und das ein oder andere Mal dache ich, dass die Aktion irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen schien.

Gut gefallen hat mir aber die Einstreuung der Revolte zu Margaret Thatchers Tod und den Einbau der sozialen Netzwerke, wie Twitter. Das gab der ganzen Geschichte noch mehr Bezug zur Realität.

Tja, schade schade. Aber dieses Buch war für mich leider am Thema Thriller vorbei. Daher:

2

Meinung – SaFi:

Vorab ein kleiner Hinweis: Wer „Brixton Hill“ lesen möchte, weil er ein Thriller-Fan der blutrünstigen Art ist, wird sicherlich enttäuscht werden. Ich stand auch kurz davor, weil das Wort „Thriller“ auf einem Buchcover ganz bestimmte Erwartungen in mir weckt und diese während des Lesens nicht gänzlich erfüllt wurden. Dennoch wurde ich nicht komplett enttäuscht…

»Ich hatte den Eindruck, dass sie uns gar nicht bemerkt. Sie hat sich nicht nach uns umgedreht und auch nicht gezögert. Sie ist einfach gesprungen. Wir waren zu spät.« (Seite 25)

Zoë Beck hat hier das Reale mit dem Fiktiven kombiniert und eine spannende, wenn auch nicht sonderlich thrillige, Geschichte zu Papier gebracht. Und das in einem Stil, der mir sehr gut gefallen hat. Auf der einen Seite leicht zu lesen und zu verstehen, hatte ich doch das Gefühl, dass ihr Stil alles andere als alltäglich ist.

Die komplexe Handlung wird immer wieder unterbrochen, indem Zoë Beck Ereignisse aus dem bisherigen Leben der Protagonisten einstreut, bzw. Ort und Person wechselt, bevor es dann mit der eigentlichen Geschichte weitergeht. Diese Plot-Twists haben der Geschichte das gewisse Etwas verliehen und mir sehr gut gefallen.

Es werden viele Themen behandelt: Macht, Korruption, Stalking und Gentrifizierung (ich gebe zu, hier musste ich mal kurz googlen). Einige stehen im Vordergrund, die anderen ein wenig im Schatten und sind doch alles andere als uninteressant – so z. B. auch die Einbindung von Margaret Thatchers Tod. Und auch das gute alte Internet, oder besser gesagt Social Media, nimmt einen gewissen Platz in Anspruch.

„Erst jetzt drang es richtig in ihr Bewusstsein: Drei Menschen aus ihrem Umfeld waren nicht einfach nur gestorben, sondern getötet oder in den Tod getrieben worden.“ (Seite 191)

Während des Lesens habe ich unterschiedliche Phasen durchlaufen. Anfangs war ich ziemlich gebannt von den Ereignissen im 15. Stock des Hochhauses in Canary Wharf. Dann folgte eine kleine Flaute, weil ich nicht so recht wusste, wie ich das Buch nun einordnen soll und wo es mich hinführen würde. Als mir das dann klar war, konnte mich die Story wieder packen und begeistern, bevor ich zum Ende hin leicht mit dem Kopf schütteln musste, weil mir die Auflösung des Ganzen doch ein wenig zu weit hergeholt vorkam. Schlussendlich habe ich das Buch dann aber doch mit einem besseren Gefühl zugeschlagen, als ich es während der Flaute für möglich gehalten hätte.

Mit Emma Vine hat die Autorin eine Protagonistin ins Rennen geschickt, die, mit all ihren Ecken und Kanten, die sie zum Großteil alles andere als sympathisch wirken lassen, perfekt zu der Geschichte passt. Mit einem kleinen Liebchen, das durch und durch perfekt ist, wäre „Brixton Hill“ so wie es ist, nicht möglich gewesen.

„Zehn Minuten später schrieb Em auf ihrem Twitter-Account: ich lebe noch.
Diesmal kam die Antwort überraschend schnell. Wieder von einem eigens angelegten Account, der nur diese eine Nachricht verschickte: zähl die stunden, die dir bleiben.“ (Seite 298)

Für mich ist Zoë Becks „Brixton Hill“ kein Thriller, sondern eher ein handwerklich gut gemachter Krimi. Dennoch wurde ich nicht enttäuscht, denn Spannung (wenn auch nicht auf die thrillige Art) ist vorhanden und die Geschichte an sich sehr gut konstruiert.

