Cows. Folge nicht der Herde – Dawn O’Porter | Rezension

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Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. In meiner Vorstellung sollte die Geschichte etwas provokant und herrlich direkt sein. Ob ich das auch bekommen sollte?

„Frauen mit Kindern sind Rockstars, Frauen ohne Kinder sind Superheldinnen. Gemeinsam können wir die Welt erobern.“ (Seite 258)

Tara, Cam und Stella: Drei Frauen in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens, doch stehen sie alle mittendrin. Sie kennen sich nicht (zumindest zu Beginn des Buches) und doch sind sie auf eine gewisse Art und Weise miteinander verbunden.
Tara ist alleinerziehende Mutter. Sie arbeitet beim Fernsehen als Produzentin und muss sich dort Tag für Tag gegen die Männer behaupten. Nach einem unerwarteten schönen Abend erlaubt sie sich einen Moment der Schwäche. Und dieser wird ihr Leben für immer verändern.
Cam ist Mitte 30 und eine sehr erfolgreiche Bloggerin. Seit einiger Zeit dreht es sich auf ihrem Lifestyle Blog vor allem um den Wunsch, keine Kinder zu haben und Themen, die sehr feministisch sind. Auch über ihren jüngeren Liebhaber berichtet sie. Cam bekommt sehr viel Rückmeldung, positiv wie negativ. Als sie von Taras Schicksal erfährt, möchte sie ihr beistehen.
Stella ist Anfang 20 und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich schwanger zu werden. In ihrer Beziehung läuft es leider gar nicht gut, so dass sie sich einen Plan macht, um anderweitig an einen Erzeuger zu kommen. Cam mit ihrem Lobgesang auf ein kinderloses Leben ist ihr geradezu ein Dorn im Auge.

„Sie weiß, dass ihre Onlinebeziehung besser ist als die persönliche, aber ist das wichtig? Warum muss sie offline unbedingt toll sein, wenn sie doch online alles sein kann, was sie will?“ (Cam, Seite 94)

Zunächst einmal sind die Frauen noch nicht miteinander verbunden, doch kreuzen sich ihre Wege im Laufe der Geschichte.
Die Autorin konnte mich oftmals zum Schmunzeln bringen. Genau so sehr habe ich aber auch mit Tara mitgelitten.
Die Probleme jeder Einzelnen werden sehr deutlich gezeichnet und waren für mich absolut nachvollziehbar. Stellas Kinderwunsch ist so groß und lässt sie so verzweifeln, dass sie kein anderes Thema mehr kennt und zu ungewöhnlichen Mitteln greift.
Cam kann sich hinter ihrem Blog geradezu verstecken. Jeder Blogger kann das nachvollziehen: Entweder mache ich mich angreifbar (und teile zum Beispiel Persönliches) oder halte eine Fassade aufrecht.

„Ich glaube, inzwischen ist mir auch klargeworden, dass Männer, egal, was sie tun, wie Individuen behandelt werden. Aber wenn eine Frau so etwas tut, spricht man über sie, als hätte sie das ganze weibliche Geschlecht verraten und den Feminismus persönlich um mehrere große Schritte zurückgeworfen. Bei ihr geht es ausschließlich um das WARUM.“ (Tara, Seite 163)

Die Themen die Dawn O’Porter im Buch aufgreift sind aktuell und bieten Stoff für Diskussionen. Cybermobbing, verzweifelter Kinderwunsch, kein Kinderwunsch, sich im Job beweisen müssen, Neid und Missgunst, perfekt sein müssen, Feminismus, Gleichberechtigung… Mit vielem konnte ich übereinstimmen und mich hier und da auch persönlich wiederfinden.
Über weite Strecken hat die Umsetzung mir auch gefallen. Allerdings gab es Szenen, die so übertrieben waren, dass sie mir zwischendurch etwas die Lust aufs Buch verleidet haben. Aus Spoilergründen werde ich diese natürlich jetzt hier nicht nennen.
Die Art und Weise, wie die Autorin mit den Klischees spielt, ist gut gelungen.

„Wow, okay, jetzt weiß ich Bescheid. Wenn ich einen Jungen kriegen will, […] reichlich Hustensaft trinken, eine Menge Gemüse essen, zunehmen und ihn außerdem dazu bringen, mich von hinten zu nehmen, nachdem er einen Kaffee getrunken hat. Außerdem muss ich zum Orgasmus kommen.
Ich meine, wie schwer kann das sein?“ (Stella, Seite 312)

An „Cows. Folge nicht der Herde“ von Dawn O’Porter hatte ich sehr hohe Erwartungen, die die Autorin leider nicht komplett erfüllen konnte. Die teilweise sehr überzogene Darstellung hat mir an einigen Szenen etwas den Spaß am Lesen genommen. Den Rest habe ich wiederum gerne und schnell gelesen. So lässt sie mich leider etwas zwiegespalten zurück. Die Aktualität der Themen im Buch finde ich gut gewählt. Nach dem Lesen hat man definitiv Diskussionsstoff, auch über das Buch an sich.
Die Message des Buches ist wichtig und richtig: Frauen, steht für euch ein und steht für eure Rechte auf!

Direkt. Ehrlich. Aufrüttelnd.

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Daten zum Buch:
Cows. Folge nicht der HerdeTitel: Cows. Folge nicht der Herde
Autor: Dawn O’Porter
Originaltitel: The Cows
Übersetzung: Christine Strüh
Verlag und Bildrechte: S. Fischer
Seitenanzahl: 464 Seiten
Veröffentlichung: 27. Februar 2019
Ausführung: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-10-397342-6
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Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sabrina

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