3,5


{Rezension} Dir ergeben (Stark Trilogie #2) | J. Kenner

Dir ergeben von J Kenner

Autor: J. Kenner
Titel: Dir ergeben (Stark Trilogie #2)
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-453-35766-2
Veröffenlichung: 11. November 2013
Verlag: Diana
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Die leidenschaftliche Beziehung zu dem erfolgreichen und faszinierenden Damien Stark hat Nikkis Leben verändert. Sie genießt das erotische Abenteuer und kann endlich ihre schmerzhaften Erinnerungen besiegen. Glaubt sie. Doch Nikki bleibt nicht verborgen, dass auch Damien zutiefst verletzlich ist. Noch immer hat er Geheimnisse, die er ihr nicht offenbart. Das macht Nikki Angst. Denn sie spürt, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit ihre Liebe bedrohen … (Diana Verlag)

„Der Schock ist schlichtem Pragmatismus gewichen, gemischt mit Begeisterung und Empörung. Schon damals habe ich Damien genauso sehr begehrt wie er mich, aber gleichzeitig wollte ich ihn bestrafen. Weil ich mir sicher war, dass er nur die Schönheitskönigin in mir gesehen hat. Sobald er das entstellte Wrack hinter der polierten Oberfläche sehen würde, würde er entsetzt  zurück weichen und sein Geld zurück fordern. Davon ging ich fest aus.“ (Seite 8/9)

„Dir verfallen“ hatte mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen, wobei ich fand, dass Autorin J. Kenner das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft hat.  Leider wurde meine Erwartung hier aber nicht erfüllt.

Nikki und Damien haben ihren „Deal“ abgeschlossen und können sich nun ihrer Liebe widmen. Doch das ist nicht so einfach, da immer wieder Personen und Taten aus der Vergangenheit das Glück der beiden angreifen. Damian hat ebenso viele böse Geister aus der Vergangenheit, wie Nikki.

Sex spielt bei den beiden wieder eine sehr große Rolle. Und das war auch das, was mich genervt hat. Ich hätte mir mehr Story, und weniger Sex gewünscht. Ich weiß, dass das zu diesem Buch dazu gehört und dass das der große Anteil an der Geschichte ist. Mir war es aber einfach zu viel. Ich glaube, ich habe einfach zu viele erotische Romane gelesen und bin des Themas überdrüssig. Dafür kann die Autorin aber nichts. Auch an ihrem Schreibstil hat es nicht gelegen. Der ist nämlich, wie schon im ersten Band, gut und flüssig zu lesen.

Was ich auch bemängeln muss: mir hat die Weiterentwicklung der Hauptdarsteller gefehlt. Hier hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Die Geschichte war für mich auch teilweise vorhersehbar.

„Ich will etwas erwidern, aber die Worte kommen zögerlicher als erhofft über meine Lippen. Denn ich weiß, dass ich das Bedürfnis, mich zu ritzen ,noch nicht so weit hinter mich gelassen habe wie gedacht. Heute habe ich tatsächlich nicht mehr getan, als mir die Fingernägel ins Fleisch zu graben.“ (Seite 64)

Teil 1 hat mir deutlich besser gefallen.  Vielleicht war es für mich auch einfach der völlig falsche Zeitpunkt, dieses Buch zu lesen. Nicht nur vielleicht, ganz bestimmt sogar.

2

SaCre


[Rezension] Die Liste der vergessenen Wünsche | Robin Gold

Die Liste der vergessenen Wuensche von Robin Gold
 
Titel: Die Liste der vergessenen Wünsche
Autor: Robin Gold
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0484-7
Veröffentlichung: 8. Oktober 2013
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Zum Inhalt:

Clara ist überglücklich mit ihrem Verlobten Sebastian. In Kürze wollen die beiden heiraten. Doch dann erhält Clara eine schreckliche Nachricht: Sebastian ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der Verlust schmerzt sie sehr. Für Clara bricht die Welt zusammen und sie schottet sich ab. Als sie dann nach Monaten voller Schmerz ihre Familie besucht, überreicht ihr ihre Mutter ein Päckchen. Darin verbirgt sich eine Liste, die Clara vor vielen, vielen Jahren als Kind geschrieben hat. Eine Liste mit Wünschen, die sie sich erfüllen wollte, bevor sie 35 Jahre alt wird. Eine Liste, die nun ihren Weg zurück ins Leben ermöglichen soll…

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Meine Meinung:

Mir ist es schön öfters passiert, dass die Erwartungen, die ich, aufgrund von Cover, Klappentext und Titel, an ein Buch hatte, nicht erfüllt wurden. Manchmal passen Vorstellung und Wirklichkeit nicht zusammen. Manchmal ist das Buch anders, aber besser. Manchmal einfach nur enttäuschend. Letzteres gilt in diesem Fall leider auch für „Die Liste der vergessenen Wünsche“…

Ich hatte mich auf ein emotionales, berührendes und vielleicht auch ein wenig zu Tränen rührendes Buch gefreut, in dem ich mit der Protagonist mitfühlen und auch mitleiden kann. Nach dem Anfang, der diese Erwartungen tatsächlich noch erfüllt hat, kam dann aber recht schnell die Ernüchterung und meinem persönlichen Lesevergnügen wurden auf den folgenden Seiten einige Steine in den Weg gelegt.

„Sie hatte wirklich ihr Bestes gegeben, wieder auf die Beine zu kommen nach Sebastians »Unfall«, wie sie es nannte. Das Wort Tod war für Clara zu schmerzhaft und endgültig, als dass sie es aussprechen könnte. Von einem Augenblick zum anderen war ihr Universum in sich zusammengestürzt und zu einer Erinnerung geworden.“ (Seite 34/35)

Für mich gab es diesem Buch einfach zu viel Humor, der nicht zu der Geschichte passte. Normalerweise habe ich nichts gegen eine gute Portion Humor, aber hier war er einfach fehl am Platze und hat dem Gelesenen die emotionale Wirkung geraubt. Außerdem sorgten die vielen Sprünge in der voranschreitenden Zeit – und die daraus resultierenden Lücken – bei mir für ein unvollständiges Lesegefühl. Die Geschichte empfand ich sehr schnell als absolut vorhersehbar und nur noch kitschig – zu kitschig. Hinzu kam dann leider auch noch, dass mir Clara von Seite zu Seite unsympathischer wurde. Wobei unsympathisch es nicht mal richtig trifft, denn leider konnte mir die Autorin ihre Protagonist zu keiner Zeit richtig nahe bringen. Es ist wohl eher so, dass ich mit Clara schlicht und einfach nichts anfangen konnte.

Gegen den Schreibstil der Autorin – auch in Bezug auf den Humor – kann ich nichts sagen. Er lädt zum entspannten und kurzweiligen Lesen ein. Nur war die vorliegende Geschichte leider nicht die, die ich erwartet und erhofft hatte. Die Taschentücher lagen vorsichtshalber schon mal neben mir, als ich mit dem Lesen begann. Umso enttäuschter war ich, als ich sie unbenutzt wieder weglegen musste…

Leseenttäuschungen gehören nun mal zum Leben eines Bookaholics dazu. Im Fall von „Die Liste der vergessenen Wünsche“ wollte ich mir das aber lange nicht eingestehen. Ich wollte so sehr, dass mir dieses Buch gefällt. Doch leider kam es anders und ich bleibe ziemlich enttäuscht zurück.

2

SaFi


[Rezension] Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück | Lauren Weisberger

Die Rache traegt Prada Der Teufel kehrt zurueck von Lauren Weisberger
 
Titel: Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück
Autor: Lauren Weisberger
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-54287-1
Veröffentlichung: 16. September 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Acht Jahre sind vergangen, seit Andrea Sachs dem glamourösen Modemagazin Runway und vor allem dessen teuflischer Chefin Miranda Priestly den Rücken kehrte. Inzwischen ist Andrea Herausgeberin von „The Plunge“, dem derzeit angesagtesten Brautmagazin, und arbeitet dort mit ihrer ehemaligen Konkurrentin und derzeitigen besten Freundin Emily zusammen. Alles könnte so schön sein, zumal auch noch Andreas Hochzeit mit dem umwerfenden Max, Spross eines einflussreichen Medienunternehmers, bevorsteht. Doch ihre Zeit bei „Runway“ verfolgt Andrea noch immer. Und sie ahnt nicht, dass all ihre Versuche, sich ein neues Leben aufzubauen, sie direkt in ihr altes zurückführen – und in die Arme von Miranda Priestly. (© Goldmann)

Der Teufel trägt Prada & Die Rache trägt Prada - Lauren Weisberger

Der Teufel trägt Prada & Die Rache trägt Prada – Lauren Weisberger

Meine Meinung:

Wenn ich ein paar Jahre und an „Der Teufel trägt Prada“ zurückdenke, fällt mir als erstes ein, dass ich mich damals kringelig gelacht habe – vor allem wegen Miranda Priestly und ihrer, um es nett auszurücken, gewöhnungsbedürftigen Eigenarten. Was Frau Weisberger damals zu Papier gebracht hat, ließ mir Lachtränen über die Wangen laufen. Und um ganz ehrlich zu sein: nichts anderes habe ich auch von der vorliegenden Fortsetzung – der Inhaltsangabe und des Titels wegen – erwartet.

Beginnen wir mit den positiven Aspekten von „Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück“. An sich ist das Buch eigentlich recht unterhaltsam, beinhaltet die eine oder andere witzige und auch skurrile Situation und lädt dank des lockeren Schreibstils zu kurzweiligen Lesestunden ein. Hiermit ist mein Potenzial an gutgemeinten Worten zu dem Buch aber leider auch schon erschöpft. Es folgt das große Aber…

Es hält nicht das, was der Titel verspricht. Auf die suggerierte Rache bzw. die Rückkehr des Teufels musste ich fast komplett verzichten. Hofft man, so wie ich, auf Miranda Priestly in Bestform, kann es einem leicht passieren, dass man bitterlich enttäuscht wird. Denn bis zu ihrem ersten richtigen Auftritt muss man, von einem kurzen Vergnügen gleich zu Beginn in Form eines Albtraums von Andy mal abgesehen, viele, sehr viele Seiten umblättern.

„Eine Gemeinsamkeit gab es zwischen „The Plunge“ und „Runway“: die langbeinigen Gazellen in ihren Designer-Outfits und mit den Stiletto-Absätzen.“ (Seite 189)

Bis dahin besteht das Buch aus vielen Rückblenden, die darüber berichten, wie sich Andys Leben nach „Runway“, Miranda und den legendären Abschiedsworten in Paris entwickelt hat. Auf die Fragen, wie es direkt nach „Runway“ weiterging, ehe sie mit ihrer ehemaligen Erzfeindin und nun besten Freundin Emily das Magazin „The Plunge“ ins Leben gerufen hat, wie sie ihren Mann Max kennen und lieben gelernt hat und manches andere erhält man ausreichend Antwort. Ms Priestly sucht man dafür aber größtenteils leider vergeblich. Wenn überhaupt kommt sie nur in aufgewärmten Erinnerungen vor. Und auch nachdem sie sich die Wege der beiden dann endlich kreuzen, spielt Miranda nur am äußersten Rande eine Rolle. Hat sie aber einen ihrer wenigen Auftritte, läuft sie zur Bestform auf – immerhin.

Wie oben schon erwähnt, fand ich „Der Teufel trägt Prada“ damals klasse. Aber die Fortsetzung kommt da für meinen Geschmack nicht mal ansatzweise ran. Dafür liegt der Fokus einfach zu sehr auf Andy, ihrem leben und ihren Problemchen. Vielleicht hätte ich das besser akzeptieren können, wenn der Titel nicht – wie ich im Nachhinein nun weiß – falsche Hoffnungen in mir geweckt hätte. Als Mittel zum Zweck, um eine möglichst große Leserschaft und die Fans von Miranda zu erreichen, ist er perfekt. Bei mit hat das auch funktioniert. Doch zum Schluss gucke ich leider enttäuscht in die Röhre.

„Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück“ ist eine lockere und leichte Komödie. Für Fans von „Der Teufel trägt Prada“ und vor allem von Miranda Priestly – so wie meine Wenigkeit – möchte ich allerdings eine leise Warnung aussprechen. Denn in Bezug auf Ms Priestly kommt man nicht auf seine Kosten, wie ich finde. Vielleicht wäre es in diesem speziellen Fall sogar ganz gut, wenn man den Vorgänger nicht kennt. So besteht dann zumindest noch die Chance, dass nicht allzu viele Hoffnungen zerstört werden.

2SaFi


[Rezension] Sonntags bei Tiffany | James Patterson

Sonntags bei Tiffany
 
Titel: Sonntags bei Tiffany
Autor: James Patterson
Seitenzahl: 288 Seiten
Verlag: Page & Turner
ISBN: 978-3-442-20339-0
Veröffentlichung: 03. November 2008
Leseprobe

Zum Inhalt:

Jane ist 8 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in New York. Das Highlight der Woche ist für das kleine Mädchen der sonntägliche Besuch des Kaufhauses Tiffany. Ansonsten hat ihre Mutter Vivienne nämlich nur ihre Karriere als Broadway-Produzentin im Kopf und vergisst öfters mal, das sie eine Tochter hat. Deswegen ist Jane umso glücklicher, dass sie Michael zum Freund hat. Er ist für andere zwar unsichtbar, da er ein imaginärer Freund ist, aber das ist Jane egal. Sie ist froh, dass sie mit ihm jemandem zum reden und lachen hat. Doch die Sache hat einen Haken: an ihrem neunten Geburtstag muss Michael Jane verlassen. So lautet die Regel. Doch dreiundzwanzig Jahre später laufen sich die beiden in New York ein weiteres Mal über den Weg …

Sonntags bei Tiffany - James Patterson

Sonntags bei Tiffany – James Patterson

Meine Meinung:

Am Anfang war noch alles gut und die Lesewelt in Ordnung. Ich lernte Jane als Kind, den liebenswürdigen Michael und die lieblos scheinende Mutter Vivienne kennen. Während sich mein Herz nicht bloß einmal zusammenzog als ich las, wie lieblos diese sich der kleinen Jane gegenüber verhält, ging es umso mehr wieder auf, wenn ich von Jane und Michael las. Eine tolle Mischung aus Gefühl, Humor und Tiefgründigkeit.

„Natürlich fanden diese Sonntage meine Zustimmung, weil Michael dabei war. Michael, der mein bester Freund auf der Welt war, vielleicht der einzige, den ich als Achtjährige hatte. Mein imaginärer Freund.“ (Seite 17)

Doch kaum hatte ich diese Anfangsphase des Buches hinter mir gelassen, kam es zum Bruch. Ich kann nicht mal wirklich sagen, warum es so war. Aber die erwachsene Jane ging mir gehörig auf den Wecker. Statt auf den Tisch zu hauen, lässt sie sich nicht noch immer von ihrer Mutter bevormunden und schlecht behandeln. Und ihr Freund Hugh benimmt sich auch nicht viel besser als Vivienne wenn es um Jane geht. Ab dem Zeitpunkt wo Michael dann wieder ins Geschehen eingreift wird es ein wenig, wenn auch nicht viel, besser.

Zugutezuhalten ist dem Buch, das es sich locker und leicht lesen lässt. Wobei der Schreibstil von James Patterson schon ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, da er viel zwischen Jane hin- und herspringt.

Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, werden mir lediglich drei Dinge positiv in Erinnerung bleiben. Zum einen die wirklich tolle Idee, die hinter dieser Geschichte steckt und aus der man, für meinen Geschmack, wesentlich mehr hätte machen können. Dann der wirklich berührende Anfang, bei dem ich die ganze Zeit über das Gefühl verspürte, Jane in die Arme nehmen zu wollen. Und letztendlich der „Auslöser“ für dieses Buch. Eine Äußerung von James Pattersons damals vierjährigem Sohn Jack: »Liebe heißt, nichts kann zwei Menschen trennen.«, die laut Vorwort im Grunde der Kern dieser Geschichte ist.

„Jane drückte den lila Pudel an ihre Wange. Michael hatte bemerkt, dass sie oft Gegenstände an sich drückte – einen Wintermantel, ein Kissen, ein ausgestopftes Tier. Sie hatte viele Umarmungen zu vergeben, aber nicht genügend Menschen dafür.“ (Seite 37)

Leider, leider, leider konnte mich „Sonntags bei Tiffany“ nicht so verzaubern, wie ich es mir gewünscht hatte. Wer weiß, vielleicht sind die Thriller von James Patterson ja eher was für mich.

2SaFi